Donnerstag, 14. März 2013

Von der Schwierigkeit, minimalistisch zu werden

Vor einiger Zeit bekam ich Post von Christof von Einfach Bewusst, in der er mir ein paar Fragen zum Thema Minimalismus stellte. Ich ließ mich selbstverständlich nicht lumpen und stellte der Welt meine Weisheiten zur Verfügung. Meine Antworten und die von 10 anderen Bloggern, könnt ihr bei Interesse gern hier nachlesen. Ich zumindest finde die ganze Angelegenheit sehr spannend und bedanke mich nochmals, Teil des Beitrags sein zu dürfen. ~ Werbung Ende. ~

Nicht nur wegen dieses Beitrags, sondern auch allgemein durch mein Vorhaben im Rahmen des 101 Dinge in 1001 Tagen-Projektes, bewusster und weniger materialistisch zu leben, setzten sich wieder zu diesem Thema ein paar Zahnräder in meinem Kopf in Bewegung. Dieses Jahr, also immerhin über zwei Monate, habe ich mir noch kein Buch, keine DVD und keine CD gekauft und besonders wegen der Bücher werde ich langsam hibbelig. Meine Wunschliste steigt stetig, doch - auch wenn sich eingefleischte Buchsammler nun vor Lachen auf die Schenkel klopfen - ich finde die gut zehn Bücher auf meinem Stapel ungelesener Bücher noch eindeutig zu viel, um mir bereits neue zu kaufen. Ich möchte meine Sachen benutzen, nicht horten. Umso mehr bin ich von mir selbst erschrocken, wie häufig ich schon kurz davor stand, mit einem reichlich bestückten Warenkorb auf's Knöpfchen "Bestellen" zu drücken. Glücklicherweise habe ich mich mit rationalen Gedanken spätestens im letzten Moment immer davon abbringen können. Doch es ist einfach krass, dass der Drang danach, etwas zu besitzen, schon so sehr in mir verankert ist. Ich denke dauernd daran, konfrontiere mich selbst mit meinen Wunschzetteln und durchstöbere Buchangebote im Internet. Es ist beinahe so, als machte ich gerade einen Entzug durch. Was den Wunsch nach Minimalismus angeht, bin ich im Großen und Ganzen im Aussortieren wohl besser als im Nichtkaufen. Obwohl ich mir auch nicht verbieten möchte, etwas zu sammeln. Nach wie vor träume ich davon, eines Tages ein riesiges Bücherregal mit meinen ganzen Schätzen zu bestücken.
Ich bin jetzt mal durchgegangen, was ich eigentlich absichtlich oder zufällig sammle. Und mit Sammlungen meine ich eine Anhäufung von ähnlichen Gegenständen, die gar nicht oder nur unzureichend benutzt werden beziehungsweise benutzt werden können. Mein Ergebnis: Bücher, CDs, Notizbücher, Armbänder, Instrumente, Lehrbücher zu den Instrumenten, Bastelkram, Wolle und, wenn es so weiter geht, bald auch DVDs. Besonders auffällig ist der gesamte Medienkram. Ich meine, natürlich liebe ich Bücher, bin besessen von guten Filmen und kann auch ohne Musik nicht leben, doch muss man deshalb gleich alles davon sammeln? Dann habe ich darüber nachgedacht, welche der drei Sammlungen ich am ehesten weggeben könnte. Bücher scheiden aus, denn es sind verdammt nochmal Bücher. Die Filme wegzulassen, wird auch schwierig, denn ich habe meine Lieblingsstreifen für eventuell aufkommende DVD-Abende gern griffbereit. Ich könnte mir eventuell vorstellen, die Anzahl meiner CDs ein wenig herunterzuschrauben und nur noch wirklich bedeutende Alben neu zu holen oder vielleicht ganz auf digitale Musik umzusteigen. Aber besonders mein Laptopzusammenbruch vor einigen Tagen hat mir vor Augen geführt, wie schnell Daten einfach weg sein können, wenn eine Festplatte keinen Bock mehr hat. Obwohl auf der anderen Seite auch das ganze Haus abfackeln könnte und dann wären meine CDs ebenfalls weg.
Ab welchem Punkt ist etwas überhaupt eine Sammlung? Und wie viele Sammlungen kann man haben und trotzdem minimalistisch leben? Und wie kommt es, dass man sein Herz so sehr an Gegenstände hängt? Und warum bekommt man die Krise, wenn man schon länger keine neuen Dinge mehr gekauft hat?
Ich schätze, ich komme hier heute zu keinem Fazit mehr, deshalb höre ich an dieser Stelle einfach auf. Lasst mir gern eure Gedanken dazu da.