Dienstag, 31. Dezember 2019

2019

Überleben, einfach nur überleben. Das war der Vorsatz, den mein Herzschmerz geplagtes Ich für 2019 gefasst hatte. Da ich diese Zeilen nun tippe, ist das ein: Check!

Herzschmerz adé

Es sollte noch bis März dauern, bis ich die eindeutige Antwort "We are never ever ever getting back together" erhielt und ich endlich beginnen konnte, die Trennung zu akzeptieren und zu heilen. Natürlich geht das trotzdem nicht von jetzt auf gleich, doch seit circa September geht es mir emotional wieder so unglaublich viel besser. Ich habe es überlebt, ich habe es verkraftet, die erste große Liebe, der erste große Herzschmerz - das Schlimmste, was mir damals hätte passieren können. Seither gehe ich um einiges mutiger an neue Dinge heran, denn was könnte das schon toppen und mein Leben wieder derart aus den Angeln heben? Eben.

Arbeit

Oh boy, war an dem Arbeitsplatz, an dem ich mein Volontariat machte, irgendwann die Kacke am Dampfen. Ich werde nicht groß ins Detail gehen, aber die Umstrukturierungen zu Ungunsten der Mitarbeiter haben sich extrem gehäuft. Es hat einfach irgendwann keinen Bock mehr gemacht und es gab für mich in diesem Unternehmen kaum Zukunftsperspektive. Also setzte ich mich mit einer Kollegin und guten Freundin bereits frühzeitig regelmäßig zusammen, um etwas für die Zeit nach dem Volo zu finden. Und es ist uns gelungen (auch wenn leider in unterschiedlichen Firmen). Ab Januar starte ich in einer SEO-Agentur durch und kann es langsam kaum noch erwarten!


E-Gitarre

Lange hatte ich mein Hobby, das Gitarrespielen, links liegen gelassen, weil ich allein nicht mehr weiterkam. Im Januar fasste ich endlich den Entschluss, Unterricht zu nehmen. Seither sitze ich alle zwei Wochen mit meinem französischen Leher Julien zusammen (er kann zum Glück Deutsch, puh) und lerne neue Techniken und Lieder. Im Sommer kaufte ich mir dann meine erste eigene E-Gitarre und nun zu Weihnachten ein Verstärker. Es tut gut, wenigstens ein mehr oder weniger konsequentes Hobby zu haben und auf diesem Gebiet endlich wieder besser zu werden. Richtig gute Entscheidung.

Meine liebsten Songs, die ich dieses Jahr übrigens auf der Gitarre gespielt habe:
  • The Doors - People Are Strange
  • Alex Ebert - Glimpses
  • La Llorona
  • Joan Jett & The Blackhearts - I Love Rock 'N Roll
  • Arctic Monkeys - Why'd You Only Call Me When You're High

Vögel

Ein weitere richtig gute Entscheidung, um jeden Tag einen Grund zu haben aufzustehen: Im August zog bei mir ein junges Wellensittichpaar ein, das mit seither den Alltag versüßt und besser als jeder Fernseher ist. Es hat für sie zwar eine Weile gedauert, bis sie langsam auftauten und sich einlebten - irgendwie stecken wir immer noch in dem Prozess - aber ich sehe bereits einen riesigen Fortschritt. Eigentlich hoffe ich einfach nur, ihnen hier ein so schönes Leben wie möglich bereiten zu können. Ach ja, benannt wurden Jinkx und Manila übrigens nach ein paar meiner liebsten Drag Queens, was mich zum nächsten Punkt bringt.


Drag Queens

Für manche mag es albern klingen, doch Drag half mir 2019 sehr dabei, den Kopf hochzuhalten. Aber nicht ich in Drag natürlich, keine Angst, sondern Sendungen wie RuPaul's Drag Race oder UNHhhh oder die Musik von Drag Queens oder oder oder. Es würde den Rahmen dieses Rückblicks sprengen, das im Detail zu erläutern. Aber der Humor konnte abends nach einem beschissenen Tag so oft meine Laune heben, als auch mich dazu zwingen mich mit Problemen auseinanderzusetzen und sie auch aktiv anzugehen. Für mich ist das Ganze irgendwie mehr als nur Unterhaltung, sondern eher wie ein zweiter Therapeut, der mir an einem abgefahrenen Beispiel hilft mich selbst zu finden.

Im August wurde dann ein Traum wahr, als ich Drag-Legende Bianca Del Rios Comedy Show It's Jester Joke live im Admiralspalast sehen durfte. Und mein zweiter Traum, darüber hinaus eine richtige Drag Show mit verschiedenen Kostümen, Tanz und Lip sync live zu erleben, erfüllte sich im November beim Miss Kotti Drag Pageant.
2019 ist das Jahr, in dem sich Karo in Glitzerkaro mit etwas mehr gesundem Selbstbewusstsein verwandelte! Halleloo!

Fun Facts

  • 2019 schaute ich zum ersten Mal einen Horrorfilm im Kino. Und prompt im restlichen Jahr fünf weitere. Highlights waren Wir und ES Kapitel 2. Auf trashigerer Ebene konnte ToyBox (kein neuer Release) amüsieren.
  • Ich habe zum ersten Mal Wassersport gemacht und eine Schwimmnudel benutzt. Es war bei einem Besuch in einer Therme, es war nicht geplant, aber ich bereue nichts.
  • Auch war ich über eine Mitgliedschaft einer Freundin zum ersten Mal im Fitnessstudio. Es gab nämlich einen Pool (ohne Schwimmnudel). Das war übrigens auch das einzige Mal, denn Fazit: Das ist nicht so meine Umgebung.
  • Ich habe dreimal bei der Kette Paint Your Style Keramikteile angemalt. Nicht der kostengünstigste Zeitvertreib, aber ich war immer von dem Ergebnis begeistert - obwohl ich nicht einmal gut malen oder zeichnen kann.
  • Im Sommer verbrachte ich mit einer guten Freundin eine Woche im Kreativurlaub am hintersten Zipfel irgendwo im Nirgendwo (also Brandenburg). Eine Woche lang einfach nur den Sommer genießen und stressfrei an den jeweils persönlichen Projekten basteln - ein Träumchen.


Konzerte

Mit einem richtigen Gehalt hat man zum Glück auch endlich mehr Knete für Konzerttickets, das ich großzügig ausgenutzt habe. Ein weiteres Hobby, das mein Leben unglaublich bereichert und das weitergeführt werden soll. Hier eine Auflistung der Künstler:
  • Anna Calvi (hier entlang zum Konzertbericht)
  • Dodie
  • Skinny Lister
  • Salvador Sobral
  • Ilgen-Nur, Pleasure Dome (@ Fête de la Musique)
  • Hatari
  • Broadway Berlin (@ Degewo-Mieterfest in den Gärten der Welt)
  • Amanda Palmer
  • Holy Moly & The Crackers
  • Ezra Furman
  • Bonaparte
  • Tom Schilling & The Jazz Kids
  • Coppelius

Songs des Jahres

(nicht unbedingt dieses Jahr veröffentlicht)


Alben des Jahres

Anna Calvi - Hunter
Lizzo - Cuz I Love You
Foxygen - Seeing Other People
Billie Eilish - When We All Fall Asleep, Where Do We Go?

Serien des Jahres

RuPaul's Drag Race
Pose
Mad Men

Bücher des Jahres

Drew Magary - Die Unsterblichen
Rachel DeLoache Williams - My Friend Anna

Kommentare:

  1. Erstens: Wo warst du bei Amanda Palmer? Und zweitens: Wie ist Tom Schilling live so? Der kommt nämlich dieses Jahr auch hier bei mir vorbei und Voraus-Feedback wäre ganz hilfreich für die Entscheidung, ob ich zum Konzert gehe oder eher nicht...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hellu!
      Bei Amanda Palmer war ich in Berlin im Admiralspalast. Hast du auch eine ihrer Shows besucht?
      Tom Schilling live: Nicht das spektakulärste Konzert, um ehrlich zu sein. Besonders die Setlist hätte ein bisschen abwechslungsreicher sein können, zu viele mittelschnelle, "schunkelige" Lieder hintereinander. Für zwanzig Euro (zumindest der Ticketpreis hier) kann man mal hingehen, falls man nichts Besseres zu tun hat. ;)

      Löschen
  2. Sali, Karo.
    Von Deinem Besser-gehen höre ich gernst!

    Wohl getan, schlechten Arbeitsverhältnissen sollte man/frau so früh als möglich die Bin-weg!-Karte geben. Hoffe der neue Januar hat sich von seiner guten Seite gezeigt.

    Musik machen ist eine feine Erfahrung, zumal sich das Ergebnis eigener Bemühungen sogleich erfahren läßt. Und die E-Gitarre hat von ihrer Vielseitigkeit nichts verloren. Joan Jett...ich erinnere mich noch bestens wie Ihr Song ewig in den American-top-40 stand (der Doku-Film über sie ist ausgesprochen einer Empfehlung würdig!).

    Freut mich zu lesen, daß Dir Freude wieder Spaß zu machen versteht.
    Hat Dich meine E-Mail von Anfang Januar erreicht?
    bonté

    AntwortenLöschen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Informationen dazu findest du sowohl in meiner Datenschutzerklärung als auch in der Datenschutzerklärung von Google.