Dienstag, 27. März 2018

Meine Top 5 der schönsten Albumcover

Natürlich stehen die Melodien und Texte beim Machen, Hören und Bewerten von Musik an allererster Stelle. Doch muss ich zugeben, dass ich es sehr liebe, wenn Alben ein ansprechendes, künstlerisches und kreatives Design haben, das sich durch Cover, Booklet sowie Promo-Bildern zieht. Im besten Fall steht es außerdem im Einklang mit der Musik darauf. Es mag nämlich besonders bei mir unbekannten Künstlern dazu führen, überhaupt in ein Album hineinzuhören, wenn das Cover entsprechend hübsch ist. Bei meiner Recherche habe ich über mich selbst gelernt, wie sehr ich auf bestimmte Farben anspringe. Albumcover auf der Liste und andere, die es nur knapp nicht in diesen Beitrag schaffen, besitzen oft die Farben Rosa und Hellblau. Erwähnt wären da zum Beispiel das rosafarbene Theatre is Evil von Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra oder das hellblaue Cover vom Eddie Vedder-Album zum Film Into The Wild. Falls ihr also bei Gelegenheit ein Albumcover erstellen wollt, nehmt eine der beiden Farben. Macht damit eine hübsche Illustration, photoshoppt ein wenig herum, sucht euch ein ungewöhnliches Setting oder findet eine ausgefallene Perspektive für euer Foto. So seid ihr gewiss, dass ich in eure Musik hineinhören werde. Habe ich jetzt schon alle Tricks der Liste verraten oder liest trotzdem noch jemand weiter?


Feel Your Feelings Fool! von The Regrettes
Aktuell ist die Punk-Rock-Band aus Los Angeles wieder im Gespräch, da sie kürzlich ihre neue Single Come Through sowie ihre EP mit dem Titel Attention Seeker veröffentlichten. Eigentlich ziemlich flott, da sie 2017 gerade erst ihr Debüt Feel Your Feelings Fool! herausbrachten, um das es an dieser Stelle gehen soll. Das Albumcover hat nämlich alle nötigen Zutaten, um mich zu überzeugen. Eier, Zucker, Mehl...kleiner Scherz am Rande! Es gibt durchaus Pluspunkte dafür, dass die drei Mädels und der eine Kerl der Band auf einer verhältnismäßig riesigen Sahnetorte drapiert wurden. Drumherum schmücken kleine Details das Bild, wie die Schrift des Albumtitels, die wie Zuckerguss aussieht, bunte Zuckerstreusel, ein Luftballon oder eine kleine Geschenkschleife. Dann wären wir wieder bei den knalligen Farben Rosa und Hellblau, die mich sofort ansprechen, hier sogar im Zusammenspiel. Was ich außerdem toll finde, ist, wie alles trashig auf den Hintergrund gephotoshoppt wurde. Es hat Ähnlichkeit mit den Resultaten meiner Bildbearbeitungen manchmal, daher ist die Ästhetik genau meins.

Foto: WMG


The Magic Whip von Blur
Die Britpop-Gruppe um Damon Albarn ist sicherlich bis heute am ehesten für ihren Hit Song 2 bekannt. Besonders mit der Auflösung im Jahre 2004 und Neugründung einige Jahre später, gab es ein ziemliches Hin und Her und Albarn scheint sich außerdem lieber mit den Gorillaz und Solo-Projekten zu beschäftigen. Trotzdem brachte uns diese Platte von 2015 einige musikalische Perlen und ein sehr hübsches Albumcover. Es ist natürlich die Schrift und das Eiscreme-Bild im Stil einer Leuchtreklame auf dem dunklen Grund, die das Design ebenso schlicht wie effektiv sein lassen. Zudem spiegelt es die Musik wieder, die für mich durchaus nach Großstadtfeeling klingt. Die Schrift ist übrigens auf Chinesisch, da The Magic Whip in Hong Kong aufgenommen wurde, und zeigt Bandname sowie Albumtitel. Künstler Tony Hung verriet in einem Interview mit dem Magazin Creative Review, warum er sich gerade für die Eiskugel in der Waffel entschied: "The album title The Magic Whip was multifaceted. An ice cream in the UK, a firework in China and a 'whip' in a political sense. These extremes would reflect the different textures, breadth and depth of the album."

Foto: WMG


A Kiss Before You Go von Katzenjammer
In den letzten Jahren ist es leider still um die norwegische Musikkapelle geworden. Es ist fraglich, ob wir irgendwann wieder von ihnen hören werden, da sie in ihrer ursprünglichen Konstellation leider schon nicht mehr existieren. Bei mir persönlich feiern jedoch besonders die ersten beiden Alben momentan ein Revival. Und es ist das Cover des zweiten Albums A Kiss Before You Go (2011), das die Band perfekt widerspiegelt. Katzenjammer bestand bis vor kurzem aus vier hochtalentierten Musikerinnen, die allesamt singen und verschiedene Instrumente spielen konnten. In ihren Liedern erzählten sie Geschichten und der Stil reichte von Country über Folk und Rock bis hin zu Balkan-Klängen. Ein bunter Mix, verrückte Kleidungsstücke und Accessoires: ein Leben für die Show. Auf dem Bild sieht man dieses Gefühl von Theater. Die Mitglieder sitzen alle in ausgefallenen Klamotten in einem Boot, vielleicht auf der Suche nach einem Abenteuer. Darüber die Schrift, die an Leuchtschrift am Eingang eines Konzerthauses hängen könnte. Ich finde ich das Cover sowohl ästhetisch gelungen als auch überaus bedeutungsvoll für die Musik, Persönlichkeiten und Konzerte von Katzenjammer.

Foto: Universal Music


Little Fiction von Elbow
Das siebte Album stellt einen dieser Fälle da, in denen ich die Musik nur aufgrund des Covers entdeckte. Die Farben sprangen mir sofort ins Auge, jaja, ich komme schon wieder damit. Doch bilden sie einfach einen herrlichen Kontrast in dieser Illustration von Robert Frank Hunter. Darauf zu sehen ist eine fantastische Landschaft und eine Frau, die diese gerade auszukundschaften scheint. Der Name des Album fügt sich außerdem perfekt in das Bild ein. Mir fehlen sicherlich all die fachlichen Begrifflichkeiten, um Illustrationen und Designs angemessen zu beschreiben. Doch dieses Cover ist gut, richtig gut. Es tat mir zudem den Gefallen, ein Album anzuhören, das ich großartig finden würde und das deswegen vor einem Jahr sogar in meinen Musiktipps landete. Erfolg auf ganzer Linie für die Briten von Elbow, würde ich behaupten.

Foto: Universal Music


The First Days of Spring von Noah and The Whale
Eigentlich ist es unüblich für mich, dass ich Cover in dem Sinne schön finde, auf denen man "einfach nur" den Künstler sieht. Meist muss da schon mehr kommen. Dieses Albumcover von The First Days of Spring, ein musikalisches Meisterwerk übrigens, bildet jedoch eine Ausnahme. Es repräsentiert in einer wunderschönen Fotografie den Titel des Albums: Frühling. Die Mitglieder von Noah and The Whale sitzen im Gras vor dem hellblauen, wolkenlosen Himmel. Sie halten ihre Gesichter in die Sonne, als würden sie tatsächlich die erste Frühlingsbrise des Jahres genießen. Nur Lead-Sänger Charlie Fink hält die Linse seiner Kamera direkt auf den Betrachter. Oh, 'cause blue skies are coming. Die hervorguckenden Grashalme, die geschnörkelte Schriftart und der leicht retro-anmutende Filter machen das Bild vollständig und dies zu einem meiner liebsten Albumcover.

Foto: Universal Music

Springt ihr auch so auf hübsche Designs an? Welche Albumcover gefallen euch besonders?