Freitag, 26. Januar 2018

Meine Konzert-Wunschliste für 2018 & Tour-Tipps

Nun sind fast vier Wochen des neuen Jahres vorbei und ich war auf noch keinem Konzert. Das ist eigentlich nicht weiter schlimm, da sich bislang noch nicht viel Gelegenheit bot. Doch mein ewig währender Wunsch gilt auch in diesem Jahr: Ich möchte wunderschöne Live-Momente bei tollen Künstlern genießen dürfen. Ich habe einige Termine gefunden, an denen ich durchaus Interesse hätte. Diese habe ich in eine Liste zusammengefasst, mit der ich euch hoffentlich ein paar gute Tipps liefern kann. Ich selbst werde sicherlich nur auf einem verschwindend geringen Prozentsatz all dieser Konzerte dabei sein. So viel Geld habe ich dann doch nicht. Man wird aber wohl noch träumen dürfen.

Ezra Furman
Lippenstift, Perlenkette und Blut im Gesicht. Das erste Bild von Ezra Furman, das ich damals sah, war ein wenig außergewöhnlich. Doch als mir sein letztes Album Perpetual Motion People angehört habe, war ich restlos begeistert. Schon während meines Auslandssemesters 2016 in Birmingham hatte ich überlegt, zu einem Konzert von ihm zu gehen. Es wurde letztendlich nichts daraus, da es gleich in der ersten Woche war und ich mich in der Stadt noch nicht sicher genug fühlte, allein abends eine Stunde mit dem Bus durch die Gegend zu fahren. Diesen Februar bringt Furman ein neues Album heraus und vielleicht muss ich mir die Gelegenheit nicht wieder entgehen lassen.

Wann? 15. Februar
Wo? Festsaal Kreuzberg Berlin
Ticketpreis: ~ 20 Euro
Weitere Termine: 17. Februar @ Arena Wien



Glen Hansard
Der Ire dürfte sicherlich ein bekannter Name in der Folk-Szene sein. Er veröffentlichte kürzlich sein Album Between Two Shores und kommt deswegen gleich für zwei Abende nach Berlin.

Wann? 20. & 21. Februar
Wo? Admiralspalast Berlin
Ticketpreis: ~ 43 - 50 Euro
Weitere Termine: 16. Februar @ Volkshaus Zürich // 18. Februar @ Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer Wien

James Vincent McMorrow
Noch mehr Folk aus Irland - wenn auch ein gutes Jahrzehnt jünger und mit höherem Gesang. Singer-Songwriter-Zeug kommt im UT Connewitz in Leipzig aus Erfahrung immer gut. Die Atmosphäre da drin ist einfach schön.

Wann? 23. Februar
Wo? UT Connewitz e. V. Leipzig
Ticketpreis: 28 - 31 Euro
Weitere Termine: 20. & 21. Februar @ FFT Düsseldorf // 22. Februar @ Kulturzentrum Schlachthof Bremen // 25. Februar @ Filmtheater Schauburg Dresden // 27. Februar @ Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main // 28. Februar @ E-Werk Erlangen

Lady Gaga
Die Pop-Queen habe ich nach ihrem ersten Album schon einmal live gesehen. Zwischenzeitlich konnte ich mit ihrer Musik weniger anfangen. Mit ihrer letzten Veröffentlichung Joanne bin ich da schon wieder eher dabei. Da sie nun viel bekannter ist, sind die Preise dementsprechend angestiegen. Vor neun Jahren bezahlte ich knapp dreißig Euro, würde ich schätzen. Abgesehen davon, würde ich sie mir schon noch einmal live ansehen. Wird sicher wieder ein großartiger Show mit viel Tanz und Kostümen.

Wann? 23. Februar
Wo? Mercedes-Benz-Arena Berlin
Ticketpreis: 53 - 104 Euro
Weitere Termine: 24. Januar @ Barclaycard Arena Hamburg // 13. Februar @ Lanxess Arena Köln

Foto: Andrea Gelardin & Ruth Hogben

Franz Ferdinand
When I woke up tonight, I said I'm gonna make somebody love me. Seit diesem Song begleiten mich Franz Ferdinand schon. Nun haben sie ein neues Album in petto und ich denke schon, das ist eine Band, die man mal live gesehen haben sollte.

Wann? 07. März
Wo? Tempodrom Berlin
Ticketpreis: ~ 44 Euro
Weitere Termine: 01. März @ Mehr! Theater am Großmarkt Hamburg // 05. März @ Palladium Köln // 12. März @ TonHalle München

First Aid Kit
Seit Monaten rede ich schon, dass ich auf dieses Konzert gehen möchte, es ist das dringendste der Liste. Nur ist meine Jahresplanung nach wie vor ungewiss. Trotzdem werde ich mir wahrscheinlich bald einfach Karten holen und es darauf ankommen lassen. Denn das neue Album der beiden Schwestern aus Schweden ist genauso großartig wie ihre bisherige Musik.

Wann? 08. März
Wo? Columbiahalle Berlin
Ticketpreis: ~ 35 Euro
Weitere Termine: 10. März @ Grosse Freiheit 36 Hamburg

Foto: Sony Music

Bowie Experience
Ich bedauere sehr, nie die Gelegenheit gehabt zu haben, ein David Bowie-Konzert zu besuchen. Ein wenig wieder gut machen könnte eventuell diese Show, mit den größten Hits und zahlreichen Kostümen. Ein Hommage an diesen wunderbaren Künstler, der viel zu früh von uns gegangen ist.

Wann? 19. März
Wo? Tempodrom Berlin
Ticketpreis: ~ 55 Euro
Weitere Termine: 15. März @ Haus Auensee Leipzig // 16. März @ Alter Schlachthof Dresden // 17. März @ Stadthalle Chemnitz // 20. März @ Lichtburg Essen

Avatar
Bei der Band war ich bereits auf dem Graspop Metal Meeting. Weil ich sie dort unglaublich gut fand, würde ich mir auch noch eine Live-Show geben, die diesmal sogar etwas länger ausfallen dürfte.

Wann? 03. April
Wo? Bi Nuu Berlin
Ticketpreis: ~ 30 Euro
Weitere Termine: 18. März @ Luxor Köln // 01. April @ Technikum München // 04. April @ Gruenspan Hamburg

Lana Del Rey
Für ein einziges Konzert kommt die Gute nach Deutschland. Das Ticket ist schon etwas teuer. Normalerweise bezahle ich nicht so viel. Trotzdem würde mich interessieren, wie Lana Del Rey live ist und ob sie es schafft, auf der Bühne eine richtige Präsenz zu haben.

Wann? 16. April
Wo? Mercedes-Benz-Arena Berlin
Ticketpreis: ~ 67 Euro



Awolnation
Sail ist mit Abstand die bekannteste Single der US-amerikanischen Band. Doch auch sonst machen die Jungs tolle Musik. Nun sind die mit ihrem dritten Album Passion am Start.

Wann? 18. April
Wo? Kesselhaus in der Kulturbrauerei Berlin
Ticketpreis: 29 - 40 Euro
Weitere Termine: 07. April @ Gibson Frankfurt // 12. April @ Backstage Werk München // 14. April @ Wuk Wien // 19. April @ Uebel & Gefährlich Hamburg

Lucy Rose
Ich liebe Lucy Rose. Besonders ihr Song Shiver gehört zu meinen Top-Gänsehaut-Songs. Die Musik der Britin mit dem schönen Namen und der berührend hellen Stimme geht in Richtung Singer-Songwriter.

Wann? 26. April
Wo? Neues Schauspiel Leipzig
Ticketpreis: 19 - 22 Euro
Weitere Termine: 21. April @ Arena Wien // 27. April @ Jugendkulturhaus Cairo Würzburg

Foto: Daniel Alexander Harris

Skinny Lister
Ich habe leider noch keinen Auftritt von Skinny Lister abpassen dürfen. Aber ich kann mir vorstellen, wenn jemand ordentlich Party machen kann, dann sind es diese Punk-Folkler aus dem Reich der Angelsachsen.

Wann? 19. Mai
Wo? Conne Island Leipzig
Ticketpreis: ~ 22 Euro
Weitere Termine: 17. Mai @ zakk Halle Düsseldorf // 18. Mai @ Bei Chez Heinz Hannover // 20. Mai @ Schlachthof Wiesbaden // 22. Mai @ E-Werk Erlangen // 23. Mai @ Substage Karlsruhe

Car Seat Headrest
Die Indie-Rocker hauen schon seit Jahren ein Album nach dem nächsten raus. Ich entdeckte sie erst 2016 durch ihre Scheibe Teens of Denial. Besser später als nie.

Wann? 31. Mai
Wo? Festsaal Kreuzberg Berlin
Ticketpreis: ~ 24 Euro
Weitere Termine: 29. Mai @ Die Kantine Köln // 30. Mai @ Uebel & Gefährlich Hamburg



Nick Cave & The Bad Seeds
Bislang ist ein Termin in Deutschland für dieses Jahr angekündigt. Obwohl ich die Band seit Jahren gern höre, sind sie so große Show-Acts, dass ich die happigen Ticketpreise irgendwie nicht zahlen will. Dafür könnte ich auf dreieinhalb Konzerte "kleinerer" Künstler gehen! Falls ich zufällig Geld auf der Straße finden sollte, wird es sofort in eine Karte für das Konzert investiert.

Wann? 14. Juli
Wo? Parkbühne Wuhlheide Berlin
Ticketpreis: ab 70 Euro

Rufus Wainwright
Eigentlich kenne ich gar nicht allzu von ihm, was ich ändern sollte. Aber gerade das Setting in der Kirche klingt spannend und nach einem besonderen Erlebnis.

Wann? 19. Mai
Wo? Apostel Paulus Kirche Berlin
Ticketpreis: 44 - 53 Euro
Weitere Termine: 05. April @ Porgy & Bess Wien // 16. Juli @ Lichtburg Essen // 24. Juli @ Palmengarten Frankfurt

Milky Chance
Zwar gefiel mir das neueste Album Blossom nicht ganz so gut wie Sadnecessary. Die Musik der deutschen Gruppe ist und bleibt jedoch gut hörbar und sicherlich würden sie nicht nur die neuen Lieder spielen. Im Frühjahr ist die Band für die Blossom-Tour unterwegs, später im Sommer kommen einige Open Air-Termine hinzu, von denen einer am ehesten in meine geographischen und zeitlichen Möglichkeiten passen sollte.

Wann? 18. August
Wo? Zitadelle Spandau Berlin
Ticketpreis: ab 38 Euro
Weitere Termine: 19. Februar @ Liederhalle Beethovensaal Stuttgart // 20. Februar @ Alter Schlachthof Dresden // 21. Februar @ Phoenixhalle Dortmund // 22. Februar @ Mehr! Theater am Großmarkt Hamburg // 24. Februar @ Salle des Fêtes de Thônex // 25. Februar @ Zenith München // 01. März @ Posthof Linz // 17. August @ Schlosshotel Bad Wilhelmshöhe Kassel

Foto: Jeff Hahn

They Might Be Giants
They Might Be Giants ist ein Band für mich, die richtig bekannte Lieder hat, die dauernd in Fernsehserien als Soundtrack laufen und die ich auch mag - und trotzdem habe ich kaum ein Bild von den Musikern dahinter. Ein Konzert wäre ein günstiger Zeitpunkt, das zu ändern.

Wann? 28. September
Wo? Columbia Theater Berlin
Ticketpreis: 37 Euro
Weitere Termine: 25. September @ Ampere/Muffatwerk München // 29. September @ Knust Hamburg // 01. Oktober @ Luxor Köln

Mittwoch, 17. Januar 2018

Meine Top 5 Dragqueens

Dank einer bekannten Streaming-Plattform konnte ich kürzlich die neunte Staffel von RuPaul's Drag Race schauen. Diese Wettbewerbssendung, bei der der nächste Dragqueen-Star gesucht wird, entdeckte ich vor zwei Jahren für mich. Vorher hatte ich mich kaum mit der Szene beschäftigt. Nicht nur ist mir deshalb viel Freude entgangen, die man beim Zuschauen hat. Auch wusste ich nie, was für eine Kunstform Drag sein kann. Es steckt unglaublich viel Arbeit und Talent dahinter. Die Queens müssen teilweise selbst Kostüme entwerfen, nähen, schauspielern, tanzen, singen, witzig sein und dabei noch gut aussehen. Das scheint harter Tobak zu sein! Und doch bekommen es so viele von den Teilnehmerinnen grazil hin. Weil mir die Sendung und Drag generell zu sprechen, möchte ich meine fünf liebsten Dragqueens vorstellen.

Gentlemen, start your engines and may the best dragqueens be mentioned here!


RuPaul
Duuuuh! Diese Erwähnung ist offensichtlich, denn RuPaul selbst veranstaltet das Drag Race und ist quasi die Mutter-Queen. Trotzdem hätte ich ihn beinahe vergessen, weil ich ihn eigentlich nur in der Sendung selbst in Drag sehe. Sonst kommt mir das Multitalent ohne Drag-Aufmachung unter. Übrigens werde ich nur RuPaul mit er betiteln, weil es diese Seite von ihm ist, die mir persönlich häufiger unterkommt. Nach eigener Aussage ist es ihm sowieso gleich, welches Pronomen man verwendet. Alle anderen auf der Liste spreche ich mit sie an. Ich sehe ihn als Schauspieler in Serien, als Jury-Mitglied bei SkinWars und höre seinen Podcast What's The Tee, in dem er mir immer wieder Themen, Weisheiten und Perspektiven zum Nachdenken mitgibt. Seine Popsongs sind so kitschig und überproduziert, dass sie schon wieder gut sind. Zumindest kann man schnell mitsingen bei den vielen Wiederholungen der Liedzeilen. RuPaul weiß ganz genau, wie man sich vermarktet und hat das Showbusiness genau durchschaut. Nicht umsonst dürfte er die erfolgreichste Dragqueen unserer Zeit sein.

Now sissy that walk!




Jinkx Monsoon
It's monsoon season! Würde man mich ganz spontan nach meiner liebsten Dragqueen fragen, käme immer Jinkxi, wie ich sie liebevoll nenne, wie aus der Pistole geschossen als Antwort. Ich mochte sie schon relativ früh in der Staffel, als sie viele noch unterschätzt hatten, unter anderem wegen ihrer Narkolepsie, wegen der sie manchmal während der Vorbereitungen für die Aufgaben einschlief. Erst der Moment, in dem sie auf geniale Art und Weise Mambo No. 1 lipsyncte, hat viele auf sie aufmerksam gemacht. Umso glücklicher war ich am Ende über ihren Triumph. Jinkx Monsoon hat einen klassischen Stil à la Alt-Hollywood, oft mit roten gewellten Haaren und Glitzerkleid. Genau wegen dieser eleganten Erscheinung kommen ihre sarkastischen bis dreckigen Witze überraschend. Jinkx scheint eine so liebe Persönlichkeit zu sein und hat einfach Humor und Charme. Genug geschwärmt. Hach....!

Water off a duck's back!




Kim Chi
Kim Chi kann kaum auf hochhackigen Schuhen laufen, sie kann weder tanzen noch singen und sie lispelt. Trotzdem nahm sie alle Aufgaben und Herausforderungen in der Sendung immer so, wie sie gekommen sind. Sie war sich nie zu fein, ihr Bestes zu geben oder sich über sich selbst lustig zu machen. Typisch für ihr Aussehen sind große Anime-Augen. Ihre Klamotten-Designs und ihr Make Up sind das, was sie herausstechen lässt. Es ist atemberaubend, was sie schafft zu kreieren und wie elegant und anmutig sie in solchen Momenten wirken kann. Zudem ist Kim Chi sauwitzig. Nur wenn sie manchmal ein wenig zu hart mit sich selbst ins Gericht geht, möchte man sie am liebsten in den Arm nehmen. Insgesamt einfach eine einzigartige Mischung!

Donut come for me, because I will destroy you!




Sasha Velour
Mein Favorit der neunten Staffel ist Sasha Velour. Und juchee, sie gewann auch. Besonders bei dem letzten Lipsync in der Live-Show, bei der es um die Wurst ging, war ich mir nicht sicher, ob sie den Titel einheimsen kann. Doch sie konnte und sie tat! Ihr besonderes Merkmal ist ihre Glatze, mit der sie häufig auftritt. Sie stellt die Verbundenheit zu ihrer Mutter da, die an Krebs verstorben ist. Nicht nur ist das ein gutes Alleinstellungsmerkmal unter Dragqueens, Sasha Velour setzt ihre Nicht-Haarpracht fantastisch und elegant in Szene. Ansonsten ist sie als intellektuelle Queen verschrien, weshalb sie mir sehr sympathisch war. Vor allem, wenn einige Witze nicht zündeten, wie sie sollten, weil sie selbst zu sehr in ihrem Kopf war. Doch man kann nicht leugnen, das sie bewundernswert, schlau und eloquent ist.

Con-drag-ulations! You are the reigning dragqueen...for now!




Raja
Raja war meine erste Favoritin überhaupt innerhalb von RuPaul's Drag Race. Sie gewann die dritte Staffel. Nun klingt es so, als ob die Gewinnerinnen immer meine Favoriten waren. Während der neun Staffeln war das jedoch nur drei Mal der Fall. Und diese drei finden sich eben auf dieser Liste wieder. Es waren Rajas selbst entworfenen und genähten Kostüme und ihre Laufstegmode, die mich total vom Hocker gehauen haben. Da merkte ich zum ersten Mal, wie viel Arbeit dahintersteckt. Dafür blieb sie mir am meisten im Gedächtnis. Obwohl man nicht vergessen darf, dass sie verdammt lustig sein kann. Ihre Imitation von Tyra Banks, bei der sie sich die Augen blutiger und blutiger blinzelte, ist legendär.

Shantay, you stay!




Zusammenfassend lässt sich wohl sagen, dass nicht der größte Freunde von Dragqueens bin, die "einfach nur schön" sind. Es muss schon mehr Talent dahinterstecken. Daher bevorzuge ich Comedy Queens und Dragqueens, die mich mit ihren Kleidern komplett aus den Stricksocken hauen können.

Welche ist eure liebste Dragqueen? Schaut ihr die Sendung ebenfalls?

Freitag, 5. Januar 2018

2017

Die ersten Tage des neuen Jahres sind um, weshalb sich niemand mehr großartig für diesen Eintrag interessieren wird. Jahresrückblicke scheinen aber generell für den Autor selbst zu sein. Denn ich schaue liebend gern auf solche Posts zurück. Tagchen Zukunfts-Ich! Ich bereue es, den für 2016 geschwänzt zu haben, weshalb also dieser lieber spät als gar nicht kommt. Die letzten Tage in 2017 war ich krank. Ein Zustand, der leider bis heute anhält. Gibt Schöneres, als mit Erkältung, Kopfschmerzen und Reizhusten ins neue Jahr zu starten. Damit kommen wir schon zum ersten Punkt meines Jahresrückblicks.


Gesundheit
In 2017 war ich gefühlt so oft krank wie kaum zuvor. Dauernd Erkältungen und Husten. Schlafprobleme trugen zu allgemeiner Schlappheit und fehlender Motivation bei. Hinzu kamen einige Wehwehchen wie starke Schulterschmerzen auf der linken Seite für zwei Wochen im Sommer und eine Verletzung am Fuß, als mir eine Schrankwand darauf fiel. Jetzt weiß ich, weshalb mein Vater beim Handwerkeln feste Schuhe anzieht. Im neuen Jahr kann es also hoffentlich nur besser werden (Haha, soweit fünf von fünf Tagen krank...). Einige Zahnbehandlungen waren ebenfalls dran. Nach sechs Jahren ging ich zum ersten Mal wieder zum Zahnarzt und es warteten doch so einige Überraschungen auf mich. Bohren, bohren, bohren! War aber eher finanziell belastend als gesundheitlich. Und ja, ich weiß, es war dumm, so lange zu warten. Und nein, es soll nicht wieder vorkommen.


Finanzen
Teuer war 2017 für mich, aber Hallo. Nicht nur habe ich mein Sparziel nicht erreicht, ich habe überhaupt sehr viel weniger auf dem Konto als noch vor einem Jahr. Ein Teil ging, wie erwähnt, für Zahnbehandlungen drauf. Einen anderen großen Teil habe ich in den Haushalt gesteckt. Denn zu meinem großen Bedauern, zog meine Mitbewohnerin im Juli aus. Bedauerlich, weil ich sie so mochte, möchte ich betonen. Das Geld ist da zweitrangig. Trotzdem mussten eine neue Waschmaschine, ein Staubsauger, ein Werkzeugkasten und viele andere Kleinigkeiten her, die zuvor ihr gehört hatten. 2017 bin außerdem sehr viel durch die Gegend getingelt, was ins Geld geht. Im November hat dann noch mein Laptop beschlossen, den Geist aufzugeben und ein neuer musste her. Auch in diesem Bereich erhoffe ich mir eine Aufwärtskurve für 2018.


Haustiere
Wenn ich den ganzen Kram zusammentrage, klingt alles furchtbar schrecklich. Und ich habe mehr schlechte Nachrichten. Doch es werden noch einige Lichtblicke kommen. Versprochen. Zuerst muss ich jedoch verkünden, dass mein kleiner, heißgeliebter, blau-türkiser Wellensittich im Mai verstorben ist. Die alte Dame namens Sweety wurde dreizehn Jahre alt und ich hätte mir gewünscht, dass sie noch ein wenig länger durchgehält. Es hat nicht sein sollen. Ruhe in Frieden, mein Federfreund!
Im April holte ich mit meiner damals Noch-Mitbewohnerin einen zehn Jahre alten Kater aus dem Tierheim zu uns. Wir tauften in Bertie, kurz für Herbert. Ich habe das kleine Scheißerchen echt lieb gewonnen, aber vier Monate später beim Auszug der Dann-nicht-mehr-Mitbewohnerin kam der Abschied. Einige Monate später versagte Berties Herz und auch er ging von uns. Ein trauriges Jahr in dieser Hinsicht. Lasst uns nun die Stimmung ein wenig heben!


Reisen
Viel und weit bin ich nicht gereist, sowohl aus zeitlichen als auch finanziellen Gründen. Doch die Reisen, die ich unternahm, schätzte ich dafür umso mehr. Im April zog es mich nach Brünn, der zweitgrößten Stadt in der Tschechischen Republik. Dort lebt nämlich eine gute Freundin aus meinem Auslandssemester in England, die ich besuchen wollte. Wir verbrachten tolle zwei Tage. Ich hoffe, wir können uns dieses Jahr wiedersehen. Im Juli machte ich einen kleinen Abstecher nach Wilhelmshaven. Im August standen Tagesausflüge nach Antwerpen in Belgien und Eindhoven in den Niederlanden an. Letzteren Ort kann ich nicht unbedingt empfehlen. Wir wollten uns bloß einmal genauer umschauen, weil mein Fernbus meistens dort ankommt und abfährt, wenn ich meinen Freund besuche. Im August verbrachte ich einen entspannten Camping-Urlaub mit einer Freundin an der Müritz, in der Mecklenburgischen Seenplatte. Paddeln, Radfahren und Schwimmen - einfach mal die Seele baumeln lassen. Ein letztes Highlight gab es im November, als ich mit dem Freund das entzückende, doch von Touristen überrannte Brügge in Belgien besuchte.


Konzerte
Besser hätte es in diesem Bereich nicht laufen können. Ich habe kaum ein Konzert verpasst, zu dem ich unbedingt hinwollte. Und die Konzerte, die ich besuchte, waren zum Großteil fantastisch. Es fing an mit einem mittelmäßigen Konzert von Foxygen, über das ich einen Bericht schrieb. Im Mai war ich bei Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi, im Juli bei Paramore und Helge Schneider. Alle machten gute Laune und Stimmung. Die tiefgehenden Gefühle kamen hoch bei den letzten drei Konzerten des Jahres. Im September ging es zu The Drums, von deren Auftritten ich immer wieder schwärmen könnte. Sänger Johnny Pierce ließ einen kleinen Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt zu, was mir gut gefiel. Ganz besonders war der erste Auftritt von Prag, nachdem sie ihr neues Album herausgebracht hatten. Sie hatten Familienmitglieder und Freunde im Publikum, hielten liebe Ansprachen und luden zum ausuferndem Mitsingen ein. Eine sehr berührende, familiäre Atmosphäre. Ende Dezember war ich schließlich bei der letzten Sause vor der Pause, dem Abschiedskonzert der Ohrbooten anwesend. Wie zuvor eine großartige Stimmung, aber auch sehr schön, wie sie ihre Bandgeschichte während des Gigs nachzeichneten.
Nicht zu vergessen ist natürlich, dass ich 2017 zum ersten Mal auf einem Festival war. Das Graspop Metal Meeting in Dessel in Belgien war eine wunderbare erste Erfahrung. Auftritte von Musikgruppen wie Rammstein, Avatar und Graveyard bleiben besonders in Erinnerung. Einige Monate später ging es auch schon zum nächsten Festival, dem Lollapalooza Berlin, auf dem Alice Merton, Bomba Estéro, Bonaparte und die Beatsteaks meine Favoriten bildeten.


Ballett & Sport
Im Januar stellte sich durch einige Videokanäle eine absolute Ballett-Obsession bei mir ein. Vorher hatte ich nie etwas dafür übrig, doch plötzlich konnte ich nicht umhin, absolut fasziniert davon zu sein, wie schwer und anstrengend es sein muss, den Tanz so leicht und grazil aussehen zu lassen. Im März fing ich dann selbst an, einen Ballett-Kurs für Erwachsene zu machen. Besonders talentiert war ich nicht, doch es machte Spaß, einmal die Woche einige Techniken zu lernen. Nach der Sommerpause der Tanzschule hörte ich leider wieder auf, weil es finanziell nicht oberste Priorität für mich war. Doch die ungefähr vier bis fünf Monate habe ich sehr genossen und möchte irgendwann damit weitermachen. Im Herbst begonn ich, für ungefähr zwei Monate Workouts zu Hause zu machen. Auch das schlief im Stress der Bachelor-Arbeit wieder ein. Aber in der Zeit ging es mir seelisch und körperlich viel besser, deshalb soll auch das wieder in meinen Alltag integriert werden.


Weitere grandiose Momente wären mein einziger Kinobesuch des Jahres, und zwar für La La Land, die Lesung von Benedict Wells während der Leipziger Buchmesse, die Brettspielnachmittage mit Zombicide beim Freund, eine Linguistik-Tagung, die ich dank meiner Professoren besuchen durfte, der Tag im wunderschönen Freizeitpark Efteling in den Niederlanden, zwei himmlische Besuche in der Schokoladenbar in Leipzig und ein Lamm aus Eiscreme, das ich zum Geburtstag bekam und wem ich auf makabere Weise den Kopf abschlagen musste (Fruchtsoße war das Blut).


Zwei kleine persönliche Statistiken habe ich noch ausgerechnet. Wenn mir noch mehr einfallen, bringe ich im nächsten Jahresrückblick weitere ein. Diese beiden haben mich spontan brennend interessiert. Zum einen habe ich meinen Freund 2017 für gerade einmal 62 Tage in Person gesehen. Von 365 Tagen ist das nicht wirklich viel, eben zwei von zwölf Monaten. Besonders zum Ende des Jahres hin wurden die Abstände zwischen den Wiedersehen mit über zwei Monaten immer größer. Hoffentlich müssen wir uns in Zukunft nicht ganz so viel und lange vermissen.
Ansonsten hatte ich ein Gefühl, dass ich eine exorbitant lange Zeit in Fernbussen, teilweise auch Bahnen, gesessen habe. Und siehe da, ich komme mit beiden zusammen auf über 176 Stunden. Umgerechnet sind das über sieben Tage, die ich unterwegs war. Nahverkehr und Autoreisen noch nicht einmal mitgezählt. Das klingt ziemlich verrückt.


Alben des Jahres
Paramore - After Laughter
Foxygen - Hang
The Big Moon - Love in the 4th Dimension
Parov Stelar - The Burning Spider

Songs des Jahres
Perfume Genius - Slip Away
Alice Merton - No Roots
Cosmo Pyke - Chronic Sunshine
Flyte - Light Me Up

Filme des Jahres
Vaiana
La La Land

Serien des Jahres
The Sinner
Grace and Frankie
Vorstadtweiber
3 %

Bücher des Jahres
George RR. R. Martin - A Game of Thrones
Lilly Singh - How To Be A Bawse
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