Samstag, 28. Mai 2016

LEFT A CLOUDED MIND AND A HEAVY HEART

Plötzlich sind die vier Monate in England auch schon wieder vorbei. Wo ist die Zeit geblieben? Studiert habe ich nicht allzu hart, das muss ich zugeben. Die Kurse waren nicht so meins und andere Dinge einfach viel aufregender. Trotzdem habe ich viel gelernt. Über mich selbst vor allem. Über neue Art und Weisen. Ich bin viel selbstbewusster mit meinem Englisch, hatte ich schließlich keine andere Wahl, als Englisch zu sprechen, wenn ich mich verständigen wollte. Dass ich viel sozialer sein kann, wenn ich mir Mühe gebe. Dass darunter jedoch meine Kreativität leidet. Irgendwie werde ich in Zukunft eine bessere Balance finden müssen. Ich habe zahlreiche Ausflüge gemacht und bin viel gereist. Oxford, Bath, Edinburgh, Dublin. Die Welt zu erkunden gehört definitiv zu meinen Lieblingsaktivitäten.

Ich habe meine Komfortzone oft verlassen. Und ich habe überlebt. Ich habe getanzt, ich habe gesungen, ich habe gelacht. Ich habe dumme Fehler gemacht, die mir sehr leidtun. Ich war manchmal frustriert und fertig mit der Welt. Ich habe gemerkt, wie sehr mir die Menschen fehlen, die ich in Deutschland hinter mich gelassen habe. Ich habe neue Freunde gefunden, von denen mir der Abschied unglaublich schwer fiel. Besonderes meiner lieben Freundin M. muss ich danken, die mit mir in den Monaten in Birmingham durch dick und dünn gegangen ist. Es ist hart, wenn man sich über einen Zeitraum so gut kennenlernt, sich fast jeden Tag sieht und plötzlich trennen einen wieder hunderte Kilometer voneinander.




Auch Liebe habe ich in England gefunden. Beziehungsweise meinen Belgier so lange mit meiner ansteckend charmanten Persönlichkeit genervt, bis er wohl keine andere Wahl mehr hatte. Ich möchte keinen Kotzreiz verursachen, aber ich hatte ja keine Ahnung, wie schön Liebe ist und wie sehr sie die Dinge in Perspektive setzen kann. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, es klappt mit uns. Die Zeit wird es zeigen.

Morgen geht mein Flug zurück nach Deutschland, das erste Mal in all der Zeit, dass ich die Britischen Inseln verlasse. Ich freue mich unglaublich darauf, meine Familie, meine Freunde und mein Vögelchen wiederzusehen. Zurückzukehren zu meinem Leben und mit neuer Entschlossenheit, neuen Erkenntnissen und Zielen da weiterzumachen, wo ich vor einigen Monaten aufgehört habe. Dann ja, das Auslandssemester fühlte sich sehr nach Auszeit an. Auszeit von allem, von Nachrichten, von Problemen, von Zweifeln und Ängsten, von Verpflichtungen. Umso seltsamer war es, wenn ich davon hörte, wie das Leben in Deutschland einfach ohne mich weiterging. Doch ich bin bereit wieder einzusteigen!