Samstag, 15. August 2015

Meine Top 5 Musicalfilme

Musicalfilme habe ich diese Woche noch nicht ausreichend abgedeckt. Daher hole ich das nach. Es war wirklich nicht einfach, sich auf ein paar zu beschränken, weil es viele schöne Filme gibt. Und so viele Klassiker, bei denen ich manchmal das Gefühl habe, sie irgendwie erwähnen zu müssen. Doch nein, ich nehme wirklich nur meine liebsten Lieblinge, auch wenn es nicht unbedingt die krassen Kultmusicals sind. Ich liebe sie, weil sie so gut inszeniert sind, mich die Lieder packen und die Geschichten überzeugen. Also legen wir los!


Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street
Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass der Soundtrack von Sweeney Todd mein meistgespielter Soundtrack eines Musicalfilms ist. Die Melodien bleiben ewig im Kopf, wenn man sie einmal gehört hat. Tagelang singe ich dann noch "I feeeel you, Johanna" oder werfe ein "Poor Thing" in die Unterhaltung mit hinein. Die Texte sind lieblich-tragisch, die Kompositionen mitreißend. Überhaupt ist der Film so wunderbar düster, makaber und tragisch - genau nach meinem Geschmack. Nicht zu erwähnen, dass die gute Helena Bonham Carter, Alan Rickman und Johnny Depp in einer seiner besseren Rollen mit von der Partie sind. Der Film um den mörderischen Barbier aus der Fleet Street ist einfach einer meiner Herzensfilme aus dem Genre, den ich mir immer wieder anschauen kann.


The Rocky Horror Picture Show
Diesen Film habe ich noch nicht ganz so oft gesehen, trotzdem liebe ich ihn. Er ist einfach so durchgeknallt und bunt und durchgeknallt. Erwähnte ich schon durchgeknallt? Er macht einfach gute Laune. Und mal ganz ehrlich, niemand ist so heiß in Strapsen wie Tim Curry. Die Lieder sind etwas rockiger, worauf ich in Musicalfilmen generell stehe. Selbst meine Mitbewohnerin, die absolut gegen Musicals ist, mag den Film. Darüber hinaus ist, sie schaut ihn jedes Jahr traditionell am Silvesterabend. Wenn das nicht für The Rocky Horror Picture Show spricht, dann weiß ich auch nicht.


Tenacious D in The Pick of Destiny
Weder clever, noch tiefgründig, sondern eine ziemlich dämliche Komödie. Sie handelt vom jungen JB, der in jungem Alter von seinem konservativen Elternhaus ausbricht, um nach Hollywood zu gehen und dort alles über Rockmusik herauszufinden. Dort trifft er KG, mit dem er die Band Tenacious D gründet. Zusammen machen sie sich auf sie Suche nach dem Pick of Destiny, das wohl alle legendären Künstler zum Ruhm verholfen hat.
Der Streifen trifft genau meinen Humor. Das mag durchaus daran liegen, dass ich ihn mir etliche Male zu Gemüte führte, ich eigentlich schon mitsprechen kann und man manchmal Dinge nur übertrieben lustig findet, weil man sie bereits auswendig kennt. Andererseits ist Tenacious D als Band Kult, daher ist der Soundtrack großartig. Allein die ersten Takte von Tribute reichen, um mir Gänsehaut zu verpassen. Über die Texte kann man sich streiten, meinetwegen auch über einige Szenen (ich sage nur Pilze und Big Foot) - Tenacious D in The Pickof Destiny bleibt unter meinen Top-Musicalfilmen. Übrigens der zweite Film in dieser Liste, in der Meat Loaf einen Part spielt.


The Producers
Eigentlich mag ich die Musical-Verfilmung von 1968 mit Gene Wilder zwar ein klitzekleines bisschen lieber, aber mit nur zwei Liedern ist das irgendwie kein Musicalfilm. Mit der Version von 2005 sieht das anders aus. Und die finde ich ebenfalls super. Sie ist sehr albern, darauf muss man sich einlassen. Doch mag ich, dass sie sich selbst nicht zu ernst nimmt.
Das Musical erzählt die Geschichte von dem Musicalproduzenten Max Bialystock und seinem Buchhalter Leo Bloom, die eines Tages feststellen, dass eine Show viel lukrativer sein kann, wenn es ein großer Flop wird. Also führen sie das Musical Springtime für Hitler auf, welches den Führer förmlich anbetet, damit die Leute sich angewidert abwenden. Doch wird ihr so fein geschmiedeter Plan aufgehen?
Der Film ist für mich allein so besonders, weil wohl einer der herzlichsten Schauspieler überhaupt, Nathan Lane mitspielt. Zusammen mit Matthew Broderick sind die Synchronstimmen von Timon und Simba wiedervereint. So schließt sich der Kreis.


Hedwig and the Angry Inch
Diesen Film von 2001 sah ich erst vor einigen Wochen und ich hatte keine allzu großen Erwartungen, da ich zuvor nie davon gehört hatte. Nun muss ich mich aber fragen: Wie zur Hölle konnte es passieren, dass der in unseren Breitengraden nicht bekannter ist? Es gab lange keinen Film mehr, der mich derart berührt und mitgerissen hat. Ich war ein weinendes Wrack an diesem Abend.
In Hedwig and the Angry Inch geht es um Hedwig, Sängerin einer Rockband, die eher unerfolgreich dem berühmten Tommy Gnosis hinterhertourt. Denn mit diesem war sie einmal zusammen, bevor er mit ihren Liedern davon zog und erfolgreich wurde. Hedwig wurde eigentlich als Hansel im Osten des damals noch geteilten Berlins geboren wurde. Eine Geschlechtsumwandlung lief gewaltig schief, sodass nur noch ein wütender Inch zurückblieb.
Mit John Cameron Mitchell als Regisseur und Hauptrolle wurde alles richtig gemacht. Seine Stimme ist der Wahnsinn, passen mehr als perfekt sowohl zu den rockigen Liedern als auch den ruhigen Balladen. Sie laufen bei mir in Dauerschleife, weil ich einfach nicht genug bekommen kann. Ich hoffe wirklich, wenigstens einige dazu anzuregen, sich das Musical anzuschauen. Es lohnt sich.


Wie immer lasst mich eure Meinung wissen. Was sind eure Favoriten unter den Musicalfilmen?