Donnerstag, 7. Mai 2015

Wie auch du Karo Kafka werden kannst!

Trendsetterin Guddy, in hiesigen Kreisen auch bekannt als Zeitzeugin, stellte vor einigen Tagen ein Video online, in dem sie Geheimnisse über den begehrten und mythenumwobenen Studiengang Guddy preisgibt. Ich denke, es ist wirklich an der Zeit, dass ich auch mal etwas an die Menschheit zurückgebe, deshalb klaue ich diese Idee und verrate euch, wie auch ihr Karo Kafka werden könnt.


Allgemeines

Vorab gibt es den Studiengang Karo Kafka an nicht allzu vielen Hochschulen. Auch wird der Abschluss in Deutschland nicht offiziell anerkannt. Aber hey, wie bei allen Geisteswissenschaften studiert man das aus Überzeugung und Leidenschaft, nicht fürs Geld. Meine Empfehlungen für die beste Wissensvermittlung rund um das Thema wären übrigens Hogwarts sowie die Unsichtbare Universität in Ankh-Morpork. Das Studium umfasst eine Regelstudienzeit von 17 Semestern. Studienvoraussetzungen gibt es absolut keine, das solltet ihr durch euer letztes Schulzeugnis definitiv nachweisen können.


Ausbildungsinhalt

Kommen wir nun zum sicherlich wichtigsten Teil, dem Inhalt des Studiums. Einen großen Bereich wird eine professionelle Gesangsausbildung ausmachen, bei der man lernt, unprofessionell zu singen. Denn als Karo Kafka muss man wirklich extrem viel singen, aber auch summen und pfeifen, mindestens einige Stunden pro Tag. Man darf sich vor allem nicht davon beirren lassen, die Songtexte nicht hundertprozentig zu kennen, denn Übung macht schließlich den Meister. Es gibt außerdem zwei Gesangsarten, die man sich antrainieren muss. Zum einen diejenige, von der man glaubt, dass sie wirklich gut klingt. Die darf nur zum Einsatz kommen, wenn man absolut allein ist. Sobald andere Menschen in der Nähe sind, hält man sich an die zweite, bei der man absichtlich schlecht singt, um sich nicht die Blöße zu geben. Zusätzliche Leistungspunkte gibt es, wenn man außerdem noch halbherzig ein oder zwei Instrumente lernt, um den Gesang zur Not auch bei Stromausfall noch selbst untermalen zu können und nicht aus der Übung zu kommen.

Weiterhin wird euer Gehirn mit unnützem Wissen gefüllt. Möglichst willkürliche, unzusammenhängende Fakten sind da an der Tagesordnung. Wann Napoleon lebte, wie die drei Asimov'schen Gesetze für androide Roboter lauten, was Godwin's und Murphy's Law sind, welche Schauspieler in welchen Filmen mitspielen, obwohl ihr sie noch nie gesehen habt, was der Unterschied zwischen "vintage" und "retro" ist - das alles und noch viel mehr wird euch nach dem Studium ein Begriff sein. Wirklich wichtige Dinge müssen hingegen unmittelbar wieder vergessen werden. Dafür ist kein Platz.

Wie beim Guddy-Studiengang gibt es auf dem Weg zur Karo Kafka genauso eine bestimmte Persönlichkeit, die man sich stetig aneignen sollte, um die Prüfungen am Ende erfolgreich zu meistern. Dazu gehört große Albernheit, die Unfähigkeit, über Gefühle zu sprechen, in gewissen sozialen Situationen eine übertriebene Schüchternheit, eine außerordentliche Zuneigung zu Vögeln und Süßigkeiten sowie einen Humor, bei dem Wortspiele, Versprecher und Schreibfehler das Witzigste überhaupt sind und zweideutige Anspielungen gar nicht erst bemerkt werden.


Uniform

Auch das Aussehen soll dementsprechend an das einer Karo Kafka angepasst werden. Die Uniform, die einem an der Hochschule zu Verfügung gestellt wird, richtet sich bereits danach. Wichtig sind eher gedeckte Farben und auf keinen Fall zu enge Schnitte. Lange Hosen sind quasi nicht vorhanden, dafür massig Strumpfhosen, die mit Kleidern oder Shorts kombiniert werden. Karierte Hemden werden ebenfalls immer gern gesehen (Karomuster...get it?). Die Haare werden entweder offen getragen oder zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Komplizierte Frisuren sind strengstens untersagt, davon bekommt man nur Muskelkater in den Armen. Ein weiteres bedeutendes Accessoire ist Lippenpflege, die stets mitzuführen und in regelmäßigen Abständen aufzutragen ist.


Fazit

Es ist nicht immer einfach, eine Karo Kafka zu sein, das kann ich nach meinem erfolgreich abgeschlossenen Studium verraten. Aber was ich schaffe, packt ihr mit ein bisschen Faulheit ebenfalls. Manchmal habe ich selbst mit mir gehadert, ob das auf lange Sicht etwas für mich ist oder ob ich nicht doch wieder abbrechen soll. Bisher habe ich jedoch keine gescheite Alternative gefunden, deshalb bleibe ich vorerst dabei. Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg, wenn ihr euch für das Karo Kafka-Studium entscheiden solltet!


Es würde mich riesig freuen, wenn wir daraus ein Stöckchen machen würden und ihr ebenfalls erzählt, wie wir alle so sein können wie ihr. Ich bewerfe an dieser Stelle die Chaosmacherin, das Regenmonster, Johanna von The Happy Vegan, Sailor Strawberry und genau dich, ja dich, dessen oder deren Namen ich selbstverständlich nicht verrate, damit es für alle eine Überraschung wird, wenn du mir deinen Beitrag in den Kommentaren verlinkst.