Dienstag, 19. Mai 2015

Meine Top 5 Beiträge zum ESC 2015

Ich muss leider gestehen, ich bin eine von denen. Eine von der Art Mensch, die doch ernsthaft den Eurovision Song Contest anschauen, dieses kommerzialisierte, mainstreamige Musikarmutszeugnis. Ich bin einfach damit aufgewachsen. Bei uns ist es mittlerweile Tradition, sich das jährlich zu geben. Und wie der alte Fritz schon sagte: "Eurovision Song Contest? So what, why not?!"
Genug Albernheiten. Die Idee zu diesem Blogbeitrag erschien mir zunächst gut, bis ich anfing, mich durch die diesjährigen Lieder zu hören. Dabei musste ich nämlich feststellen, dass die Ausbeute eher mager sein würde. Zum Glück machte das Durchhören dank des Meinungsaustausches bei und mit Abraxandria trotzdem Spaß. Ich bin gespannt, wer am kommenden Samstag letztendlich antreten wird und - natürlich - wer den Sieg mit nach Hause tragen darf. Trotz vieler mittelmäßiger und enttäuschender Songs gibt es einige, die mir eine Unze besser gefallen haben und denen ich daher die Daumen drücken werde.


Österreich: "I Am Yours" von The Makemakes
Ach kommt, Leute. Der Typ hat lange Haare und einen Bart. Wie könnte ich das nicht mögen? Neben dem vielen schlechten Popgedudel ist es jedoch wirklich angenehm, ein etwas ruhigeres, nicht allzu aufregenderes Lied mit dabei zu haben. Am liebsten mag ich wohl die Stelle, in dem der Sänger mit der schönen Stimme vom Piano aufsteht und es danach trotzdem weiterspielt.



Lettland: "Love Injected" von Aminata
Irgendwie hat die Nummer was. Schon beim ersten Hineinhören erinnerte mich der sehr minimalistische, elektronisch-experimentale und düstere Sound ein wenig an Björk oder Fever Ray. Zwei Künstlerinnen, die ich sehr schätze, weshalb dieser Vergleich schon ein fettes Kompliment ist. Der Song sticht auf jeden Fall aus dem ganzen Einheitsbrei heraus, deshalb wünsche ich der lettischen Sängerin viel Erfolg im Wettbewerb.



Deutschland: "Black Smoke" von Ann Sophie
Uh, sie nimmt Deutschland mit hinein. Patriotisches Stück! Ich finde das Lied tatsächlich nicht so schlimm. Ann Sophie hat eine außergewöhnliche Stimme und vor allem der erste Teil des Refrains gefällt mir richtig gut. Ich hege keine Erwartungen, dass "wir" auch nur ansatzweise gewinnen werden, aber im Gegensatz zu einigen deutschen Beiträgen der letzten Jahre ist dies einer, für den man sich nicht schämen muss.



Australien: "Tonight Again" von Guy Sebastian
Als einmaliger Gast nimmt Australien dieses Jahr am Eurovision Song Contest teil. Ich finde die Aktion super, denn prompt liefert der Kontinent der Kängurus und Koalas eine wunderbar tanzbare Gute-Laune-Hymne ab. Da könnten sich andere alte Hasen des ESC wirklich eine Scheibe von abschneiden und wieder mehr auf echte Instrumente (die Bläser, ey!) und soulige Stimmen setzen.



Dänemark: "The Way You Are" von Anti Social Media
Yeah, yeah,yeah! Bapbapbap! Textsicher bin ich also fast schon. Eine leichte Pop-Rock-Nummer, die ganz harmlos ist und niemandem schadet. Besonders meinen Gehörgängen nicht. Das ist bereits ein guter Grund für mich, dieses Lied mit in meine Top 5 zu nehmen. Mit "The Way You Are" auf den Ohren brauche ich eigentlich nur noch jemanden, der mich an einen warmen Strand unter einen Sonnenschirm legt und mir Glas um Glas selbstgemachte Limonade einschenkt.



Seht ihr euch den Grand Prix Eurovision de la Chanson an? Welche sind eure liebsten Beiträge dieses Jahr?