Sonntag, 31. Mai 2015

Eine Ode ans Sparen

Seit ich denken kann, spare ich schon. Manchmal mit Ziel, manchmal ohne, manchmal mit einem Sparschwein, manchmal auf einem Sparkonto, manchmal sogar beides zusammen. Ich mag es, in meinem Alltag hier und da ein wenig Geld abzuzwacken, um dann bei größeren Dingen, wie Reisen oder teureren technischen Anschaffungen, gewappnet zu sein.


Mein großes Ziel

Momentan gibt es durchaus eine Sache, für die ich so viel Geld wie möglich beiseite lege: mein Auslandssemester, das ich Anfang des nächsten Jahres entgegen treten werde. Da eine gewisse Summe schon vorhanden sein sollte, um gut über die Runden zu kommen, besonders im nicht ganz günstigen England, nehme ich das Sparen ernster als je zuvor. Zudem gibt es einige Dinge, die ich dort unbedingt mitnehmen möchte, Orte, die ich besuchen will, das alles wird ordentlich ins Geld gehen. Und ich möchte nicht plötzlich in einem fremden Land blank dastehen müssen. Momentan bin ich auf einem ganz guten Weg und ich hoffe, der Sommer mit seinen ganzen Reisen und Aktivitäten wird nicht allzu sehr reinhauen.


Stolpersteine und Hindernisse

Um mit dem Sparen ordentlich voran zu kommen, müssen ab und zu Einbußen gemacht werden. Eine Sache, die ich bei mir einführen musste, war mein Buchkaufverbot oder meine Nichtbuchkaufchallenge 'Project 10 Books'. Das bewahrt mich momentan sehr gut davor, unnötig neue Lektüre ins Haus zu schleppen, obwohl ich noch so viele ungelesene Bücher am Start habe.
Diesmal ist es ansonsten wirklich schwierig, weil ich einige Dinge, die man eigentlich von mir erwartet, nicht mitmachen kann oder überhaupt will. Das reicht von meinem bevorstehenden Geburtstag, den man gemeinhin in meinem Alter wohl noch feiern soll, was ordentlich kosten kann, bis hin zu Reisen, die ich schon letztes Jahr, bevor ich die Zusage für das Auslandssemester erhielt oder sogar die Bewerbung einreichte, großzügig geplant habe, bei denen ich jetzt irgendwie eine Lösung finden muss. Denn oberste Priorität hat momentan mein bevorstehendes Semester in Birmingham, so schwer es auch ist, das manchen Leuten nahe zu bringen. Obwohl ich auf der anderen Seite natürlich nicht mein jetziges Leben auf Eis legen will. Verzwickte Lage.
Eine Sache, die mir bislang schon das ein oder andere Mal ein ordentliches Loch in meine angesparte Summe riss, waren Dinge, die sich spontan dazu entschlossen, den Geist aufzugeben. Das ist bislang glücklicherweise (noch) nicht passiert und das kann meinetwegen auch so bleiben, toi, toi, toi!


Tipps und Tricks

Nach meinen Jahren an Erfahrungen mit dem Sparen fühle ich mich an dieser Stelle in der Lage, einige Kniffe zu präsentieren. Vielleicht helfen sie sogar dem einen oder anderen.

  • Kleingeld: Hin und wieder einige Münzen aus der Geldbörse zu nehmen, tut im Alltag kaum weh und kann nach einiger Zeit eine schöne Summe zusammenbringen. Ob man dabei ausländische Euros, alle Ein- oder Zwei-Euro-Münzen oder Sonstiges herausfischt, bleibt einem selbst überlassen. Ausschließlich bronzefarbenes Geld wird jedoch nicht zu großem Erfolg führen, ich spreche aus Erfahrung.
  • Sparkonto: Monatlich eine feste Summe auf sein Sparkonto zu überweisen, kann einen gut voranbringe. Am besten gleich nachdem das Gehalt drauf ist, damit man gar nicht erst darauf zugreifen kann.
  • Mehr Geld: Eine Möglichkeit, um mehr sparen zu können, ist selbstverständlich mehr Geld zu verdienen. Ob mittels eines Nebenjobs, der guten alten Blutspende oder dem Verkauf von Dingen, die man nicht mehr benötigt - ein wenig extra Taschengeld macht sich, Achtung Wortspiel, durchaus bezahlt.
  • Verzicht: Vor Neuanschaffungen immer wieder die Frage stellen, ob man diese Sache tatsächlich braucht oder ob das Ziel, auf das man hinspart, vorgeht. Zur Not auf jeden Fall berücksichtigen, inwiefern man sie gebraucht kaufen oder sich sogar bei anderen kurzfristig ausleihen kann.
  • Ausgaben kürzen: Bestehende Ausgaben zu kürzen, kann manchmal schwierig sein, da sie so häufig mit Angewohnheiten verbunden sind. Und die sind nur mit Mühe wieder herauszubekommen. Trotzdem ist es definitiv ein Versuch wert, beispielsweise seltener unterwegs Snacks zu kaufen und sich lieber etwas mitzunehmen oder gleich zu Hause was Schönes zu kochen. Nebenkosten sparen, indem man seinen Wasser- und Stromverbrauch reduziert und bewusster handelt. Unnötige Abos kündigen! Du gehst nicht mehr ins Fitnessstudio? Dann kündige den Vertrag zum nächstmöglichen Termin. Dinge auch einmal erst wirklich aufbrauchen, bevor man Neues kauft. Ihr wisst, worauf ich hinaus will.
  • Kaufverbote: Besonders wenn man eine bestimmte Schwäche hat, bei der man irrationalerweise immer wieder zuschlagen muss, seien es Kleidung oder Bücher - setzt dem ein Ende mit einem Kaufverbot. Wichtig ist dabei, sich eine zeitliche Frist zu setzen oder es mit einer Herausforderung zu verbinden (für jedes neue Teil zwei alte aussortieren und so weiter), um Licht am Ende des Tunnels zu sehen und nicht komplett durchzudrehen. Es außerdem offiziell machen, indem man es aufschreibt und so vielen Menschen wie möglich davon erzählt, hilft ungemein. Keine Ausreden mehr!
  • Bargeldlos: Bei mir klappt es recht gut, einfach kein Bargeld mitzunehmen. Denn wer kein Geld hat, kann unterwegs auch keines für unnötige Spontankäufe ausgeben. Für den Notfall kann man eventuell höchstens eine Geldkarte dabeihaben. Bei mir ist zumindest die Hemmschwelle höher, diese zu zücken, weil da das Geld so abstrakt wirkt und man nicht wirklich vor Augen geführt bekommt, wie viel man da gerade ausgibt.
  • Regelmäßige Motivation: Zu guter Letzt möchte ich euch an dieser Stelle noch den Blog "And Then We Saved" ans Herz legen. Darauf berichten ganz verschiedene Menschen, warum und wie sie sparen, geben regelmäßige Updates und persönliche Erfolgserlebnisse. Zusammen mit den inspirierenden Zitaten und Tipps von Hauptautorin Anna schafft es die Seite immer wieder, mich zu motivieren und am Ball bleiben zu lassen. Es ist immer gut zu wissen, dass man mit seinen Schwierigkeiten und Zielen nicht allein ist. 

Fazit

Insgesamt mag ich es einfach zu sparen. Es ist nicht immer leicht und bei ganz wichtigen Zielen gerät man auch schon mal an seine Grenzen, doch am Ende des Tages hat es sich für mich immer bewährt gemacht. Man lernt sein Geld mehr zu schätzen und natürlich auch die Dinge, die man sich damit zulegt. Es ist außerdem schön, sich dadurch etwas leisten zu können, das sonst im normalen Alltag nicht so leicht aus dem Ärmel zu schütteln gewesen wäre. Ohne Sparen wär das Leben öde, also sing ich müde meine kleine Ode!


Wie sieht es bei euch aus? Spart ihr auch so gern wie ich? Und worauf? Habt ihr vielleicht noch andere Tipp und Tricks?