Samstag, 17. Januar 2015

Vom Internetüberfluss

Ehrliche Frage: Bei wie vielen Sozialen Netzwerken, Foren und sonstigen Internetseiten seid ihr eigentlich so angemeldet? Zehn? Zwanzig? Dreißig? Sogar noch mehr?

Besonders wenn bei der Anmeldung schon über sieben Passwörter in Frage kommen könnten, da man zur größeren Sicherheit nicht überall dasselbe verwendet, wird mir das Ausmaß bewusst. Wenn ich sie so im Kopf durchgehe - von drei Googlemail-Konten und Blogger über Pinterest und Lovelybooks bis hin zu Twitter und Rebuy, komme ich schon auf gute zwanzig Internetkonten. Und wahrscheinlich habe ich sogar welche vergessen. Das ist doch Wahnsinn!
Langsam aber sicher wird mir einfach der Aufwand zu hoch, alle meine bereits bestehenden Accounts auf den verschiedensten Plattformen aufrecht zu erhalten, zu pflegen und zu bestücken. Beziehungsweise komme ich damit jetzt schon gar nicht mehr hinterher. Daher möchte ich ausmisten. Bloß wo anfangen, wie beginnen?

Erster Schritt: Die fünf meistgenutzten und sinnigsten Plattformen herauspicken, die auf jeden Fall behalten werden.
  • Am wichtigsten sind wohl meine E-Mail-Adressen. Zwar könnte ich diejenige für Persönliches und die für den Blog fusionieren, doch eher würde ich die persönliche aufgeben, mit der ich jedoch schlichtweg überall angemeldet bin, sodass dieser Zug wohl abgefahren ist.
  • Ebenfalls mehrmals täglich benutze ich Last.fm. Bekannte Musik hören, neue Künstler entdecken, herausfinden, welche Konzerte bald in meiner Nähe stattfinden - das alles möchte ich nicht mehr missen.
  • Dann wäre da noch Twitter. Ich schreibe sicherlich nicht die brillantesten, eloquentesten, witzigsten oder wichtigsten Tweets der Welt, doch über Twitter bleibe ich in Kontakt mit anderen Internetmenschen, die mir irgendwie ans Herz gewachsen sind, bekomme aktuelle Nachrichten mit und werde selbst kurze Gedanken los. Es ist schwer zu beschreiben, was den Reiz dieser Seite ausmacht, doch wenn man erst einmal drinsteckt, gibt es kein Entrinnen.
  • Zum Glück muss man bei Netflix nicht viel Mühe investieren. Höchstens Zeit, damit sich das Abonnement lohnt. Dank des guten Angebots kriege ich das immerhin ganz gut hin. Und ja, ich bin mir bewusst, dass ich hier gerade versuche, das positiver klingen zu lassen, als es eigentlich ist. Ich verschwende viel Zeit mit Netflix! Wie geil ist das denn!
  • Unter einem Punkt fasse ich an dieser Stelle Blogger und Bloglovin' zusammen. Obwohl ich nicht annähernd so viel Zeit auf diesen Plattformen verbringe, wie ich es mir eigentlich wünschte, ist mir das Bloggen unglaublich wichtig. Dazu gehört auch die Blogeinträge anderer zu lesen, was ich ausschließlich mit Bloglovin' betreibe.

Dies ist also der harte Kern. Die Seiten, die ich in absehbarer Zukunft nicht aufgeben werde. Kommen wir zum zweiten Schritt: Die am wenigsten genutzten oder sinnlosesten Plattformen ausfindig zu machen und gegebenenfalls zu kicken.

  • Kleiderkreisel: Schon ewig nichts mehr darauf gemacht und spätestens seit der dortigen Änderungen der Richtlinien entspricht die Seite nicht mehr meinem Geschmack. Hiermit ist der Account gelöscht.
  • So sehr ich die Idee der Seiten auch mag, von mir wirklich genutzt werden die Plattformen Goodreads und Lovelybooks nicht. Zumindest bei letzterem fing ich an, meine gelesenen Bücher zu katalogisieren und zu bewerten, doch mittlerweile vergesse ich es sowieso meistens, ein gelesenes Buch einzutragen. Ich stöbere nicht auf den Seiten, beteilige mich nicht an Diskussionen und klicke mich nur allzu selten durch meine eigenen virtuellen Buchbestände. Somit sind auch diese beiden Profile dem Erdboden gleichgemacht.
  • Bei Dawanda meldete ich mich vor Urzeiten an, um Bastelzeug zu bestellen, bei Etsy machte ich einen Illustrator ausfindig, der eine Zeichnung für mich anfertigte. Beides ist schon ewig her und wird sich in den nächsten Monaten wohl nicht wiederholen. Also können auch diese beiden Konten auf Eis gelegt werden.
  • Warum ich mich damals auf Vimeo anmeldete, weiß ich bis heute nicht. Dort lud ich in den letzten vier Jahren nichts hoch, kommentierte nichts, bin dort eigentlich nicht einmal unterwegs. Und tschüß!
  • Als nächstes geht es noch Momox und Rebuy an den Kragen. Beides habe ich bereits verwendet, um große Mengen an Büchern loszuwerden. Doch mittlerweile wird nur ab und zu mal ein einzelnes Buch aussortiert, da lohnen sich die sie Seiten nicht mehr.
  • Mit Spotify bin ich nach einer kurzen Testphase relativ unzufrieden. Die Playlisten sind mir zu unflexibel, irgendwie ist es mir dort zu unübersichtlich und oftmals gibt es nicht die Versionen der Liedern, die ich kenne. Damit verabschiede ich mich von der Seite.

Nun gut, der Anfang ist getan. Der Rest der Seiten befinden sich in einer Grauzone. Nicht wirklich wichtig, aber auch nicht komplett überflüssig. Nun gut, der Sinn Pinterests ist bis heute umstritten, doch die Bilder online zu pinnen, statt sie alle herunterladen, ist schon praktisch. Und manchmal braucht man einfach ein Schub Inspiration. Duolingo benutze ich tatsächlich mehr oder weniger regelmäßig, um Französisch oder Niederländisch zu üben. Auf Youtube hat sich das mittlerweile so eingependelt, dass ich alle paar Tage bei meiner Handvoll an Lieblingskanälen vorbeischaue, außerdem gibt es da ja noch von mir selbst hochgeladene Videos, daher bleibt auch dieses Konto. Facebook benutze ich vorrangig für Angelegenheiten, die das Studium betreffen, wie der Austausch mit Kommilitonen oder Neuigkeiten aus der Uni lesen.
8tracks benutze ich selten, um andere Playlisten zu hören, doch meine eigene Mixtapes mache ich aus Mangel an Alternativen weiterhin da. Bei Instagram schnuppere ich gerade noch hinein. Tauschothek, Ebay, Amazon und Medimops werde ich ebenfalls vorerst behalten.

Einen Teil der Last habe ich hiermit beseitigt. Der dritte Schritt meinerseits wird sein, in den nächsten Monaten zu beobachten, wie wichtig diese restlichen Seiten für mich sind. Benutze ich meinen Konten überhaupt, lohnt sich die investierte Zeit, bekomme ich genug zurück? Wenn nicht, müssen auch sie gehen. Wie sich das genau entwickeln wird, weiß ich noch nicht. Doch ich muss einfach nicht mehr bei jeder beliebigen Seite angemeldet sein. Auch hier ist weniger mehr. Lieber weniger Konten gut führen, als jedes nur gehetzt nebenbei, herzlos oder sogar überhaupt nicht.

Von welchen Seiten könntet ihr euch nicht mehr trennen? Welche bieten euch hingegen überhaupt keinen Nutzen? Habt ihr auch schon mal darüber nachgedacht, eure Internetkonten "aufzuräumen"?