Mittwoch, 3. Dezember 2014

Lesemonate Oktober & November

Oktober


"Herr Lehmann" von Sven Regener
Roman; 285 Seiten; Goldmann Verlag; 2003; Deutsche Originalausgabe

Mit einem nüchternen Blick für die tragische Komik des Lebens bewegt sich der Wahlkreuzberger Lehmann durch den Alltag. Jahrelange, ausgefuchste Ausweichmanöver und heroische Trägheit haben ihn bisher erfolgreich vor den Ansprüchen von Eltern, Vermietern und Frauen verschont. Doch kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag - im Jahr des Mauerfalls - bricht ein unvorhergesehene Störung nach der anderen in seinen geliebten Alltagstrott.

Ich bin von "Herr Lehmann" absolut begeistert. Die fantastische Schreibweise, die Charaktere und der Humor - ich kann definitiv verstehen, wie dieses Buch seinen Status als Kultbuch erlangen konnte. Es gibt einfach so viele Szenen, die im Kopf bleiben, weil sie so schräg und besonders sind.

Gelesene Bücher: 1
Gelesene Seiten: 285
Durchschnittlich gelesene Seiten am Tag: 8


November


"The Tiny Book of Tiny Stories Volume I" von Joseph Gordon-Levitt & hitRECord
Minigeschichten; Illustrationen; 83 Seiten; hitRECord; 2011; Englische Originalausgabe

Die Minigeschichten, die sowohl von Gordon-Levitt als auch Benutzern der hitRECord-Plattform geschrieben wurden, bestehen oft nur aus einem, wenn überhaupt aus mehreren, Sätzen und jeweils einer Illustration. Und es ist unglaublich, wie viel Gefühl und Bedeutung man mit so wenig Text hervorbringen kann. Natürlich gefallen mir nicht alle Tiny Stories gleichermaßen gut, doch es finden sich einige echte Perlen darin. Ein tolles Buch für Zwischendurch oder auch als Geschenk.

"Amerika" von Franz Kafka
Roman; 355 Seiten; Diogenes Verlag; 2008; Deutsche Originalausgabe

Dieses Buch erzählt die Geschichte von Karl Roßmann aus Prag, der wegen eines Verhältnisses mit dem Dienstmädchen von seinen Eltern nach Amerika geschickt wird und dem es dort nicht gelingt, sich in der entpersonalisierten, von Maschinen und Industrie geprägten Neuen Welt zurechtzufinden.

Mein erster richtiger Kafka-Roman (nach einigen Erzählungen und Briefen)! In den Schreibstil Kafkas muss ich mich jedes Mal auf's neue erst wieder hineinfinden, doch dann ist er grandios. Das Buch hat es mir sowieso angetan. Es ist einfach so gut beschrieben, wie verwirrend diese neue Umgebung für den Protagonisten ist, wie er eigentlich weniger aktiv handelt, ihm dafür umso mehr wiederfährt, das er alles nicht kontrollieren kann und wie er trotzdem versucht, sich in diese Gesellschaft einzugliedern.

Gelesene Bücher: 2
Gelesene Seiten: 438
Durchschnittlich gelesene Seiten am Tag: 15