Samstag, 25. Oktober 2014

Meine geheimen Geheimtipps für Amsterdam

Schon lange trug ich den Wunsch im Herzen, einmal nach Amsterdam zu reisen. Vor ein paar Wochen war es endlich so weit und ich bin noch immer ganz hin und weg. Der Charme der niederländischen Hauptstadt konnte mich jedoch nicht sofort erobern, da ich bei unserer Ankunft von den vielen Menschen, dem ungestümen Straßenverkehr, der Hektik und vor allem dem eher schlechten Wetter mit Wind und Regen ziemlich abgelenkt und überwältigt war. Doch als sich irgendwann die Sonne blicken ließ und wir durch ruhigere Gegenden schlenderten, war die Schönheit nicht mehr zu bestreiten. Das ganz eigene Stadtbild dank engen Häusern, wunderschönen Hausfassaden, den zahlreichen Grachten, hinzu kommt die tolle Sprache und die unglaublich freundlichen Menschen - das alles ist definitiv einen Trip wert.


In diesem Blogbeitrag möchte ich euch ein wenig an meiner Reise teilhaben lassen und einige der Dinge, die wir unternommen haben, empfehlen, sollte es euch irgendwann selbst in die Gegend verschlagen. Ich bin übrigens zusammen mit dem Apfelkernchen verreist, das bereits am Montag in seinem Artikel "Komm, wir fahren nach Amsterdam!" unter anderem von dem Anne Frank-Haus (was mir persönlich mit am besten gefallen hat), Poffertjes und Waffeln sowie der Alten Kirche im Rotlichtviertel erzählte.

Wenn man zum ersten Mal in Amsterdam ist, sollte man stark in Erwägung ziehen, sich die I Amsterdam-Karte für einen oder mehrere Tage zu holen. So taten wir es und konnten nicht nur kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, sondern hatten zudem meistens freien, manchmal zumindest einen günstigeren Eintritt in Ausstellungen und Museen. Für meine nächste Reise dorthin würde ich sie jedoch schätzungsweise nicht erneut kaufen, da wir bereits ziemlich viel, oder zumindest das für mich Interessanteste, abgeklappert haben und ich außerdem plane, dann im Sommer hinzufahren. Da lohnt es sich nämlich auch, über Flohmärkte und durch den Vondelpark zu laufen oder sich sogar ein Fahrrad auszuleihen. Dafür braucht man die Karte schließlich nicht. So, jetzt aber genug geschwafelt, kommen wir zu meinen Tipps. 
 

Grachtenfahrt
Natürlich sollte man sich eine Fahrt durch die Grachten Amsterdams auf keinen Fall entgehen lassen. Apfelkernchen findet sie zwar "überbewertet", doch ich mochte sie sehr gern. Dadurch sieht man die Stadt noch einmal aus einem ganz anderen Winkel und man bekommt Viertel zu Gesicht, die man sonst sicherlich nicht besucht hätte. Außerdem fährt man an den ganzen Hausbooten vorbei, die mitunter ziemlich durchgeknallt und oft innovativ gebaut, eingerichtet und bepflanzt sind. Es gibt übrigens bereits derart viele davon, dass die Stadt eine Obergrenze setzen musste und es heutzutage eigentlich unmöglich und unbezahlbar ist, einen Anlegeplatz für ein Hausboot zu bekommen. Das habe ich bei ebenjener Kanalfahrt gelernt, denn auf Niederländisch, Englisch, Deutsch und Französisch werden einem dort allerlei Fakten um die Ohren gehauen.



Sugar & Spice Bakery
Mitten in der Innenstadt, von außen ganz unscheinbar, liegt ein urgemütliches, fabelhaft eingerichtetes kleines Café. Die Sugar & Spice Bakery hat mich ganz schön um den Finger gewickelt und ich bin so froh, dass wir es zufällig fanden. Hier bekommt man herzhafte Snacks wie Sandwiches oder Salate, und vor allem süßes Gebäck und Kaffee und Tee. Und alles schmeckte ziemlich genial. Wohlige Atmosphäre + nette Mitarbeiter + tolles Essen = Hachja, bitte gerne wieder! Seltsamerweise träume ich seitdem manchmal davon, selbst ein Café zu eröffnen und ich weiß gar nicht, wo der kleine Wunsch plötzlich herkommt, denn den hatte ich noch nie. Dabei habe ich wirklich gute Ideen für ein eigenes Café, doch davon ein andermal.

Adresse: Zeedijk 75; 1012 AS Amsterdam
Facebook: www.facebook.com/sugarspiceamsterdam
Website: www.sugarspiceamsterdam.com



De Hortus Botanicus
Für einen kleinen Abstecher und einen Moment der Ruhe lohnt es sich allemal, dem Botanischen Garten Amsterdams einen Besuch abzustatten. Dort gibt es beispielsweise die Riesenseerose Victoria, die wirklich riesig ist, Palmen, bunte Blumen, Gewächshäuser und - ganz besonders - ein Schmetterlingshaus. In letzterem gab es sogar durchsichtige Schmetterlinge! Durchsichtige! Voll cool! Auch wenn ich mich mit Pflanzen nicht gut auskenne und erst recht eine Niete darin bin, meine eigenen am Leben zu erhalten, ist es trotzdem unglaublich entspannend, durch Botanische Gärten zu flanieren.

Adresse: Plantage Middenlaan 2a, 1018 DD Amsterdam
Website: www.dehortus.nl



Kino
Da in den Niederlanden Filme in den Kinos generell in Originalsprache mit niederländischen Untertiteln gezeigt werden, kann man sich unbedingt auch als Tourist einen Film im Kino anschauen. Aufgepasst nur bei Kinderfilmen, die werden durchaus oft synchronisiert. Uns verschlug es gleich an zwei verschiedenen Abenden ins Kino und vor allem das älteste Kino der Niederlanden "Filmtheater de Uitkijk", welches lediglich einen einzigen Saal besitzt, konnte überzeugen. Übrigens gab es in beiden Kinos noch vor dem Saal eine Bar mit Sitzecken. Niederländer scheinen sich also gern noch vor dem Film einen hinter die Binde zu kippen und mit Freunden zu quatschen. So haben wir es dann auch gehalten, um die Wartezeit zu überbrücken, weil wir viel zu früh dran waren.

Adresse: Prinsengracht 452, 1017 KE Amsterdam
Website: www.uitkijk.nl



Eichholtz Delicatessen
Der Laden Eichholtz Delicatessen, an dem wir in den vier Tagen gleich mehrere Mal vorbeikamen, bietet Lebensmittel aus aller Welt an. Von Fertiggerichten über Saucen und Getränken bishin zu Süßigkeiten ist alles dabei. Natürlich importiert und daher preislich nicht allzu günstig. Doch wenn es etwas gibt, das man aus amerikanischen oder englischen Filmen und Serien kennt und schon immer probieren wollte, ist man hier richtig. Wir selbst haben uns Twinkies geholt sowie einen Schokofrosch und Bertie Bott's Beans in allen Geschmacksrichtungen, die uns die Rückfahrt...naja... versüßt haben...irgendwie.

Adresse: Leidsestraat 48, 1017 PC Amsterdam
Website: www.eichholtzdeli.nl


Ebenfalls interessant ist es, in anderen Ländern in Supermärkte zu gehen. Wir haben uns selbst versorgt, waren daher häufiger im guten alten Albert Heijn. Der Käse war gut, das Brot bei unserem verwöhnten deutschen Gaumen eher enttäuschend. Ach ja, und wusstet ihr, dass es in den Niederlanden keine 1- und 2-Centmünzen gibt? Preise werden einfach wild auf- und abgerundet. Die sind doch verrückt, die Niederländer, würde Obelix jetzt sagen. Wenn man drüber nachdenkt, ist es jedoch ziemlich praktisch und das Bezahlen geht definitiv schneller. Das waren sie jedenfalls schon, meine geheimen Geheimtipps. Mein Fazit: Das war sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich die niederländische Hauptstadt mit meiner Anwesenheit beehrt habe. Am liebsten würde ich gleich wieder hin. Naja, da muss ich mich wohl leider noch ein wenig gedulden. Doei!