Mittwoch, 3. September 2014

Lesemonat August

"Die Brautprinzessin" von William Goldman
Fantasy; 425 Seiten; Deutscher Taschenbuch Verlag; 2005; "The Princess Bride"

Das Märchen von der wunderschönen Bauerntochter Butterblume, ihrem Geliebten Stallburschen Westley, dem bösen Prinzen Humperdinck, der Butterblume zur Verlobung mit ihm zwingt und die hauptberuflichen Kriminellen Fezzik, Inigo und Vizzini, die sie aus dem Schloss entführen, bildet den Kern dieses Buch. Der Rahmen ist die Erzählung von Goldman selbst, der davon berichtet, wie er als Kind von seinem Vater "Die Brautprinzessin" des Autoren S. Morgenstern vorgelesen bekommen hat. Später sollte er jedoch entdecken, dass sein alter Herr damals zahlreiche Stellen ausließ. Als er das Buch daraufhin zur Hand nahm, wusste er auch warum: Die originale Fassung ist viel zu ausufernd und mitunter sogar langweilig. Also machte er sich daran, sie zu kürzen und mit Kommentaren versehen herauszubringen.

Ich muss zugeben, ich habe erst nach dem Lesen kapiert, dass es S. Morgenstern nicht wirklich gegeben hat und alles nur eine riesiger Humbug von Goldman ist. Da bin ich ihm schön auf den Leim gegangen. Trotzdem waren mir seine Kommentare und persönlichen Erzählungen zu viel des Guten. Ich mochte das Märchen nämlich wirklich gern und es nervte mich, immer wieder aus der Geschichte gerissen zu werden. Trotzdem ein unterhaltendes Buch, welches ich sicherlich wieder lesen werde.

"Harry Potter und der Halbblutprinz" von Joanne K. Rowling
Fantasy; 656 Seiten; Carlsen Verlag; 2005; "Harry Potter and the Half-Blood Prince"

Ich hatte bereits vor einer ganzen Weile angefangen, die Harry Potter-Reihe durchzulesen. Denn ich war mir nie sicher, welche Bücher der Reihe ich nun kannte und welche nicht. Ich wusste nur, dass ich nie alle Teile gelesen habe. Ewig ließ ich jenes Vorhaben schleifen, jetzt ging es weiter. Zum Inhalt und meiner Meinung brauche ich hoffentlich nicht viel zu berichten. Ich bin mit den Geschichten um den Jungen, der überlebte, aufgewachsen, die Charaktere sind vertraute Freunde, Hogwarts bleibt in meinem Universum irgendwie Wirklichkeit. Die Zaubererwelt von Rowling vermag mich jedes Mal auf's Neue zu begeistern und auch dieses Buch macht keine Ausnahme.

"Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" von Joanne K. Rowling
Fantasy; 767 Seiten; Carlsen Verlag; 2007; "Harry Potter and the Deathly Hallows"

Siehe oben. Das Einzige, das ich noch erwähnen möchte, ist, dass ich immer noch nicht über das letzte Kapitel "Neunzehn Jahre später" hinwegkomme. Insgesamt muss ich wirklich probieren, das auszublenden und so zu tun, als ob es das nicht gäbe, sonst verstümmelt es mir den gesamten Band. Ich weiß wirklich nicht, was sich Rowling dabei gedacht hat. Es ist einfach zu schnulzig, zu anbiedernd. Ansonsten zerreißt mir "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" regelmäßig mein Herz in tausend Stücke - doch auf eine gute Weise.

"After all this time?" - "Always."

"A Long Way Down" von Nick Hornby
Roman; Humor; Suizid; 257 Seiten; Penguin Books; 2006; Englische Originalausgabe

Silvesterabend. Auf dem höchsten Hochhaus Londons treffen sich vier Gestalten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihr Grund, dort oben zu sein, ist hingegen derselbe: Sie alle wollen sich das Leben nehmen. Doch herunterzuspringen, wenn andere dabei zuschauen, geht schlecht. Der Moment ist verstrichen. So steigen die vier gezwungenermaßen wieder den langen Weg hinunter. Die altjüngferliche Maureen, die die Schwerstbehinderung ihres Sohnes Matty allein tragen muss, der berühmte Moderator Martin, den nach einem Gefängnisaufenthalt niemand mehr auf dem Bildschirm sehen will, und Musiker JJ, der von seiner Band im Stich gelassen wurde, helfen der aufmüpfigen Jess herauszufinden, warum ihr Freund sie verlassen hat. Am Ende der Nacht schließen sie einen Pakt, mit dem finalen Sprung bis zum Valentinstag zu warten.

Dieses Buch habe ich vor einer ganzen Weile bereits auf Deutsch gelesen. Damals gab ich ihm drei von fünf Punkten. Als ich dies gerade sah, war ich, ehrlich gesagt, ein bisschen erschrocken. Denn nachdem ich nun mit der englischen Ausgabe durch bin, steht für mich hundertprozentig fest, die volle Punktzahl schier vergeben zu müssen. Ich liebe die Idee, den schwarzen Humor von Hornby, kann mich mit den Charakteren identifizieren, finde die jeweiligen Entwicklungen und Erleuchtugen wundervoll und bin überhaupt ganz hin und weg. An diesem Beispiel kann man hervorragend sehen, wie sehr die Bewertungen manchmal wirklich von der eigenen Stimmung an diesem bestimmten Punkt im eigenen Leben abhängen.

Gelesene Bücher: 4
Gelesene Seiten: 2105
Durchschnittlich gelesene Seiten am Tag: 68