Samstag, 28. September 2013

Auf zu neuen Ufern

Ich glaube, es ist an langsam an der Zeit, dass ich den Blog auf den neuesten Stand bringe, was mein Leben momentan angeht. Wie der ein oder andere wissen mag, wollte ich eigentlich schon im vergangenen Jahr, direkt nach dem Abi, studieren. Leider bekam ich damals keinen Studienplatz ab und war mir zudem selbst noch nicht einmal sicher, was ich überhaupt machen wollte. Also veranstaltete ich diesen Sommer das Spielchen mit den Bewerbungen erneut und kann mich nun glücklich schätzen, an der Universität Leipzig Anglistik studieren zu dürfen. Auch wenn sie zunächst nicht meine Wunschuni war, bin ich nun doch äußerst zufrieden damit und freue mich schon sehr darauf.

In Sachsen zu studieren, bedeutet für mich natürlich ein Umzug, wenn ich nicht gerade jeden Tag zwischen Berlin und Leipzig pendeln möchte. Entfernung hielt mich zwar nie auf, mich deutschlandweit an zahlreichen Hochschulen zu bewerben, trotzdem wird mir umso mulmiger, je näher der Oktober rückt. Leipzig - eine Stadt, in der ich niemanden kenne und in der ich erst zwei Mal war. Das wird sicherlich eine Herausforderung.

Eine Wohnung vom Studentenwerk aus habe ich mir schon gesichert, in die ich bald einziehe. Sie ist zwar klein und bescheiden und alles andere luxuriös, aber bezahlbar. Es ist seltsam. Wenn man jung ist, will man so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen. Wenn es dann schließlich soweit ist, merkt man, dass es leider nicht nur Autofahren und Filme ab 18-Schauen ist. Sich selbst um Papierkram sowie Verträge kümmern, zusehen, wie man mit dem Geld auskommt, Behördengänge und Verantwortung übernehmen - das ist also dieses "Erwachsensein".

Bereits nächste Woche werde ich also die Menschen zurücklassen, die mich während der letzten zwanzig Jahre hier begleitet haben. Ich bin nicht der Typ für sentimentale Abschiede, aber gestern zum vorerst letzten Mal meine Mädels um mich zu haben, tat trotzdem verdammt gut. Morgen kommt dann meine Familie vorbei, mit der ich meine Zeit in der Stadt, die jahrelang mein Zuhause war, ausklingen lasse.
Ein kleiner Wehrmutstropfen bleibt für mich, dass ich mein Vögelchen nicht mitnehmen kann. Sie ist immerhin schon knapp zehn Jahre alt und wenn sie die Fahrt bis Leipzig nicht gut überstünde, würde ich mir das nie verzeihen. Naja, so hat meine Mutter zumindest die Gewissheit, dass ich regelmäßig wieder nach Hause komme - allein schon um zu sehen, wie es dem kleinen Fratz geht.

Eine Freundin fragte mich, ob ich Angst davor hätte, so weit wegzuziehen. In dem Moment war ich etwas perplex, so dass ich keine passende Antwort parat hatte. Mittlerweile muss ich mir eingestehen, dass ich wohl ein wenig Angst vor dem Ungewissen habe. Zu der Angst gesellt sich glücklicherweise auch Vorfreude, Hoffnung und Neugier. Was wird die Zukunft für mich bereit halten? Eines ist mir gewiss, ein kleiner Neuanfang kann gerade nicht schaden. Auf geht's zu neuen Ufern!