Sonntag, 30. Dezember 2012

Lesestatistik 2. Halbjahr 2012

Und schon sind wir am Ende des Jahres 2012 angelangt. Da ich für das erste Halbjahr bereits eine Lesestatistik veröffentlicht habe, möchte ich mit diesem Beitrag auch noch die restlichen Monate auswerten und ein kleines Gesamtfazit ziehen. 
Am Anfang des Jahres hatte ich mir nur ein Ziel im Bezug auf Bücher gesteckt: ich wollte 52 Bücher lesen, also quasi jede Woche eines. Mit insgesamt 61 Büchern (& 2 Mangas) habe ich diesen kleinen Vorsatz also erreicht und sogar übertroffen.

Gelesene Bücher:
30. Sergej Lukianenko - Trix Solier - Odyssee im Orient (592 Seiten)
31. Jonas Jonasson - Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (416 Seiten)
32. Anthony Burgess - Clockwork Orange (224 Seiten)
33. Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind (224 Seiten)
34. George Orwell - 1984 (288 Seiten)
35. John Green - Eine wie Alaska (304 Seiten)
36. Benedict Wells - Becks letzter Sommer (453 Seiten)
37. Michael Wigge - Ohne Geld bis ans Ende der Welt (216 Seiten)
38. einzlkind - Harold (224 Seiten)
39. Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt (301 Seiten)
40. Eric-Emmanuel Schmitt - Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran (112 Seiten)
41. Ned Vizzini - It's kind of a funny story (444 Seiten)
42. Markus Zusak - Die Bücherdiebin (592 Seiten)
43. Daniela Meisel - Gegen einsam (216 Seiten)
44. Franka Potente - Zehn (176 Seiten)
45. Haruki Murakami - Mister Aufziehvogel (768 Seiten)
46. Christoph Koch - Ich bin dann mal offline - Ein Selbstversuch, Leben ohne Internet und Handy (288 Seiten)
47. Cornelia Funke - Tintenherz (576 Seiten)
48. Stephen Chbosky - The perks of being a wallflower (232 Seiten)
49. Joanne K. Rowling - Harry Potter und der Stein der Weisen (336 Seiten)
50. Colin Higgins - Harold and Maude (144 Seiten)
51. Erin Morgenstern - Der Nachtzirkus (464 Seiten)
52. Haruki Murakami - Die Bäckereiüberfälle (80 Seiten)
53. Claudia Schreiber - Emmas Glück (192 Seiten)
54. Cornelia Funke - Tintenblut (707 Seiten)
55. John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter (285 Seiten)
56. Charles Dickens - Eine Weihnachtsgeschichte (125 Seiten)
57. Joanne K. Rowling - Harry Potter und die Kammer des Schreckens (352 Seiten)
58. Martin Suter - Allmen und die Libellen (208 Seiten)
59. Terry Pratchett - Die Farben der Magie (272 Seiten)
60. Muriel Barbery - Die Eleganz des Igel (364 Seiten)
61. Joanne K. Rowling - Harry Potter und der Gefangene von Askaban (448 Seiten)

~ 32 gelesene Bücher
~ durchschnittlich 5,3 Bücher im Monat
~ ingesamt 10623 gelesene Seiten
~ durchschnittlich 57,7 Seiten am Tag
~ durchschnittlich 331,9 Seiten pro Buch
~ 4 Bücher wurden bereits zum zweiten Mal gelesen
~ 3 englische Bücher waren dabei


Und wie auch schon beim letzten Mal, eine kleine Auswahl besonderer Bücher - ob nun im positiven oder negativen Sinne.

Lustigstes/fröhlichstes Buch: Jonassons "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" hatte auf jeden Fall die eine oder andere witzige Stelle und ist überhaupt auch sehr empfehlenswert. Ein Buch für alle, die auf abgefahrene Road Trips und Geschichte stehen, also Leute wie mich.

Traurigstes/bewegendstes Buch: Mein erstes Buch, welches ich je von John Green gelesen habe, war "Eine wie Alaska" und es hat mich sehr gepackt, daher muss ich es an dieser Stelle nennen. Den Begriff "Pipi in den Augen" finde ich zwar äußerst fragwürdig, doch traf er in diesem Fall auf mich zu.

Buch, das am meisten zum Nachdenken angeregt hat: Definitiv "1984" von George Orwell. Nach "Schöne Neue Welt" und "Die Tribute von Panem" hatte ich wieder Lust auf eine Dystopie und dieser Klassiker ist das Beste, was mir hätte in die Finger kommen können.

Überraschendstes Buch: Ein Buch, an das ich eigentlich keine hohe Erwartungen hatte, auf das ich jedoch trotzdem neugierig war und das mich letztendlich total überraschte, ist "Der Nachtzirkus" von Erin Morgenstern. Allein die vielen Beschreibungen haben mich unglaublich verzaubert und selten wünschte ich mir so sehnlichst, in ein Buch wortwörtlich eintauchen zu können.

Enttäuschendstes Buch: Hier sehe ich mich gezwungen, gleich zwei Bücher zu erwähnen. Einmal wäre das "Mister Aufziehvogel" von Haruki Murakami. Eigentlich konnte ich bis dato immer sagen, dass ich alle Bücher von Murakami liebe, doch dieses Buch war der totale Reinfall. Viel zu ausufernd und zu viele unwichtige Nebengeschichten, sodass ich mich schon fast duchquälen musste.
Die andere Enttäuschung war John Greens "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Nach den ganzen überschwänglichen Kritiken hatte ich so viel mehr erwartet und war dann von dem mittelmäßigen Jugendbuch mit unsympathischen Charakteren und den gewollt lustigen Dialogen ganz und gar nicht angetan. Warum, John Green, warum?

Schwierigstes Buch: Nicht unbedingt äußerst schwierig, aber mit den vielen philosophischen Passagen war "Die Eleganz des Igels" wohl trotzdem eins der anspruchsvolleren Bücher des Jahres.

Spannendstes Buch: Momentan lese ich die "Harry Potter"-Reihe und die ist, wie allgemein bekannt, ziemlich toll und spannend. Ich habe vor etlichen Jahren zwar schon mal zwei oder drei Bände der Reihe gelesen, doch kann ich weder sagen, welche das waren, noch, was genau darin passiert ist, daher ist es nun umso interessanter zu lesen, inwiefern sich die Filme von den Büchern unterscheiden.

Langweiligstes Buch: Ebenfalls ein sehr gehyptes Buch und schließlich überhaupt nicht meins war "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer.

Schönste Liebesgeschichte: In diesem Halbjahr fällt mir die Entscheidung gar nicht schwer, denn die Geschichte mit Emma und Max in "Emmas Glück" von Claudia Schreiber ist wunderschön. Lustig, traurig und wunderschön.

Bestes Fantasywerk: Die "Harry Potter"-Bücher von Joanne K. Rowling und "Der Nachtzirkus" von Erin Morgenstern. Außerdem habe ich meinen ersten Pratchett, nämlich "Die Farben der Magie" gelesen, der mir sehr gut gefallen hat und ich möchte unbedingt noch mehr Scheibenwelt-Romane lesen.

Bester Krimi/Thriller: Oh je, gar nicht mein Genre und deshalb hier auch nicht vertreten. Die lese ich wirklich nur, wenn ich total Lust drauf habe, was in den vergangenen Monaten scheinbar nicht der Fall war.

Bestes Fach-/Sachbuch: Das Buch "Ohne Geld bis ans Ende der Welt" von Michael Wigge ist ein Bericht seiner sehr spannenden Reise, hat wieder mein fernweh geweckt und ist allgemein empfehlenswert.

Bester Klassiker: "Clockwork Orange" von Anthony Burgess und "1984" von George Orwell.

Schönstes Cover: Das Cover von "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" finde ich ganz schön, auch wenn ich es nun nicht im Regal zu stehen habe.



Gesamtlesestatistik 2012

~ 61 gelesene Bücher (& 2 Mangas)
~ durchschnittlich 5 Bücher im Monat
~ insgesamt 18802 gelesene Seiten
~ durchschnittlich 51,3 gelesene Seiten am Tag
~ durchschnittlich 308,2 Seiten pro Buch
~ 12 Bücher davon wurden bereits zum zweiten Mal gelesen
~ 11 Bücher stammen aus dem Diogenes Verlag
~ 4 englische Bücher waren darunter
~ meistgelesene Autoren: Haruki Murakami (5), Suzanne Collins (3) & Joanne K. Rowling (3) 

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Picture My Day #12 - Impressionen meines Tages - Teil 3

Gestern war es also wieder soweit, der berühmt-berüchtigte Picture My Day-Day stand an. Diesmal wurde er von mint.network organisiert. Ich ließ mich natürlich nicht lumpen und nervte meine Umgebung ebenfalls mit häufigem, unangekündigtem Zücken des Fotoapparats. Bei Interesse an den anderen einemijoonmijaarden Beiträgen, gehe man hier entlang. Ansonsten, hochverehrtes Publikum, folgt mein 26. Dezember 2012.

Mittwochmorgen war ich kurz nach 0 Uhr wach und habe noch den einen oder anderen Eintrag in mein Zitatebuch geschrieben.

Letztendlich war ich aber doch müde und machte mich fertig für meinen so dringend benötigten Schönheitsschlaf.

Historisches Ereignis: Hit The Pan bei meinem aktuellen Lippenbalsam. Wohoo!

Und lesen bis mir die Augen zufallen.

Schon um kurz vor elf erhob ich mich dann wieder.

 Duschen.

 (Anziehen, Zähne putzen &) SCHMINKÖÖN!

Da am zweiten Feiertag das große Festmahl bei uns stattfand, nahm ich nur ein kleines und doch ausgewogenes Frühstück zu mir.

Noch schnell die Gelegenheit wahrnehmen, ein paar Videos anzuschauen, bevor die Gäste kommen.

 
Ein bisschen Weihnachtsmusik zusammenstellen, die wir beim Essen hören können.

 Das Festmahl!

Nach dem Essen und Plaudern verabschieden sich bald schon mein Bruder und seine Freundin und fahren wieder nach Hause.

 Gäste weg und ich hatte ich wieder meine Ruhe. Also konnte ich mich dem tollsten Geschenk aller Zeiten widmen - meiner Ukulele Edgar.
Ich habe im Internet eine Tabulatur für ein Theme aus der BBC-Serie Sherlock gefunden und möchte das unbedingt irgendwann können, also heißt's üben, üben und nochmals üben.

Eine Folge "My Name Is Earl" schauen.

Vogel headbangt.

Dann wurde das Strickzeug herausgekramt, denn...

...ich habe mir endlich den letzten Teil der Batman-Trilogie von Nolan angeschaut.

 Essen darf während der Feiertage natürlich absolut nicht vernachlässigt werden, ganz egal, wie satt man ist.

Nach dem Film wurde Musik angeschmissen...

...und noch eine Runde im Internet gestöbert. Blogposts lesen,...

...nach Albinotieren suchen (was man halt so macht :D),...

...und ein bisschen was für den Blog schreiben.

Die Stunden vergingen und ich wurde müde.

The same procedure as every day.

Da "Die Eleganz des Igels" ausgelesen war, konnte ich nun mit dem nächsten Harry Potter-Band anfangen. Gute Nacht!

Sonntag, 23. Dezember 2012

Weihnachtliches Allerlei aus dem Hause Kafka

Beim Lilaeulenkind habe ich vor einigen Tagen ein Video mit einem weihnachtlichen Fragebogen entdeckt und nun beschlossen, diesen selbst auszufüllen, da ich die Fragen eigentlich ganz angenehm fand. Wer möchte, kann selbstverständlich gerne mitmachen und selbst seinen Senf dazugeben!

Magst du Weihnachten?
Im Prinzip schon. Wenn alles hübsch geschmückt ist, die Lichter überall brennen, ich keinen exorbitanten Weihnachtsgeschenkestress habe und die ganze Familie zusammen kommt, dann mag ich Weihnachten. Falls jedoch vorallem die letzten beiden Punkte entfallen, werde ich zum Grinch wie Dr. Bruce Banner zum Hulk.

Kam in deiner Kindheit das Christkind oder der Weihnachtsmann?
Bei uns kam immer der Weihnachtsmann. Obwohl "kam" übertrieben wäre, denn gesehen habe ich ihn nie, da sich nie jemand die Mühe gemacht hatte, sich zu verkleiden. Deswegen habe ich auch nie lange an ihn geglaubt, schätze ich. Wir Kinder mussten bloß immer für ein paar Minuten in unser Zimmer und wurden dann wieder in die Wohnstube geholt, wenn die Geschenke unter dem Baum platziert waren.

Was gibt es Heilig Abend bei euch zu essen?
Neben den Unmengen an Süßigkeiten, gehört unsere Familie zu der Fraktion, die am Weihnachtsabend Kartoffelsalat und Würstchen (wobei ich letzteres weglasse) isst und sich erst an den Weihnachtsfeiertagen so richtig den Bauch mit Kartoffeln, Rotkohl, Grünkohl und Braten (wobei ich letzteres ebenfalls weglasse) vollschlägt.

Schmückst du gern zu Weihnachten das Haus bzw. dein Zimmer?
So richtige Weihnachtsdekoration habe ich eigentlich gar nicht. Meine Mutter schmückt aber immer unsere Wohnung und wenn etwas davon entbehrlich ist, bekomme ich das für mein Zimmer. Dieses Jahr hängt bei mir dadurch ein Leuchtstern im Fenster. Und ich habe ein paar Papierschneeflockengirlanden gebastelt und in den Räumen verteilt.

Backst du gern Plätzchen?
Ja, ich mag Backen (und das anschließende Verspeisen des Gebäcks) allgemein recht gern und zu Weihnachten gehört das irgendwie dazu. Dieses Jahr habe ich zwei Mal Plätzchen gebacken. Einmal war das letztes Wochenende zusammen mit meinem kleinen Bruder und das andere Mal habe ich das heute wieder gemacht für die Weihnachtsgäste morgen.


Machst du dir Stress beim Geschenkekauf für deine Lieben?
Geschenke kaufen ist absoluter Stress für mich. Besonders natürlich, wenn ich keinen blassen Schimmer habe, was ich der Person schenken soll. Für meinen Opa ist es beispielsweise verdammt schwer, etwas zu finden. Kam in den letzten Jahren auch schon vor, dass ich am Tag vor Heilig Abend noch losgestiefelt, um etwas für ihn zu finden. Dieses Jahr habe ich die Geschenke glücklicherweise schon relativ früh zusammen gehabt, was ich allgemein sehr angenehm fand.

Deine Lieblingsweihnachtsnascherei?
Lebkuchen ohne Füllung und ohne Oblaten mag ich ganz gern. Schokolade oder Spekulatius sind aber auch nicht übel.

Machst du dir vorher Gedanken, was du zu Weihnachten anziehst? Machst du dich schick oder ziehst du dir "normale" Kleidung an?
Nein, ich mache mir generell wenig Gedanken, was ich an bestimmten Tagen anziehe. Wird wohl eher "normale" Kleidung werden, die ich anziehe, da ich aber auch einfach alles normal finde, was ich habe...

Dein liebster Weihnachtsduft?
Spontan fallen mir die Apfel-Zimt-Teelichter ein, die ich sehr gern abends anzünde. Die riechen unglaublich gut.

Schenkst du oder bekommst du lieber Geschenke?
Das hält sich bei mir die Waage. Vorausgesetzt natürlich, dass es sich dabei um tolle Geschenke handelt. Etwas zu verschenken, was dann gar nicht gut ankommt oder ein blödes Geschenk zu erhalten, ist irgendwie nicht so eine schöne Erfahrung.

Habt ihr einen Weihnachtsbaum? Wenn ja, echt oder Kunstbaum?
Tatsächlich haben meine Mutter und ich vor zwei Wochen die schwere Bürde auf uns genommen, einen verdammt schweren Weihnachtsbaum zu uns nach Hause zu schleppen. Er ist demzufolge echt und gestern haben wir ihn dann aufgestellt und geschmückt.

Dein Lieblingsweihnachtslied?
Ganz vorn ist bei mir immer noch John Lennons "Happy X-Mas (War Is Over)". Aber mit nur einem Weihnachtslied kommt man ja kaum durch die Advenszeit, deshalb höre ich mir auch gern "Christmas Wrapping" von The Waitresses an und dieses Jahr habe ich außerdem das Weihnachtsalbum "A Very She & Him Christmas" von She & Him kennen und lieben gelernt. Die Band Yes Sir Boss hat auch gerade noch ein Video mit dem Lied "Christmas Soldier" hochgeladen. Deren Musik könnte ich echt den ganzen Tag hören (wenn denn endlich mal das Album in Deutschland herauskommen würde), deshalb nenne ich das ebenfalls mal an dieser Stelle.


Das schönste Geschenk, das du jemals zu Weihnachten bekommen hast?
Ach, ich habe schon soviel unglaublich schöne Geschenke bekommen, da kann ich mich gar nicht festlegen. Letztes Jahr zum Beispiel habe ich von meinem Vater ein Karte für ein Konzert von Herman Van Veen bekommen, bei welchem wir gerade am 15. Dezember dieses Jahres waren. Ein super Geschenk, denn das Konzert war einfach nur wunderbar und sehr ergreifend und überhaupt großartig. Dieses Jahr werde ich eine Ukulele bekommen, das weiß ich schon, und darauf freue ich mich schon wahnsinnig.

Bist du aufgeregt an Heilig Abend?
Nein, nicht wirklich. Als Kind war Weihnachten natürlich immer aufregend, da die Geschenke da noch eine zentralere und wichtigere Rolle gespielt haben und ich es nicht erwarten konnte, bis endlich die Bescherung beginnt. Doch mittlerweile genießt man es doch einfach nur, mit der Familie zusammen zu sein. Und man ist vom Putzen der Wohnung und den ganzen anderen Vorbereitungen für die Feiertage zu kaputt, um sich noch irgendeiner lächerlichen Aufgeregtheit hinzugeben.

Gehst du gerne auf den Weihnachtsmarkt?
Weihnachtsmärkte sind nicht unbedingt die Ausflugsorte meiner Wahl. Zumindest wenn sie so überfüllt sind, dass sich die Leute im Schneckentempo nur gegenseitig von einem Stand zum nächsten schieben. Dieses Jahr habe ich einmal den Versuch gewagt und bin an der Menschenmasse verzweifelt. So macht das echt keinen Spaß.

Dein größter Wunsch zu Weihnachten?
Klingt vielleicht ein wenig banal für einen so heiligen Feiertag, doch ich wünsche mir eigentlich nur, dass sich unsere Familie nicht allzu schlimm in die Haare kriegt. Wir sind verdammt gut im Streiten, besonders zu solchen Anlässen. Ich brauche ansonsten wohl kaum zu erwähnen, dass ich mir wünsche, dass es meiner Familie und meinen Freunden allen gut geht und dieser ganze restliche kitschige Kram, denn das hoffe ich natürlich immer.

Abschließend wünsche ich euch allen angenehme Feiertage, wie auch immer sie ihr übersteht zelebriert und erinnere euch hiermit, dass am 26. Dezember wieder der "Picture My Day"-Day stattfindet. Da bin ich diesmal wieder mit von der Partie und hoffe natürlich auch auf eure Beiträge. Ho-ho-horio!

Mittwoch, 21. November 2012

Leseverhalten 2.0

Mir ist aufgefallen, das Internet ruiniert mein Leseverhalten! Ich tausche mich ziemlich gern über Bücher aus, empfehle welche, die mich begeistert haben und nehme selbst Empfehlungen entgegen. Ich lese Rezensionen und schaue Videos zum Thema Bücher und so wachsen meine Wunsch- und Merkliste nahezu täglich. Und ich bin sehr dankbar dafür, so viele mir unbekannte, tolle Bücher dadurch zu entdecken und lesen zu können. Bei den unzähligen Besprechungen ist es ja auch schön, die Bücher für sich herauszupicken, die einem gefallen könnten. Vor allem wenn man ungefähr weiß, was einen anspricht und was nicht. Und je mehr positive Stimmen es im Netz gibt, umso größer ist dabei auch die Wahrscheinlichkeit, dass das hoch gelobte Buch einem selbst zusagt. 
Doch was mir in letzter Zeit immer bewusster geworden ist, dass sich mein Leseverhalten seither drastisch verändert hat. Vor einigen Jahren noch habe ich einfach Bücher mitgenommen, die ich vom Cover und vom Klappentext spontan ansprechend fand, ohne großen Wert darauf zulegen, wieviele begeisterte Kritiken ich vorher schon darüber gelesen habe. 
Jedoch geht das heute gar nicht mehr, schließlich gibt es Listen über Listen und Merkzettel über Merkzettel, die "abgearbeitet" werden müssen, da bleibt keine Zeit für sonstige Bücher. Diese Scheuklappen haben mir gänzlich meine Neugier auf Bücher, von denen ich vorher noch nie ein Sterbenswörtchen gehört habe, vergessen lassen. Natürlich ist es schön, dass mir der Großteil der von mir gelesenen Bücher wirklich gefällt und es nur wenige Enttäuschungen gibt. Aber wann bin ich das letzte Mal durch eine Buchhandlung oder Bibliothek geschlendert und habe Bücher eingepackt, auf die ich neugierig war, ohne dass sie bereits jemand empfohlen hat? Wann habe ich mich das letzte Mal richtig auf ein Buch eingelassen, ohne zu wissen, was kommen wird und was mich erwartet? Vielleicht wird man dabei häufiger ein Buch dabei haben, was man nicht mag, doch auf diese Weise habe ich letztendlich auch viele Lieblingsbücher gefunden. Über diesen ganzen Bücherplausch im Internet mit den zahlreichen Rezensionen, Statistiken und Challenges wird das Lesen immer mehr zu Arbeit und Wettkampf, habe ich manchmal das Gefühl. Wer hat diesen Monat mehr gelesen, wie viele Bücher von dem Autoren kennst du schon und wie viele Seiten sind das dann überhaupt?
So fortschrittlich das alles sein mag, ich möchte wieder ein paar Schritte zurück machen und einfach ab und zu auf gut Glück Bücher in meinen Korb packen und mich ohne Erwartungen im Endeffekt überraschen oder enttäuschen lassen. Wieder neugierig sein, selbst ein paar Perlen entdecken und den Wettstreit und die Merklisten kurz beiseite schieben. Wäre das nicht schön?

Mittwoch, 14. November 2012

YOU'D BETTER LET THEM LOCK ME UP!

Heute habe ich nach längerem wieder Lust darauf, ein bisschen über Musik zu schreiben. Denn neben Liedern, in denen es auf ernsthafte Weise um Liebe, Trauer, Wut oder Glück geht, gibt es auch die Lieder, die ebenjene Themen mit einem gewissen, sehr beißenden Witz behandeln und dabei in eine eher makabere Richtung gehen. Lieder, die sich des so berühmten schwarzen Humors bedienen und deren Erzähler man oftmals schon als schwer gestört bezeichnen würde. Unter Kabarettisten, wie Georg Kreisler oder Bodo Wartke, kommen solche Texte häufiger vor, doch bei Bands stößt man seltener darauf. Daher bin ich jedes Mal sehr erfreut, wenn ich eine weitere dieser bitterbösen Perlen finde. Ein paar möchte ich an dieser Stelle vorstellen, damit deutlicher wird, was ich meine. 

Ein Paradebeispiel ist Psycho, wie es der Name auch schon vermuten lässt. Eigentlich ist es von Leon Payne, doch ich liebe die Version von Amanda Palmer und Neil Gaiman. Grob zusammengefasst spricht der Erzähler in dem Lied zu seiner Mutter und erzählt dabei von den Morden, die er verübt und rät ihr, ihn wegschließen zu lassen.

i saw my ex again last night, mama
she was at the dance at miller's store
she was with that jackie white, mama
i killed them both 
and they're buried under jacob's sycamore

you think i'm psycho, don't you, mama
i didn't mean to break your cup
you think i'm psycho, don't you, mama
you'd better let them lock me up

Das nächste Lied steht ebenfalls in Verbindung mit Amanda Palmer, denn es ist von der Band Evelyn Evelyn, in der sie Mitglied ist. Ich habe dem Song You Only Want Me 'Cause You Want My Sister in der Anfangszeit nie viel Beachtung geschenkt, da es für mich ein wenig nach Countrymusik klingt, mit der ich nicht viel anfangen kann. Doch irgendwann hörte ich genauer hin und achtete auf den Text. Der handelt nämlich von der Erzählerin, die befürchtet, dass sich ihr Schwarm nur wegen ihrer Schwester mit ihr abgibt. Da sie dies bereits mit anderen Typen hinter sich hat, möchte sie sich diesmal sicher sein und ermordet daher ihre Schwester, um zu sehen, wie es danach um die beiden steht und ob ihre Sorgen begründet waren.
 and if tomorrow you should die, my sister would not bat an eye
she doesn't even know your name, she's going with some other guy
as long as she is still around, i'll always have a trace of doubt
i need to know your love is real, but how?

In Secret von The Pierces hatte die Erzählerin ihrer Freundin ein Geheimnis anvertraut und vermutet nun, diese habe es weiterverraten. So kommt sie zu dem Schluss, dass zwei Menschen wohl nur ein Geheimnis für sich behalten können, wenn einer von ihnen tot ist...


got a secret, can you keep it?
 swear this one you'll save
better lock it in your pocket
taking this one to the grave

if i show you then i know you
won't tell what i said
'cause two can keep a secret
if one of them is dead

Das nächste Lied ist so offensichtlich irre, da brauche ich gar nicht mehr viel zu sagen. They're coming to take me away von Napoleon XIV heißt es und ich find's gut!
you thought it was a joke and so you laughed,
you laughed when i had said that
losing you would made me flip my lid, right?
i know you laughed, i heard you laugh, you laughed, you laughed and
laughed and then you left, but now you know i'm utterly mad

they're coming to take me away, ha-haa
they're coming to take me away, ho-ho, hee-hee, ha-haa
to the funny farm where life is beautiful all the time
and i'll be happy to see those nice young men in their clean white coats
and they're coming to take me away, ha-haa

Gut das waren vorerst alle Songs, die heute vorstellen wollte. Vielleicht mache irgendwann noch einen zweiten Teil, doch bis dahin würde ich es sehr genial finden, wenn ihr, falls ihr noch weitere solcher Lieder kennt, mir ein paar verraten würdet!

Sonntag, 11. November 2012

Ausgezeichnet

ROSAGOLDFISCH hat mir freundlicherweise eine Auszeichnung überreicht. Über diese nette Geste freue ich mich natürlich sehr, daher gebührt ihr mein Dank!
Den ganzen Award-Schnickschnack mit dem Faktenaufzählen und Fragenausdenken lasse ich an dieser Stelle aber weg. Auch werde ich den Award nicht weiterreichen, da die Blogs, die ich großartig finde, sowieso unter "Pflichtlektüre" aufgelistet sind. 
Doch eine der Regeln lasse ich nicht außer Acht und das ist das Beantworten der Fragen. Mal ganz ehrlich, wir lieben es doch, wenn wir Fragen gestellt bekommen und daraufhin unsere tiefgründigen Ansichten loswerden können. Nicht umsonst existieren im Internet gefühlte Abertausende von Aufrufen, in denen um Fragen gebeten wird, daher lasse ich diese Möglichkeit selbstverständlich nicht unergriffen und fühl' mich auch mal wichtig.

1) Wie viele Paare Schuhe besitzt du?
Meine Füße beglücke ich, mehr oder minder abwechselnd, mit 7 Paaren Schuhen, inklusive Flip Flops. Damit passe ich wohl nicht ganz ins Bild der schuhsüchtigen Ottonormalfrau, aber das ist auch gut so. Mehr brauche ich nicht, um von A nach B zu gelangen.

2) Was wolltest du werden, als du noch in der Grundschule warst?
Früher wollte ich mal Spionin werden. Heute weiß ich natürlich, dass das albern ist und wäre viel lieber Superheldin.

3) Was hältst du von Nicki Minaj?
Ich weiß absolut gar nichts über diese Dame und kenne ihre Lieder auch nicht, deshalb kann ich mich nicht zu ihr äußern.

4) Hast du ein Haustier? Wenn ja, welches?
Ja. Ich habe einen Wellensittich, wobei er bis vor kurzem noch einen Spielgefährten hatte, der leider verstorben ist. "Er" ist eigentlich eine Sie und hört auf den klangvollen Namen "Sweety" (was war ich vor sieben Jahren doch wieder mal ausgesprochen kreativ).

5) Alleine ins Kino, alleine Essen gehen oder in eine Bar - würdest du das machen?
Ich gehe nicht gern und nur allzu selten ins Kino, esse, seitdem ich vegetarisch lebe, auch lieber Selbstgekochtes, damit weiß, was drin ist und trinke keinen Alkohol. Also nein, diese Örtlichkeiten würde ich ohne fremdes Zutun wohl kaum allein aufsuchen. Doch, abgesehen davon, gehe ich durchaus auch mal alleine zu einem Konzert, wenn niemand sonst Zeit hat oder keiner etwas mit der Musik anfangen kann. Wobei es mit Begleitung natürlich mehr Spaß macht.

6) Gibt es ein Tier, vor dem du Angst hast oder dich ekelst (z.B. Spinnen oder Mäuse)? Wenn ja, welches?
Angst, bei der man zu schreien anfängt und panisch wegrennt, habe ich vor keinem Tier so wirklich. Ausreichend Respekt gegenüber fleischfressenden und giftigen Tieren ist jedoch vorhanden.

7) Warst du schonmal in einen deiner Lehrer verliebt?
Nein. Aber warum fragt eigentlich niemand nach den Lehrern, die man gehasst hat? Da kommen doch eigentlich die besseren Geschichten bei rum. Naja, Chance verpasst.

8) Wie findest du den Film "Black Swan"?
Den finde ich sehr gut. Bei "Black Swan" war ich damals sogar im Kino und ging ziemlich beeindruckt und gleichzeitig verstört aus der Vorstellung. Er bekam 8 von 10 Punkten von mir, um es in Zahlen auszudrücken.

9) Wohnst du noch bei deinen Eltern oder in einer eigenen Wohnung?
Ich wohne noch zu Hause, möchte aber unbedingt nächstes, allerspätestens übernächstes Jahr ausziehen und auf eigenen Beinen stehen.

10) Was ist dein Lieblingsobst?
Äpfel und Mandarinen. Getrocknet mag ich Datteln noch sehr gern.

11) Hast du schon mal etwas bei einem Teleshopping-Kanal gekauft?
Um Himmels willen, nein. Meine Mutter macht es beschämenderweise aber häufiger. Doch kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, die ganze Zeit diese Anpreisung ramschiger Dinge anzusehen, um diesen überteuerten Dreck danach auch noch zu kaufen.

Na, das war doch wieder interessant, oder nicht? Ach, nun hört schon auf, zu gähnen und euch den Schlaf aus den Augenwinkeln zu reiben, ich entlasse euch hiermit ja endlich.

Donnerstag, 8. November 2012

Ukulele, Frankenweenie, Vögel

Und jetzt ratet mal, wer nächsten März in Berlin ein Konzert gibt. Amanda Palmer! Schon wieder. Eigentlich ein viel zu kurzer Abstand für mich, um das bereits erneut mitzunehmen, aber das Konzert vor ein paar Wochen war schon sehr geil, sodass ich ernsthaft überlege, trotzdem wieder hinzugehen.
Doch kommen in den nächsten Monaten auch viele andere Künstler, sodass ich gar nicht weiß, wem ich überhaupt einen Besuch abstatten soll. Ewert And The Two Dragons, Ben Howard, Olli Schulz, Sigur Rós und eben Amanda Palmer. Da bedarf es noch reichlicher Überlegung, denn so gern ich auch zu allen gehen würde, ist es letztendlich finanziell nicht drin. Hach!

Ansonsten habe ich den perfekten Weihnachtswunsch für mich gefunden. Eine Ukulele! Langsam und stetig wuchs in den letzten Jahren der Wunsch in mir heran, dieses kleine Instrument spielen zu lernen. Nicht dass ich mit dem Keyboard, der Flöte, der Melodica und dem Glockenspiel, die hier herumliegen, nicht schon ausreichend Instrumente hätte, an die ich mich wagen könnte. Aber da mein Lieblingsinstrument nunmal die Gitarre ist, dürfte es hoffentlich auch keine Probleme bereiten, ein bisschen was auf der Ukulele zu lernen. Das wird toll, ich sag's euch! Und ich werde berichten.

Ich mach' hier noch ein wenig weiter mit dem Themenwechsel. Letzten Mittwoch war ich nämlich im Kino. Normalerweise keine große Sache, doch erstens gehe ich nicht häufig ins Kino und zweitens habe ich die Karten bei moviepilot gewonnen. Ziemlich cool. Zu sehen gab es den neuesten Burton-Film "Frankenweenie" in der Originalfassung, da er in Deutschland erst in ein paar Monaten in die Kinos kommt. Insgesamt war der Film besser, als ich es erwartet hatte. Ein netter Stop-Motion-Film mit Witz, Anspielungen auf klassische Horrorfilme, einer wundervoll gestalteten Welt und grandioser Musik, aber für meinen Geschmack wirklich ein wenig zu kitschig. 
Im Kino muss man ihn daher, meiner Meinung nach, nicht unbedingt anschauen, wenn man nicht besonderen Wert auf das 3D-Erlebnis legen sollte (von dem ich jedoch nach wie vor nicht so überzeugt bin), aber sonst ein durchaus sehenswertes Werk und für Tim Burton-Fans sowieso ein Muss.

So schön dieser Abend auch war, so traurig bin ich immernoch darüber, dass nur einige Tage später eines meiner Vögelchen verstorben ist. Ich kam am Abend nach Hause, da hing sie schon ganz schwach auf der Stange, wirkte unheimlich müde und würgte ab und an ein wenig Futter hervor. Es dauerte mich eine Weile, überhaupt einen Tierarzt ausfindig zu machen, der samstags behandelt, doch war alles letztendlich schon zu spät und auf dem Weg zur Praxis ist mein kleiner Albinowellensittich dann von uns gegangen. Das war ein ganz schöner Schlag ins Gesicht, da sie noch recht jung war und ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte, dass so was passiert. Vor allem tut es mir aber momentan um meinen anderen Vogel leid, der nun allein ist. Ich probiere mich so gut wie möglich mit ihr zu beschäftigen, was sich als schwierig erweist, da sie nunmal nicht zahm ist. Andererseits bin ich mir auch nicht sicher, inwieweit es sich noch lohnen würde, einen neuen Partner für sie anzuschaffen, da das kleine Vögelchen schon eine alte Dame ist. Höchst egoistisch von mir, da Wellensittiche zu zweit gehalten werden sollen, ich sie aber wiederum auch nicht abgeben möchte. Wenn sie jedoch in einigen Jahren stirbt, müsste ich für den anderen Vogel wieder einen Partner suchen und so weiter und so fort. Und eigentlich möchte ich dieses Spielchen nicht ewig weiter führen. Ich möchte schließlich irgendwann ausziehen und sicherlich in einigen Jahren auch für längere Zeit verreisen, vielleicht sogar ein Jahr im Ausland verbringen, und das gestaltet sich mit einem Haustier scheinbar schlecht. Wahrscheinlich wird sie also allein bleiben müssen, weshalb ich mich momentan ziemlich schuldig fühle. Vielleicht fällt mir noch eine gute Lösung ein.

Samstag, 3. November 2012

In neuem Gewand

Spontan hatte ich gerade Lust, mein Blogdesign ein wenig zu verändern. Leider bin ich nicht der große HTML/CSS-Profi, sodass mein Möglichkeiten begrenzt sind. Inspiriert ist das neue Gewand vom Buch "Der Nachtzirkus", welches ich gerade lese. Dieses ganze Zirkusthema hat mich schon immer fasziniert und die vielen Beschreibungen in dieser Geschichte von dem Zirkus, der ganz und gar in schwarz und weiß gehalten ist, sprechen mich total an, daher also die "Farb"wahl. Ich weiß, dies ist keineswegs knallig oder besonders krass, doch wollte ich eigentlich auch nur weg von dem ganz schlichten, minimalistischen Weiß. So mag ich es jetzt ganz gern. Kann sein, dass ich in der nächsten Zeit noch hier und da ein paar winzige Veränderungen vornehme, doch sonst müsst ihr euch wohl vorerst damit begnügen.

 

Dienstag, 30. Oktober 2012

I'M SAYING IT NOW, I'M SAYING IT SO: Amanda Palmer im Columbia Club Berlin, Okt 2012

In den letzten Monaten habe ich mich durch so gut wie alle Projekte von Amanda Palmer gehört. The Dresden Dolls, dann Evelyn Evelyn und schließlich ihr Solozeugs. Dieses Jahr hat sie dann zusammen mit dem Grand Theft Orchestra eine neue Platte mit dem Titel "Theatre Is Evil" veröffentlicht und die Lieder gefallen mir mit Abstand am besten. Kein einzelner Song, keine Textzeile oder gar Note, die ich nicht genial finde. Obwohl es bei Amanda Palmer ja nicht mal nur um die gute Musik geht. Ihre Person, wie sie sich gibt, welche Kleidung sie trägt, worüber sie redet und vor allem wie sie das tut - alles ist geprägt von Einzigartigkeit und Mut, sodass man sie dafür einfach nur bewundern muss. Punkt.

Als ich erfahren hatte, dass sie in Berlin ein Konzert geben würde, hatte ich natürlich das sehr dringende Bedürfnis dorthin zu gehen. Das Problem war jedoch: ich war nicht die Einzige, die Interesse daran hatte und so war das Konzert bereits ausverkauft. Und im privaten Weiterverkauf waren die Preise schon auf das Doppelte angestiegen, was ich aber nicht bereit war, zu bezahlen. Fans so auszunehmen, finde ich kacke und deshalb unterstütze ich das nicht auch noch. Ich wollte aber unbedingt hin und so fing ich sogar schon an, mir zu überlegen, einfach auf gut Glück hinzufahren, um vielleicht vor Ort noch ein Ticket ergattern zu können. Lange Rede, kurzer Sinn. Letztendlich war das gar nicht nötig, denn meine Mutter hatte für mich noch eine Karte bekommen können, die nur ein paar Euro über dem Originalpreis lag. Und so ging es dann am letzten Sonntag, dem 28. Oktober, zu Amanda Fucking Palmer! Yeah!


Als ich vor dem C-Club ankam, stellte ich fest, ich war bei weitem nicht die Einzige, die dieses Konzert als perfekte Gelegenheit ansah, sich ein wenig ausgefallener zu kleiden. Vor einigen Wochen hatte ich mir ein schwarzes Tüllkleid gekauft, welches ich zu diesem Anlass anzog und einige andere Leute waren sogar ebenfalls in Tüll gehüllt, außerdem sichtete ich Glitzer en masse, Hüte und sogar eine Lolita. So freute ich mich schon auf ein ausgelassenes, entspanntes Publikum, doch leider war dies überhaupt nicht der Fall. Ich kann nicht sagen, ob das überall im Club der Fall war, doch die Leute um mich herum haben geschubst und gerempelt ohne Ende. Wenn sie dabei getanzt hätten, würde ich gar nichts sagen, aber die ganze Zeit nur lahm herumzustehen und nur ab und zu zu schubsen, um ein Zipfelchen mehr zu sehen, geht mir ganz schön auf die Nerven. Aber naja, man kann ja nicht alles haben und glücklicherweise vergesse ich solche Umstände nach Konzerten immer als erstes und ich erinnere mich im Nachhinein nur an die geilen Dinge.
Den Abend eröffnete der Bassist des Grand Theft Orchestras Jherek Bischoff, indem er mit einem Streichquartett einige Lieder von seinem eigenen Album spielte, soweit ich das verstanden habe. Fand ich durchaus ganz angenehm. Vorband #2 bestand dann aus dem Gitarristen des Grand Theft Orchestras, der mit seiner Band The Simple Pleasure übelsten Elektropop-Dreck ablieferte. Der Auftritt hat mir ganz und gar nicht gefallen, deshalb war ich sehr froh, als die irgendwann wieder von der Bühne verschwunden waren. Wo ich beim Joss Stone-Konzert im September mit Yes Sir Boss noch die beste Vorband meiner bisherigen Konzertgänge bestaunen durfte, war dies hier leider wirklich die schlechteste.


Als dann jedoch Amanda Palmer auf die Bühne kam, ist meine Laune natürlich gleich wieder schlagartig nach oben geschossen. Sie ist wirklich unendlich sympathisch, präsentierte sich als absolut aufgeschlossen und witzig und interagierte so viel mit dem Publikum, wie ich es noch nie auf einem Konzert erlebt habe. Und wie kann man die Deutschen am einfachsten auf seine Seite ziehen? Genau, man spricht Deutsch mit ihnen. Und sie handelte nicht nur einige Standardphrasen ab wie "Danke" oder "Ich habe Sauerkraut in meiner Unterhose" wie manch anderer Künstler, sondern konnte die Grundlagen scheinbar wirklich sprechen. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, war demnach positiv überrascht. Und als ob es nicht schon toll genug wäre, ihr einfach nur beim Singen und Spielen zuzuschauen, war die Show auch noch gespickt mit zahlreichen besonderen Momenten. Am Anfang wurden Blumen ins die Menge geworfen, beim The Dresden Doll-Song "Missed Me" tauschten alle Mitglieder mehrere Male die Instrumente und es gab einen sehr berührenden Moment, in dem Amanda kleine Zettel aus einem Kästchen zog und vorlas, auf denen vor dem Auftritt einige Leute die schlimmsten Geschehnisse in ihrem Leben aufgeschrieben hatten. Man, so einen dicken Kloß im Hals hatte ich schon lange nicht mehr.


Doch das genialste war, als sie sich mitten im Song "Bottomfeeder" plötzlich ins Publikum fallen ließ und eine Runde crowdsurfte. Da bin ich zuvor bereits auf 16 Konzerten gewesen und muss ernsthaft erst zu Amanda Palmer, um das mal zu erleben? Aber es war einfach saucool und ich konnte sie berühren und sie zog einen langen Schleier Stoff nach sich, der über die Köpfe wallte und WAHH! Habe ich schon erwähnt, wie toll das war?

Die Songauswahl hat mir ebenfalls wirklich gut gefallen. Ich mag es ja, wenn ich die Lieder kenne, im besten Fall sogar mitsingen kann und das war bei den meisten am Sonntag glücklicherweise der Fall, dadurch dass sie viele Songs vom neuesten Album und ein paar der bekanntesten The Dresden Dolls-Stücke gespielt hat. Es waren sogar zwei deutsche Lieder Bestandteil der Setlist, die ich vorher jedoch noch nicht kannte. Zum einen das Neue Deutsche Welle-Lied "Eisbär" und zum anderen "Seeräuber Jenny", zu dem sie gerade heute den Auftritt hochgeladen hat.


Für ihre Zugabe kramte Amanda dann ihre Ukulele heraus, stellte sich hinten auf eine Bar (vermute ich zumindest, denn ich hab nich genau gesehen, worauf sie stand) und spielte mein aktuelles Herzenslied, das Lied, das ich gerade am meisten auf meiner Gitarre übe und das ich total liebe, nämlich "Creep" von Radiohead. Es war magisch, wie alle zusammen diese Zeilen gesungen haben und spätestens da wurde mir klar, dass dies zwar mein erstes, jedoch hoffentlich nicht mein letztes Palmer-Konzert gewesen sein wird. An dieser Stelle höre ich endlich mit dieser ekelhaft kitschigen Schwärmerei auf, sonst kriege ich beim nächsten Mal erst recht keine Karte mehr ab, weil ihr auch alle hinstürmt. Oder so. Es war jedenfalls ein wunderbarer Abend, an den ich sehr gern zurück denken werde.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

LEAVE ME DREAMING ON THE BED

Vor einigen Jahren hatte ich oft die Vorstellung im Kopf, dass Musiker es wüssten, wenn irgendjemand auf der Welt ihre Musik hört, und sei dieser Jemand tausende Kilometer entfernt. Ich hatte keine Ahnung, woher sie es wüssten, aber ich dachte an ein warmes Gefühl, welches sie verspüren würden. Und je mehr der Zuhörer die Lieder mag, vielleicht sogar dazu tanzt oder mitsingt, oder je mehr Zuhörer es insgesamt auf Welt sind, umso stärker wäre diese Gefühl. Wenn man demnach ein Lied geschrieben hat, in das man besonders viele persönliche Gedanken und Gefühle hineingesteckt hat, kann man sich spätestens bei diesem warmen Gefühl sicher sein, dass es irgendwo da draußen Menschen gibt, die genau wissen, wovon man spricht und die einen verstehen. Ab und zu habe ich damals sogar versucht, meine Zuneigung zu einem Lieblingslied besonders zum Ausdruck zu bringen, um dem Musiker ein möglichst gutes, warmes Gefühl zu geben und ihm dadurch klar zu machen, wie sehr mich der Text oder die Melodie berührt. 
Natürlich ist das nur ein Hirngespinst, jedoch ist es mir heute wieder eingefallen und irgendwie mag ich den Gedanken daran.

Montag, 15. Oktober 2012

Visueller Blogschmuck

Wohin man auch klickt und blickt, Fotografieblogs gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Hier fotografiert jemand leidenschaftlich gern das heimische Haustier, dort bevorzugt einer lieber die Festhaltung vom kunterbunten Blumenbeet. Den Ausspruch "Every idiot with a camera thinks he's a photographer" wird oftmals von wutentbrannten "echten" Fotografen gestreut, um dieser gefährlichen Krankheit entgegenzusteuern. Aber warum eigentlich?
Es ist doch wunderbar, wenn man sich damit auseinandersetzt, eine bestimmte Stimmung und Kulisse auf einem Foto einzufangen, ob man sich dabei nun Fotograf nennt oder nicht.
Zugegeben stehe ich auch nicht drauf, wenn man vor lauter Scrollen gar keine Chance hat, noch zu den drei Zeilen Text zu gelangen, die sich unter den fünfhundert Fotos im Beitrag mancher Blogs befinden. Und zugegeben finde ich es albern, wenn man gleich zehn Bilder des gleichen Motivs veröffentlicht, die im Endeffekt auch noch alle gleich aussehen. Und zugegeben - ach, scheiß drauf - ich mag keine Fotografieblogs. Zumindest die meisten nicht. 
Man kann es im Groben doch folgendermaßen zusammenfassen: Entweder wird ein Fotografieblog von einem erfahrenen, langjährigen Fotografen verfasst, der nicht nur stumpf jedes Foto veröffentlicht, das auf dem Kameraspeicher war, sondern der radikal aussortiert und dem geneigten Leser nur die Crème de la crème seines Shootings präsentiert und der im Idealfall sogar noch Tipps, Tricks und Techniken preisgibt oder sich allgemein lesenswert über die Fotografie auslässt. Ihm gegenüber befinden sich die Fotografieblogs, und die stellen leider die Mehrheit dar, in denen ganze Fotobomben auf einen losgelassen werden mit so wenig Text und Beschreibung wie möglich. Ein 0815-Bild jagt das nächste und alles was in den Kommentare stehen kann, ist "Schöne Fotos". Pahh!
Am liebsten ist es mir immer noch, wenn jemand mit seinen Fotos explizit Dinge auf seinem Blog zeigt oder seine Texte geschickt veranschaulicht, ohne dass man davon regelrecht erschlagen wird. Also im Prinzip ganz "normale" Blogs.

Doch wer bin ich schon, mir hier das Recht herauszunehmen, Fotografieblogs zu verurteilen bewerten? Wo ich doch selbst nur alle paar Jubeljahre ein einigermaßen wertvolles Bild mit meiner Digitalkamera zustande bringe. Und selbst aus diesen könnte ein richtig guter Fotograf noch mehr herausholen, als ich es vermag. Aber im Endeffekt reicht mir das aus, um diesen Blog zu führen, der sich da keineswegs Fotografieblog nennt - noch nicht.


Zu guter Letzt - wo wir schon beim Thema sind - möchte ich hier noch eine Fotografin erwähnen, die mir wirklich sehr am Herzen liegt. Ihr Name ist Brooke Shaden und sie führt nicht nur den besten Fotografieblog, den ich bisher kennenlernen durfte, in dem sie Hintergründe zu der Entstehung ihrer Bilder und Wissen & Erfahrungen niederschreibt, sondern ihre Bilder sind auch die ersten, die ich wirklich als Kunst bezeichnen würde. Schön anzusehende Fotos können viele Menschen schießen, doch zum ersten Mal haben es Bilder geschafft, mich tief zu berühren und etwas in mir zu bewegen. Hier geht es zu ihrem wundervollen Portfolio! Vielleicht gefällt es dem einen oder anderen ja ebenfalls so gut wie mir.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Meine 10 Angewohnheiten im Bezug auf Bücher

Vor einiger Zeit bin ich über diesen Beitrag von Cara gestolpert und habe heute spontan Lust dazu, meine 10 Angewohnheiten im Bezug auf Bücher niederzuschreiben. Eigentlich ist dies Teil des "Top Ten Thursday", aber ich hoffe, es hat niemand ein Problem damit, wenn ich das zum Stöckchen umfunktioniere. Es folgen also meine total crazy und unglaublich unterhaltsamen Buchmacken, yo!

1) Ich lese nie mehrere Bücher gleichzeitig. Ausnahmen können höchstens vorkommen, wenn es sich bei den beiden Büchern um einen Roman und ein Sachbuch handelt, aber ansonsten möchte ich mich vollkommen auf eine Geschichte konzentrieren, damit nicht im schlimmsten Fall irgendwelche Verwechslungen meinerseits vorkommen.

2) Ich lese Trilogien nur, wenn bereits alle drei Teile erschienen sind. Ich habe nämlich einfach keine Lust, ein Jahr oder länger auf den nächsten Band warten zu müssen. So ist die Geschichte noch frisch im Gedächtnis und bei besonders spannenden Trilogien kann man gleich zum nächsten Teil greifen.

3) Ich lese keine Buchreihen. Ausgenommen Harry Potter natürlich, aber sonst habe ich absolut kein Interesse daran, warum auch immer.

4) Ich habe erst vor einigen Monaten damit angefangen, Bücher zu kaufen. Vorher habe ich sie allenfalls geschenkt bekommen oder einfach ausgeliehen. Doch mittlerweile gefällt mir die Vorstellung total gut, irgendwann ein großes Bücherregal voll mit wunderbaren Büchern zu besitzen. Wobei ich aber auch nur Bücher behalte, die mir wirklich gut gefallen haben und die ich auf jeden Fall wieder lesen möchte. Der Rest wird aussortiert und weiterverschenkt oder wieder verkauft. 

5) Bücher sind für mich Gebrauchsgegenstände. Darin herumzumalen oder zu markieren geht natürlich überhaupt nicht, doch sonst stören mich Knicke oder sonstige Gebrauchsspuren nicht. Ich kaufe auch ziemlich oft gebrauchte Bücher, weil es mir nur darum geht, die Geschichte lesen zu können und nicht die Bücher anzustarren. Ich schnüffle auch nicht an Büchern (was bei Bibliotheksexemplaren sowieso nicht zu empfehlen ist), spreche mit ihnen oder streichle sie oder was manch anderer Buchfreund sonst so tut. Ich mag Bücher und ihre Geschichten wirklich gern, aber irgendwo gibt es für mich eine Grenze.

6) Ich nehme beim Lesen den Schutzumschlag grundsätzlich ab, sofern einer vorhanden ist.

7) Ich sortiere meine Bücher im Regal bisher noch nicht. Werde das aber zukünftig wohl nach Genre und dann nach Verlag und Autor aufstellen.

8) Wenn ich zu Hause lese, muss es absolut ruhig sein, damit ich mich konzentrieren kann. Nur beim Bahnfahren oder bei Autoreisen höre ich Musik, um mich von den Gesprächen und Geräuschen der Außenwelt abzuschirmen. Da klappt das auch super, obwohl mich daheim Musik zu sehr ablenken würde.

9) Bevor ich mit der eigentlichen Geschichte des Buches beginne, lese ich immer vorher in gleicher Reihenfolge den Klappentext auf der Rückseite, dann die Kurzbeschreibung vorn im Buch, dann die Autorenbeschreibung und dann die Widmung. Erst wenn das getan ist, kann ich mit der Geschichte anfangen, damit ich auch ja nichts vergesse zu lesen.

10) Ich lese mehr Bücher von männlichen Autoren. Eigentlich ungewollt, aber insgesamt finde ich im Allgemeinen die Geschichten, die von Männern erdacht wurden, ansprechender. Wobei es wundervolle Bücher von Frauen gibt, keine Frage. Meine momentane Schätzung ergibt, dass von sechs Büchern, die ich lese, nur eins von einer Frau geschrieben wurde. Da bin ich wohl nicht feministisch genug...

Samstag, 29. September 2012

Bewerbungen, Fahrschule, Serien

Momentan läuft hier selten etwas, wie es soll. Für meinen Wunschstudiumgang bin ich leider nicht angenommen worden. War eigentlich auch zu erwarten, muss ich im Nachhinein zugeben. Zwar haben mich zwei andere Unis angenommen, aber im Endeffekt bin skeptisch, ob diese Studiengänge hundertprozentig etwas für mich sind und ich möchte nicht irgendetwas studieren, nur um überhaupt zu studieren. Ich hoffe, ich kann die Zeit bis zum Studium - denn studieren möchte ich auf jeden Fall irgendwann - mit Praktika oder einer Ausbildung überbrücken.
Wenn das möglichst bald wäre, würde mich das auch nicht stören, denn langsam drückt mir die Warterei und Ungewissheit schwer im Magen, jedoch kann ich wohl momentan kaum mehr machen, als eine Bewerbung nach der nächsten herauszuschicken.

Sonst vertreibe ich mir gerade die Zeit damit, mir das Wichtigste in Word und Excel selbst beizubringen (beherrsche ich leider gar nicht mehr, wird aber oft als Voraussetzung in Stellenangeboten genannt) und mich ein wenig handwerklich zu betätigen. Neben der Buchschatulle, die ich gerade mühsam anfertige, stricke ich gern folgende Täschchen, die ich ganz schick finde. Vielleicht sollte ich sie in Serie produzieren und verkaufen, um überhaupt etwas mit meinem gegenwärtigen Leben anzufangen.


Am Freitag habe ich mich bei einer Fahrschule angemeldet. Ich weiß zwar noch gar nicht, wie wir das mit der Finanzierung gebacken kriegen sollen, doch probiere ich einfach die Zeit gerade so wenig sinnlos wie möglich vergehen zu lassen. Der Gedanke, in ein paar Wochen in einem Auto zu sitzen und fahren zu lernen, ist jedoch irgendwie seltsam. Ich bewege mich sonst praktisch nur mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln fort. Und wenn ihr wüsstet, wie ich bisher Fahrrad fahre, würdet ihr euch wahrscheinlich wundern, dass ich überhaupt noch lebe, aber auf einmal soll ich mich an Regeln und Vorschriften halten. Das ist irgendwie so erwachsen, ohje.

Kommen wir zu ein paar weniger jammervollen Themen, sonst wird der Beitrag zu bemitleidenswert. Ich habe wieder angefangen, bei Twitter ein bisschen mitzumischen. Eigentlich habe ich davon nie viel gehalten und es eher spärlich benutzt, doch in den letzten Tagen finde ich es ganz unterhaltsam. Wenn ihr euch also ganz hipstermäßig daran beteiligen wollte, seid ihr herzlich willkommen.
Auch bei der Internetseite Tauschothek habe ich mich angemeldet und werde in den nächsten Tagen einige Bücher hereinstellen. Nach momox, rebuy und diversen anderen Versuchen, ungeliebte Bücher loszuwerden, ist dies mein letzter Versuch. Alles, was nach zwei bis drei Monaten immer noch da ist, werde ich wegwerfen. So leid es mir auch tut, aber irgendwo habe ich langsam keine Lust mehr, mich darum zu kümmern. Wenn ihr also ein paar Bücher vor dem sicheren Tod bewahren wollt, schaut in den nächsten Tagen und Wochen einfach vorbei. Vielleicht ist da ja etwas für euch dabei.

Der letzte Tagesordnungspunkt lautet "Serien". Denn ich letzter Zeit bin ich total im Serienfieber. Nachdem ich in den letzten paar Monaten alle Folgen von "Elfen Lied", "Scrubs", "Dharma & Greg" und "Pushing Daisies" angeschaut habe, war ich auf der Suche nach neuen, tollen Serien. Ich habe es mit "True Blood" und "Dexter" probiert, aber beides fand ich wirklich furchtbar und bin daher nie über die ersten Folgen hinausgekommen. Aktuell beende ich "Desperate Housewives" und "Monk", die ich beide ganz gut finde und wage mich danach an "New Girl". Ich mag Zooey Deschanel ja ganz gern und hoffe, dass das etwas für mich ist. Falls nicht, möchte ich mich wieder meiner absoluten Lieblingsserie "Gilmore Girls" widmen und sicher gehen, dass ich auch wirklich alle Folgen kenne. 
Und weil ich finde, dass eine bloße Erwähnung dieser Serie überhaupt nicht gerecht wird, möchte ich unbedingt betonen, wie unglaublich toll und liebenswert ich "Pushing Daisies" finde. Ich trauere immer noch darum, dass sie aufgrund mangelnder Zuschauer eingestellt werden musste und es daher nur zwei Staffeln gibt. Diese muss ich mir aber zumindest kaufen und ins Regal stellen, obwohl ich das nicht oft bei Serien mache. Sie ist einfach so schön! 
Habt ihr noch Serienempfehlungen für mich? Ach ja, "How I Met Your Mother" und "The Big Bang Theory" könnt ihr gleich knicken, die werde ich mir wohl nie anschauen, aber sonst her mit euren Tipps!

Mittwoch, 19. September 2012

Gegen einsam von Daniela Meisel

AUTOR l Daniela Meisel
TITEL l Gegen einsam
GENRE l Roman, Gegenwartsliteratur
VERLAG l Picus Verlag (2012)
SEITEN l 216
AUSZUG l "Ich bin der durchschnittlichste Mensch, den ich kenne. Das war immer schon so. Als meine Mutter mich zur Welt brachte, lag sie dreizehn Stunden in den Wehen. Der mittlere Zeitwert für Erstgebärende, den man in von Hebammen verfassten Ratgebern nachlesen kann. Ich wog dreitausendvierhundertfünfzig Gramm und war einundfünfzig Zentimeter lang. Die durchschnittlichen Maße eines männlichen Neugeborenen meines Jahrgangs. [...]
Mein Lieblingsbuch ist 'Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien, mein Lieblingsfilm 'Der Pate' von Francis Ford Coppola und mein Lieblingslied ist 'Imagine' von John Lennon. Die Titel führen jeweils die Listen der meistgelesenen Bücher, meistgesehenen Filme und meistgehörten Songs der Welt an." 

Hier entlang zur Leseprobe.

ANMERKUNG l Das Buch, welches hier käuflich erworben werden kann, wurde mir im Rahmen der Internetseite "Blogg dein Buch" vom Picus Verlag zur Verfügung gestellt. Einzige Bedingung für den Erhalt ist eine schriftliche Rezension auf meinem Blog.

INHALT l Manuel ist der Inbegriff der Durchschnittlichkeit. Er ist durchschnittlich groß, durchschnittlich schwer und hat einen durchschnittlichen Beruf. Als er erfährt, dass ein Mitteleuropäer im Durchschnitt siebzehntausend Dinge besitzt, möchte er wenigstens ein Mal das Mittelmaß hinter sich lassen und macht es sich zum Ziel, vierunddreißigtausend Dinge zu besitzen. Unter Einsatz seines gesamten Geldes und sogar mit dem Einsparen lebenswichtiger Dinge wie Essen häuft er Stück für Stück willkürlichen Plunder an, um möglichst schnell möglichst viele Dinge zu besitzen. Das ist sein Versuch, sich gegen die Einsamkeit zu wehren.
Maja ist ebenfalls einsam. Ihre Arbeit in einer Anwaltskanzlei ist langweilig, ihre einzige Freundin ist eine taubstumme ältere Dame und in ihrer Freizeit gibt sie sich als Studentin aus, um WG-Zimmer zu besichtigen. Während Manuel Gegenstände sammelt, sammelt sie Begegnungen, um die Leere in ihrem Leben zu füllen. Es kommt, wie es kommen muss: ihre Wege kreuzen sich und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Beziehung.

REZENSION l Die Beschreibung hat mich überzeugt, sobald ich sie gelesen habe, da mir einfach die Idee der beiden Charaktere total gut gefällt. Ich lese gern von Außenseitern und davon, wie sie sich in der Gesellschaft einfinden, deshalb habe ich bei diesem Buch eine ganz besondere Perle erhofft, doch leider war ich im Endeffekt ein wenig enttäuscht. "Gegen einsam" ist ein sehr ruhiges Buch, womit ich im Normalfall auch überhaupt kein Problem habe, doch hier konnte ich mich einfach nicht wirklich in die Geschichte einfinden. Nachdem die Protagonisten vorgestellt wurden, plätschert die Handlung ziemlich vor sich hin. Ich habe mich beim Lesen zwar nicht gelangweilt, aber leider hatte ich auch nie im Entferntesten das dringende Bedürfnis, das Buch unbedingt weiterlesen zu müssen. Auf mich wirkt es, als ob Daniela Meisel die Vorstellung der ausgefallenen Charaktere bereits im Kopf hatte und dann irgendwie eine Geschichte um sie schuf, die gefälligst melancholisch und tiefgründig zu sein hat. Dabei hat sie es in meinen Augen nicht wirklich geschafft, eine berührende Atmosphäre aufzubauen und die Besonderheit der Protagonisten verliert sich im Laufe der Geschichte.
Der Schreibstil war einfach und direkt, uferte an manchen Stellen aber in überflüssige Beschreibungen aus, wie ich finde. Außerdem war ich ab und an schon von einigen österreichischen Begriffen irritiert, die ich so vorher noch nie gehört hatte. Bei Wörtern wie "Stiegenhaus", "Kassakraft" und "Türschnalle" musste ich schon erst einmal kurz darüber nachdenken, was hier gemeint war. Der Lesefluss war dahin. Doch will ich das keineswegs ankreiden, denn die Autorin stammt schließlich aus Österreich.
Ich muss sagen, was mir in dem Buch gut gefallen hat, war die Herangehensweise an das Thema der Einsamkeit. Ich hatte eine ganz andere erwartet und fand es daher gut gemacht. Denn Manuel und Maja sitzen nicht etwa den ganzen Tag mutterseelenallein herum, sondern begegnen in der Tat vielen Personen und erzählen auch von Menschen, denen sie in der Vergangenheit begegnet sind. Trotzdem fühlen sie sich einsam und anschlusslos. Nachdem sie einander kennengelernt haben, entwickelt sich zwischen den Charakteren auch keine Liebesgeschichte, wie man ob der Inhaltsangabe vermuten könnte, sondern eher eine freundschaftähnliche Verbindung, was ich sehr erfrischend fand. Insgesamt könnte man also sagen, dass ich die Ideen und Ansätze in "Gegen einsam" sehr gut fand, das alles jedoch im Gesamtpaket dann nicht gänzlich überzeugen konnte.

FAZIT l Ein nettes, ruhiges Buch für Zwischendurch, an das man nicht mit allzu hohen Erwartungen herangehen sollte. Ich vergebe drei von fünf Teekannen.