Sonntag, 7. Juli 2019

Konzert- & Tourtipps fürs 2. Halbjahr 2019: Kurz und knackig

Diesmal gibt es aufgrund mangelnder Zeit - und ich bin sowieso schon spät dran - die Konzerttipps in Listenform. Wie beim letzten Mal sind wieder hauptsächlich Künstler dabei, deren Shows hier im deutschsprachigen Raum nicht unnötig überteuert ist, sondern für viele erschwinglich sein dürften. Ich selbst habe bereits Tickets für sechs der aufgelisteten Musiker und Bands und es kommen wahrscheinlich noch mehr hinzu. 2019 scheint ein wirklich gutes Konzertjahr zu sein.


  • MACY GRAY: 23.07. @ Carlswerk Victoria Köln // 24.07. @ Gibson Frankfurt ~ Tickets ca. 40 €

  • MITSKI: 13.08. @ Flex Wien // 15.08. @ Heimathafen Neukölln Berlin ~ Tickets zwischen 22 und 30 €

  • HATARI: 28.08. @ Festsaal Kreuzberg Berlin ~ Tickets ca. 19 €

  • AMANDA PALMER: 06.09. @ Admiralspalast Berlin // 11.09. @ Alte Kongresshalle München // 13.09. @ Capitol Offenbach // 14.09 @ Wiener Konzerthaus Wien // 15.09. @ Congress Graz Stefaniensaal // 18.09. Theaterhaus Stuttgart // 19.09. @ Colosseum Theater Essen // 24.09. @ Laeiszhalle Hamburg // 25.09. @ Haus Auensee Leipzig ~ Tickets zwischen 42 und 50 €

  • HOLY MOLY & THE CRACKERS: 10.09. @ Musik & Frieden Berlin ~ Tickets ca. 16 €

  • KATE NASH: 24.09. @ Bürgerhaus Stollwerck Köln // 25.09. @ Kulturhaus Karlstorbahnhof Heidelberg // 27.09. @ Astra Kulturhaus Berlin // 28.09. @ Täubchenthal Leipzig // 29.09. @ Strom München ~ Tickets ca. 26 €

  • NOUVELLE VAGUE: 01.10. @ Mojo Club Hamburg // 02.10. @ Columbia Theater Berlin // 03.10. @ beatpol Dresden // 05.10. @ Gloria-Theater Köln // 06.10. @ Muffathalle München // 07.10. @ KUZ Kulturzentrum Mainz ~ Tickets zwischen 30 und 36 €

  • EMMA RUTH RUNDLE: 05.10. @ Die Trompete Bochum // 07.10. @ Nachtleben Frankfurt // 08.10. @ Gleis 22 Münster // 10.10. @ Neue Kantine Augsburg // 14.10. @ Arena Wien // 20.10. @ Die Stadtmitte Karlsruhe ~ Tickets ca. 20 €

  • THE SLOW SHOW: 17.10. @ Gloria-Theater Köln // 18.10. @ Zeche Carl Essen // 20.10. @ Uebel & Gefährlich Hamburg // 21.10. Columbia Theater Berlin // 22.10. @ Freiheiz München // 26.10. franz.K Reutlingen // 27.10. @ KUZ Kulturzentrum Mainz ~ Tickets ca. 28 €

  • GIRL IN RED: 03.11. @ Luxor Köln // 13.11. @ Musik & Frieden Berlin ~ Tickets ca. 22 €

  • ELBOW: 10.11. @ Kulturzentrum Schlachthof e. V. Wiesbaden // 12.11. @TonHalle München // 13.11. @ Live Music Hall Köln // 14.11. Huxley's Neue Welt Berlin ~ Tickets zwischen 37 und 40 €

  • EZRA FURMAN: 16.11. @ Luxor Köln // 17.11. @ Festsaal Kreuzberg Berlin ~ Tickets ca. 24 €

  • THE REGRETTES: 18.11. @ Blue Shell Köln // 19.11. @ Molotow SkyBar Hamburg // 22.11. @ Musik & Frieden Berlin // 26.11. @ Flex Wien // 27.11. @ Strom München ~ Tickets ca. 20 €

  • BONAPARTE: 19.11. @ Täubchenthal Leipzig // 20.11. @ beatpol Dresden // 21.11. Batschkapp Frankfurt // 23.11. @ Flex Wien // 25.11. @ E-Werk Erlangen // 28.11. @ Gloria-Theater Köln // 29.11. Uebel & Gefährlich Hamburg // 30.11. Festsaal Kreuzberg Berlin ~ Tickets ca. 28 €

  • COPPELIUS: 07.11. @ Hirsch Nürnberg // 08.11. @ Das Bett Frankfurt // 09.11. @ clubCANN Stuttgart // 22.11. @ Knust Hamburg // 23.11. @ Musikzentrum Hamburg // 29.11. @ Backstage Halle München // 30.11. @ Szene Wien // 27.12. @ Columbia Theater Berlin // 28.12. @ Alte Brauerei Annaberg-Buchholz // 16.01.2020 @ Kulttempel Oberhausen // 18.01.2020 @ Kammgarn Kaiserlautern ~ Tickets zwischen 20 und 29 €

Dienstag, 25. Juni 2019

Musiktipps #20: I DON'T PLAY, I SLAY [Pride Month Edition]

HAPPY PRIDE MONTH! 
Es gibt endlich wieder eine Ausgabe meiner Musiktipps an euch und diesmal zu einem besonderen Anlass. Selbst bin ich nicht direkt Teil der LGBTQIA+-Community und ich habe mit mir gehadert, ob ich mir das Recht herausnehmen darf, das Thema trotzdem aufzugreifen. Aber letztendlich sehe ich mich durchaus als Verbündete dieser Gemeinschaft. Ich finde es  nicht nur wichtig, sondern auch hochinteressant, mir die Geschichten von queeren Personen anzuhören, zu lernen, was sie teilweise Tag für Tag durchmachen, wofür sie kämpfen müssen - und natürlich einfach mitzukriegen, was für großartige und offene Persönlichkeiten sie sind.

Ihre Probleme kann ich nicht aus erster Hand nachvollziehen. Aber ich kann mir ihre Lektionen über Schwierigkeiten, Hindernisse - und wie sie diese überkommen - anhören und sie auf mein Leben, meine mentalen Gesundheitsprobleme, mein Weg zur Selbstliebe anwenden. Das ist unglaublich bereichernd und hilfreich.

Generell bin ich der Meinung, jeder sollte sich so gut wie möglich mit den Lebensumständen, Subkulturen und Geschichten von Minderheiten-Gruppen beschäftigen. Schmeißt doch mal ein paar weiße, reiche Männer aus euren Timelines und fügt stattdessen Queer Folk, Transfrauen und -männer oder ein paar Drag Queens hinzu!

Wenn das mehr Leute tun würden, könnten sie schnell begreifen, dass es sich dabei um ganz normale Menschen mit den gleichen Bedürfnissen handelt, denen man nicht mit Hass oder Angst zu begegnen hat. Dass Gleichberechtigung und Akzeptanz überhaupt immer noch ein Streitthema sein müssen, ist für mich unfassbar. Aber um mein Geschwafel zu beenden, übergebe ich nun an Stimmen, die auch dieses Jahr im Juni wieder Pride zelebrieren:


Haus Party, Pt.1 von Todrick Hall
Wieder einmal kam, sah und slayte der viel beschäftigte US-amerikanische Sänger, Tänzer und Musikvideo-Visionär mit seinem neuesten Album Haus Party. Wie der Name schon andeutet, lässt er Pop und Co. hinter sich und widmet sich ganz der House-Musik. Vorläufig gibt es den ersten Teil auf die Ohren, der mit Songs wie I Like Boys und Glitter tanzbare Tunes abliefert.

Großes Augenmerk liegt jedoch natürlich auf der Single Nails, Hair, Hips, Heels. Zu der gibt es bereits ein kesses Musikvideo, in dem an die 70 Männer auf High Heels tanzen. Es fügt sich perfekt in die Reihe von Todrick Halls Club-Hymnen ein (nach Low und Dem Beats) - diesmal sogar ohne Hilfe von Drag-Ikone RuPaul. Meiner Meinung nach hat er sein Vorhaben perfekt umgesetzt, einen Song zu schreiben, bei dem man sich als Zuhörer selbstbewusst und unbesiegbar fühlt.
girl, what did that girl just say, girl?
ooh girl, I don't dance, I work
I don't play, I slay
I don't walk, I strut


1950 von King Princess
Dieses Lied von King Princess, leider nicht ihr richtiger Name, kam zwar schon im Jahre 2018 heraus, doch ich entdeckte es erst kürzlich. Der Musikerin aus Brooklyn wird schon seit der Veröffentlichung ihrer Debütsingle vorausgesagt, bald ganz groß herauszukommen. Es kann also wirklich jeden Moment losgehen und ihr habt bei mir zuerst davon erfahren, nech?

In dem Text der Pop-Nummer über unerwiderte Liebe bezieht sie sich auf Zeiten der Queer-Geschichte, in der alles außer heterosexuellen Beziehungen nur heimlich und in versteckten Botschaften vor sich gehen durfte. In der Öffentlichkeit tut man kalt und distanziert, im Privaten kann man sein Liebe endlich ausleben. Zugegeben: Ohne Erklärung wäre diese Interpretation wahrscheinlich nur für die wenigsten offensichtlich gewesen, trotzdem wurde es zum Hit außer- und innerhalb der LGBTQ-Bewegung.
I love it when we play 1950
it's so cold that your stare's 'bout to kill me
I'm surprised when you kiss me


Transgender Dysphoria Blues von Against Me!
Das Lied sowie das ganze gleichnamige Album (2014) der Punk-Rock-Band Against Me! behandelt das Coming Out und die Geschlechtsanpassung der Gründerin, Sängerin und Gitarristin Laura Jane Grace. Es ist ein komplett unerwarteter Schlagabtausch zwischen dem harten Musikgenre und den Texten über Geschlechtsidentitätsstörung, über ein Leben voller Angst, Scham und Hass, das Grace an den Rand der Verzweiflung gebracht hat, ein Leben, mit dem sie hier abrechnet - und meine Fresse, ist es genial!
you want them to see you
like they see every other girl
they just see a faggot
they'll hold their breath not to catch the sick


Gay Man von Manila Luzon
Manila Luzon - ein Urgestein aus RuPaul's Drag Race, wo er sich in der dritten Staffel den zweiten Platz verdient hat. Bei mir besonders im Kopf geblieben durch ausgefallene Kostüme, wie dem todschicken Ananas-Kleid. Zum ersten Mal zeigt sich Luzon in diesem Musikvideo zur Single Gay Man als Künstler nicht in seiner gewohnten Drag-Erscheinung, sondern als Mann - so, wie er hinter den Kulissen und im Alltag ist.

Auf dumme Sprüche und vermeintlich beleidigend gemeinte Fragen von Macho-Typen wie "Dude, are you gay, man?" gibt er die selbstbejahende, stolze Antwort "Yas, I'm a gay man" - und darüber hinaus ist er natürlich so vieles mehr. Das Video ist bunt und schrill, bedient manche Klischees, während es mit anderen aufräumt. Gay Man ist bei mir definitiv der Ohrwurm des Sommers.
you do you and I'll do me
flamboyant as I can be
I'm not tryna dance up on you
not unless you want me to?
- no homo

i wanna be your girlfriend von girl in red
In dieser Indie-Nummer singt die norwegische Musikerin unter ihrem Künstlernamen girl in red von ihrer Liebe zu einer anderen Frau namens Hannah. Auch bevor sie ihr Pseudonym annahm, postete Marie Ulven bereits Musik auf der Plattform Souncloud, wo sie viele Zuhörer erreichen konnte. Der Song i wanna be your girlfriend von ihrer ersten EP wurde bei der Liste der besten Lieder des Jahres 2018 von der New York Times mit dem neunten Platz gekürt.

Eigentlich ist die Melodie musikalisch wohl nicht allzu ausgefallen, doch blieb dieser Song vor ein paar Monaten einfach bei mir hängen. Es ist vielleicht der Nachdruck, mit dem sie ihre Botschaft wiederholt, vielleicht die bezaubernden Textzeilen. Wie dem auch sei, es ist ein wunderschönes Liebeslied.
I don't want to be your friend 
I wanna kiss your lips 
I wanna kiss you until I lose my breath


I Am Her von Shea Diamond
Man sagt, der am meisten benachteiligte Mensch in den USA ist die schwarze Frau. Die schwarze Transfrau setzt wohl leider noch einmal eins obendrauf. In ihrer Soul-Hymne klagt Shea Diamond eine Welt an, in der sie und ihresgleichen keinen Platz zu haben scheinen.
Ihre Geschichte ist erschreckend und beeindruckend zugleich. Nach großem Druck durch die eigene Familie, darauffolgenden Jahren in verschiedenen Pflegeunterbringungen wuchs ihre Verzweiflung mit Anfang zwanzig darüber, im falschen Körper zu existieren, ins Unermessliche. So sah sie einen bewaffneten Überfall als einzige Lösung, um das nötige Geld für die Geschlechtsanpassung zusammenzukriegen. Die Konsequenz: 10 Jahre im Männergefängnis, in dem sie aufgrund ihrer frauenhaften Züge herumgeschubst wurde. Dort entstand auch dieses Lied, das sie nach ihrer Entlassung aufnahm und welches sie schließlich bekannt machen sollte.

Es ist nicht so, dass ihre Straftat kein riesiger Fehler war. Aber unsere Gesellschaft kann einfach nicht leugnen, dass es oft die sozialen Umstände sind, die Menschen in solche Situationen kommen lässt. Die ihnen keine andere Chance gibt, als es mit Gewalt zu probieren. Shea Diamond gehört wahrscheinlich zu den wenigen, die es da glimpflich heraus geschafft haben, davon erzählen können und bei anderen Hoffnung entfachen können.
your ignorance leave the head of the stench 
the aroma lingers on generations have known 
ain't it ironic the smarter we get 
the less we understand about the simplest shit
I am shame she is me

Dienstag, 14. Mai 2019

Meine Top 5 der Beiträge zum ESC 2019

ESC is coming! Auch wenn ich mich aufgrund der außerordentlich hohen Spoiler-Gefahr bezüglich der letzten Game-of-Thrones-Staffel momentan eher aus dem Internet heraushalte (bin erst in Staffel 6 angekommen), kann ich nicht von der jährlichen Tradition lassen, meine persönlichen Favoriten des Eurovision Song Contests zu präsentieren.

Während mich die beiden Halbfinale unter der Woche eher weniger reizen (keine Zeit, Kinners, keine Zeit), steigt am Samstagabend natürlich wieder die Sause. Was für manche ihre WM ist, ist für mich der ESC!

Dieses Jahr feiern wir in Tel Aviv bereits die 64. Ausgabe der Veranstaltung. 2019 steht sie unter dem Stern Dare to Dream. Ich wage es somit zu träumen, dass meine Lieblingslieder ins Finale kommen und eines von ihnen sogar gewinnt. Also legen wir los!


Island: Hatrið mun sigra von Hatari
Zwar scheinen sich die meisten Länder die ewigen Balladen 2019 zu klemmen, dafür sind viele von ihnen zum 0815-Feel-Good-Pop umgestiegen. Der skandinavische Inselstaat schickt mit Hataris „Hass wird siegen“ hingegen einen sehr heftigen Song ins Rennen. Meiner Meinung nach ist dies der ausgefallenste, individuellste Beitrag dieses Jahr, der trotzdem gleichzeitig gut ist. Was sag ich? Extrem geil!
Während der eine Sänger aggressiv durch die Gegend schreit, singt der andere engelsgleich mit einer hohen Stimme über den elektronischen Industrial-Rock-Beat. Ich drücke die Daumen, dass sich Himmel und Hölle nicht nur im Halbfinale, sondern auch am Samstagabend auf der Bühne auftun können.
Italien: Soldi von Mahmood
Auch Italien bringt ein Lied in Landessprache. Wie man es von einem Eros Ramazzotti kennen mag, weist die Stimme von Mahmood dieselbe Eigenschaft auf, bei der der Klang besonders aus dem Rachenraum zu kommen scheint. Im Text selbst geht es um die schwierigen Verhältnisse des 26-jährigen Musikers zu seinem Vater, deren Ursprung er im Finanziellen sieht (soldi bedeutet im Italienischen „Geld“). Darüber zu singen, braucht sicherlich ganz schön (Mah)Mut. Der Beat ist eingängig und trotzdem außergewöhnlich genug, um nicht langweilig zu sein.
Polen: Fire of Love (Pali się) von Tulia
Schon wieder ein Lied in Landessprache. Natürlich ist dies keine Grundvoraussetzung für einen Favoriten-Beitrag, aber immer ein schöner Touch. Der Trend ging zum diesjährigen ESC wieder in jene Richtung, nicht immer nur auf Englisch zu singen. Tulia bedienen sich dabei einem traditionellen Gesang, der im Prinzip lautes, göriges Geschrei darstellt. Das Ganze wird über eine rockige Instrumentalisierung gelegt und schon hat man eine ziemlich coole Nummer. Obwohl die Strophen extrem gut und rotzig sind, dabei ein schöner Kontrast zu den vier jungen Frauen in blumigen Trachten entsteht, wird das Potenzial eines grandiosen Songs mit einem etwas zu langweiligen Refrain verschenkt. Trotzdem sticht es definitiv aus der Masse heraus und schafft es hoffentlich, ins Finale zu kommen.
Nordmazedonien: Proud von Tamara Todevska
Für manche sicherlich ein etwas zu kitschiger Beitrag, zugegeben. Trotzdem kann ich mich der Kombination aus einer starken Botschaft, sich als Frau in der von Männern dominierten Welt stolz durchzusetzen, und den Streichern im Hintergrund nicht verwehren. Für mich mutet es fast schon an, als könnte es ebenfalls gut eine Disney-Hymne sein. Dass es dabei vielleicht etwas generisch daherkommt, stört mich weniger. Beim ersten Anhören musste ich trotzdem ein Tränchen vor Rührung verdrücken. Toi toi toi!

Tschechische Republik: Friend of a Friend von Lake Malawi
Während die ersten vierzig Sekunden des Songs noch einigermaßen interessant beginnen, entwickelt sich Friend of a Friend leider leicht zur austauschbaren Indie-Nummer. Warum ist er trotzdem hier vertreten? Weil es meiner Meinung nach leider zahlreiche seichte Pop-Songs dieses Jahr gibt und er aufgrund seines Genres wenigstens ein bisschen aus diesem Schema herausfällt. Außerdem gibt es einen Pluspunkt für den schicken Akzent, mit dem er das Wort „neighbour“ ausspricht.


Honorable Mentions: Es gibt noch drei Kandidaten, bei denen ich mir ebenfalls vorstellen könnte, dass sie gut abschneiden werden.

Bei Frankreich habe ich mit mir gerungen, ihn doch in die Top 5 zu nehmen, doch die anderen Lieder haben mir letztendlich minimal besser gefallen. Roi von Bilal Hassani wird dabei als „Conchita-Wurst-Abklatsch“ gehandelt, weil der Künstler eine blonde, mittellange Perücke trägt. In was für einer straighten, weißgewaschenen Welt muss man leben, dass man zwei Männer nur aufgrund ihrer langen Perücken sofort in einen Topf schmeißen muss? Das beweist doch wieder nur, wie wichtig Hassanis Wunsch nach Akzeptanz und Gleichberechtigung ist und dass wir lange noch nicht damit fertig sein werden dafür einzustehen. Abgesehen davon amüsiert es mich, dass das französische Wort beim Zeitstempel 00:43 im Lied so klingt, als würde er niesen.

Portugal hat ebenfalls einen sehr ungewöhnlichen Beitrag am Start, der mich stimmlich zwar nicht ganz überzeugt, aber hoffentlich trotzdem durch die arabischen musikalischen Einflüsse und die abgefahrene Choreografie der beiden Performer punkten kann.

Zu guter Letzt: Australien hat wirklich verstanden, wie der ESC funktioniert. Ein Techno-Schlager-Pop-Song mit Operngesang im Refrain? Scheint seltsam - ist es auch. Gepaart mit einem bestimmt zwei Meter hohen Kleid, an dessen Ende die Sängerin Kate Miller-Heidke herausguckt, ist Zero Gravity am Ende vielleicht nicht ganz hundertprozentig meins, trotzdem allemal ein echter Showstopper.