Freitag, 5. Januar 2018

2017

Die ersten Tage des neuen Jahres sind um, weshalb sich niemand mehr großartig für diesen Eintrag interessieren wird. Jahresrückblicke scheinen aber generell für den Autor selbst zu sein. Denn ich schaue liebend gern auf solche Posts zurück. Tagchen Zukunfts-Ich! Ich bereue es, den für 2016 geschwänzt zu haben, weshalb also dieser lieber spät als gar nicht kommt. Die letzten Tage in 2017 war ich krank. Ein Zustand, der leider bis heute anhält. Gibt Schöneres, als mit Erkältung, Kopfschmerzen und Reizhusten ins neue Jahr zu starten. Damit kommen wir schon zum ersten Punkt meines Jahresrückblicks.


Gesundheit
In 2017 war ich gefühlt so oft krank wie kaum zuvor. Dauernd Erkältungen und Husten. Schlafprobleme trugen zu allgemeiner Schlappheit und fehlender Motivation bei. Hinzu kamen einige Wehwehchen wie starke Schulterschmerzen auf der linken Seite für zwei Wochen im Sommer und eine Verletzung am Fuß, als mir eine Schrankwand darauf fiel. Jetzt weiß ich, weshalb mein Vater beim Handwerkeln feste Schuhe anzieht. Im neuen Jahr kann es also hoffentlich nur besser werden (Haha, soweit fünf von fünf Tagen krank...). Einige Zahnbehandlungen waren ebenfalls dran. Nach sechs Jahren ging ich zum ersten Mal wieder zum Zahnarzt und es warteten doch so einige Überraschungen auf mich. Bohren, bohren, bohren! War aber eher finanziell belastend als gesundheitlich. Und ja, ich weiß, es war dumm, so lange zu warten. Und nein, es soll nicht wieder vorkommen.


Finanzen
Teuer war 2017 für mich, aber Hallo. Nicht nur habe ich mein Sparziel nicht erreicht, ich habe überhaupt sehr viel weniger auf dem Konto als noch vor einem Jahr. Ein Teil ging, wie erwähnt, für Zahnbehandlungen drauf. Einen anderen großen Teil habe ich in den Haushalt gesteckt. Denn zu meinem großen Bedauern, zog meine Mitbewohnerin im Juli aus. Bedauerlich, weil ich sie so mochte, möchte ich betonen. Das Geld ist da zweitrangig. Trotzdem mussten eine neue Waschmaschine, ein Staubsauger, ein Werkzeugkasten und viele andere Kleinigkeiten her, die zuvor ihr gehört hatten. 2017 bin außerdem sehr viel durch die Gegend getingelt, was ins Geld geht. Im November hat dann noch mein Laptop beschlossen, den Geist aufzugeben und ein neuer musste her. Auch in diesem Bereich erhoffe ich mir eine Aufwärtskurve für 2018.


Haustiere
Wenn ich den ganzen Kram zusammentrage, klingt alles furchtbar schrecklich. Und ich habe mehr schlechte Nachrichten. Doch es werden noch einige Lichtblicke kommen. Versprochen. Zuerst muss ich jedoch verkünden, dass mein kleiner, heißgeliebter, blau-türkiser Wellensittich im Mai verstorben ist. Die alte Dame namens Sweety wurde dreizehn Jahre alt und ich hätte mir gewünscht, dass sie noch ein wenig länger durchgehält. Es hat nicht sein sollen. Ruhe in Frieden, mein Federfreund!
Im April holte ich mit meiner damals Noch-Mitbewohnerin einen zehn Jahre alten Kater aus dem Tierheim zu uns. Wir tauften in Bertie, kurz für Herbert. Ich habe das kleine Scheißerchen echt lieb gewonnen, aber vier Monate später beim Auszug der Dann-nicht-mehr-Mitbewohnerin kam der Abschied. Einige Monate später versagte Berties Herz und auch er ging von uns. Ein trauriges Jahr in dieser Hinsicht. Lasst uns nun die Stimmung ein wenig heben!


Reisen
Viel und weit bin ich nicht gereist, sowohl aus zeitlichen als auch finanziellen Gründen. Doch die Reisen, die ich unternahm, schätzte ich dafür umso mehr. Im April zog es mich nach Brünn, der zweitgrößten Stadt in der Tschechischen Republik. Dort lebt nämlich eine gute Freundin aus meinem Auslandssemester in England, die ich besuchen wollte. Wir verbrachten tolle zwei Tage. Ich hoffe, wir können uns dieses Jahr wiedersehen. Im Juli machte ich einen kleinen Abstecher nach Wilhelmshaven. Im August standen Tagesausflüge nach Antwerpen in Belgien und Eindhoven in den Niederlanden an. Letzteren Ort kann ich nicht unbedingt empfehlen. Wir wollten uns bloß einmal genauer umschauen, weil mein Fernbus meistens dort ankommt und abfährt, wenn ich meinen Freund besuche. Im August verbrachte ich einen entspannten Camping-Urlaub mit einer Freundin an der Müritz, in der Mecklenburgischen Seenplatte. Paddeln, Radfahren und Schwimmen - einfach mal die Seele baumeln lassen. Ein letztes Highlight gab es im November, als ich mit dem Freund das entzückende, doch von Touristen überrannte Brügge in Belgien besuchte.


Konzerte
Besser hätte es in diesem Bereich nicht laufen können. Ich habe kaum ein Konzert verpasst, zu dem ich unbedingt hinwollte. Und die Konzerte, die ich besuchte, waren zum Großteil fantastisch. Es fing an mit einem mittelmäßigen Konzert von Foxygen, über das ich einen Bericht schrieb. Im Mai war ich bei Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi, im Juli bei Paramore und Helge Schneider. Alle machten gute Laune und Stimmung. Die tiefgehenden Gefühle kamen hoch bei den letzten drei Konzerten des Jahres. Im September ging es zu The Drums, von deren Auftritten ich immer wieder schwärmen könnte. Sänger Johnny Pierce ließ einen kleinen Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt zu, was mir gut gefiel. Ganz besonders war der erste Auftritt von Prag, nachdem sie ihr neues Album herausgebracht hatten. Sie hatten Familienmitglieder und Freunde im Publikum, hielten liebe Ansprachen und luden zum ausuferndem Mitsingen ein. Eine sehr berührende, familiäre Atmosphäre. Ende Dezember war ich schließlich bei der letzten Sause vor der Pause, dem Abschiedskonzert der Ohrbooten anwesend. Wie zuvor eine großartige Stimmung, aber auch sehr schön, wie sie ihre Bandgeschichte während des Gigs nachzeichneten.
Nicht zu vergessen ist natürlich, dass ich 2017 zum ersten Mal auf einem Festival war. Das Graspop Metal Meeting in Dessel in Belgien war eine wunderbare erste Erfahrung. Auftritte von Musikgruppen wie Rammstein, Avatar und Graveyard bleiben besonders in Erinnerung. Einige Monate später ging es auch schon zum nächsten Festival, dem Lollapalooza Berlin, auf dem Alice Merton, Bomba Estéro, Bonaparte und die Beatsteaks meine Favoriten bildeten.


Ballett & Sport
Im Januar stellte sich durch einige Videokanäle eine absolute Ballett-Obsession bei mir ein. Vorher hatte ich nie etwas dafür übrig, doch plötzlich konnte ich nicht umhin, absolut fasziniert davon zu sein, wie schwer und anstrengend es sein muss, den Tanz so leicht und grazil aussehen zu lassen. Im März fing ich dann selbst an, einen Ballett-Kurs für Erwachsene zu machen. Besonders talentiert war ich nicht, doch es machte Spaß, einmal die Woche einige Techniken zu lernen. Nach der Sommerpause der Tanzschule hörte ich leider wieder auf, weil es finanziell nicht oberste Priorität für mich war. Doch die ungefähr vier bis fünf Monate habe ich sehr genossen und möchte irgendwann damit weitermachen. Im Herbst begonn ich, für ungefähr zwei Monate Workouts zu Hause zu machen. Auch das schlief im Stress der Bachelor-Arbeit wieder ein. Aber in der Zeit ging es mir seelisch und körperlich viel besser, deshalb soll auch das wieder in meinen Alltag integriert werden.


Weitere grandiose Momente wären mein einziger Kinobesuch des Jahres, und zwar für La La Land, die Lesung von Benedict Wells während der Leipziger Buchmesse, die Brettspielnachmittage mit Zombicide beim Freund, eine Linguistik-Tagung, die ich dank meiner Professoren besuchen durfte, der Tag im wunderschönen Freizeitpark Efteling in den Niederlanden, zwei himmlische Besuche in der Schokoladenbar in Leipzig und ein Lamm aus Eiscreme, das ich zum Geburtstag bekam und wem ich auf makabere Weise den Kopf abschlagen musste (Fruchtsoße war das Blut).


Zwei kleine persönliche Statistiken habe ich noch ausgerechnet. Wenn mir noch mehr einfallen, bringe ich im nächsten Jahresrückblick weitere ein. Diese beiden haben mich spontan brennend interessiert. Zum einen habe ich meinen Freund 2017 für gerade einmal 62 Tage in Person gesehen. Von 365 Tagen ist das nicht wirklich viel, eben zwei von zwölf Monaten. Besonders zum Ende des Jahres hin wurden die Abstände zwischen den Wiedersehen mit über zwei Monaten immer größer. Hoffentlich müssen wir uns in Zukunft nicht ganz so viel und lange vermissen.
Ansonsten hatte ich ein Gefühl, dass ich eine exorbitant lange Zeit in Fernbussen, teilweise auch Bahnen, gesessen habe. Und siehe da, ich komme mit beiden zusammen auf über 176 Stunden. Umgerechnet sind das über sieben Tage, die ich unterwegs war. Nahverkehr und Autoreisen noch nicht einmal mitgezählt. Das klingt ziemlich verrückt.


Alben des Jahres
Paramore - After Laughter
Foxygen - Hang
The Big Moon - Love in the 4th Dimension
Parov Stelar - The Burning Spider

Songs des Jahres
Perfume Genius - Slip Away
Alice Merton - No Roots
Cosmo Pyke - Chronic Sunshine
Flyte - Light Me Up

Filme des Jahres
Vaiana
La La Land

Serien des Jahres
The Sinner
Grace and Frankie
Vorstadtweiber
3 %

Bücher des Jahres
George RR. R. Martin - A Game of Thrones
Lilly Singh - How To Be A Bawse
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