Freitag, 20. Oktober 2017

Gruselige Kurzgeschichten für die Halloweenzeit

Der für viele beliebteste Feiertag des Jahres ist nur eineinhalb Wochen entfernt.  H A L L O W W E E N!
Zeit, um sich ein wenig in schaurige Stimmung zu bringen. Ich selbst mag nicht zu brutalen Grusel, Übernatürliches sowie Süßigkeiten - es passt also alles wie die Faust aufs Auge. Auch in diesem Jahr möchte ich Halloween zum Thema machen mit meinen...



Das perfekte Setting

Bevor wir loslegen, möchte ich noch ein paar Ideen zum perfekten Lesevergnügen teilen. Am besten man macht es sich am Abend gemütlich, wenn es schon dunkel draußen ist. Macht nur kleine Lichter an, vielleicht ein paar flackernde Kerzen. Auch mag ich die Idee, mit jemand anderen zusammenzusitzen und sich die Geschichten gegenseitig vorzulesen. Besonderes Ambiente entsteht, wenn man im Hintergrund dunkle Instrumentalmusik oder Geräusche anmacht. Einige Beispiele dafür findet man auf YouTube. Ich verlinke an dieser Stelle meine Lieblinge, die gleich mindestens eine Stunde und bis zu zehn Stunden lang sind. So muss man das Lesen nicht allzu oft unterbrechen.


Bereit? Dann kann das Abenteuer losgehen!


Kurzgeschichten

In diesem Beitrag werde ich mein Hauptaugenmerk auf englischsprachige Geschichten aus dem viktorianischen Zeitalter richten. Aufgrund ihres Alters sind diese häufig online zu finden und ihr könnt gleich mit dem Lesen beginnen. Außerdem sind dies im Prinzip die originalen Horrorgeschichten. Leider gibt es nicht zu allen eine deutsche Übersetzung, doch sofern möglich verlinke ich natürlich auch diese.

Kurzgeschichten sind für mich das perfekte Medium, wenn es um Gruseliges geht. Man wird ohne große Umschweife gleich in das Geschehen hineingeworfen. Wo sich ein Roman an einer Stelle eventuell unnötig in die Länge ziehen würde, können Kurzgeschichten ihren ganzen Fokus auf dieses eine Ereignis richten. Und bevor man weiß, was einem geschieht, ist es schon wieder vorbei und man wird mit einem mulmigen Gefühl zurückgelassen.
Fangen wir nun mit den Tipps an. Ich habe sechs an der Zahl!


An Account of Some Strange Disturbances in Aungier Street (1853)
von Jospeh Sheridan Le Fanu 
Bekannt dürfte der irische Autor Le Fanu sicher für seine Vampirnovelle Carmilla sein, doch schrieb er auch viele Kurzgeschichten. In dieser geht es um ein Spukhaus...

I think it must have been two o'clock at least when I thought I heard a sound in that - that odious dark recess at the far end of the bedroom. It was as if someone was drawing a piece of cord slowly along the floor, lifting it up and dropping it softly down again in coils. I sat up once or twice in my bed, but could see nothing, so I concluded it must be mice in the wainscot.

Link: Englisch


The Murders in the Rue Morgue -- Der Doppelmord in der Rue Morgue (1841)
von Edgar Allan Poe
Ich muss zugeben, den Anfang finde selbst ich ein wenig langweilig. Um die Vorrede zu überspringen und gleich zur Geschichte zu kommen, beginnt man am besten bei dem Satz: "Residing in Paris during the spring and part of the summer of 18--, I there became acquainted with a Monsieur C. Auguste Dupin" beziehungsweise Kapitel 2 bei der deutschen Version.

EXTRAORDINARY MURDERS. - This morning, about three o'clock, the inhabitants of the Quartier St. Roch were aroused from sleep by a succession of terrific shrieks, issuing, apparently, from the fourth story of a house in the Rue Morgue, known to be in the sole occupancy of one Madame L'Espanaye, and her daughter Mademoiselle Camille L'Espanaye.

Links: Englisch // Deutsch


John Charrington's Wedding (1891)
von Edith Nesbit
Jaja, Edith Nesbit konnte so tolle Kinderbücher schreiben. Doch wer hätte gedacht, dass ihr Horrorgeschichten mindestens genauso gut sind?

No one ever thought that May Forster would marry John Charrington; but he thought differently, and things which John Charrington intended had a queer way of coming to pass. He asked her to marry him before he went up to Oxford. She laughed and refused him. He asked her again next time he came home. Again she laughed, tossed her dainty blonde head and again refused. A third time he asked her; she said it was becoming a confirmed bad habit, and laughed at him more than ever.

Link: Englisch



The Canterville Ghost -- Das Gespenst von Canterville (1887)
von Oscar Wilde
Genau genommen ist dies eine Novella. Aber es gibt durchaus Kurzgeschichten, die länger sind, deshalb erwähne ich sie trotzdem. Es gibt einen guten Grund, dass diese Geistergeschichte der etwas anderen Art ein Klassiker ist.

When Mr. Hiram B. Otis, the American Minister, bought Canterville Chase, every one told him he was doing a very foolish thing, as there was no doubt at all that the place was haunted. Indeed, Lord Canterville himself, who was a man of the most punctilious honour, had felt it his duty to mention the fact to Mr. Otis when they came to discuss terms.

Links: Englisch // Deutsch


The Phantom Coach (1864)
von Amelia B. Edwards

Früher scheint man Kindern wohl nicht beigebracht zu haben, nicht in fremde Kutschen zu steigen. Generell ist dieser Protagonist Fremden gegenüber ein wenig zu vertrauensselig.

I stared about me with an amazement increased by every fresh object upon which my eyes chanced to rest. So strange a room I had never seen; yet seemed it stranger still, to find such a room in a lone farmhouse amid those wild and solitary moors! Over and over again, I looked from my host to his surroundings, and from his surroundings back to my host, asking myself who and what he could be?


Link: Englisch


The Black Cat -- Die schwarze Katze (1843)
von Edgar Allan Poe
In der Tat, ich zücke noch einmal Poe. Nicht umsonst gilt er als Meister des Schaurigen. Nach dieser Geschichte sollte man sich zweimal überlegen, ob man heiraten oder sich eine Katze zulegen sollte.

This spirit of perverseness, I say, came to my final overthrow. It was this unfathomable longing of the soul to vex itself  - to offer violence to its own nature - to do wrong for the wrong's sake only - that urged me to continue and finally to consummate the injury I had inflicted upon the unoffending brute.

Links: Englisch // Deutsch


Zum Abschied bleibt mir nicht mehr viel übrig als euch viel Freude beim Lesen zu wünschen! Hier hat's gerade an der Zimmertür geklopft, da muss ich los. Eigentlich komisch, da meine Mitbewohnerin gar nicht zu Hause ist und niemand sonst einen Schlüssel für die Wohnung hat. Hhm...

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