Freitag, 22. September 2017

Musiktipps #15: You need someone who's with you, even when you're weird

Wie zehntausende andere Menschen tummelte ich mich vor zwei Wochen auf dem Lollapalooza Festival in Berlin. Erst noch nie auf einem Festival gewesen und dann 2017 gleich zwei besucht. Ha! Manche Probleme wurden schon viel kritisiert, wie etwa die mangelnden Maßnahmen, um die ganzen Menschenmassen abends per ÖPNV gleichzeitig abreisen zu lassen. Essen und Trinken waren überteuert, Schlangen manchmal elendig lang, aber das scheint bei solchen Veranstaltungen gang und gäbe zu sein. Schön, dass es wenigstens eine kostenlose Trinkwasserstation gab, so mussten wir in den zwei Tagen nur vier Euro für eine Flasche Wasser ausgeben und konnten die immer wieder auffüllen. Das Wichtigste bei einem Festival sind (für mich) die Auftritte. Unter meinen Highlights waren Bonaparte, die ich zum vierten Mal live sah, die trotzdem immer wieder gute Laune und Lust zum Tanzen machen. Oder Bomba Estéro, die mit einem fetzigen Mix aus kolumbianischen Einflüssen, Hip Hop, Reggae und Elektro überraschten. Die Beatsteaks wussten die Leute zu unterhalten und Alice Merton macht unglaublich gute Musik, die ich mir noch viel häufiger anhören muss. Insgesamt ein anstrengendes, doch schönes Wochenende.



Es war nicht so gemeint von Prag
Meine aktuell liebste deutsche Band hat wieder ein Album herausgebracht. Erfreulich, dass Erik Lautenschläger und Tom Krimi den Zwei-Jahres-Takt beibehalten haben. Lange habe ich auf Es war nicht so gemeint hingefiebert und dieser Streich ist Prag auf jeden Fall wieder gelungen. Es gibt kaum was Schöneres in kälter werdenden Herbsttagen als melancholische Texte und Orchesterinstrumente in eingängigen Chansons auf den Ohren zu haben. Die Konzertkarten für die Tour sind bereits besorgt. In Interviews hatten Prag verlauten lassen, selbst nach Nora Tschirners Austritt weiterhin Duette machen zu wollen. Das haben sie mit Sängerin Josephin Busch gelöst, deren Stimme der ihrer Vorgängerin stellenweise erstaunlich ähnelt. Sicherlich angenehm, da der gewohnte Sound auf diese Weise bestehen bleibt. Ich hätte mir vielleicht eine etwas andere Stimmfarbe gewünscht, weil es mir zu sehr nach Ersatz statt Neuerung klingt. Trotzdem bin ich außerordentlich begeistert von den Liedern. Mein Prag-Hype wird vorerst nicht abklingen!

Lieblingslieder: Was können die Blumen dafür // Es wird anders sein // Abgemacht




Someone Like Me von KUMMER
KUMMER ist ein deutsches Projekt, bestehend aus vier Künstlerinnen und Künstlern. Someone Like Me ist dabei von der gleichnamigen Debüt-EP, die sie kürzlich veröffentlichen. Die restlichen Lieder können sich ebenfalls hören lassen, aber dieses ist eindeutig mein Favorit. Es erinnert mich ein wenig an die Gruppe Nouvelle Vague. Sowohl die weibliche Stimme, der Chanson-Einschlag als auch der leichte Bossa Nova-Rhythmus (den ich mir vielleicht auch nur einbilde) tragen dazu bei. Und doch ist es etwas ganz Eigenes, denn es ist eben kein Cover eines New Wave-Hits aus den 80er Jahren. Ich höre den Song gerade unglaublich gern und bin gespannt, ob KUMMER irgendwann ihr größtes Ziel erreichen werden: auf einem Soundtrack eines schönen Spielfilms zu sein. Wünschen würde ich es ihnen jedenfalls.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...