Freitag, 10. November 2017

Musiktipps #17: It's a jungle out there

Nach langer Zeit habe ich wieder einige Musiktipps für euch. Diese häufen sich in letzter Zeit schon wieder, deshalb kommen nicht unbedingt die neuesten, aber dafür die dringendsten Musikfunde meinerseits.

Zunächst möchte ich jedoch von einem besonderen Erlebnis berichten. Kürzlich war ich mit dem Freund für einen kleinen Ausflug in Brügge. Das belgische Städtchen wollte ich schon seit Ewigkeiten sehen. Obwohl dort wegen der Herbstferien viel zu viele Menschen unterwegs waren, hat mich der Charme bezaubert. Und nein, wir sind nicht gestorben. Am zweiten Tag gingen wir zu einem kostenlosen Harfenkonzert, von dem wir online gelesen hatten. Ich war erst nicht allzu begeistert, da ich mir die Harfe schon häufiger gegeben habe, es mich jedoch nie umgehauen hat. Dann gleich eine Stunde des Tages dafür draufgehen lassen? Doch der Freund hat sich durchgesetzt und er hatte recht.
Das Konzert von Harfenist Luc Vanlaere war unglaublich. Neben der gemeinen Konzertharfe, spielte er eine keltische, chinesische, indische und japanische Variante davon, eine steel harp, ein Psalterium, einen Gong und Klangschalen. Sogar ein selbstgebautes Instrument hatte er im Repertoire. Er spielte eigene Kompositionen. Logisch, andere haben einfach keine Stücke für diese Zusammenstellung an Instrumenten komponiert. Nicht nur die Musik war schön, auch die Klangwellen, die einen umspülten und das irgendwie zu einer physischen Erfahrung machten, hatte ich so nie zuvor erlebt. Wie Vanlaere an einem Punkt von einem Instrument zum nächsten hastete und sie am Ende alle spielte - absolut großartig! Bloß bleibt das intensive Klangerlebnis natürlich mit der CD, die wir uns geholt hatten, aus. Wer einen kurzen Eindruck haben möchte, kann sich dieses Video anschauen. Ansonsten empfehle ich jedoch wärmstens, sich beim nächsten Trip nach Brügge die Harfen anzuhören.



Randy Newman's Tiny Desk Concert bei NPR Music
Wer diese Quelle guter Musik nicht kennt, sollte NPR Music spätestens jetzt auschecken. Der Radiosender lädt regelmäßig Künstler ein, um Lieder in der kleinen, schnuckeligen Büroecke zu spielen. Vor zwei Wochen war Randy Newman da und mir ging gleich das Herz auf. Viele werden ihn wohl durch seine Lieder für Disney-Filme wie Toy Story, Das große Krabbeln oder Monster AG kennen. Ich wurde damals zum ersten Mal durch das Monk-Intro It's a Jungle Out There auf ihn aufmerksam, welches er ebenfalls spielte. Der Auftritt ist humorvoll, sarkastisch, aber mit Liedern wie She Chose Me ebenfalls berührend. Er hat eine unverkennbare Stimme, ist eine großartiger Pianist und Liedermacher - kurz eine lebende Legende.



Far From Any Road von The Handsome Family
Ich habe die Krimiserie True Detective nie gesehen, bei der dieses Lied im Opening zu hören ist. Genau kann ich mich nicht erinnern, wie ich trotzdem darauf gestoßen bin. Jedenfalls höre ich es so gern und oft, dass ich es einfach erwähnen muss. Far From Any Road ist ein eindringliches, fast schon unheimliches Duett. Die Musik geht in Richtung Alternative-Country und der Songtext hat, wie bei der Band üblich, surreale Züge. Gesungen wird das Lied von The Handsome Family, Ehepaar Brett und Rennie Sparks, deren Stimmen herrlich zusammenpassen.



Dark Days + Canapés von Ghostpoet
Der britische Sänger hat das Album bereits vor einigen Monaten veröffentlicht. Ich blieb zunächst an der Musik hängen, weil es mich ein wenig an Nick Cave und seine Murderballads erinnert. Es ist sehr düster und dunkel, wie man nach dem Albumtitel schon vermuten kann. Obwohl ich in zahlreichen Beschreibungen sehe, dass seine Musik als Hip Hop bezeichnet wird. Das wäre nicht meine erste Assoziation gewesen. Man hört zwar Beats, doch auch zum Großteil eine Untermalung mit Gitarre. Ghostpoet legt zwar mehr einen Sprechgesang an den Tag, doch als typischen Rap klingt es auch wieder nicht. Zumindest kann man sich darauf einigen dass Ghostpoet alias Obaro Ejimiwe viele musikalische Einflüsse geschickt vereint.

Lieblingslieder: (We're) Dominoes // Trouble + Me // Woe Is Meee

Mittwoch, 1. November 2017

#pmdd24

Eine schöne Tradition ist doch immer wieder der Picture My Day-Day. Dabei halten Internetmenschen aller Art an einem gemeinsamen Tag bildlich fest, was sie alles unternommen und veranstaltet haben. Gestern war es wieder so weit und ich habe ihn zum Glück nicht verschwitzt wie beim letzten Mal. Diese Woche bin ich zu Besuch bei meinem Freund in Belgien. Es war das erste Halloween, das wir zusammen verbracht haben, doch um Grusel haben wir uns fast gar nicht gekümmert. Trotzdem war der Tag ziemlich großartig!

Hier geht es zur Teilnehmerliste des 24. Picture My Day-Days, falls mein Beitrag eure voyeuristischen Bedürfnisse nicht stillen kann. Auch die Facebook-Seite sei verlinkt, damit ihr den nächsten #pmdd nicht verpasst.



Für einen freien Tag relativ früh aufwachen.



Schnell wachduschen.



Fast vergessen, das Frühstück zu fotografieren. Aber nur fast. Bagels kommen in Belgien noch am nächsten an "deutsches" Brot heran und sind nicht so übertrieben weich.



Den nehmen wir.



In Turnhout angekommen, um...



...ins Schwimmbad zu gehen. Schwimmen, rutschen und im Whirlpool liegen. Die Rutsche hat sogar wählbare Programme, bei denen Discolichter blinken und Musik gespielt wird. Haha!



Laufen, laufen, laufen.



Mittagszeit!



Ich habe ein Smoske mit Käsekroketten (panierter und frittierter Weichkäse). Dazu Blutorangenlimonade. Yummy!



Ein wenig durch die Straßen tingeln.



Mit dem Bus geht's wieder zurück nach Hause.



Nach einem kurzen Lebensmitteleinkauf (Foto vergessen) machen wir ein Kaffeepäuschen. Kater Diezel leistet uns Gesellschaft.



Mit dem Kätzchen schmusen und dabei ein sehr seltsames Gesicht machen.



Irgendwas mit Code auf dem Energydrink und ein Bonus im Spiel freischalten. Der Freund ist jedenfalls begeistert.



Eine Folge Kitchen Nightmares schauen.



Halloween-Playlist an...



...denn nun wird der Kürbis ausgehöhlt und geschnitzt. Vorher.



Nachher. Sogar mit Ziegenbärtchen. Wir nennen ihn Count Penny Pim Pumpkin und in unserer Welt ergibt das Sinn.



Uhhhh, schaurig!
Das war auch schon unsere Halloween-Aktivität, da dies nicht allzu sehr in Belgien zelebriert wird. Es hat den ganzen Abend nicht einmal jemand geklingelt, um nach Süßem zu fragen.



Abendbrot!



Kartenversion von Cluedo spielen. Konnte mich nicht überzeugen. Ich finde das Original besser.



Kerzen anzünden, Süßigkeiten auspacken und den Cider mit Litschi-Geschmack öffnen: der Filmabend kann beginnen!



Weil es Hocus Pocus beim belgischen Netflix nicht gibt und wir uns auf keinen anderen Halloween-Film einigen konnten, entschieden wir uns letztendlich für Vaiana. Ich mochte ihn.



Eine Folge Kitchen Nightmares geht noch. Dieses Bild repräsentiert die Sendung perfekt. Gordon Ramsay, wie er flucht.



Gute Nacht!

Samstag, 28. Oktober 2017

Mein Halloweenmixtape II

Bei einem Halloween-Special habe ich schon ein Mixtape mit diesem Thema erstellt. Da dies jedoch drei Jahre her ist, dachte ich, es wird Zeit, mehr Musik für Halloween zusammentragen. Die Songs sind nicht unbedingt an allen Stellen gruselig - im Gegenteil, manche klingen sogar regelrecht fröhlich - trotzdem haben alle vom Text her etwas mit Übernatürlichen oder dem Wahnsinnigen zu tun. Damit wünsche ich euch allen ein Happy Halloween!


Circus Contraption - Stilt Faeries
The Tiger Lillies - Death Ship 2
Bobby Pickett - Monster Mash
Violent Femmes - Country Death Song
The Squirrel Nut Zippers - Hell
The Peculiar Pretzelman - Pay The Rope
David Bowie - Scary Monsters (And Super Creeps)
Warren Zevon - Werewolves Of London
The Eagles - Hotel California
Amanda Palmer & Neil Gaiman - Psycho

Freitag, 20. Oktober 2017

Gruselige Kurzgeschichten für die Halloweenzeit

Der für viele beliebteste Feiertag des Jahres ist nur eineinhalb Wochen entfernt.  H A L L O W W E E N!
Zeit, um sich ein wenig in schaurige Stimmung zu bringen. Ich selbst mag nicht zu brutalen Grusel, Übernatürliches sowie Süßigkeiten - es passt also alles wie die Faust aufs Auge. Auch in diesem Jahr möchte ich Halloween zum Thema machen mit meinen...



Das perfekte Setting

Bevor wir loslegen, möchte ich noch ein paar Ideen zum perfekten Lesevergnügen teilen. Am besten man macht es sich am Abend gemütlich, wenn es schon dunkel draußen ist. Macht nur kleine Lichter an, vielleicht ein paar flackernde Kerzen. Auch mag ich die Idee, mit jemand anderen zusammenzusitzen und sich die Geschichten gegenseitig vorzulesen. Besonderes Ambiente entsteht, wenn man im Hintergrund dunkle Instrumentalmusik oder Geräusche anmacht. Einige Beispiele dafür findet man auf YouTube. Ich verlinke an dieser Stelle meine Lieblinge, die gleich mindestens eine Stunde und bis zu zehn Stunden lang sind. So muss man das Lesen nicht allzu oft unterbrechen.


Bereit? Dann kann das Abenteuer losgehen!


Kurzgeschichten

In diesem Beitrag werde ich mein Hauptaugenmerk auf englischsprachige Geschichten aus dem viktorianischen Zeitalter richten. Aufgrund ihres Alters sind diese häufig online zu finden und ihr könnt gleich mit dem Lesen beginnen. Außerdem sind dies im Prinzip die originalen Horrorgeschichten. Leider gibt es nicht zu allen eine deutsche Übersetzung, doch sofern möglich verlinke ich natürlich auch diese.

Kurzgeschichten sind für mich das perfekte Medium, wenn es um Gruseliges geht. Man wird ohne große Umschweife gleich in das Geschehen hineingeworfen. Wo sich ein Roman an einer Stelle eventuell unnötig in die Länge ziehen würde, können Kurzgeschichten ihren ganzen Fokus auf dieses eine Ereignis richten. Und bevor man weiß, was einem geschieht, ist es schon wieder vorbei und man wird mit einem mulmigen Gefühl zurückgelassen.
Fangen wir nun mit den Tipps an. Ich habe sechs an der Zahl!


An Account of Some Strange Disturbances in Aungier Street (1853)
von Jospeh Sheridan Le Fanu 
Bekannt dürfte der irische Autor Le Fanu sicher für seine Vampirnovelle Carmilla sein, doch schrieb er auch viele Kurzgeschichten. In dieser geht es um ein Spukhaus...

I think it must have been two o'clock at least when I thought I heard a sound in that - that odious dark recess at the far end of the bedroom. It was as if someone was drawing a piece of cord slowly along the floor, lifting it up and dropping it softly down again in coils. I sat up once or twice in my bed, but could see nothing, so I concluded it must be mice in the wainscot.

Link: Englisch


The Murders in the Rue Morgue -- Der Doppelmord in der Rue Morgue (1841)
von Edgar Allan Poe
Ich muss zugeben, den Anfang finde selbst ich ein wenig langweilig. Um die Vorrede zu überspringen und gleich zur Geschichte zu kommen, beginnt man am besten bei dem Satz: "Residing in Paris during the spring and part of the summer of 18--, I there became acquainted with a Monsieur C. Auguste Dupin" beziehungsweise Kapitel 2 bei der deutschen Version.

EXTRAORDINARY MURDERS. - This morning, about three o'clock, the inhabitants of the Quartier St. Roch were aroused from sleep by a succession of terrific shrieks, issuing, apparently, from the fourth story of a house in the Rue Morgue, known to be in the sole occupancy of one Madame L'Espanaye, and her daughter Mademoiselle Camille L'Espanaye.

Links: Englisch // Deutsch


John Charrington's Wedding (1891)
von Edith Nesbit
Jaja, Edith Nesbit konnte so tolle Kinderbücher schreiben. Doch wer hätte gedacht, dass ihr Horrorgeschichten mindestens genauso gut sind?

No one ever thought that May Forster would marry John Charrington; but he thought differently, and things which John Charrington intended had a queer way of coming to pass. He asked her to marry him before he went up to Oxford. She laughed and refused him. He asked her again next time he came home. Again she laughed, tossed her dainty blonde head and again refused. A third time he asked her; she said it was becoming a confirmed bad habit, and laughed at him more than ever.

Link: Englisch



The Canterville Ghost -- Das Gespenst von Canterville (1887)
von Oscar Wilde
Genau genommen ist dies eine Novella. Aber es gibt durchaus Kurzgeschichten, die länger sind, deshalb erwähne ich sie trotzdem. Es gibt einen guten Grund, dass diese Geistergeschichte der etwas anderen Art ein Klassiker ist.

When Mr. Hiram B. Otis, the American Minister, bought Canterville Chase, every one told him he was doing a very foolish thing, as there was no doubt at all that the place was haunted. Indeed, Lord Canterville himself, who was a man of the most punctilious honour, had felt it his duty to mention the fact to Mr. Otis when they came to discuss terms.

Links: Englisch // Deutsch


The Phantom Coach (1864)
von Amelia B. Edwards

Früher scheint man Kindern wohl nicht beigebracht zu haben, nicht in fremde Kutschen zu steigen. Generell ist dieser Protagonist Fremden gegenüber ein wenig zu vertrauensselig.

I stared about me with an amazement increased by every fresh object upon which my eyes chanced to rest. So strange a room I had never seen; yet seemed it stranger still, to find such a room in a lone farmhouse amid those wild and solitary moors! Over and over again, I looked from my host to his surroundings, and from his surroundings back to my host, asking myself who and what he could be?


Link: Englisch


The Black Cat -- Die schwarze Katze (1843)
von Edgar Allan Poe
In der Tat, ich zücke noch einmal Poe. Nicht umsonst gilt er als Meister des Schaurigen. Nach dieser Geschichte sollte man sich zweimal überlegen, ob man heiraten oder sich eine Katze zulegen sollte.

This spirit of perverseness, I say, came to my final overthrow. It was this unfathomable longing of the soul to vex itself  - to offer violence to its own nature - to do wrong for the wrong's sake only - that urged me to continue and finally to consummate the injury I had inflicted upon the unoffending brute.

Links: Englisch // Deutsch


Zum Abschied bleibt mir nicht mehr viel übrig als euch viel Freude beim Lesen zu wünschen! Hier hat's gerade an der Zimmertür geklopft, da muss ich los. Eigentlich komisch, da meine Mitbewohnerin gar nicht zu Hause ist und niemand sonst einen Schlüssel für die Wohnung hat. Hhm...

Samstag, 14. Oktober 2017

BÄRTE UND SÜSSIGKEITEN: Ich, woanders

Manchmal hat man einfach keine Lust, etwas allein zu machen und zieht dann andere, unschuldige Leute mit hinein. So ungefähr war der Beginn des YouTube-Kanals von mir und meinem Freund Kenny, dem Belgier, dem Bärtigen. Eigentlich ist er nicht so der Typ, der sich großartig im Internet präsentiert. Aber geweigert hat er sich auch nicht. Selbst Schuld! Also wurde vor fast einem Jahr die Kamera angeschmissen, wir schaufelten uns Süßigkeiten hinein und gaben so hilfreiche Kommentare wie "Tastes like chocolate". Qualitätscontent! Zeitsprung ins Hier und Jetzt und jaaaahaaaa, ich habe es endlich geschafft, unser bereits drittes Video zu schneiden und hochzuladen. Ladies und Gentlemen, ich präsentiere unsere Bart-Dekorations-Extravaganza. Und die anderen Videos hänge ich chronologisch rückwärts auch noch mit ran, kann ja nicht schaden. In diesem regelmäßigen Abstand von mehreren Monaten wird man sicherlich auch in Zukunft was von uns erwarten können. Wir Vollprofis halten uns an Upload-Pläne und dem ganzen Schnickschnack, da kennen wa nüscht. Also gern geschehen, dass ich euch euren neuen liebsten YouTube-Kanal vorstelle und ihr nicht ewig suchen müsst. Bussi, ba-ba!




Freitag, 6. Oktober 2017

Musiktipps #16: I've got no roots, but my home was never on the ground

Endlich wieder Herbst. Nasse Blätter, auf denen man ausrutscht. Kastanien, die einen auf den Kopf fallen. Ständig kalte Füße. Die Wasserkosten steigen, weil man sich nicht mehr aus der warmen Dusche auf die kalten Badfliesen traut (kommt mir jetzt nicht mit Bodenheizung). Die Beine sind wieder haarig, weil sieht doch sowieso keiner. Nur die Heizung mache ich nicht an. Soweit kriegst du mich nicht, du graues, verregnetes Herbstwetter! Zu Hause halte ich mich mit Decken, dicken Stricksocken und Sportübungen warm. So schnell gebe ich nicht nach! Noch nicht.



No Roots von Alice Merton
In den letzten Musiktipps habe ich Alice Merton bereits in der Einleitung genannt, als es um das Lollapalooza-Festival Berlin ging. Ich finde, die Gute verdient außerdem eine einzelne Erwähnung. Besonders, weil ihr Song No Roots in den vergangenen Wochen zu einem Lieblingslied geworden ist, das es schon in mein Jahresfavoriten-Mixtape geschafft. Merton wurde zwar in Deutschland geboren, wuchs jedoch in Kanada auf. Mittlerweile lebt sie in Berlin und England und ist geographisch überall und nirgendwo. Das spricht sie in eben dieser Single an, durch die sie 2017 größere Bekanntheit erlangte. Die Nummer ist eingängig, poppig und hat Groove! Mein Freund hat sich übrigens angewöhnt, aus Gründen der Zeitersparnis YouTube-Video in anderthalbfacher Geschwindigkeit anzuschauen. Genau das empfiehlt er für diesen Song. Ich finde, es klingt einfach wie ein zu schnell abgespieltes Lied, doch davon kann sich jeder sein eigenes Bild machen.



Langhorne Slim & The Law
Zahlreiche Soundtracks wurden schon mit den einfühlsamen Liedern des US-amerikanischen Sängers Langhorne Slim bestückt, trotzdem ist es im Mainstream noch immer nicht bekannt. Meiner Meinung nach ist er im Americana-Genre neben Mumford & Sons und The Lumineers total unterbewertet. Das kann doch nicht die Möglichkeit sein. Ich habe Langhorne Slim und seine Band The Law entdeckt, als sie 2012 ihr Album The Way We Move herausbrachten. Kürzlich kündete sich also eine dieser Phasen an, in der ich die Musik herauskrame und ich kann nicht umhin, erneut verliebt zu sein. Letzte Woche kam sogar eine neue EP heraus, die den Namen Life Is Confusing trägt. Oh, wie wahr! Wieder einmal die perfekte Mischung aus gefühlvollen Texten, einem vielfältigen Einsatz von Instrumenten und einer tiefen Stimme.

Lieblingslieder: The Way We Move // Changes // Salvation // Life Is Confusing



Gaga: Five Foot Two
Eine Premiere, stelle ich in meinen Musiktipps zum ersten Mal einen Film vor. Aber hey, warum nicht einfach alles empfehlen, was irgendwie mit Musik zu tun hat? Bei Five Foot Two handelt es sich um eine Netflix-Dokumentation über Lady Gaga. Momentan freunde ich mich wieder mit ihrer Musik an, nachdem sie ich nach ihrem Durchbruch mit ihrem Album The Fame schon gern hörte. Ich besuchte damals sogar ein Konzert. Über die Jahre bin ich ein bisschen abgeschweift, weil mir einige Veröffentlichungen nicht gefielen.
Die Doku begleitet Gaga in der Zeit, in der sie ihr neuestes Album Joanne aufnahm und sich auf den Halbzeitauftritt beim Superbowl vorbereitete. Sie geht dabei drauf, was in den Jahren vor Joanne passierte, was der Gedanke hinter dem Album ist und wie Lady Gaga an diese Neuerfindung ihrer selbst herangegangen ist. Zudem quälen sie Schmerzen seit sie sich die Hüfte vor einigen Jahren gebrochen hat und auch die Auflösung ihrer Verlobung kommt ins Gespräch. Der Film wird wahrscheinlich vorrangig Leute ansprechen, die bereits Berührungspunkte mit Lady Gaga haben. Ich fand es irgendwie berührend zu sehen, dass eben doch nicht alles einfach ist, nur weil man erfolgreich und reich ist. Denn Gesundheit und ehrliche Liebe lässt sich nicht kaufen. Selbst Popstars sind am Ende nur Menschen und ich glaube, das ist genau das, was man bei einer solchen Dokumentation sehen will.

I just want to make music, and people happy, and go on tour, and have a family. I just can never get it all right at the same time.
I can't help but realise that when I sold ten million records, I lost Matt. I sell 30 million, I lose Luc. I get the movie, I lose Taylor. It's like a turnover.

Freitag, 29. September 2017

Wie ich nach langem Stillstand meine Gitarrenskills wieder verbessere // App-Bericht Yousician

Vorgeschichte

Genau kann ich nicht mehr bestimmen, wie lange ich schon Gitarre spiele. Vor ungefähr sechs bis acht Jahren gab mir mein Vater seine alte, jahrelang ungenutzte Gitarre. Mit Büchern und Videos im Internet brachte ich mir Akkorde und Lieder selbst bei. "Richtigen" Face-to-Face-Unterricht hatte ich nie. Einige Jahre reichte es mir aus, locker vor mich hinzuschrammeln. Irgendwann gelangte ich an den Punkt, an dem ich nicht mehr wusste, wie ich allein weiterkommen sollte. Die Akkorde konnte ich soweit alle, Spielen und dazu Singen fetzt zwar, aber die Erfolgserlebnisse blieben aus. Ich wusste, ich brauche einen Gitarrenlehrer. Letztendlich konnte ich mich nie dazu aufraffen, auch einen zu finden. Zwei Jahre lang habe ich nur selten das Instrument herausgeholt. Vor einigen Monaten hat sich das geändert. Wer hätte gedacht, dass genau das wegen einer App geschieht.


Grundsätzliches zur App

Wie man der Überschrift entnehmen kann, handelt es sich um Yousician. In englischer Sprache gibt die App mit Videoanleitungen, Übungen und Liedern Musikunterricht. Dabei kann man zwischen vier verschiedenen Instrumenten auswählen: Gitarre, Bass, Piano und Ukulele. Die App ist für eine bestimmte Anzahl an Einheiten am Tag kostenlos benutzbar (bei mir ist das immer ungefähr eine halbe Stunde). Wenn man darüber hinaus üben möchte, kann man sich eine Mitgliedschaft für 9,99 € im Monat für ein Instrument oder für 14,99 € monatlich für alle Instrumente holen. Das wird jährlich (mit 119,99 € bzw. 179,99 €) abgerechnet, soweit ich das verstanden habe. Die einzige Werbung, die bei kostenfreien Nutzung manchmal angezeigt wird, ist die für die Mitgliedschaft.


Aufbau des Unterrichts

Ich kann nur Informationen und meine Meinung zu dem Gitarrenteil abgeben. Der Unterricht ist in drei Themengebiete aufgeteilt. Es gibt einen Strang, in dem man das Zupfen lernt, einen, der musiktheoretisches Wissen über Noten, Tonleitern und so weiter vermittelt, und einen Strang, in dem man Akkorde lernt. Welchen Teil man wie oft macht oder auch sein lässt, ist einem selbst überlassen. Beim Akkord-Teil hatte ich einen Skilltest durchgeführt und konnte gleich zu den Powerakkorden springen, die ich bislang ignoriert hatte (da ich auch nie E-, sondern immer Akustikgitarre gespielt habe). Den theoretischen Teile mache ich ab und zu, denn ich finde, es schön ergänzend und interessant. Es ist nur manchmal schade, dass mir dadurch Spielzeit verloren geht. Mein Lieblingsgebiet ist das Zupfen, das ich vor der App noch nie in der Form wirklich geübt, geschweige denn beherrscht, habe.


Was an der App so viel Spaß macht und motiviert, ist, dass es wie ein Spiel aufgebaut wurde. Man erreicht immer höhere Level, bekommt beim Spielen sofort Feedback, ob Ton und Timing gut waren, erhält dementsprechend Punkte, kann Silber- und Goldsterne sammeln und seine Leistung mit anderen Nutzern vergleichen. Eine Lektion beginnt meistens mit einem erklärenden Video, dann geht es zu einer Übung über und schließlich wird das Gelernte in Liedern angewendet. Beim Üben kann man die Geschwindigkeit je nach Fortschritt regulieren, bis man bereit ist, das Lied in Normalgeschwindigkeit zu "performen", worauf man seine Punkte und Sternchen bekommt.

Noten und Akkorde werden auf einer Tabulatur angezeigt. Man kann ebenfalls ein Notensystem wählen. Neben den Lektionen in den drei Themensträngen wird eine große Anzahl an Songs aus verschiedenen Genres in den Leveln 1 bis 10 angeboten, die man zusätzlich spielen kann. Benutzer erhalten außerdem die Möglichkeit, Musik von YouTube oder Soundcloud einzuspielen und selbst Tabulaturen zu erstellen. Diese sind leider häufiger nicht allzu korrekt. Deshalb hangle ich mich lieber bei den Original-Liedern der Macher unter dem Namen The Yousicians entlang. Zu guter Letzt werden wöchentlich neue Challenges hochgeladen. Meistens zwei Lieder in unterschiedlichen Ausführungen, von der vereinfachten bis fortgeschrittenen Melodie, Grundakkorde oder alle Akkorde mit Riff. Die Herausforderungen werden für alle gleichzeitig freigeben und dann kann man eine Woche daran üben und sehen, welchen Rang man am Schluss einnimmt.



Meinung

Ich bin absolut zufrieden mit der App, sonst gäbe es diesen Bericht nicht, ganz einfach. Es gibt so viel Abwechslung, dass es nie langweilig wird. Viele Erfolgserlebnisse motivieren und man kann Woche für Woche merken, wie man sich verbessert. Die angebotenen Lieder gefallen mir zum Großteil und diejenigen, die ich besonders liebe, probiere ich nicht nur perfekt spielen zu können, sondern auch auswendig zu lernen, um mein Repertoire zu erweitern.
Deshalb glaube ich, dass sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene mit der App etwas anfangen können. Selbst wenn man den Methodenbereich nicht brauchen sollte, kann man sich trotzdem durch Songs und Challenges spielen. Ich hätte mich im Akkord-Bereich für fortgeschritten gehalten, konnte aber selbst dort noch dazulernen. Was das Zupfen angeht, bin ich heilfroh, endlich eine Anleitung mit der richtigen Technik gefunden zu haben. Wenn ich mir früher selbst Zupfstücke beigebracht habe, machte ich viele Fehler und mir das Leben unnötig schwer, wie ich jetzt weiß.
Und obwohl ich so begeistert bin, habe ich kein Abo. Warum? Weil ich den Zeitraum von einer halben Stunde für perfekt halte. Man hört irgendwie immer auf, wenn es am schönsten ist und freut sich schon am nächsten Tag darauf, weiterzumachen. Es wird nie zur lästigen Aufgabe. Die paar Lieder bekommt man immer in den Alltag gequetscht. Ich weiß genau, hätte ich unbegrenzte Zeit, würde ich mich drei Tage lang darin austoben und dann meine Muße verlieren. 
So hat mir Yousician wieder die Freude an meiner Gitarre zurückgebracht, die mir lange verloren gegangen war. 


Vielleicht lächerlich, es zu erwähnen, aber nein, dieser Beitrag wurde nicht gesponsort und ja, dies ist meine ehrliche Meinung.

Freitag, 22. September 2017

Musiktipps #15: You need someone who's with you, even when you're weird

Wie zehntausende andere Menschen tummelte ich mich vor zwei Wochen auf dem Lollapalooza Festival in Berlin. Erst noch nie auf einem Festival gewesen und dann 2017 gleich zwei besucht. Ha! Manche Probleme wurden schon viel kritisiert, wie etwa die mangelnden Maßnahmen, um die ganzen Menschenmassen abends per ÖPNV gleichzeitig abreisen zu lassen. Essen und Trinken waren überteuert, Schlangen manchmal elendig lang, aber das scheint bei solchen Veranstaltungen gang und gäbe zu sein. Schön, dass es wenigstens eine kostenlose Trinkwasserstation gab, so mussten wir in den zwei Tagen nur vier Euro für eine Flasche Wasser ausgeben und konnten die immer wieder auffüllen. Das Wichtigste bei einem Festival sind (für mich) die Auftritte. Unter meinen Highlights waren Bonaparte, die ich zum vierten Mal live sah, die trotzdem immer wieder gute Laune und Lust zum Tanzen machen. Oder Bomba Estéro, die mit einem fetzigen Mix aus kolumbianischen Einflüssen, Hip Hop, Reggae und Elektro überraschten. Die Beatsteaks wussten die Leute zu unterhalten und Alice Merton macht unglaublich gute Musik, die ich mir noch viel häufiger anhören muss. Insgesamt ein anstrengendes, doch schönes Wochenende.



Es war nicht so gemeint von Prag
Meine aktuell liebste deutsche Band hat wieder ein Album herausgebracht. Erfreulich, dass Erik Lautenschläger und Tom Krimi den Zwei-Jahres-Takt beibehalten haben. Lange habe ich auf Es war nicht so gemeint hingefiebert und dieser Streich ist Prag auf jeden Fall wieder gelungen. Es gibt kaum was Schöneres in kälter werdenden Herbsttagen als melancholische Texte und Orchesterinstrumente in eingängigen Chansons auf den Ohren zu haben. Die Konzertkarten für die Tour sind bereits besorgt. In Interviews hatten Prag verlauten lassen, selbst nach Nora Tschirners Austritt weiterhin Duette machen zu wollen. Das haben sie mit Sängerin Josephin Busch gelöst, deren Stimme der ihrer Vorgängerin stellenweise erstaunlich ähnelt. Sicherlich angenehm, da der gewohnte Sound auf diese Weise bestehen bleibt. Ich hätte mir vielleicht eine etwas andere Stimmfarbe gewünscht, weil es mir zu sehr nach Ersatz statt Neuerung klingt. Trotzdem bin ich außerordentlich begeistert von den Liedern. Mein Prag-Hype wird vorerst nicht abklingen!

Lieblingslieder: Was können die Blumen dafür // Es wird anders sein // Abgemacht




Someone Like Me von KUMMER
KUMMER ist ein deutsches Projekt, bestehend aus vier Künstlerinnen und Künstlern. Someone Like Me ist dabei von der gleichnamigen Debüt-EP, die sie kürzlich veröffentlichen. Die restlichen Lieder können sich ebenfalls hören lassen, aber dieses ist eindeutig mein Favorit. Es erinnert mich ein wenig an die Gruppe Nouvelle Vague. Sowohl die weibliche Stimme, der Chanson-Einschlag als auch der leichte Bossa Nova-Rhythmus (den ich mir vielleicht auch nur einbilde) tragen dazu bei. Und doch ist es etwas ganz Eigenes, denn es ist eben kein Cover eines New Wave-Hits aus den 80er Jahren. Ich höre den Song gerade unglaublich gern und bin gespannt, ob KUMMER irgendwann ihr größtes Ziel erreichen werden: auf einem Soundtrack eines schönen Spielfilms zu sein. Wünschen würde ich es ihnen jedenfalls.

Freitag, 15. September 2017

Meine Top 5 Metal-Neuentdeckungen

Eine meiner größten Leidenschaften ist und bleibt die Musik. Ich kann stundenlang dasitzen, Musik anhören, Artikel über Künstler oder Alben lesen und dabei höchst erquickt sein, wenn ich eine herausragende Neuentdeckung für mich gemacht habe. Ein Grundsatz von mir ist auch, dass es in jedem Genre etwas für jede Person gibt. Man muss sich nur die Zeit nehmen und Mühe machen, es zu finden. Mit dem Metal-Genre habe ich mich nie intensiv auseiandergesetzt. Bis vor einigen Monaten. Mit Rammstein-Liedern aufgewachsen, die konstant aus dem Zimmer meines Bruders nebenan dröhnten, stieß ich später auch auf Künstler wie Marilyn Manson, System of the Down, Sumo Cyco, dank Apfelkernchen auf Knorkator und dank meines Freunds auf Volbeat. Wie man sieht, kam der Einfluss oft von anderen. Warum ich mich also plötzlich mit Metal beschäftige? Ganz einfach. Als die Planung stand, auf das Graspop Metal Meeting zu gehen, wollte ich vorbereitet sein. Dabei habe ich tatsächlich Künstler gefunden, die ich sehr gern höre und die ich nun präsentieren möchte.


Avatar
Dank des auffälligen Make Ups und dem großen Babadook-Grinsen von Sänger Johannes Eckerström ist mir die Band beim Scrollen durch das Graspoper Line-Up sofort aufgefallen. Die Jungs kommen aus Schweden und bezeichnen ihre Musik als Melodic Death Metal. Beim Hineinhören hat mir genau das spontan gefallen, deshalb schaute ich sie mir auf dem Festival an. Es sollte einer meiner Lieblingsauftritte werden. Irgendwie ist das ganze Konzept genau mein Ding. Neben der Musik bin ich auch sehr von den Kostümen und dem visuellen Freakshow-Aspekt angetan. Gleichzeitig merkt man, dass Avatar dieses Image nicht zu ernst nehmen und Spaß damit haben. Auch ohne Bildmaterial läuft bei mir das Album Feathers and Flesh häufig, ein Konzeptalbum mit übergeordneter Geschichte. Obwohl ich die Erzählungen zwischen den Liedern zugegebenermaßen gelöscht habe. Mit Kommentaren mittendrin shufflet es sich so schlecht.



Skindred
Diese Band ist vielleicht keine reine Entdeckung von mir, sondern war zugegebenermaßen eine Empfehlung. Mittlerweile ist es wohl bekannt, dass ich ungewöhnliche Musik liebe, die außerhalb der Norm spielt. So zum Beispiel der Fall bei der walisischen Gruppe Skindred. Die folgt nämlich nicht nur den Regeln des Metals. Stattdessen vereinen sie in ihrer Musik Komponenten aus Reggae, Metal, Punk und Hip Hop. So abgefahren es auch scheinen mag, es klingt großartig. Sie selbst bezeichnen ihren Stil kurz als Reggae Metal. Das verlinkte Lied könnte manchen geläufig sein, da es Teil des Videospiels Need For Speed 2 war. Hoffentlich kann ich Skindred eines Tages live erwischen, denn in diesem Bereich sollen Benji Webbe und Co. punkten und gut Stimmung machen können. Sogar Preise als beste Live-Band haben sie schon erhalten. Darauf bleibe ich also gespannt und höre mir bis dahin noch ein paar Mal die Platten an.



Alestorm
Piraten-Metal ist wahrscheinlich der Schlager unter dem Metal. Dieser Gedanke kam mir gerade spontan und einige würde mich dafür sicher gern schlage(r)n. Haha! Schlechte Witze ahoi! Wobei an der Aussage sicher ein bisschen was dran ist. Die Schotten von Alestorm widmen sich dem besagten Genre. Obwohl ebenfalls der Begriff Power Metal verwendet wird, doch die Texte mit dem Piratenthema (und mit Titeln wie Fucked With An Anchor, Shipwrecked oder Wooden Leg!) machen es letztendlich zum Pirate Metal. Sehr bezeichnend in ihren Liedern ist das Keyboard, das eingängige Melodien spielt und sie damit zu fantastischen Partyhits macht. Leider schaffte ich es auf dem Graspop Festival nicht, ihren Auftritt zu sehen. Doch sollen sie dort nicht zum ersten Mal gewesen sein und daher sicherlich auch nicht zum letzten Mal. Insgesamt also keine Band, die sich tiefgründigen Gefühlen widmet, dafür aber was Spaßiges und Eingängiges für zwischendurch parat hat.



Rob Zombie
Den guten Herren habe ich auch beim Graspop erlebt. Im Vorfeld hatte ich gar nicht in die Musik hineingehört, mit der Live Show hat Rob Zombie mich dafür umso mehr überzeugt. Der hat den Dreh einfach raus, wie man das Publikum unterhält. Als ich später über ihn recherchierte, war ich überrascht, dass er erst 52 Jahre alt. Auf der Bühne habe ich ihn glatt gute zehn bis fünfzehn Jahre älter geschätzt. Upsi! Sorry, Rob, die Zombie-Maskerade hat funktioniert. Macht wohl wirklich das Make Up und die Dreadlocks. Zurück zum Inhalt. Der US-Amerikaner macht Industrial Metal und sollte ein geläufiger Name sein. Selbst ich habe schon von ihm gehört, bloß vorher nie die Musik selbst. Was ihn wie andere Größen in dem Genre interessant macht, sind die visuellen Schockelemente wie Blut, Totenköpfe, Dämonen und Monster. Neben der Musik arbeitet Rob Zombie übrigens als Regisseur und Comicautor, ebenfalls im Horrorbereich.



Gwar
Durch den Original-Netflixfilm Little Sister habe ich diese Band kennengelernt. Der Streifen hat mich nicht umgehauen, aber das Lied Have You Seen Me? von Gwar höre ich seitdem unglaublich gern. Hätte ich vorher gewusst, wie kontrovers sie sind, hätte ich vielleicht eine andere Meinung zu dem Song. Ihr Musik wird als Thrash Metal oder Heavy Metal beschrieben, manche Subgenres sind für mich zugegeben noch bloße Begriffe. In ihren Texten brechen sie so gut wie alle Tabus. Und auch auf Konzerten kann die Erfahrung für manchen Zuschauer überraschend enden. Denn obwohl die Kostüme noch kreativ aus Schaumstoff und Gummi selbst gebastelt werden, spritzen die Amerikaner gerne künstliches Blut, Urin oder Eiter in die Menge. Danke, ich passe. Ich selbst finde sie ein wenig grenzwertig und würde nicht alles grundlos befürworten, was sie machen. Letztlich gilt das wiederum für jeden Künstler. Gwar sind eine absolut abgefahrene Band, deren Texte man eher satirisch verstehen sollte, die mich vor allem musikalisch überzeugen können und deshalb trotzdem Erwähnung finden sollen.



Nun ist des Lesers Chance, mich mit weiteren Empfehlungen des Metal-Genres zu bombardieren!

Donnerstag, 3. August 2017

Musiktipps #14: Lass uns Feinde sein, ich hab so viele falsche Freunde

Eine Sache, die ich langsam wirklich zu begreifen beginne, ist, dass es im Leben immer auf und ab geht. Vielleicht ein offensichtlicher Gedanke für manche. Mich haben für lange Zeit die schlechten Momente jedes Mal aus der Bahn geworfen und ich dachte, das war es jetzt. Das ist verdammt anstrengend, und emotional sowie mental noch belastender als die Situationen ohnehin schon. Aber es geht immer, immer, wieder bergauf. Und dann wird es irgendwann wieder schlechter, so ist das nun einmal. Sich dem bewusst zu werden, dankbar zu bleiben für das, was man hat und sich an den kleinen Dingen zu erfreuen, ist ein guter Plan für die Zwischenzeit inmitten der Verluste, Krisen, Abenteuer und Erfolge. Mein Wort zum Donnerstag. Zurück zur Musik!



Helgen
Helgen, das sind drei Jungs aus Hamburg, die bereits diesen Freitag ihr erstes Album Halb oder gar nicht herausbringen. Zwei Jahre lang haben sie daran gewerkelt und ich freue mich bereits seit acht Stunden total darauf. Aber hallo! Genau genommen seit ich in ihren Song Fernsehturm hineingehört habe, der einen ersten Vorgeschmack auf das Album liefert. Ich bin dem leicht zugänglichen deutschen Indie-Pop entgegen meiner bisherigen Hörgewohnheiten (also was den "deutsch"-Teil betrifft) spontan zugeneigt, in diesem Fall besonders wegen der Texte. Diese wirken poetisch bis ein wenig zu gewollt poetisch an manchen Stellen, insgesamt kommt trotzdem durchaus Gefühl und Witz durch, sodass ich das verzeihen kann. Helgen erfinden das Rad nicht neu, liefern dafür gekonnt gut geschriebene Lieder. Bald sind Helgen übrigens auf ausgiebiger Tour. Wer die Burschen live sehen möchte, sollte ausreichend Gelegenheit dazu finden.

Lieblingslieder: Lass uns Feinde sein // Fernsehturm // Rauch



Theatre Is Evil von Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra
Fünf Jahre nachdem das Album Theatre Is Evil veröffentlicht wurde, erschien vor Kurzem überraschenderweise ein neues Musikvideo zu einem Song davon: Grown Man Cry. Eigentlich wollte ich dies zum Anlass nehmen, Palmer generell zu empfehlen. Doch ich habe zu viele Lieblingslieder in ihrer Diskographie, als dass es gescheit in den Rahmen dieses Beitrags gepasst hätte. Obwohl ich wenigstens noch erwähnen möchte, dass ich Amanda Palmer großartig finde. Ihre mutige Art, der Drang zu schaffen und kreieren, das Talent, Gefühle und Gedanken in treffende, rührende Worte zu packen - das ist sehr inspirierend. Nicht umsonst habe ich sie in meine Top 5 der inspirierenden Frauen gepackt. Zeitgleich mit dem Musikvideo kam auch eine neue Version der Platte unter dem Namen Piano Is Evil heraus, auf der sie die Songs nur mit Piano und Gesang noch einmal aufgenommen hat. Als Ergänzung ganz nett, jedoch bleibe ich grundsätzlich beim Original. Ich fühle gerade schon wieder, wie ich in eine Amanda Palmer-Spirale gesogen werde. Powerfrau - ein irgendwie schrecklich abgedroschener Begriff, der in diesem Fall trotzdem zutrifft.

Lieblingslieder: Grown Man Cry // Bottomfeeder // The Bed Song // The Killing Type // Do It With A Rockstar

Sonntag, 23. Juli 2017

Chronic Sunshine: Lieblingslieder der vergangenen Monate

In meinen Entwürfen sind viele fantastische Songs liegen geblieben, weil ich es nicht auf die Reihe bekommen habe, meine Musiktipps zu schreiben. Und weil ich auch gar nicht mehr hinterherkommen würde, habe ich sie nun kurzerhand in eine Playlist gepackt. Einfach, um meine Lieblinge der letzten Zeit erwähnt zu haben. Es wäre doch schade drum. Viel Spaß beim Hören des sehr kunterbunten Mixes, auf dem Pop, Elektro, Rock, Folk und Alternative-Zeugs vertreten sind!



Sonntag, 2. Juli 2017

Mein erstes Festival: Graspop Metal Meeting 2017

Mein erstes Festival? Ich weiß, ich weiß. Ich kann es selbst kaum glauben, dass es mich Musiknerd vierundzwanzig Jahre gebraucht hat, um ein Festival zu besuchen. Bisher kam immer etwas dazwischen. Entweder hatte ich keine Zeit oder nicht das nötige Geld, konnte nicht das richtige Festival oder die geeignete Begleitung finden. Das Graspop Metal Meeting im belgischen Dessel ist eine jährliche Tradition meines Freundes. Um endlich diese Erfahrung zu machen, nötigte ihn quasi dazu, mich dieses Mal mitzunehmen.


Freitag
Abends gegen halb neun Uhr machten wir uns mit großen Reiserucksäcken aufgeschnallt auf den Weg. Zum Festival fuhren wir mit dem Fahrrad, da Freund K. ortsnah wohnt. So erreichten wir nach guten dreißig bis vierzig Minuten das Gelände. Unsere Armbänder hatten wir bereits tagsüber geholt und auch das Zelt hatten Freunde bereits am Vortag für uns aufgeploppt. Deshalb konnten wir bei der Ankunft auf dem Campingplatz gleich alles für die Nacht vorbereiten und danach zum Festivalgelände stiefeln. Erster Eindruck: Verdammt viele Flaschen und Becher auf dem Boden zerstreut (Pfand gibt es in Belgien nicht, damit auch keine Flaschensammler), ein beleuchtetes Riesenrad, das in den Himmel ragt und Musik aus allen Richtungen. Auf ins Getümmel!

Am Freitag waren wir eigentlich nur für Rammstein angereist, wie so viele, denn an dem Tag waren alle Tickets restlos ausverkauft, und platzierten uns eine gute Stunde vor Beginn vor der entsprechenden Bühne. Selbst zu dieser Zeit war es dort schon rappelvoll. Während wir warteten, spielte noch die norwegische Black Metal-Band Emperor. Begeistern konnte sie mich nicht, deshalb zähle ich auch Rammstein als meine erste Festivalband. Ich mache mir die Welt, wide wide wie sie mir gefällt. Es ist schon ein Erlebnis, Rammstein live zu sehen. Viele Lieder konnte ich auch noch mitsingen, nachdem die Musik für einen Großteil meiner Kindheit aus dem Nachbarzimmer meines Bruders schallte. Mehr Flammenwerfer, Funken und Feuerwerk lässt sich in so eine Show kaum packen. Dazu kommen Sänger Till Lindemann, der sich bei ausufernden Bewegungen die Stirn am Mikrofonständer blutig schlug, aber trotzdem unbeirrt weitermachte, und der wunderschöne Glitzeranzug von Keyboarder Christan Lorenz. Ein rundum gelungener Auftritt.


Samstag
Am nächsten Morgen machten wir uns bereits um elf Uhr fertig, um zu einer Band zu gehen, die ich mir im Voraus herausgesucht habe. Avatar heißt diese, ist aus Schweden und gewinnt mich nicht nur mit guter Musik, sondern auch ausgefallener Schminke und Kostümen. Insgesamt soll das eine meiner liebsten Shows des Wochenendes werden. Zurück im Zelt schaute ich auf mein Handy und mich befiel plötzlich Heimweh. Denn es war mein Geburtstag und ich bekam liebe Nachrichten von Freunde und Familie. Für ein paar Stunden hatte ich das Gefühl, vielleicht einen Fehler gemacht zu haben, sitze ich hier in der heißen Pampa Belgiens herum, statt zu Hause zu sein. Zum Glück fing ich mich letztendlich wieder und vermieste mir nicht den ganzen Tag mit dem Gedanken.

Im Laufe des Tages schauten wir uns noch Danko Jones an, von dem mir zwei Lieder gut gefallen haben, sonst waren mir die Lieder zu eintönig, sowie Clutch, zu denen in meinen Notizen ein 'in Ordnung' steht, an deren Auftritt ich mich nicht allzu sehr erinnern kann. Zwischendurch lauschten wir zufällig Alter Bridge, die ich ziemlich angenehm fand. Bei Five Finger Death Punch beeindruckte mich vor allem der Dreadlock-Tentakel-Bart von Bassist Chris Kael. So wurde es Abend und Deep Purple kamen auf die Bühne. Wir schauten uns aus irgendeinem Grund sogar den gesamten Aufritt an, obwohl die Herren einige sehr verwirrende und peinliche Aktionen veranstalteten. Zudem ist die Musik nicht gut gealtert und wohl nur aus nostalgischen Gründen zu ertragen. Als letzten Act des Abends gab es In Flames. Doch auch hier war uns nach einigen Liedern klar, dass es nicht unsere Musik ist. Also ab ins Bett!


Sonntag
Für den Sonntag waren dreißig Grad mit knallendem Sonnenschein angesagt. Das versprach eine Steigerung des Vortags, an dem es bereits unglaublich staubig und trocken war. Unglücklicherweise hatte Freund K. seine Mütze und Sonnenbrille vergessen und es dürstete uns beide nach einer Dusche. So war die Idee geboren, am Sonntag schnell mit dem Fahrrad nach Hause zu huschen. Was für ein Segen, nicht so einen weiten Weg zu haben. Wir sprangen unter die Dusche und in den Pool, cremten uns fett mit Sonnencreme ein (obwohl ich trotzdem einen fetten Sonnenbrand auf dem Rücken kriegen sollte) und fuhren erfrischt mit gehobener Laune zurück zum Festival. Dort gab es zunächst Mittagessen. Da die Gaskartusche spontan abkratzte, mussten wir auf andere Lebensmittel ausweichen und so kam es zu meiner Erfindung des Erdnuss-Sandwiches. Man braucht Brötchen, (ungesalzene) Erdnüsse und nach Belieben Ketchup und Mayonnaise. Zack fertig!

Zurück auf dem Festivalgelände sahen wir uns die Glam-Metal-Band Steel Panther an, die ich rein musikalisch eigentlich schätze. Nur deren sexistische Attitüde war ab einem bestimmten Punkt einfach nicht mehr witzig. Aber wir hatten sowieso nicht geplant, bis zum Ende zu bleiben. Ich wollte nämlich zu Graveyard, die Bluesrock vom Feinsten machen. Den Gig genoss ich total und höre das Album seitdem häufig. Auch eine Fahrt mit dem Riesenrad musste drin sein. Wir hatten sogar das Glück, dass die Leute vor uns noch einen Gutschein übrig hatten, den sie uns überreichten. Ha!

Headliner Evanescence war mehr aus nostalgischen Gründen hörenswert, sonst ist die Band in den letzten Jahre nicht mehr weit gekommen. Eine umso größere Überraschung war für mich an dem Abend Rob Zombie, der eine geniale Show lieferte und von dem ich mir in Zukunft vermehrt Musik anhören möchte. Während der Freund Sum 41 auscheckte, die mich null interessierten, holte ich mir aus dem Zelt meine Jacke, weil es doch langsam kühl wurde. Auf dem Rückweg bei meinem gemütlichen Spaziergang vom Campingplatz schallte es von der Hauptbühne gerade Wind of Change von den Scorpions. Ein sehr schöner, kleiner Moment, bei dem viele Menschen unterwegs mitsangen, und dass obwohl ich schon total kaputt und erledigt war. Doch eine Band gab es auf den Wunsch von K. noch anzusehen. Sabaton, deren Texte eine einzige Glorifizierung von Krieg und Töten darstellen, war aus dem Grund das Schlechteste, das ich mir je live ansehen muss. Ich dachte, ich bin im falschen Film, als die Menschen um mich herum eifrig mitgrölten. Yeah, Töten ist cool. Wir sind mutig, wenn wir in den Krieg ziehen und ausgedachte Konzepte wie Nationalität und Grenzen verteidigen und dafür andere Lebewesen massenweise abschlachten! Grauenvoll. Dazu wurde mir auch noch schwindlig, als ich mich gerade vor Erschöpfung hinsetzen wollte. So fuhren wir ein wenig früher nach Hause, wo erneut eine Dusche und ein weiches Bett auf uns wartete.



Abschließende Gedanken

  • Konzertohrstöpsel sind ziemlich toll. Unnötiger Lärm wird ausgeblendet und man hört die Musik aus dem Lärm viel besser heraus. I never knew!
  • Nach einigen Horrorgeschichten von anderen waren die Toiletten überraschend akzeptabel. Ich hätte viel Schlimmeres erwartet. Man konnte spülen, sie wurden regelmäßig gereinigt - besser als auf so manchem Campingplatz.
  • Was ist eigentlich der Sinn dahinter, dass Idioten ihre nicht ganz leeren Bierbecher durch die Menge schmeißen? Ich ging mit nicht einem Kleidungsstück nach Hause, das nicht nach Alkohol stank, obwohl ich keinen Tropfen angerührt habe.
  • Es kann sehr anstrengend werden, stetig zwischen betrunkenen und/oder übermütigen Leuten zu sein und die Eskapaden mitzubekommen. Festivals scheinen teilweise das Schlechteste aus den Menschen herauszubringen.
  • Trotzdem macht es irre Spaß, so viele verschiedene Live-Acts zu sehen. Die Musik war also wieder einmal, die mich nicht hat durchdrehen lassen. Wir haben uns zusammengerechnet 14 Bands teilweise oder ganz angeschaut.
  • Ich möchte definitiv auf weitere Festivals gehen!

Freitag, 26. Mai 2017

Musiktipps #13: At least I try to keep my cool when I'm thrown into a fire

Musikalisch ging es in den letzten Wochen richtig ab. Überzeugen konnten mich nicht nur zahlreiche Neuveröffentlichungen, auch entdecke ich allerhand ältere Musik für mich. Ich muss in den nächsten Wochen wieder vermehrt Musiktipps schreiben, sonst kriege ich das in meinen Empfehlungen gar nicht unter. Fangen wir diesmal mit ein paar sommerlichen Tunes an!



The Answer von Joss Stone
Bereits vor knapp zwei Jahren hat Joss Stone ihr siebtes Album Water For You Soul herausgebracht. Leider konnte ich mich nicht damit anfreunden. So war es das erste Album der englischen Sängerin, das ich mir nicht zulegte (was zugegeben auch minimalistische Gründe hatte). Die Reggae-geprägte Musik klingt im Verlauf des Albums eintönig. Der einzige Song, der für mich positiv herausstach, war The Answer. Er stellt quasi eine Explosion aus unterschiedlichen, kulturellen Einflüssen dar - afrikanische Trommelbeats, ein keltisches Geigenspiel und ein Gospelchor. Zusammen mit dem Video macht diese Single so gute Laune und vermittelt einfach Lebensfreude, was ich in letzter Zeit sehr gebraucht habe. Überhaupt bin ich ich momentan wieder im Joss Stone-Vibe und verfolge sehr gern ihre nach drei Jahren immer noch andauernde Total World Tour, auf der sie mit lokalen Künstlern verschiedenster Länder kollaboriert und musiziert.

find your strength, fight for peace
there's a light in your release
let love win, just give in
goodness is bright
so you can see the answer



Malibu von Miley Cyrus
Die alte Miley ist zurück, tönt es von vielen Fans. Das ist natürlich Quatsch. Selbst wenn sie Twerking, Drogen und die ewig herausgestreckte Zunge (vorerst) hinter sich lässt, wird sie jene Phase stark geprägt haben. Nun nimmt sie selbst Abstand davon, wie sie im Interview erzählt. Sie wolle bei ihrer Beerdigung nicht nur als Diejenige erinnert werden, die nackt auf einer Abrissbirne ritt. So schließt sich ein Kapitel und ein neues beginnt, mit dem ich mich soweit wieder besser identifizieren kann. Ihre neue Single Malibu ist sicher keine musikalische Erleuchtung, aber ich finde sie durchaus eingängig und hörenswert. Ich mag besonders, wie Dankbarkeit und Liebe darin zum Ausdruck kommen. Und wer sich einen Live-Version anhören möchte, dem sei Cyrus' Auftritt bei den Billboard Music Awards ans Herz gelegt, der sich mehr Richtung Country wagt.



After Laughter von Paramore
Auch die US-amerikanische Band Paramore haben ein neues Album herausgebracht. Bei den ganzen Wechseln der Mitglieder kommen die meisten sicher gar nicht mehr hinterher. Momentan sind es wieder drei, zwei aus der Originalbesetzung, so viel ist sicher. Mit After Laughter rücken Paramore dabei noch weiter vom Punk-Pop-Rock der ersten Veröffentlichungen weg und widmen sich einem eher synthigen Pop-Sound, der an manchen Stellen an die Talking Heads erinnert. Ich musste mich einige Male durch die Lieder hören, um mich daran zu gewöhnen. Insgesamt mag ich jedoch immer noch die Energie in der Musik und die persönlichen Texte, wenn ich mir auch einen größeren Wow-Effekt von den Songs gewünscht hätte. Im Juli werde ich trotzdem bei einem Termin der Tour dabei sein, das letzte Konzert von Paramore besuchte ich schließlich 2009, also vor acht Jahren. Es wird mal wieder Zeit.

Lieblingslieder: Told You So // Fake Happy // Forgiveness

Dienstag, 9. Mai 2017

Meine Top 5 der Beiträge zum ESC 2017

Eigentlich bin ich mir noch nicht sicher, ob ich den Eurovision Song Contest 2017 werde schauen können. Grund dafür ist eine Geburtstagsfeier einer Freundin am dem Tag, von der ich es vielleicht nicht rechtzeitig zurückschaffe. Nichtsdestotrotz habe ich mich vorbereitet, nur für den Fall der Fälle. Ein wenig würde mir die zur Tradition gewordene Kommerz-Musikveranstaltung schon fehlen. Nein, es geht nicht um musikalische Qualität, schließlich gewinnt meist der Song mit dem geringsten Mainstream-Widerstand. Und ja, die Wertung dürfte auch nicht immer ganz fair ausfallen. Irgendwie hat es aber was, wenn Millionen Menschen aus Europa, mitunter sogar der ganzen Welt, zusammenkommen und die Musik feiern. Deshalb veröffentliche ich auch dieses Jahr wieder meine Top 5. Wie ich aus Erfahrung weiß, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wirklich einer meiner Favoriten gewinnt, sehr gering. Also gleichzeitig hiermit auch mein Beileid an die folgenden Songs, die meiner Meinung nach besten Beiträge des diesjährigen ESCs.


Mazedonien: Dance Alone von Jane Burčeska
Mazedonien liefert einen simplen, eingängigen Elektro-Popsong ab. Er erinnert mich vom Sound her an das Dignity-Album von Hilary Duff, das ich früher ziemlich mochte und aus Nostalgiegründen immer noch gern höre. Auch die Stimme von der ehemaligen Castingshow-Teilnehmerin passt in der Hinsicht. Keine aufregende Nummer, aber ich kann mir vorstellen, dass Dance Alone für gute Stimmung an dem Abend machen könnte und zum Tanzen einlädt. 




Armenien: Fly With Me von Artsvik
Ein wenig experimenteller geht es in dem Song der armenischen Sängerin zu. Also Elektro-Ethno-Popsong wird Fly With Me bezeichnet. Ich bin selbst ja ein großer Freund von etwas ausgefallenerer Musik, daher passt der Song genau in mein Beuteschema.



Portugal: Amar Pelos Dois von Salvador Sobral
Mein erster eindruck: Ach Gottchen! Wie kitschig dieser Auftritt doch wirkt mit den Streichern und dem lieb lächelnden Milchbubi. Insgesamt muss ich jedoch sagen, gefällt mir das Orchester und seine helle Stimme doch gut. Besonders im Vergleich mit dem anderen ewig gleichen Popgedudel sticht Amar Pelos Dois sehr heraus. Auch dass er in seiner Muttersprache Portugiesisch singt, macht den Beitrag für mich noch besser. Nein, dem Schmalz kann ich mich nicht enziehen. Im Gegensatz, ich bin darin ausgerutscht und mache nun selig Schmalzengel hinein.



Bulgarien: Beautiful Mess von Kristian Kostov
Kostov ist mit seinen siebzehn Jahren der jüngste Teilnehmer in diesem Jahr. Die Information ist für den Beitrag nicht wirklich relevant. Aber wenn jemand 2000, in Worten zweitausend, geboren wurde und trotzdem alt genug ist, beim ESC anzutreten, fühle ich mich echt alt. Ansonsten ist der Song eigentlich nach dem typischen Balladenschema aufgebaut. Aber besonders die Instrumentalisierung mit den zahlreichen, gleichzeitig nicht überladenden Tonspuren macht den Song interessant.



Finnland: Blackbird von Norma John
Ich tat mich schwer damit, einen fünften Song zu finden. Die ersten vier sind mir beim spontanen Durchhören gleich positiv aufgefallen. Viele weitere Lieder waren für mich furchtbar bis semi-gut, oder einfach nicht besonders genug. Rein musikalisch gesehen mag ich diese Ballade, weshalb ich mich für sie entschieden habe. Das Pochen im Hintergrund, das Düstere, Schwere spricht mich an. Wahrscheinlich wird Blackbird jedoch in dem großen Gewimmel und Tumult der Show ziemlich untergehen.

Montag, 17. April 2017

#pmdd22

Gestern stand wieder einmal der Picture My Day-Day an. Die Aktion findet jetzt schon seit einigen Jahren mehr oder weniger regelmäßig statt. Dabei geht es darum, dass Leute mit Blog, Twitter, Instagram oder einer anderen Plattform ihrer Wahl, einen Tag lang Bilder von ihrem Leben einfangen und sie anschließend hochladen. Endlich kann unsere Neugier bezüglich anderer Leute Privatleben ein wenig gestillt werden! Dieses Mal wurde der Picture My Day-Day von Guddy und Marcus von Fried Phoenix ausgerichet. Die Beiträge anderer Teilnehmer könnt ihr in diesem Überblick finden.

Meinen Tag habe ich nicht etwa umgeben von Familie verbracht. Irgendwie wird Ostern bei uns nicht strikt gefeiert. Stattdessen war ich in meiner Studentenbude in Leipzig mit meinem Freund aus Belgien, der mich momentan für eine Woche besucht. Zusammen haben wir die meiste Zeit gefaulenzt, was mir jedoch gar nichts ausgemacht hat. MAZ ab!



Moin!



Beschäftigen, während ich darauf warte, dass der Freund aufwacht.



Nach dem Aufstehen gleich eine Wäsche anstellen, um was von den unlieben Aufgaben des Tages hinter mich zu bringen.



Frühstück!



Osterpost lesen, die von meinem Papa im Briefkasten lag.



Mich nach vielem Bummeln endlich mal frisch machen.



Ein bisschen in Musikalben der letzten Zeit hineinhören. Ausgerechnet das abgebildete von Father John Misty hat mir nicht so gefallen, obwohl das ja momentan so gefeiert wird. Finde es klanglich zu langweilig.



Ein paar Videos laufen lassen. Hier eine meiner Lieblingsyoutuberinnen der letzten Monate Kathryn Morgan.



Fensterbrettkatze.



Lesen. Momentan ist das der Scheibenwelt-Roman Wachen! Wachen!, jedoch bin ich dabei ein wenig eingenickt.



Süßigkeiten füreinander verstecken, suchen, finden und verspeisen.



Simon and Martina-Videos anschauen.



Abwasch.



Zusammen Spaghetti mit Tomatensoße kochen. Wir sind beide nicht so die erfahrensten Köche, trotzdem hat es ziemlich gut geschmeckt.



Den Abend entspannt mit dem Film Robin Hood: Men In Tights, Süßigkeiten und Cider ausklingen lassen.



Bettzeit.
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