Sonntag, 27. November 2016

Meine ersten Schritte gen Zero Waste und To Do-Liste

Menschen, die sich schon mal mit ihrem ökologischen Fußabdruck beschäftigt haben, dürften vielleicht auch von Zero Waste gehört haben. Einer Bewegung, bei der versucht wird, die eigene private Müllproduktion so gut wie möglich einzuschränken. Eigentlich ja, gar keinen Müll mehr zu fabrizieren, aber das zero halte ich für utopisch und kann mir auch vorstellen, dass das viele abschreckt. Ich finde es bei solchen Themen generell wichtiger, mehr Leute zu animieren, kleine Schritte zu machen. Es muss nicht immer alles oder gar nichts sein. Kleine Schritte können in diesem Fall so viel dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und die Umwelt weniger zu belasten. Die Anregung, in Bezug auf Zero Waste selbst aktiv zu werden, kam von der diesjährigen Minimal Kon. Dort hielt Olga Kroll vom Projekt Zero Waste Lifestyle einen sehr inspirierenden Vortrag mit vielen einfachen Beispielen, wie man weniger Müll verursachen kann. Das motivierte mich ungemein, einige Sachen zu überdenken und zu ändern. Selbst habe ich den Eindruck, dass viele Leute bei Zero Waste zunächst bei ihrer Lebensmittelbeschaffung anfangen. Da ich jedoch in einer WG wohne, habe ich darauf nicht immer Einfluss und wollte erst mit meinem eigenen Müll loslegen.



Stofftaschentücher
Ich muss zugeben, ich bin eine Schniefnase. Selbst wenn ich keinen Schnupfen habe, verbrauche ich täglich um die drei bis sechs Papiertaschentücher. Da es dagegen eine so simple Lösung gibt, war das mein erstes Vorhaben Richtung Zero Waste. Ich erzählte meinem Freund davon und prompt schenkte er mir Winnie Puuh-Stofftaschentücher. Interessanterweise kennt solche das von Hause aus gar nicht anders und hat sie schon immer verwendet. Anstatt die Tücher wegzuschmeißen, kommen sie nach Benutzung einfach in die Waschmaschine und sind somit wiederverwendbar. Natürlich kann man sich auch andere Motive und schlichte Varianten holen, aber als großer Disney-Freund sind diese perfekt für mich. Auch wenn man sich die Geschenkübergabe ein wenig wie den Gilmore Girls-Dialog vorstellen kann, in dem Lorelai und Rory Lollipop-Ringe von Max bekommen.

MAX: One for you and one for you.
RORY: What are these?
MAX: Those are rings. And the diamond is actually candy so you can eat it.
LORELAI: Max, that's very sweet, but we're not eight.
(Lorelai and Rory excitedly switch rings behind Max's back)
LORELAI: What do you got?
RORY: Grape. Yours?
LORELAI: Red
RORY: Trade you!
LORELAI: Yes!

Jedenfalls ist es schon eine kleine Überwindung, plötzlich in Stoff zu schnauben, aber ich habe mich relativ schnell daran gewöhnt. Nur unterwegs habe ich ab und zu mein Stofftaschentuch vergessen, sodass ich doch noch auf die Papiervariante zurückgreifen musst. Aber das kriege ich auch noch in den Griff. Sechs Tücher waren der Anfang und bald werde ich mir sicherlich noch mehr mit hübschen Motiven zulegen, um seltener waschen zu müssen. Diese halten bei mir ungefähr drei bis vier Wochen, weil sich auch pro "Durchgang" länger benutzbar sind als Papiertücher. Ich bin sehr froh über diesen Schritt und habe seitdem tatsächlich viel weniger Müll in meinem Papierkorb.


Ohrlöffel
Kommen wir zu einem etwas schwierigeren Thema für mich. Trotzdem ich weiß, dass man sie nicht für die Ohrreinigung verwenden soll, benutze ich gern Wattestäbchen. Vor einigen Jahren stieg ich bereits auf die Stäbchen mit Papierstiel um, damit ich nicht so viel Plastik mit meinem Konsum zu verbrauchen. Aber auch hier kann man den Abfall weiter einschränken. So bestellte ich mir einen Ohrlöffel. Ein gruselig aussehendes Ding aus Metall mit einer kleinen Schlaufe am Ende des Griffs. Medizinisch angeblich empfohlen, doch ich habe leider Schwierigkeiten, mein Ohr damit zu reinigen. Er ist mir zu unhandlich und holt nichts wirklich raus, auch wenn da was ist, wie mir ein Wattestäbchen später bestätigte. Sorry, falls TMI. Häufiger komme ich damit auch zu tief ins Ohr rein, was ziemlich weh tut. Zufrieden bin ich damit also überhaupt nicht. Leider keine Erfolgsstory. Vielleicht muss ich bloß besser üben, aber momentan kann ich mir leider nicht vorstellen, komplett auf Wattestäbchen zu verzichten.

Zu Verschenken-Kiste
Minimalismus sei dank bin ich immer mal wieder am Aussortieren. Doch vor allem mit dem eigentlichen Loswerden hat es in der Vergangenheit immer wieder gehapert. Ich kann mich nicht an das letzte Mal erinnern, an dem ich keine Kiste mit Büchern, CDs oder Ähnlichem in meinem Zimmer zu stehen hatte. Ich war gegenüber Kisten, die man einfach mit einem fetten Schriftzug Zu verschenken versieht, immer skeptisch. Aber letztendlich probierte ich es aus und es hat einwandfrei geklappt. Innerhalb von drei Tagen war bis auf zwei Sachen alles weg. Das ist auf jeden Fall wiederholenswert. Obwohl auch Oxfam noch auf meiner Liste steht, was das Weggeben mancher Dinge angeht. Was für eine gekonnte Überleitung zu meinem nächsten Punkt.


To Do-Liste
Wie gesagt, waren dies erst die initialen Schritte. Es gibt noch Einiges, das ich mir für die Zukunft vorgenommen habe. Zu den Punkten wäre ich um Erfahrungswerte und Tipps übrigens unendlich dankbar.

  • Seit Jahren legt mir Apfelkernchen bereits eine Menstruationstasse ans Herz. Aus irgendeinem Grund war ich dafür lange nicht bereit. Hiermit steht die Anschaffung jedoch auf der Liste. Neben der Müllvermeidung haben Menstruationstassen auch verschiedene andere Vorteile. Ich kann die beiden Blogbeiträge zu dem Thema auf Apfelkerne und Blanc et Noir empfehlen.
  • Bleiben wir bei der Hygiene untenrum. Statt Einweg-Slipeinlagen möchte ich mich definitiv nach waschbaren Stoffalternativen umschauen. Vielleicht lassen die sich sogar selbst nähen, wäre wohl preiswerter und einen Schönheitswettbewerb müssen die ja auch nicht gewinnen. Sieht schließlich niemand.
  • Ich würde zwar behaupten, dass ich nicht so viel Duschgel und Shampoo verbrauche wie andere, trotzdem kommen die bei mir immer noch in Plastikflaschen daher. Stattdessen möchte ich es mit Haarseife versuchen. Ich hatte schon einmal eine Haarseife, war aber sowohl von Konsistenz als auch von Geruch absolut nicht überzeugt. Außerdem fühlten sich meine Haare danach furchtbar an. Da muss es doch Besseres da draußen geben, oder?


Dinge, die ich sowieso schon mache
Beim Grübeln über meinen Weg Richtung Zero Waste sind mir auch durchaus Dinge eingefallen, die ich schon seit Jahren "vorbildlich" mache. Vielleicht ist davon ja etwas für jemanden dabei, da es ebenfalls Punkte sind, die sich einfach umsetzen lassen.

  • Eigene Stoffbeutel zum Einkaufen mitbringen, statt jedes Mal eine neue Plastiktüte zu kaufen.
  • Selfmade-Notizzettel aus alten einseitig bedruckten Blättern oder leeren Restseiten aus Heften machen. Ehrlich, ich glaube, ich werde die Dinge nie wieder kaufen müssen.
  • Zum Trinken für unterwegs eine Glasflasche immer wieder auffüllen und benutzen. Ich sehe es überhaupt nicht ein, Wasser in Plastikflaschen zu kaufen. Leitungswasser in Deutschland hat sowieso eine einwandfreie Qualität, da ist die notwendige Getränkebeschaffung also fast kostenfrei.
  • Beim Essen für unterwegs eine Brotdose statt Alufolie verwenden.
  • Kleidung immer erst probieren zu nähen oder reparieren, bevor man sie ersetzt. Ich trage manche Stücke vielleicht lächerlich lang, muss mir jedoch auch nur einige wenige Male im Jahr etwas Neues zulegen.
  • Strohhalme weglassen. Einfach. So. Unnötig. Warum?
  • Waschlappen statt Wattepads verwenden. Ich benutze mein Gesichtwasser nicht allzu oft und so reicht eine Packung Wattepads um die zwei Jahre. Auch wenn es natürlich auch in diesem Bereich Stoffalternativen gibt.
  • Unterwegs keine Flyer oder kostenlose Heftchen annehmen, wenn sie sowieso nicht interessieren.


Mein Fazit soweit: Es ist definitiv interessant, sich mal wieder in eine neue Richtung auszuprobieren. Ich muss seltener den Müll herunterbringen und werde auch endlich andere Dinge müllfrei los. Es gibt noch viel zu tun, aber das wird schon Stück für Stück.

Habt ihr euch schon mal mit dem Thema Zero Waste beschäftigt? Kennt ihr vielleicht weitere und einfach umzusetzende Tipps?

Dienstag, 1. November 2016

Musiktipps #7: The darkness and the ghost, they dance so sweet and slow

Nach vier wundervollen Tagen beim Freund in Belgien bin ich wieder zurück in Leipzig. Schließlich lassen sich Uni und andere Verpflichtungen nicht allzu lange ignorieren. Kaum bin ich jedoch wieder da, hat mich eine fette Erkältung erwischt. Kann doch nicht wahr sein. Während viele Leute zu Halloween also unterwegs auf Partys waren, habe ich den Tag im Bett verbracht. Auf dass dieses Schniefen bald vorbei ist. Wenigstens konnten wir bereits am Wochenende ein paar Halloweensachen abhaken. Unmengen an Süßigkeiten essen, Halloween-Filme schauen (habe endlich mal Beetlejuice gesehen) und mein Halloween-Mixtape anhören. Immerhin etwas.



Citizen Of Glass von Agnes Obel
Die Dänin Agnes Obel hat ein neues Album herausgebracht. Zuvor kannte ich nur ihre Platte Philharmonics, die einige starke Lieder barg, mich insgesamt aber nicht komplett überzeugen konnte. Anders sieht das bei Citizen Of Glass aus. Auf diesem gesellen sich zu dem Piano nämlich auch Streicher und so ungewöhnliche Instrumente wie Glasharfe oder Trautonium, einem Vorläufer der heutigen Synthesizer. Das macht ihre Musik für mich viel runder, hat mehr Tiefe. Das Thema des Albums ist der gläserne Bürger, ein Ausdruck, der in der englischen Sprache als solcher gar nicht existiert. Der Verlust der Privatsphäre, Menschen, die ihr Leben zunehmend im Internet ausbreiten, darum geht es in dem Album. Gläsern - ja, so klingt die Lieder irgendwie. Aber auch bedrückend und warm und absolut schön!

Lieblingslieder: Red Virgin Soil // Stretch Your Eyes



Ticket To Ride von Cathy Berberian
Manchmal muss ich diesem Internet schon dankbar sein, weil es so viel Schätze versteckt hat. Vor ein paar Tagen habe ich nämlich diesen ausgegraben. Die US-amerikanische Sängerin covert einen Song der Beatles, im Stile klassischer Musik. Ich habe noch nie zuvor von Cathy Berberian gehört, was dem Fakt geschuldet sein könnte, dass sie leider bereits vor über dreißig Jahren verstarb. Ich finde die Version jedenfalls großartig. Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich mich wirklich mehr mit klassischer Musik beschäftigen sollte. Natürlich geschah das früher in der Schule im Musikunterricht, doch konnte man sich dort selten die Musik aussuchen, die einem selbst gefiel. Da habe ich noch ein weites Feld vor mir, das zu erforschen gilt.



Christmas Party von She & Him
Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass diese Platte erscheinen soll. Dafür ein umso überraschteres Yay über das neue Weihnachtsalbum von She & Him. Ihr erstes A Very She & Him Christmas gehört definitiv zu meinen liebsten Album für die Weihnachtszeit. Es gibt leider Menschen in meinem Umfeld, die strikt dagegen sind, Weihnachtslieder vor Weihnachten zu hören oder zu singen. Das bringe Pech. Aber wenn mich sie doch fröhlich machen, warum nicht? Deshalb lasse ich mich nicht davon abbringen. Ha! Auch auf diesem Album befinden sich wieder Cover bekannter Klassiker. Ich mag dabei ihre Umsetzung, die statt eines großen Ensembles ein wenig ruhiger und schlichter ist. Auch singen Zooey Deschanel und M. Ward nicht allzu ausgefallen oder kompliziert, sodass man super mitsingen kann. Was mehr will man von einem Weihnachtsalbum? Leider gibt es noch kein Musikvideo zu einem der neuen Songs, deshalb nehme ich eines von vor fünf Jahren.

Lieblingslieder: Christmas Memories // Christmas Don't Be Late // The Coldest Night Of The Year

Sonntag, 23. Oktober 2016

Musiktipps #6: This Human Mess

Am vergangenen Dienstag durfte ich die Kultband The Cure live in Berlin erleben. Für meinen persönlichen Geschmack ist die Mercedes-Benz Arena viel zu groß. Auch wenn sich das bei diesem Kaliber natürlich nicht ändern lässt. Als meine Mutter damals jedoch die Tickets ergatterte, waren die für die Stehplätze bereits ausverkauft. Deshalb stand beim Erreichen unserer Sitze in den nicht einmal ganz hinteren Rängen die Frage auf: "Haste mal ein Fernglas?" Eigentlich ironisch gemeint, sah ich später tatsächlich einige Besucher mit Fernglas. Trotz dieses Umstands war das Konzert großartig. The Cure standen knapp drei Stunden auf der Bühne und spielten alle Lieder, die man sich nur wünschen kann. Natürlich auch Klassiker wie Lovesong, Close To Me oder Friday I'm In Love. Letzterer war es auch, der die Leute in den Rängen endgültig von ihren Sitzen holte und zum Tanzen brachte. Insgesamt eine entspannte Atmosphäre und ein Robert Smith, der nach all den Jahren trotzdem noch nicht die Schnauze voll hat von den Songs, sondern Freude daran zu haben scheint. Ich bin sehr froh, bei einem Konzert dieser lebenden Legende dabei gewesen zu sein. Daher natürlich auch ganz wichtig zu erwähnen für diese Musikwoche.



I Don't Love Anyone (But You're Not Just Anyone) von Peter Doherty
Neben dem Fakt, dass es in der Vergangenheit viele Skandale um den Briten gab, weiß ich eigentlich gar nicht viel über Peter Doherty. Oder Pete, wie ihn die meisten noch zu nennen scheinen. Auch von seinen Bands Babyshambles oder The Libertines habe ich bislang nicht viel mitbekommen. Trotzdem hörte ich in den neu veröffentlichten Song hinein und bin spontan ganz begeistert. Das ist ja richtig gut - und ein verdammter Ohrwurm. Nun kann ich sein Album Hamburg Demonstrations, das am 2. Dezember erscheinen soll, kaum erwarten. Bis dahin höre ich mir das Lied noch ein wenig in Dauerschleife an und schaue dieses schön gemachte Musikvideo.




Linda von Devendra Banhart
Eigentlich hatte es mit diesem Song keinen guten Start. Denn er erinnert mich extrem an einen anderen. Das ist kein guter Grund, sich ein Lied immer wieder anzuhören. Das Ding ist aber, dass ich immer noch nicht herausgefunden habe, woran mich Linda erinnert. Ihr dürft mir bei der Suche gern weiterhelfen. Jedenfalls habe ich ihn mittlerweile so oft gehört, dass ich ihn richtig gern mag. Ansonsten bin ich nicht so angetan von Devendra Banharts neuestem Album Ape In Pink Marble. Seine Extravaganz ist etwas, das ich sonst an ihm schätzte und die gibt es auf dieser LP irgendwie gar nicht mehr, leider. Das Album ist mir zu langsam und zu eintönig. Sehr schade, da Banhart zu meinen absoluten Lieblingskünstlern zählt. Aber da er sich sowieso gern ausprobiert, wird mich das nächste Projekt vielleicht wieder mehr ansprechen.




Come All Sufferers von Gabriel Bruce
Dieses Album ist eine kunterbunte Überraschungstüte mit vielen sehr grundverschiedenen Songs und Stilen und ich liebe es. An manchen Stellen erinnert Bruce dabei an Nick Cave, an anderen an Marilyn Manson, oft auch an gar nichts, was ja nicht schaden kann. Trotzdem ist Come All Sufferers nie nur ein schlechter Abklatsch, sondern ziemlich genial. Die tiefe Stimme des Künstlers ist wunderbar. Die Text sind manchmal provokant und kritisch, manchmal witzig und manchmal sehr einfühlsam. Sie gehen Hand in Hand mit den Stimmungen der Lieder, mit denen man zusammen durch alle möglichen Emotionen geht. Ich muss mir unbedingt noch Gabriel Bruces Album von 2013 anhören. Bin sehr froh über diese Neuentdeckung.

Lieblingslieder: Jesus Drag Queen // This Human Mess

Samstag, 15. Oktober 2016

Musiktipps #5: Fog and fears and a mouth full of hot tears

Die Uni hat bei mir vergangene Woche wieder begonnen. Jippieh, oder so. Nach langem Trubel bin ich auch endlich in allen Modulen, die ich wollte. Bloß dass die Uni beim Umzug von einem System ins nächste ein Modul von mir komplett verschludert hat, wie ich jetzt mitbekam. Zack, Bumm, einfach weg. Unfuckingbelievable. Bin gespannt, ob ich das noch geregelt bekomme oder noch einmal ein extra Modul belegen darf, während ich im Sommersemester an meiner Bachelor-Arbeit schreibe. Auch sonst hielt die Woche eine volle Ladung Chaos für mich bereit, deshalb wird es Zeit, dass wir uns schöneren Dingen widmen. Der Musik!



They Can't If You Don't Let Them von A Fine Frenzy
Kennt ihr das, wenn ihr ein Album eigentlich vor längerer Zeit angehört habt, dann eines Tages darauf zurückkommt und plötzlich ein Lied ganz neu für euch entdeckt, dem ihr vorher keine große Beachtung geschenkt habt? So ging es mir bereits vor einem Jahr mit diesem Song und jetzt habe ich ihn erneut für mich entdeckt. Ich liebe den Songtext, den Anstieg der Intensivität, den Wechsel der Stimmung innerhalb des Liedes und die Dringlichkeit, mit der Alison Sudol es singt. Es bereitet mir besonders Freude, ihn selbst auf Gitarre zu spielen. Klingt sicherlich nicht so gut wie das Original, aber darum geht es ja nicht. They Can't If You Don't Let Them ist für mich jedes Mal wieder eine Reise und ich hoffe, ihn eines Tages live erleben zu können.

Fog and fears and a mouth full of hot tears
Can drown that voice sent to guide you
And wicked tongues with their hooks and their ice blood
Can wake the demons inside you



Marked For Death von Emma Ruth Rundle
Das zweite Album der Künstlerin ist Ende September erschienen und hat die perfekte Herbstmusik für mich in petto. Langsamer, dunkler Ambient-Rock, der bedrückt und gleichzeitig tröstet. Atmosphärisches Gitarrenspiel gesellt sich zu Texten, die von Hoffnungslosigkeit und Sterblichkeit handeln. Nicht, dass man gleich niedergeschlagen von den Songs wird. Sie passen nur gut zu der momentan sehr grauen Jahreszeit. Marked For Death gibt eine gewisse Ruhe, die man im hektischen Alltag ab und zu ganz gut gebrauchen kann. Zumindest kann ich von dem Album gerade gar nicht genug kriegen.

Lieblingslieder: Marked For Death // Protection



I Forget Where We Were von Ben Howard
Wer momentan fröhliche Lieder in seinem Leben braucht, ist bei den Musiktipps dieser Woche scheinbar an der falschen Adresse. Auch Ben Howards I Forget Where We Were ist eher ruhig und melancholisch. Trotzdem hält es schöne Erinnerungen aus meinem Semester in England für mich bereit. Zum Beispiel die Rückfahrt nach einem Tagesausflug nach Nottingham, bei der ich neben diesem Typen saß, den ich sehr mochte. Er hatte mir zuvor einmal erzählt, dass er Metal höre. Als ich mich jedoch im Bus schließlich neben ihn setzte und fragte, ob ich seine Musik mit anhören kann, gab er mir einen Ohrstöpsel und es lief dieses Album. Draußen war es schon dunkel und die vorbeiziehenden Straßenlaternen und Leuchtreklamen waren die einzige Lichtquelle. Es ist nichts passiert, außer dass wir dasaßen, zusammen lauschten und es einfach schön und gut so war. Ben Howard kannte ich natürlich, bis dato jedoch nur das Debüt. So lernte ich diese Songs also dank des Kerls kennen, den ich mittlerweile Boyfriend nennen darf. Auch danach haben wir es oft zusammen angehört. Nun sind wir beide wieder aus dem Auslandssemester zurück, er in Belgien, ich in Deutschland, und immer wenn das Vermissen Überhand gewinnt, muss I Forget Where We Were her. Das liebe ich so an Musik - sie verbindet. Und sie schafft es, Erinnerungen und Gefühle für uns abzuspeichern und bei Bedarf wieder hervorzuholen.

Lieblingslieder: Small Things // Rivers In Your Mouth // In Dreams // End Of The Affair // All Is Now Harmed

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Musiktipps #4: I'm so sweet I could eat myselfie

Meine Musikquellen platzen zwar aus allen Nähten, trotzdem scheinen sie mir noch nicht genug gewesen zu sein. Neben Musikblogs und Online-Magazinen, höre ich mir meine Empfehlungen auf last.fm und Spotify an und frage zudem die Leute in meinem Umfeld regelmäßig, was sie denn so gerade hören. Was ist das bei euch übrigens im Moment? Ich bin immer auf der Suche nach neuen Künstlern und Liedern. Oder zumindest neu für mich, sie kann auch gern Jahrzehnte alt sein. Hinzu kommt nun meine neue Bibel: The Mojo Collection - eine Sammlung mit den beliebtesten Alben der Autoren seit den 1950er Jahren, chronologisch aufgelistet. Nach langem Zögern ob meines eigentlich immer noch anhaltenden Buchkaufverbots, habe ich es jetzt doch geholt. Denn es ist schließlich mehr ein Nachschlagewerk. Gute Ausrede! Ich habe auch schon angefangen, die ersten Alben anzuhören und kann es kaum erwarten, noch mehr Perlen zu finden. Die werde ich dann natürlich auch in den Musiktipps vorstellen.



Tim Fite
Den US-Amerikaner sah ich vor einigen Jahren bereits live als Auftakt eines Bonaparte-Konzerts. Tim Fite hat damals auch bei deren neuestem Album Hand angelegt, siehe Video. Mein erster Eindruck bei seinem Auftritt war nicht so positiv. Er kam mir vor wie ein Möchtegern-Rapper mit großem Hang zum Machogehabe. Aber die anfängliche Antipathie habe ich hinter mir gelassen, als ich checkte, dass viele seiner Aktionen parodieren und man sie deshalb mit einer Schippe Humor nehmen sollte. Nach dem Auftritt hatte ich in sein Album iBeenHACKED hineingehört, das Richtung HipHop geht. Mit Liedern wie Pussies nimmt er die typischen Klischees von Gangsterrappern auf den Arm. Irgendwann habe ich zu meiner großen Überraschung festgestellt, dass der Gute in den Jahren zuvor ganz andere Musik gemacht hat. Mit Folk fing Tim Fite nämlich an. Ich bin begeistert angesichts der Vielseitigkeit dieses Künstlers.
Lieblingslieder: Big Mistake // Rats And Rags // Heaven Is War



Squirrel Nut Zippers
Der Name ist zwar ungewöhnlich, die Musik kann sich aber richtig gut hören lassen. Irgendwas zwischen Klezmer, Gypsy-Jazz und Swing im Stil der 1930er Jahre ist es, was die Damen und Herren der Squirrel Nut Zippers produzieren. Die Band gibt es mit wechselnden Mitgliedern seit 23 Jahren und ich bin schockiert, dass sie in Deutschland nicht bekannter ist. Ich verstehe es ja, ich bin auch immer vorsichtig mit Jazz. Klassische Swingmusik geht noch gut ab. Sobald es dann in den sehr experimentellen und improvisieren Jazz geht, wo Melodien quasi verpönt sind, bin ich auch raus. Bei den Squirrel Nut Zippers gibt es die Melodien jedoch auf jeden Fall. Zu ihrer Musik kann man fabelhaft tanzen, mitsingen und gute Laune haben und deshalb empfehle ich eine große Dosis. Mein Wort zu diesem grauen, trostlosten Donnerstag.
Lieblingslieder: Hell // Ghost of Stephen Foster

Montag, 26. September 2016

Musiktipps #3: Ten thousand types of torture couldn't keep me away from you

Irgendwann werde ich es schaffen, dieses Format tatsächlich wöchentlich herauszubringen. Zumindest habe ich es mir von nun an wirklich fest vorgenommen und hoffe, es klappt. Läge ja auch definitiv nicht daran, dass ich nicht genug Musik höre und daher zu wenig zu erzählen hätte.



Coppelius
Zu den Highlights meiner vergangen Musikwoche zählen definitiv Coppelius. Ihr Konzert am vergangenen Donnerstag in Leipzig war großartig - perfekte Setlist mit einem Best-of ihrer fünf Alben und viel Kontakt zum Publikum. Darüberhinaus durfte ich ein paar der Jungs vom Uniradio aus, in dem ich arbeite, interviewen. Total nette, entspannte und talentierte Leute. Mein erstes Interview übrigens. Einen ausführlichen Konzertbericht gibt es hier von mir. Schade Marmelade, dass sich die Jungs erstmal von der Clubbühne verabschieden wollen. Vielleicht schaue ich mir 2017 ihr Musiktheater in Gelsenkirchen an. Davor wartet jedoch mein nächstes und vorerst letztes ihrer Konzerte in Berlin Ende es Jahres auf mich, das damit auch den Abschluss ihrer Clubbühnenabstinenzankündigungskonzertreise bildet.
Lieblingslieder: Schöne Augen // Ade Mein Lieb // Operation 



Roosevelt von Roosevelt
Dieses Album hat meine Aufmerksamkeit wegen des Covers auf sich gezogen. Für mich sieht Roosevelt aus wie eine Mischung aus Jamie xx von der Band The xx und unser aller liebster Filmblogger Herr Owley. Ohne große Erwartungen bin ich beim Hineinhören herangegangen und wurde positiv überrascht. Der unaufgeregte Synthpop passt momentan einfach ganz gut zu meiner Stimmung, wenn man mal was Leichtes braucht.
Lieblingslieder: Colours // Heart



One Hand Clap von Mule & Man
Es gibt ein neues Projekt von Bonaparte-Herzstück Tobias Jundt. Ich bin ja sowieso überzeugt, dass der Typ ein Genie ist. Mule & Man heißt die Gruppe, aus eben aus Jundt und Kid Simius besteht. Da die Elektro-Musik schon sehr anders ist als der sonstige Punk von Bonaparte, war es erst Liebe auf den zweiten Blick...besser gesagt auf das zweite Anhören. Aber dafür wird die EP für mich auch mit jedem Hören besser. Im November kommen sie nach Leipzig zur Audioinvasion. Doch ich habe mich noch nicht ganz entschieden, ob ich hingehe, da ich die anderen Künstler bislang noch so gar nicht kenne. Mal sehen.
Lieblingslied: 10k Types Of Torture

Donnerstag, 21. Juli 2016

Musiktipps #2: You're so coo coo, I'm so coo coo

Vor einigen Wochen durfte ich im Publikum einer wundervollen Hommage an Édith Piaf sitzen. Akkordeonist Richard Galliano und Gitarrist Sylvain Luc boten eine etwas aufgejazzte, trotzdem wunderbare Vorführung im charmant eingerichteten Nikolaisaal in Potsdam. Und ich war sehr dankbar für diesen spontanen Ausflug, denn nachdem ich mich monatelang wieder mal nach einem Konzertbesuch sehnte, wurde jenes von The Last Shadow Puppets in Dresden leider abgesagt. Daher war das ein guter Trost. Wer Lust auf ein wenig Chanson-Feeling hat, kann sich mein Mixtape mit französischen Klassikern anhören.



Cheese von Stromae
Bleiben wir doch gleich bei französischem Gesang. Denn momentan läuft in unserem Haushalt Stromae wieder rauf und runter. Vornehmlich versuche ich, mir endlich sein Debütalbum Cheese genauer anzuhören. Ich mag es sehr gern, obwohl Racine Carrée, das drei Jahre später herauskam, für mich stärkere Songs hat. Deshalb läuft zum Frühstück häufiger die Konzertaufnahme aus Montreal mit Liedern von beiden Veröffentlichungen. Der Typ hat schon echt was drauf, so eingängige Songs mit teilweise sehr tiefgründigen und bewegenden Texten zu schreiben. Großartiger Künstler!
Lieblingslieder: Piece or Violence // Cheese // Dodo



Weaves von Weaves
Ansonsten fahre ich momentan total auf das Debütalbum der kanadischen Band Weaves ab, das im Juni herauskam. An meinem Geburtstag, um genau zu sein. Daher nehme ich das mal persönlich und bedanke mich für das großartige Geschenk. Irgendie rockig, irgendwie Alternative, irgendwie Richtung Pop. Sehr interessante Mischung und ich bin total verliebt.
Lieblingslieder: Two Oceans // Stress // Coo Coo

Montag, 11. Juli 2016

#pmdd21

Gestern fand wieder einmal der allseits beliebte Picture My Day-Day statt. Diesmal organisiert von Frau Margarete, vielen Dank dafür. Außerdem hier die Liste mit den Teilnehmern dieser Runde. Bei mir war der Sonntag ein unaufgeregter Faulenzertag mit dem Freund, der gerade zu Besuch in Leipzig ist. Ich glaube, ich habe noch nie so wenig Bilder an einem pmdd gemacht, aber sei's drum. Hoffe, es ist trotzdem nicht zu langweilig.



Mein Nintendo DS zeigt die falsche Uhrzeit, tatsächlich ist es kurz nach Mitternacht, als wir noch auf dem Weg sind, die besten Pokémon-Trainer der Welt zu werden. Oder wenigstens so tun.



Bettzeit.



Jep, das nenne ich mal ausschlafen beziehungsweise zu faul sein, um aus den Federn zu kommen. Irgendwann muss man dann aber doch aufzustehen.



Frühstück.



Und weiter geht's mit einem mehrstündigen Pokémon-Marathon. Natürlich hat mich Pokémon GO dazu angestiftet, meinen Nintendo herauszukramen. Auch wenn mir der Hype darum schon wieder fast anfängt auf die Senkel zu gehen. Aber hey. Wem kann man's eigentlich übel nehmen?



Ein wenig computern und dabei der wunderbaren Band Alabama Shakes lauschen.



Das momentane Strickprojekt herausholen.



Essen bestellen, weil ich Kohldampf auf Pizza und so gar keine Lust zu kochen habe.



Ein bisschen mit der App Music Maker Jam herumspielen, die ich heruntergeladen habe. Ach, was sage ich? Ich produziere hier fette Tunes, jo!



Zum Abschluss noch die beiden Little Witch Academia-Filme auf Netflix schauen. Ist in Ordnung, kann man machen. Danach geht's auch schon zurück ins Bett.

Dienstag, 21. Juni 2016

Mein Abendstimmung-Mixtape

An diesem lauwarmen Sommerabend weiß ich einfach nichts richtig mit mir anzufangen. Die Aufgaben der To Do-Liste sind abgehakt, gleichzeitig bin ich zu unmotiviert, ein neues Projekt anzufangen. Netflix und Youtube öden mich an. Zum Lesen fehlt mir die Konzentration. Zum Schlafen bin ich noch nicht müde genug. Also sitze ich hier und höre Musik. Und entschließe mich spontan, dieses Mixtape zu erstellen, das meine Stimmung am Abend der Sommersonnenwende festhält.


Hier geht's zur Youtube-Playlist.


The Lake Poets - Your Face
Jeff Buckley - I Know It's Over
Sam Phillips - Reflecting Light
José González - Heartbeats
Iwan Rheon - Diaries
The National - Runaway
Damien Rice - My Favourite Faded Fantasy
Keaton Henson - You Don't Know How Lucky You Are
The Doors - Yes, The River Knows
Ben Howard - Depth Over Distance

Montag, 20. Juni 2016

Musiktipps #1: One Hopeful Road

Ob neue Platten oder Klassiker - in dieser frisch geschlüpften Beitragsreihe möchte ich schlicht und einfach teilen, welche Musik ich momentan so höre und empfehlen kann. Mir ist wieder bewusst geworden, wie gern ich über Musik schreibe, deshalb möchte ich das verstärkt auch auf diesem Blog tun. Ich weiß noch nicht, ob ich das wirklich jede Woche durchziehen kann. Trotzdem möchte ich auf jeden Fall anfangen zu dokumentieren, wann ich was gehört habe, welche Lieder mir in gewissen Zeiträumen wichtig waren und welche Interpreten mich begleitet haben. Deshalb werde ich versuchen, das Segment zumindest so häufig wie möglich zu füllen.



The Last Shadow Puppets
Bevor das neueste Album Everything You've Come To Expect der zweiköpfigen Band herauskam und gefühlt jeder ein großes Trara darum machte, hatte ich mich nie mit der Band beschäftigt. Obwohl ich das Solozeug von Alex Turner als auch die Arctic Monkeys liebe. Also hineingehört, für gut befunden und prompt ein Ticket für den Dresden-Termin der aktuellen Tour geholt. Um mich ausreichend auf das Konzert vorzubereiten, ziehe ich mir momentan also regelmäßig die beiden Alben von The Last Shadow Puppets rein. Obwohl ich sagen muss, dass mir das Debüt The Age Of The Understatement sogar noch ein wenig besser gefällt. Insgesamt also wirklich solide Songs, die Alex Turner und Miles Kane da produzieren, einige sogar überdurchschnittlich. Außerdem bin ich ein großer Freund der oft eingesetzten Streicher und von Turners Stimme sowieso.

Lieblingslieder: Sweet Dreams, TN // Separate And Ever Deadly // Everything You've Come To Expect



Vintage Trouble
Letzte Woche schaute ich eine Zusammenfassung des diesjährigen Pinkpop Festivals und verknallte mich dabei spontan in die Musik und Energie der US-amerikanischen Gruppe Vintage Trouble. Was für ein verrückter Auftritt. Leadsänger Ty Taylor scheint ordentlich Feuer unterm Hintern zu haben, so wie er eigentlich überall herumspringt, bloß kaum auf der Bühne selbst. Konnte jetzt zwar nur ein Video aus Glastonbury finden, aber es zeigt trotzdem perfekt, was ich meine. Ich werde mir definitiv noch mehr Songs anhören müssen, auch wenn ich glaube, dass Vintage Trouble eine dieser Bands ist, die man besser live anschaut.



Telluric von Matt Corby
Zu guter Letzt höre ich im Moment immer noch gern das neueste Album Telluric vom australischen Singer-Songwriter Matt Corby. Entdeckt habe ich ihn vor einigen Monaten in einem Café im englischen Leamington Spa, Nähe Birmingham, das nicht nur mit grandiosem Victoria Sponge Cake und einer urig-zusammengewürfelten Einrichtung punkten konnte, sondern auch tolle Musik spielte. Seitdem führt mich das Album regelmäßig zu diesem schönen Ausflug zurück.

Lieblingslieder: Why Dream // Good To Be Alone // Wrong Man

Samstag, 28. Mai 2016

LEFT A CLOUDED MIND AND A HEAVY HEART

Plötzlich sind die vier Monate in England auch schon wieder vorbei. Wo ist die Zeit geblieben? Studiert habe ich nicht allzu hart, das muss ich zugeben. Die Kurse waren nicht so meins und andere Dinge einfach viel aufregender. Trotzdem habe ich viel gelernt. Über mich selbst vor allem. Über neue Art und Weisen. Ich bin viel selbstbewusster mit meinem Englisch, hatte ich schließlich keine andere Wahl, als Englisch zu sprechen, wenn ich mich verständigen wollte. Dass ich viel sozialer sein kann, wenn ich mir Mühe gebe. Dass darunter jedoch meine Kreativität leidet. Irgendwie werde ich in Zukunft eine bessere Balance finden müssen. Ich habe zahlreiche Ausflüge gemacht und bin viel gereist. Oxford, Bath, Edinburgh, Dublin. Die Welt zu erkunden gehört definitiv zu meinen Lieblingsaktivitäten. Ich habe meine Komfortzone oft verlassen. Und ich habe überlebt. Ich habe getanzt, ich habe gesungen, ich habe gelacht. Ich habe dumme Fehler gemacht, die mir sehr leidtun. Ich war manchmal frustriert und fertig mit der Welt. Ich habe gemerkt, wie sehr mir die Menschen fehlen, die ich in Deutschland hinter mich gelassen habe. Ich habe neue Freunde gefunden, von denen mir der Abschied unglaublich schwer fiel. Besonderes meiner lieben Freundin M. muss ich danken, die mit mir in den Monaten in Birmingham durch dick und dünn gegangen ist. Es ist hart, wenn man sich über einen Zeitraum so gut kennenlernt, sich fast jeden Tag sieht und plötzlich trennen einen wieder hunderte Kilometer voneinander.


Auch Liebe habe ich in England gefunden. Beziehungsweise meinen Belgier so lange mit meiner ansteckend charmanten Persönlichkeit genervt, bis er wohl keine andere Wahl mehr hatte. Ich möchte keinen Kotzreiz verursachen, aber ich hatte ja keine Ahnung, wie schön Liebe ist und wie sehr sie die Dinge in Perspektive setzen kann. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, es klappt mit uns. Die Zeit wird es zeigen.
Morgen geht mein Flug zurück nach Deutschland, das erste Mal in all der Zeit, dass ich die Britischen Inseln verlasse. Ich freue mich unglaublich darauf, meine Familie, meine Freunde und mein Vögelchen wiederzusehen. Zurückzukehren zu meinem Leben und mit neuer Entschlossenheit, neuen Erkenntnissen und Zielen da weiterzumachen, wo ich vor einigen Monaten aufgehört habe. Dann ja, das Auslandssemester fühlte sich sehr nach Auszeit an. Auszeit von allem, von Nachrichten, von Problemen, von Zweifeln und Ängsten, von Verpflichtungen. Umso seltsamer war es, wenn ich davon hörte, wie das Leben in Deutschland einfach ohne mich weiterging. Doch ich bin bereit wieder einzusteigen!

Freitag, 13. Mai 2016

Meine Top 5 Beiträge zum ESC 2016

Wie im vergangenen Jahr gebe ich auch zum diesjährigen Eurovision Songcontest wieder meinen Senf ab. Kann man das beim zweiten Mal in Folge schon Tradition nennen? Egal, ich mache es jetzt einfach zur Tradition. Für Deutschland tritt, oh Wunder, wieder einmal eine brünette Pop-Sängerin an. Irgendwie setzen wir immer aufs gleiche Pferd. Ich bezweifle stark, dass sich Deutschland nach der Punktevergabe auch nur auf der linken Tafel wiederfinden wird. Aber auch sonst ist wieder ausgiebig viel Schrott und Blödsinn im Potpourri der diesjährigen Beiträgen zu finden. Es fiel um einiges schwerer, auf fünf zu kommen. Aber hey, die schlechte Musik macht schließlich einen großen Teil des Spaßes beim Grand Prix Eurovision de la Chanson aus. Kommen wir an dieser Stelle jedoch zu den annehmbaren Liedern.


Estland: "Play" von Jüri Pootsmann
Leute, mein Herz wimmert. Dieses Lied ist mit Abstand mein Favorit in der Auswahl und dann schafft es Pootsmann nicht ins Finale. Was soll das? Ich liebe das Gitarrenspiel in der zweiten Strophe, die Bläser im Refrain und seine tiefe Stimme, die mir eine fette Gänsehaut bereitet. Dazu sein intensiver Gesichtsausdruck á la Eiskalte Engel und ich bin überzeugt. Im Vergleich dazu sind so viele Totalausfälle weitergekommen. Ich vermute, dass es dem gemeinen Publikum jedoch an Show gefehlt hat, um diese Lied genauso zu würdigen wie ich. Estlands Ausschied ist für mich bereits der größte Skandal dieses Jahres. Und obwohl ich am Samstag nicht mehr dafür anfeuern kann, kommt "Play" trotzdem in meine Liste. Aus Prinzip. Aus Trotz.



Lettland: "Heartbeat" von Justs
Bereits 2015 war Lettland in meinen Favoriten mit dabei. Auch wenn mich "Heartbeat" nicht mehr genauso umzuhauen weiß, ist es trotzdem ein solides Lied mit nettem Bass, das zum Mitwippen anregt und sich hören lassen kann. Bravo, Lettland! Vielleicht sollte ich mich generell mal ein wenig mehr mit der lettischen Musikszene beschäftigen, fällt mir gerade auf. Auch wenn ich nicht wirklich glaube, dass der Song allzu weit vorn mit dabei sein wird, hoffe ich es trotzdem. Ich juble am Samstag jedenfalls für Justs.



Schweden: "If I Were Sorry" von Frans
Schade Marmelade, dass das Intro vom Musikvideo beim Live-Auftritt nicht mehr dabei sein wird. Es ist wundervoll und hat mich eigentlich erst dazu angehalten, bei dem Song dranzubleiben. Im Rest des Liedes gefallen mir die Strophen um einiges besser als der Refrain. Dieser hätte durchaus ein wenig reißerischer sein können, um das Lied weniger monoton zu machen. Nichtsdestotrotz hat es seinen Platz in dieser Auflistung verdient.



Italien: "No Degree of Separation" von Francesca Michielin
Hipp hipp, ein Beitrag in Originalsprache! Klingt Italienisch gut, oder was? Ja, schon allein dafür gibt's Pluspunkte von mir. Trauen sich ja leider nicht mehr allzu viele Künstler des ESC's. Ob es abgesehen davon am Samstag herausstechen kann, wird man sehen. Es ist vielleicht doch ein bisschen zu unaufgeregt. Das scheint irgendwie das gesamte Problem der diesjährigen Einsendungen zu sein. Entweder sind sie ausgefallen und schlecht oder gut gemacht, dafür aber ein wenig langweilig. Da das Musikvideo zu "No Degree of Separation" jedoch bezaubernd ist, hoffe ich auf eine nette Live-Show am Samstag.



Belgien: "What's The Pressure" by Laura Tesoro
In diesem Fall ist der Song nicht in meinen Favoriten gelandet, weil ich es so überragend finde. Eher weil es im Vergleich zu dem restlichen Kram das kleinere Übel ist. Sorry, Belgien. Eine funky Gute-Laune-Nummer, die so klingt, als wäre sie so oder so ähnlich schon einmal da gewesen. Tesoros Stimme ist jedoch zugegebenermaßen ziemlich gut, erinnert an Demi Lovato. Da man zu "What's The Pressure" fantastisch mittanzen kann, ist mein Tipp, dass es beim Finale recht weit vorn mit dabei sein wird. Ich bleibe gespannt.



Welche sind eure Favoriten? Schaut ihr den Eurovision Songcontest dieses Jahr? Weint ihr auch über den Ausschied Estlands?

Mittwoch, 13. April 2016

Bath: Nur echt mit Nussburger und Zeitungsjungenmütze

Nachdem ich von meinem momentanen Studienort Birmingham einige Ausflüge in umliegende englische Städte gemacht hatte, kam ich zum persönlichen Fazit "Kennst du eine, kennst du alle". Im Groben boten sie alle eine Abbey, eine Innenstadt mit vielen Shoppinggelegenheiten, einen Park, ein paar historische Gebäude und die ein oder andere unansehnliche Ecke.
Als ich mich jedoch letztens in Bath wiederfand, revidierte ich meine Meinung wieder. Im Grunde treffen die eben genannte Punkte ebenfalls zu, doch Bath bietet einfach noch mehr. Allein schon die einheitliche, palladianische Architektur aus Kalkstein, die sich durch das gesamte Stadtbild zieht, ist ein Augenschmaus. Es wundert mich nicht, dass Bath mittlerweile zum Weltkulturerbe gehört. Mit der Pulteney Bridge, die nicht nur den Fluss Avon überquert, sondern auch einige Läden beherbergt, biete ich das erste Beispiel für die Schönheit dieser Stadt.


Römische Bäder
Die wohl wichtigste Attraktion vor Ort, trägt Bath schließlich seinen Namen wegen der Römischen Bäder. Knapp zweitausend Jahre alt und trotzdem kann man immer noch bewundern, wo die Römer damals planschten. Gebaut haben sie das Badehaus um die einzige warme Quelle, die man im Vereinigten Königreich findet. Die Ausstellung gibt gute Einblicke in das Leben damals und verteilt die Massen ausreichend, sodass man sich nicht durchdrängeln muss und immer wieder ausreichend Blicke auf die historische Stätte erhaschen kann.
Besonders beeindruckend wird es, wenn man auf dem Balkon steht, hinunter in den Badebereich der Antike schaut, dann aufblickt, die benachbarte Abbey aus einer komplett anderen Epoche sieht und daneben wiederum die Touristeninformation aus der Neuzeit steht. Irgendwie ein surrealer Anblick, so viel Geschichte auf einem derart geballten Raum.


Modemuseum
Mein Tipp für den nach Bath Reisenden wäre es gleich ein Kombiticket für 18 Pfund zu kaufen, das einem Einlass in die Römischen Bäder, das Fashion Museum und die Victoria Art Gallery gewährt. Alle drei Attraktionen sind sehenswert und zusammen in einem Rutsch gekauft, wird es um einiges preiswerter.

Ich hätte es eigentlich nicht erwartet, aber im Nachhinein muss ich schon sagen, dass das Fashion Museum eines der Highlights vor Ort war. Sich die Kleider für Mann und Frau aus verschiedenen Jahrhunderten dank der Ausstellung "A History of  Fashion in 100 Objects" ansehen zu können, war beeindruckend. Natürlich um der Fantasie noch einen Schubs zu geben, wie das Leben damals wirklich ausgesehen haben muss und in welchen Kutten die feinen Leute durch die Straßen flaniert sind. Doch auch die entsprechenden Tafeln bieten gute Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Geschehnissen der Zeit und erzählen, inwieweit diese die Kleidung beeinflusst haben und andersherum. Zu meiner angenehmen Überraschung haben sie sogar ein Original-Kleid von Queen Victoria da. Was die Sache noch abrundet: man kann sogar einige Replikate anprobieren, ob ein pompöses Kleid mit Reifrock oder einen schicken Herrenmantel. Wobei ich dann trotzdem finde, dass mir die die Ballonmütze, auch Newsboy Cap genanntam besten steht. Ich sollte mir in der Tat eine zulegen.


World Heritage Tour
Auf der offiziellen Internetseite von Bath kann man sich zwei verschiedene Audio-Touren kostenlos herunterladen. Sowohl die World Heritage Tour als auch die Tour mit dem Namen In the Footsteps of Jane Austen bestehen aus einer Stadtkarte und Audiotracks, die man sich aufs Handy oder den eigenen MP3-Player packen (oder was die freshen Kiddies heutzutage sonst so haben) und damit seine eigene Rundtour durch Bath machen kann. Da wir beide nicht so die größten Jane Austen-Fans sind, entschieden wir uns für die erste Variante. Vorbei geht es damit an der Abbey, der Innenstadt, entlang an niedlichen Shops und Museen, in die man noch einen Abstecher machen kann, bis hoch zum Royal Crescent. Ich freue mich schon darauf, meine Mitbewohnerin und begeisterte Jane Austen-Verfilmung-Schauerin neidisch zu machen, da ich einige der von uns besuchten Orte als Filmset in ihren liebsten Schmonzetten glaube wiedererkannt zu haben.


Futtern
Eins meiner liebsten Dinge auf Reisen ist es, mich durch das lokale Angebot durchzufuttern. Drei Lokale haben es mir in Bath besonders angetan. Da wäre zum einen das Gourmet Scoffs, bei dem es ein Genuss war sich durch die ganzen Pies zu testen. Sogar noch besser, wenn man sie aus dem Lokal mitnimmt und auf dem Vorplatz der Abbey isst. Dann das zuckersüße Café The Mad Hatter's Tea Party, das wohl vor allem wegen seiner bunten, durchgeknallten und natürlich trotzdem zum Thema passenden Einrichtung bezaubert. Von der kleinen roten Tür in der Theke, über Spielkarten-Stühle bis hin zum zusammengewürfelten Geschirr, passte alles gut hinein. Wobei ich natürlich auch betonen muss, dass der Kuchen ebenfalls ausgezeichnet war. Mein Liebling war insgesamt jedoch das Pub Pig & Fiddle. Die Atmosphäre ist wunderbar, die Preise vernünftig und ich verspeiste dort einen großartigen Nussburger, der gleichzeitig einer der besten vegetarischen Burger meines Lebens war. Hach! Am liebsten gleich nochmal.


Prior Park Landscape Garden
Soweit zu meiner Schwärmerei über Bath. Aber ich muss es einfach herauslassen, da sie zu meinen Favoriten der von mir bislang besuchten Städte in England gehört. Was ich an Bath ebenfalls liebe, ist, dass die Stadt so klein und niedlich ist, man kann über all hinlaufen. You ain't need no bus ticket! Selbst zur am meisten von der Innenstadt entferntesten Sehenswürdigkeit, liefen wir bloß eine knappe halbe Stunde. Auch wenn ich den damit gemeinten Prior Park Landscape Garden an dieser Stelle nur unter Vorbehalt empfehlen möchte. Nur als Mitglied des National Trust kommt man kostenfrei in den Park. Das ist eine gemeinnützige Organisation, die sich um viele Gärten, Häuser und Museen in England kümmert und zusieht, dass alles erhalten bleibt. Die einjährige Mitgliedschaft, mit der man zu all diesen Dingen freien Eintritt erhält, hat man im Vergleich mit den Eintrittspreisen fast schon wieder heraus, wenn man neben diesem Garten noch Stonehenge und eine weitere Sache besuchen würde. Vielleicht als kleiner Gedanke für Interessierte. Ansonsten fände ich 7,50 Pfund für den doch relativ kleinen Prior Park Landscape Garden ein wenig happig, so schön die Brücke und der Ausblick auf Bath auch ist. Aber dank meiner Begleitung, die sich die National Trust-Mitgliedschaft zulegte und gute Verhandlungskünste an den Tag legte, durfte ich auch umsonst mit hinein und konnte den Spaziergang vollends genießen. Und schaut doch mal, wie hübsch die Brücke ist und der Ausblick auf Bath erst!


Falls ihr es in nächster Zeit also "Fahrt alle nach Bath, es ist so wundervoll dort. Oder nein, fahrt doch lieber nicht hin, damit ich die Stadt nächstes Mal für mich allein habe und nicht teilen muss" von den Dächern rufen hört, bin ich das wahrscheinlich.

Welches Reiseziel hat euch zuletzt so richtig begeistern können? 

Freitag, 25. März 2016

#pmdd20

Zwanzigstes Jubeljubiläum beim Pictury My Day-Day! Auch wenn ich persönlich erst zum achten Mal dabei bin. Diesmal wurde die Aktion von meinem liebsten Filmblogger Owley organisiert. Blogger, Twitterer, Instagramer und andere Internetmenschen waren heute also wieder aufgerufen, ihren Tag in Bildern festzuhalten. Einen Überblick über alle Teilnehmer gibt es hier.


Guten Morgen, Welt!



Endlich in England Harry Potter lesen. Erst jetzt möglich, da unsere Bibliothek bis letzte Woche nicht den ersten Band da hatte.



Beim Lesen wieder einpennen und gegen Mittag aufwachen. Insgesamt ein wundervoll entspannter Morgen. Birmingham zeigt sich auch noch von seiner sonnigsten Seite. 



Raus aus den Federn und ab unter die Dusche!



Warten am Treffpunkt vor der Uni.



Um mit einer guten Freundin einen langen Spaziergang zu machen.



Nach einer guten Stunde im Bezirk Harborne ankommen.



Für eine Verschnaufpause ins Café Fallen Angel pflanzen, das wir schon lange ausprobieren wollten. So niedlich eingerichtet.



Nomnomnom.



Durch einige Läden bummeln und dabei süße Dinge sehen.



Ausbeute aus dem Oxfam-Buchladen. 



Zurück geht's dann doch mit dem Bus.



Ein letzter Zwischenstopp im nächsten Supermarkt Asda.



Walkwalkwalkwalk.



Hach, schöner Tag ist schön. Wobei wir uns dann für aufgrund unserer Reisen während der Osterferien für über eine Woche voneinander verabschieden müssen.



Blick auf meinen Schrittzähler. Ausflug hat sich gut gelohnt, meine 10.000 Schritte für den Tag sind geschafft.



Vorbereitungen für die Reise ab morgen gehen weiter. Leider klappt nicht alles ganz nach Plan.



Anfangen mit packen.



Abwasch.



Abendbrot und Verpflegung für morgen.



Neue Musik aufs Handy laden.


Jetzt werde ich wohl noch ein bisschen zu tun haben mit den letzten Vorbereitungen für die Städterundreise der kommenden Tage. Ungünstig, weil ich morgen schon wieder um 5 Uhr aufstehen muss, aber was soll man machen? Gute Nacht schonmal!

Donnerstag, 17. März 2016

Mein Motivationsmixtape

Die beste Methode, um motiviert durch die Welt zu schreiten und fleißig Häkchen hinter die Punkte der eigenen To Do-Liste zu setzten, ist wohl seine Ziele im Auge zu behalten und zu wissen, warum man eigentlich macht, was man macht. Dass ich einige Monate an diesem Mixtape bastelte, sagt eigentlich alles über mein durchschnittliches Motivationslevel der letzten Zeit aus. Ich glaube nicht, dass es mich von heute auf morgen zum produktivsten Menschen machen wird. Doch ein paar schwungvolle Lieder können ab und zu ein guter Arschtritt sein.Welche Lieder hört ihr, um euch zu Motivation zu behelfen oder durch eine Aufgabe durchzupowern?


Hier ist die Youtube-Playlist.


Skye Sweetnam - Let's Get Movin' (Into Action)
The Hives - Come On!
Paramore - Now
Arctic Monkeys - Brick By Brick
The White Stripes - Conquest
Mulan - I'll Make A Man Out Of You
Marvin Gaye - Ain't No Mountain High Enough
Jimmy Cliff - You Can Get It If You Really Want
Alabama Shakes - Hold On
The Beach Boys - Long Promised Road

Samstag, 12. März 2016

Mein Mixtape fürs nächtliche Reisen

Momentan bin ich so im Mixtape-Fieber, ich erstelle eines nach dem anderen, suche Lieder heraus, wäge ab, entdecke neue Musik, probiere einen bestimmten Moment dadurch greifbar zu machen oder ein gewisses Thema bestmöglich zu repräsentieren - das ganze Drumherum eben. Mir ist bewusst, dass viele sie nicht gern hören oder sich schlichtweg nicht dafür interessieren. Mir bereitet es jedoch unglaublich viel Freude und wenn ich die Playlists schon mache, kann ich sie auch veröffentlichen. Falls ich dann noch irgendjemandem ein bisschen Musik mit auf den Weg geben kann, umso besser.

Das erste ist inspiriert von diesen Nächten im Auto, wenn man einfach nur so vor sich hinfährt auf offener Straße. Auf dem Weg nach Hause oder in einen fernen Ort, nach einem langen Tag oder kurz bevor das Abenteuer erst losgeht. Endlich ist Zeit und Ruhe da, um über alles Mögliche nachzugrübeln. Und bis auf die Lichter des Straßenverkehrs ist alles dunkel und friedlich.


Natürlich gibt es auch wieder eine Youtube-Playlist.


Guster - Long Night
Blur - My Terracotta Heart
Fever Ray - Keep The Streets Empty For Me
The xx - Angels
Placebo - Follow The Cops Back Home
Interpol - Untitled
Yellow Ostrich - Ghost
Fever Ray - When I Grow Up
Warpaint - Drive
Bonaparte - Riot In My Head

Mittwoch, 17. Februar 2016

The Krise must go on

Alle paar Tage öffne ich mein Blogger-Dashboard, starte einen neuen Entwurf oder bearbeite einen bereits existierenden. Schreibe einige Sätze, schließe alles wieder. Wie zum Teufel beginnt man einen Beitrag, nachdem man seit über zwei Monaten keinen Ton von sich gegeben hat? Ich weiß nicht so recht, was ich mit mir anfangen soll. Ich liebe es zu schreiben. Nur das Bloggen ist mir irgendwie abhanden gekommen. Ich sehe bei vielen Dingen nicht mehr denn Sinn dahinter, es in alle Welt hinauszuposaunen. Und doch fehlt es mir. Oder fehlt es mir bloß, mich Blogger nennen zu können? Es ist bereits eine verdammt lange Zeit vergangen, seit ich das letzte Mal regelmäßig Beiträge veröffentlicht habe. Das macht mir Angst. Was, wenn meine Muße dafür nie wiederkehrt? Nicht, dass die Welt untergehen würde. Aber man würde Leute, die Ähnliches machen, aus den Augen verlieren. Ein Hobby, ein Stück Persönlichkeit, ist weg, einfach ausradiert. Die ganzen Ideen, die ich immer noch habe und die sich langsam häufen, schwirren weiter durch die Gegend und werden nicht umgesetzt. Mache ich mir einfach zu viel Druck und habe zu hohe Erwartungen an meine eigenen Beiträge? Wahrscheinlich. Ja, wenn schon, dann möchte ich großartige Inhalte bringen, die es auch wert sind gelesen zu werden. Dass das mit meinem Leben, meiner Zeit, Energie und Lust nicht vereinbar ist, zeigt sich jedoch zu Genüge. Muss das Motto jedoch "ganz oder gar nicht" sein? Ich finde keinen Ausweg aus dem Dilemma. Ich drehe mich seit einer Weile im Kreis und bin es langsam leid, um ehrlich zu sein. Dies ist mein dritter Blogpost, den ich dazu schreibe. Der erste, den ich veröffentlichen werde. Einfach, weil ich es loswerden muss. Vielleicht sollte ich mich mehr zum Schreiben zwingen. Vielleicht sollte ich mich wieder mehr ausprobieren oder gar eine ganz neue Richtung einschlagen. Vielleicht sollte ich es auch einfach gut sein lassen.

Es ist nicht einfach. Aber: Hallo, ich lebe noch. Ich hoffe, es geht euch gut. Sorry, wegen der Kopfgrütze.

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