Donnerstag, 17. September 2015

Die Sache mit dem Beenden

Reden wir doch mal Klartext! Ich habe keine Geduld und Ausdauer. Ich bin schnell gelangweilt und brauche stetig Abwechslung. Das hat Vorteile. So bin ich schnell für neue Ideen und Projekte zu begeistern. Bei verrückten Vorschlägen bin sofort mit dabei. Außerdem probiere ich viel aus und lerne die unterschiedlichsten Dinge. Leider gibt jedoch auch Nachteile. Derjenige, der mich momentan am meisten nervt: Ich kriege unzählige Projekte nicht fertig. Weil ich beim Bearbeiten gedanklich schon bei der nächsten Sache bin, für die ich in dem Moment mehr brenne, bleibt vieles auf der Strecke und liegt anscheinend für immer und ewig unvollständig herum. Nun gut, dass das bei mir nun mal so ist, das wusste ich ja. Letztens fing ich jedoch an, alle angefangenen Projekte aufzuschreiben - und mir klappte die Kinnlade herunter. Einerseits angesichts der Zeit, die seit Beginn vergangen ist, andererseits wegen der Menge. Beispiele gefällig?


Es liegt noch Rohmaterial für drei Reisevideos auf meiner Festplatte, die ich noch schneiden müsste. Das erste für Hamburg 2012 (!), die anderen für London 2013 und Budapest 2015.

In meinem Entwürfe-Ordner für den Blog befinden sich über 50 Ideen und angefangene Beiträge.

Bevor ich Musik auf meine externe Festplatte ziehe, beschrifte ich sie sorgfältig. Wenn das nicht passiert, sammeln sich Lieder und Alben eben unbeschriftet in verschiedensten Ordnern auf meinem Desktop an. Momentan sind das über 1000 Dateien.

Als ich in meine jetzige WG einzog, begann ich an einem Streifen meiner Zimmerwand, eine Fotocollage zu kleben. Ein Jahr später ist immer noch nur ein Viertel geschafft.

Auf meinem SuB stapeln sich ungefähr 30 Bücher. Die Zahl stagniert.

Von meinen Spielen für den Nintendo DS habe ich in all den Jahren genau zwei Spiele durchgespielt. Dabei besitze ich insgesamt gerade einmal sechs.

Auf meiner Liste stehen über 20 angefangene Serien. Serien, die ich abgebrochen oder soweit geschaut habe, wie die Staffeln bislang veröffentlicht wurden, sind nicht einmal mit hineingezählt. Natürlich sehe ich sie nicht alle gleichzeitig. Doch ich möchte alle davon irgendwann weiterschauen.

Wenn ich stricke, sind das am liebsten kleine Beutelchen. Oft fehlt mir leider die Lust, sie am Ende zusammenzunähen. Daher liegen bei mir um die 10 bis 15 gestrickte Lappen herum, die irgendwann mal was werden sollen, wenn sie groß sind.

Dieses Problem wollte ich eigentlich in einem Video aufgreifen. Dass es zum Dreh nie kam, muss ich wohl nicht erwähnen.


Ich überlege, ob ich bald eine neues Projekt starte, in dem ich gestartete Projekte beende. Wie genau das aussehen kann, weiß ich noch nicht. Ich bräuchte definitiv eine Auflistung all meiner angefangenen Dinge, dies ist schließlich nur ein klitzekleiner Bruchteil. Also könnt ihr euch vorstellen, was für ein Problem ich eigentlich habe.

Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr auch notorische Nicht-Beender? Wie schafft ihr es, Projekte abzuschließen? Muss man das überhaupt bei allen? Mache ich mich umsonst verrückt?

Kommentare:

  1. Ich denke, größtenteils geht es mir wie dir. Aber manchmal kriege ich es dann doch hn, Sachen bis zum Ende durchzuziehen und das ist ein unglaublich gutes Gefühl. Auch wenn es ewig dauert. Mittlerweile zwinge ich mich bei manchen Sachen, erst eines fertig zu machen, bevor ich das nächste beginne.

    Lächeln, Fabian

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  2. Aaaach, ich kenn das auch total! Dabei ärgert es mich immer so unmaßlich, wenn ich irgendetwas kreatives / schönes nicht beenden kann. Stichwort Tagebuch schreiben. Naja, "beenden" wäre da vielleicht etwas drastisch, aber zumindestens regelmäßig weiterführen! Dabei sammle ich immer Schnippsel und Zeugs dafür, die stapeln sich jetzt alle irgendwo an verschiedenen Orten in meinem Zimmer. Oder mal meine Zeichnungen sortieren! Oder meine Fotos entwickeln lassen! Oder mehr Fotos machen! oder oder oder. Ich leide mit dir.
    Wobei ich praktische Dinge wie zB ein Zimmer mit ner Collage verzieren auch gerne mal spontan angehe. Vielleicht klappt es ja auch bei dir? (: Ich drück dir die Daumen!

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  3. Hach, das kommt mir sehr bekannt vor, mir gehts ganz genauso. Lediglich bei der Musik beschrifte ich tatsächlich alles gleich, Unordnung in meinen Dateien kann ich gar nicht haben. Dafür beläuft sich mein SuB aber auf mindestens 50 Stück... und ich hab schon aussortiert :/

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  4. Bei mir ist das genauso, ich fange so gerne neue Sachen an und beende die ganz schleppend. :/

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  5. Mach doch eine 101 Dinge in 1001 Tagen Liste? ;) So hast du auch nicht das Gefühl alles SOFORT machen zu müssen.

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  6. Welche Serien möchtest du denn schaun?

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  7. Oh das kenne ich zu gut. So viele angefangene Geschichten, Ideen, Projekte... und so viele Ideen, die noch nicht einmal angefangen sind.
    Ich glaube aber, dass es schon einmal ein guter Schritt war sich aufzuschreiben, was noch fehlt. Ich habe dann zwar noch nie alle Projekte beendet, aber doch zumindest das ein oder andere habe ich dann doch fertig gemacht, was ich sonst wohl einfach weiter verdrängt hätte. Gerade Projekte die vergleichsweise schon weiter fortgeschritten waren, konnten dann doch noch zu einem Abschluss gebracht werden.

    Liebe Grüße,
    Abigail

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  8. Jepp, bin dabei! Der Schal den ich vor 100 Jahren angefangen habe, ist immer noch nicht fertig, weil mir zwischendurch die Geduld ausgeht und andere Sachen interessanter sind. Ich bin sehr launenhaft und neugierig, das passt mit "Anfangen, Durchziehen, Fertig" einfach irgendwie nicht zusammen.
    Klar ärgert man sich über sich selbst, aber ist das nicht geistige Flexibilität?

    Ich nehme mir das nicht mehr übel. Wenn ich eins durch Minimalismus gelernt habe, dann ist es das: Prioritäten verschieben sich. Und es gibt auf diesem Planeten einfach zu viele coole Sachen, die man machen kann :D Zwischendurch aussortieren und neu bewerten hilft da auf jeden Fall.
    Warum liest man Bücher nicht, die man zu Hause hat? Warum guckt man Serien nicht weiter, wenn man damit angefangen hat? Vielleicht weil sich Interessensgebiete verschoben haben oder die Serie dann doch nicht so geil war.

    Allerdings habe ich auch vor, mich spätestens nächstes Jahr etwas herauszufordern. Z.B. alle Bücher vom SUB zu lesen. Für angefangene Serien habe ich mir im Filofax jetzt endlich mal ne Liste gemacht, damit ich nicht immer überlegen muss. Dann ist halt mal Binge-Watching angesagt, aber das macht ja auch Spaß.
    Tja, was ich mit dem Schal machen werde, weiß ich noch nicht :D

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  9. Das Problem kenne ich auch sehr gut… Es zieht sich momentan bei mir um zwei Blogprojekte, an denen ich teilnehme… Allein dadurch hat sich schon wieder sehr viel angehäuft, das ich zwar angefangen, bisher aber nicht beendet habe. Ich habe vor Kurzem darüber nachgedacht, mich im kommenden Jahr keinen Blogprojekten zu widmen, sondern mich um all das zu kümmern, was bisher liegen geblieben ist, wofür ich aber immer noch Interesse hege :)

    Und auch das Phänomen mit den DS Spielen kann ich nachvollziehen… Mein Freund und ich haben uns z. B. vor Längerem mal eine Wii angeschafft. Wir wollten die unbedingt haben und haben sie am Anfang auch gerne benutzt. Und auch wenn wir nicht viele Spiele dafür haben, so kann ich bei keinem einzigen sagen: Das habe ich von Anfang bis Ende durchgezockt. Wir überlegen jetzt, die Konsole samt Spielen zu verkaufen… Denn seit wir zusammen gezogen sind, ist sie noch nicht einmal angeschlossen worden - und wir leben jetzt seit mehr als zwei Jahren unter dem selben Dach… Es vermisst keiner, also haben wir uns gefragt, wofür wir sie denn noch behalten…

    Ich wäre auf jeden Fall sehr gespannt darauf, solltest Du ein Projekt daraus machen :)

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  10. Hm, ich kann nicht unbedingt sagen, dass es mir genauso geht. Klar, manchmal beginnt man etwas und verliert über die Zeit die Lust, Motivation oder hat eben wirklich keine Zeit mehr für das Projekt. Meistens aber habe ich den unbedingten Willen, etwas auch fertig zu kriegen, wenn ich schon begonnen habe. Etwas abzubrechen oder aufzugeben fällt mir unheimlich schwer. Ich hab lange gebraucht, bis ich mir angewöhnt hatte, schlechte Bücher nicht trotzdem zuende zu lesen. :D

    Allerdings, in einem Punkt gebe ich dir recht: Ich habe noch so einige Videos zu schneiden und müsste echt endlich mal anfangen, haha!

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  11. Ich kenne das auch ein wenig - vor allem den Mist auf dem Desktop - bin vor einiger Zeit auf den Begriff "Ideenhelden" gestoßen. Menschen, die mehr Ideen im Kopf haben als der Tag Stunden hat um sie umzusetzen.#

    Und schon ist die nächste Idee da, die viel drängender ist, als das, was vorher angefangen wurde...

    lg
    Maria

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