Mittwoch, 12. August 2015

Meine Musicaltheater-Erlebnisse

Cats
Zu meinem zehnten Geburtstag bekam von meinem Vater eine Karte zu dem Musical Cats geschenkt. Abgesehen von den Disney-Filmen, die mich zu diesem Zeitpunkt selbstverständlich schon begleitet hatten, war dies mein erster Berührungspunkt mit Musicals. Die CD mit den deutschen Originalaufnahmen bekam ich zum Gutschein direkt dazu. Als ein paar Monate später schließlich der große Tag kam, konnte ich bereits alle Lieder auswendig, von Gus, dem Theaterkater, bis hin zu Skimble von der Eisenbahn. Vielleicht sollte ich noch hinzufügen, dass ich damals absolut besessen von Katzen war - unsere Hauskatze hatte damals gerade vier Kitten bekommen - so war das Konzept von Andre Lloyd Webber natürlich genau mein Ding.


Mit aufwendig geflochtenem Haar und einem schicken Kleid ging also im Jahre 2003 zum Potsdamer Platz. Und ich war hin und weg von der Aufführung, meinem ersten Live-Musical. Tolle Kostüme, eine überdimensionale Kulisse des Schrottplatzes, auf dem sich die Jellicle-Cats trafen, Stimmgewalten und beeindruckende Tänze. Kaum ein paar Jahre später sah ich mir die Show erneut an, diesmal mit meiner Mutter, die ich solange nervte, bis sie mir endlich den überteuerten Bildband kaufte. Verwöhntes Gör! Aber ich besitze ihn heute noch und blättere immer wieder gern durch. In der sechsten Klasse schrieb ich schließlich sogar eine Kurzgeschichte über Katzen, selbstverständlich vom englischen Charme des Musicals inspiriert. Manchmal überrascht es mich, wie gut ich die Songs immer noch mitsingen kann. Dass Cats mich nachhaltig beeinflusst, das kann man schon so sagen und ich bin froh, dass das meine Einstiegsdroge in die Musicalwelt war.



Dirty Dancing
Kommen wir zum zweiten Musical, das ich bisher live miterlebt habe. Leider war Dirty Dancing eine ziemliche Enttäuschung für mich, weshalb ich ihm an dieser Stelle nicht allzu viel Platz einräumen will. Schaut euch lieber den kultigen Tanzfilm an, als für diesen Schmarrn Geld auszugeben. Was mich am meisten störte, war dass zwei Tänzer die Hauptcharaktere mimten, während zusätzlich an der Seite zwei Sänger standen und die Songs sangen. Nein! Einfach nein! Wenn ich in einer Live-Show sitze, will ich beides zusammen. Klar, ist es anstrengender, gleichzeitig zu singen und zu tanzen, doch genau das will ich bewundern wollen. So weiß man nicht so recht, wo man eigentlich hinschauen soll. Außerdem wird man komplett aus der Story gerissen beziehungsweise kommt gar nicht erst so richtig hinein. Überhaupt war die gesamte Inszenierung ein wenig lieblos gestaltet.


Der König der Löwen
Leider ist das dritte Musical auch schon das letzte, das ich bislang besuchte. Wieder hat es mit Katzen zu tun, wenn sie auch minimal größer sind. Für Der König der Löwen fuhr ich 2012 sogar zum ersten Mal selbstständig ohne meine Eltern in eine fremde Stadt, nach Hamburg. Der Musicalbesuch stand dabei selbstverständlich im Mittelpunkt, war doch der Disney-Film immer einer meiner Favoriten als Kind.
Zwar stellten wir uns bei der Anfahrt ein wenig dämlich an, als wir an der falschen Ablegerstelle standen und ewig warteten, aber irgendwann bekamen wir das zum Glück mit, rannten zum richtigen Ort und erwischten gerade noch so die letzte Fähre herüber zum Stage Theater. Und was soll ich sagen? Es war so verdammt gut. Wohl das am besten inszenierte Musical, das ich je bestaunen durfte. Ich saß direkt am Gang, sodass die ganzen Steppentiere direkt an mir vorbeizogen. Überhaupt die Kostüme und Requisiten, die Kulisse mit dem atmosphärischen Licht, die fabelhaften Sänger und Sängerinnen waren einfach phänomenal. Und habe ich schon die Kostüme erwähnt? Die mir so vertrauten Lieder haben mich gleich gepackt und mir eine ordentliche Gänsehaut verpasst. Insgesamt war ich in den paar Stunden sehr emotional. Ich glaube, ich bin eine der ersten gewesen, die am Ende für die Standing Ovation in die Höhe sprang, so begeistert war und bin ich von dem Musical. Also definitiv eine dicke Empfehlung. Am liebsten würde ich dieses Spektakel so bald wie möglich wieder sehen. Doch ich fürchte, das muss leider noch warten.



Welche Musicals habt ihr schon live gesehen? Wart ihr begeistert oder enttäuscht davon? Erzählt mir alles!

Kommentare:

  1. Einmal ins Lion King Musical zu gehen ist einer meiner kleinen Träume <3

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    1. Zu recht! Viel Glück, dass das bald klappt. :)

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  2. Ich habe von den Musicals keins gesehen (wobei ich König der Löwen ganz gerne mal sehen würde). Cats fand ich aber auch total super damals. Mein Highlight war, dass eine Freundin eine Aufnahme auf DVD hatte und unsere Bücherei ein Cast-Album.
    Ich hab auf meinem Blog übrigens auch über meine Erlebnisse geschrieben :)

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    1. Ach Mensch, tut mir leid. Ich hab's nicht geschafft, eher die Kommentare zu lesen und sehe deinen Beitrag daher auch erst jetzt. Aber ich werde ihn sofort im Sammelpost verlinken. Vielen Dank trotzdem dafür, werde ihn gleich lesen! <3

      *Cats-Highfive*

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  3. Oh wie schön, Cats habe ich leider noch nicht live gesehen, hatte damals allerdings die Klaviernoten und habe damit viele schöne Stunden im Klavierunterricht verbracht und sämtliche Songs nachgespielt.
    Dirty Dancing habe ich ebenfalls noch nicht gesehen, kann allerdings deinen Unmut total nachvollziehen. Genau das macht ja ein Musical aus, dass Sänger und Sängerin auch im Mittelpunkt des Geschehens agieren.

    Tja und König der Löwen ... wo soll ich da nur anfangen. Es ist mein aller-liebstes-Lieblings Musical. Letztes Jahr habe ich mir auch endlich diesen Traum erfüllt und letztes Jahr das Musical in Hamburg angeschaut. Ich war gleich bei den ersten Takten so geflasht, dass ich direkt ein paar Tränchen verdrücken musste und eben als ich deinen Absatz dazu gelesen habe, hatte ich sofort wieder die Musik in den Ohren und dieses besondere Gefühl (Hab eben auch nur vom Lesen eine Gänsehaut bekommen) :) Weil das so eine wundervolle Geschichte und ein so atemberaubendes Stück ist, bin ich auch dieses Jahr direkt in London zu Simba und seinen Freunden gegangen und ja, auch beim zweiten Mal guggen hatte ich leicht wässrige Augen. Im direkten Vergleich muss ich sagen, dass mir (wenn auch die Kulisse in Hamburg und Fahrt mit Schiff zur Stage wirklich großartig ist) das original in Englisch doch noch einmal ein kleines Stück besser war. Ich bin mir allerdings sicher dass ich es noch ein drittes Mal anschauen werde!

    Ansonsten habe ich bisher Tarzan (ebenfalls Hamburg) und Tanz der Vampire (Stuttgart) angeschaut. Beides hat mir sehr gut gefallen (keines hat mich bisher jedoch so berührt wie der König der Löwen).

    Weil ich Rollschuhe cool finde würde ich mir wohl bei Gelegenheit auch mal StarLight Express anschauen. Mal sehen :)

    Löwenmäßige Grüße
    <3

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    1. Oh Gott, auf den Londonbesuch bin ich jetzt ja dezent neidisch. :D Kann ich mir schon vorstellen, dass es auf Englisch noch besser ist.
      Deine Begründung, Starlight Express zu schauen, ist übrigens spitze. Haha! xD

      Tatzenwinken zurück! <3

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  4. Ich liebe Musicals! Von einigen war ich sehr begeistert, von anderen wiederrum nicht. Ich fange pädagogisch wertvoll mal mit den positiven an. Meine 3 Favouriten waren bisher Mamma Mia!, Tarzan und Starlight Express, wobei ich bei allen dreien keines so richtig bevorzuge. Alle 3 haben etwas besonderes und individuell zauberhaftes an sich....
    Was ich mir unbedingt NOCHMAL ansehen werde ist Mamma Mia!, weil ich damit etwas ganz persöhnliches verbinde und jedes Mal schon heulen könnte, wenn ich nur die Musik höre.

    Und ich werde mir irgendwann ein Mal Grease ansehen..

    Toller Blog, übringens, LG Jessy
    Weniger gegeistert war ich von Romeo und Julia auf Englisch in der Semperoper in Dresden und Ice Age in Berlin... Einige mögen davon vielleicht begeistert sein, aber mein Fall waren beide nicht. Und dann waren noch die großartigen Musicals meiner Schule, welche ich genießen durfte - Footloose und Peter Pan. Beide wurden innerhalb eines Jahr mit viel Schweiß und Herzblut von Lehrern und Schülern geprobt und jedes Musical war ausverkauft. Beide waren einmalige und unglaubliche Erlebnisse, denn das was man sehen konnte war doch schon sehr professionell. Ich freue mich schon auf das nächste....


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    1. Hab Dank für deinen Kommentar! Starlight Express ist irgendwie schon der Klassiker, den ich mir auch noch geben muss, habe ich das Gefühl.
      Bei Ice Age kann ich mir gerade schon gar nicht vorstellen, wie das ordentlich umgesetzt sein soll. Wirkt eher so, als ob man auf den Franchise-Wagen noch mit einem Musical aufspringen wollte. "Peter Pan" klingt toll. Da war ich mal bei einer Aufführung im Theater mit der Musik von CocoRosie und Kostümen wie aus einem Tim Burton-Film. Also ja, an einem Musical dazu wäre ich definitiv interessiert, leider ist deine Schule wohl keine Option für mich. ;)

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  5. Als ich Schülerin war, war Les Miserables in unserer Stadt angesiedelt. Wie oft ich das gesehen habe! Mit der Schule, wir haben Besuch dort mithingenommen, ... Meist hatten wir günstige Tickets aufgrund von Sponsoren (Jugendaustausch und so). Noch öfter habe ich nur "Tabaluga und Lilli" gesehen, das war nämlich in der Nachbarstadt. Beide fand ich super, Les Mis ist natürlich deutlich erwachsener als Tabaluga, aber beides höre ich heute noch gern an. Außerdem habe ich Cats in Düsseldorf und das Phantom der Oper in Hamburg gesehen (letzteres schon eeeewig her, da war ich vielleicht 8 oder 9), war einige Male in Starlight Express (ganz cool, aber irgendwie angestaubt) und natürlich letztes Jahr Les Mis im Original in London (große Liebe, aber das erwähnte ich ja schon). Oha, ich bin gerade selbst überrascht, wie viel das ist! ;-)

    Immer wieder ist es ein ganz besonderes Gefühl, wenn es langsam dunkel wird, der Saal langsam still wird und die ersten Takte der meist so vertrauten Melodien erklingen... Ich könnte schon wieder! ;-)

    Liebe Grüße
    Nele

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    1. Da hast du ja schon einiges gesehen! Toll! Les Mis irgendwann live zu sehen, muss auf jeden Fall auch noch sein - natürlich in London. Du könntest schon wieder? Ich erst! Nimm mich mit! :D

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