Sonntag, 30. August 2015

#BloggerFuerFluechtlinge

Nein, ich hätte es wissen müssen. Dass ich mich einfach ein paar Tage in den Urlaub verkrümeln, dabei die Welt ignorieren kann und alle Probleme plötzlich geregelt sind, wenn ich zurückkomme. In den Medien wird man förmlich erschlagen von Berichten über Vorfälle in Flüchtlingsheimen. Brandanschläge, Demonstrationen, Drohungen. Und es macht mich fertig, wie stark Angst und Hass sein kann. Langsam habe ich das Gefühl, wer nichts dagegen tut, sich nicht für die Flüchtlinge einsetzt, hilft diesem beschissenem Rassistenpack indirekt sogar. Das möchte ich auf keinen Fall.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie grausam es sein muss, aus seiner Heimat flüchten zu müssen. Wenn man alles verliert, Todesangst fürchten muss und dann keine Zuflucht findet. Mit Hass und Gewalt empfangen wird. In schlimmsten Verhältnissen leben muss. Wie wenig menschlich kann es eigentlich noch werden?

Daher werde ich, muss ich, jetzt anpacken. Es ist schlimm, dass die Kacke oft erst richtig am Dampfen sein muss, bevor viele sich aufraffen, mich nicht ausgeschlossen. Die Initiative Blogger Für Flüchtlinge, die von Nico Lumma, Stevan Paul, Karla Paul und Paul Huizing ins Leben gerufen wurde, ist immerhin ein guter Anfang. Ich möchte, dass ihr das ebenfalls etwas für Flüchtlinge tut, auf welche Weise auch immer.

Verbreitet die Botschaft! Spendet, was ihr übrig habt, ganz gleich ob Sachen oder Geld! Helft! Schaut nicht weg! Zeigt den Flüchtlingen, dass sie willkommen sind! Seid lauter als der pöbelnde Mob, der schon Fackeln und Mistgabeln herausgeholt hat!


Mir rauscht gerade so viel durch den Kopf, ich kann meine Gedanken gar nicht geordnet niederschreiben. Deshalb verlinke ich an dieser Stelle noch ein paar wunderbar verfasste Beiträge zu dem Thema:

Kommentare:

  1. Geht mir genauso. Ich war gerade einen Monat in Russland, davon 10 Tage abgeschottet in der Wildnis und kaum habe ich es gewagt einen Blick in die deutschen Medien zu werfen vergeht mir auch schon wieder alles...

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  2. Hoi, Karo.
    Absurdistan hat wieder einmal alle Segel gesetzt und ist sich für Niedertracht zu fein. Besonders herausstellbar ist hier der sog. "Wutbürger", dem der aufgeplusterte Schaum vor dem Mund jede Sicht nimmt. Ihm reicht ein präsentierter "Sündenbock", um mit dem groben Klotz eifrig eifernd durchs Unterholz zu dreschen.
    Daß die eingeflogenen Krawallbüder aber genau das tun, wovor sich der "brave Bürger" ach so fürchtet, daß es die Flüchtlinge tun würden - die öffentliche Ordnung gezielt auseinandernehmen - das kommt den Bidermänner & -frauen nicht wirklich in den Sinn.
    Mußte man/frau dafür aber auch nachdenken können - und das ist anstrengend.

    Noch hat es keine Toten gegeben - wie in den Neunzigern...

    bonté

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    1. ...ah ja - es muß ich ersten Satz natürlich "keine Niedertracht" heißen.

      bonté

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