Sonntag, 1. März 2015

Minimalismus-Stöckchen

Vor bereits einer ganzen Weile sah ich den "Minimalist-TAG" bei Frau Dingdong, der anscheinend schon seine Runde im Internet gedreht hat. Davon bekam ich damals jedoch nichts wirklich mit. Trotzdem, oder gerade deshalb, habe ich Lust, ihn jetzt noch zu beantworten.


What drew you to minimalism?
Den Anfang, mich mit dem Weniger zu beschäftigen, machte die Geschichte "Into The Wild". Der Gedanke, all seine Besitztümer in einen Rucksack zu packen und jederzeit ungebunden weggehen zu können, besaß seinen Reiz. Meine ersten Ausmistaktionen unter dem Titel Bye Bye waren inspiriert durch den damaligen Blog von Karin Friedli, auf dem sie ebenfalls ein Jahr lang jeden Tag einen Gegenstand loswurde. Und so drang ich tiefer und tiefer in dieses Gebiet ein, entdeckte immer mehr Blogs, machte mir häufiger Gedanken darüber und erweiterte Minimalismus auf die verschiedensten Bereiche meines Lebens.


How did you start the de-cluttering process?
Wie gesagt, startete ich mit dem Projekt, bei dem ich ein Jahr lang jeden Tag einen Gegenstand aussortierte und loswurde. Darunter waren viele Artefakte meiner Kindheit, altes Spielzeug, aber auch Klamotten und Kosmetik, Bücher und CDs. Dadurch, dass es so ein langer Prozess war, ich also nicht alles auf einmal wegschmiss, wurde mir immer bewusster, dass, wenn ich jetzt Unsinn kaufte, es theoretisch am nächsten Tag schon wieder aussortieren müsste. So hatte dies zudem auch Einfluss auf mein Kaufverhalten.


Have you ever counted all your things? If so, how many do you own?
Ein ganz klares Nein. Es gibt Menschen, die viel Wert darauf legen, nur eine festgelegte Anzahl an Dingen, meistens 100, zu besitzen, doch das ist nichts für mich. Mir geht es nicht darum, an eine möglichst niedrige Stichzahl heranzukommen. Ich möchte mich an meinen Gegenständen erfreuen und sie benutzen. Wenn ich bemerke, dass beides nicht (mehr) zutrifft, haben sie ausgedient. Ich orientiere mich nicht an Zahlen, sondern an meinem persönlichen Wohlfühlfaktor. Vielleicht auch weil ich doch noch zu viel Kram besitze und das Zählen ewig bräuchte.


What are your tips for dealing with the desire for more?
Schwierige Frage. Geizig sein! Sowohl was das hart verdiente Geld als auch die begrenzte Zeit angeht. Glaubst du, das Geld ist in diesen Gegenstand wirklich längerfristig gut investiert? Wird dir die Zeit auch nicht zu schade sein, dich damit ausreichend zu beschäftigen, ihn regelmäßig zu benutzen, ihn zu pflegen, instand zu halten?
Ich für meinen Teil habe immer ein großes Ziel, auf das ich hinspare. Sei es eine kostenintensivere technische Anschaffung oder eine Reise. In der Zeit überlege ich noch intensiver, ob ich etwas wirklich brauche und inwieweit sich dieses Haben-Muss-Gefühl wieder legt. Spontankäufe am besten ganz aus dem Leben streichen, stattdessen längerfristig überlegen und planen, kann auch nicht schaden.


How do you deal with non-minimalists in your life?
Weitestgehend sicherlich genauso wie vorher. Manchmal sage ich jemandem schon, dass sich die Anschaffung vielleicht als unsinnig gestalten könnte und rate, das Geld besser zu investieren. Auch erzähle ich ab und zu von meinen Projekten und Gedanken das Thema betreffend. Darüberhinaus werde ich jedoch den Teufel tun, mich bei irgendjemanden einzumischen oder gar seinen Lebensstil an meinen anpassen zu wollen.


Do you have any guilty pleasures where minimalism doesn't apply?
Sicherlich gibt es bei mir Bereiche, in denen ich strenger mit mir sein müsste. Aber wo Minimalismus gar keinen Einfluss hat? Wohl kaum. Selbst bei meiner Büchersammlung behalte ich nicht mehr alles wahllos, was irgendwie ins Haus kommt. Ich sortiere aus, behalte nur die Bücher, die mir gut gefielen und die ich wieder lesen möchte. Obwohl ich durchaus mehr Bücher besitze, als lebensnotwendig für mich wären, muss ich zugeben.

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