Samstag, 21. Februar 2015

Meine Sprachen Bucket List

Das Konzept einer sogenannten "Bucket List" dürfte den meisten von euch wahrscheinlich vertraut sein. Auf eine solche Liste setzt man gemeinhin die Dinge, die man tun möchte, bevor man stirbt. Darüber schrieb ich vor einigen Jahren bereits in diesem Beitrag, auch wenn sich die Punkte seither durchaus verändert haben. Einen ganz gesonderten Bereich meiner mittlerweile eher mentalen Bucket List nehmen Sprachen ein. Ich liebe Sprachen. Ich liebe es, Sprachen zu lernen und sprechen zu können. Nicht umsonst hat mein Studium zu einem nicht unwichtigen Teil mit dem Thema zu tun. Heute möchte ich über die Sprachen sinnieren, die ich verbessern oder überhaupt noch lernen möchte beziehungsweise mit denen ich mich gern näher auseinandersetzen will.


Englisch
Dieser Punkt zielt vor allem aufs Verbessern hin. Denn dank des jahrelangen Lernens in der Schule und meines Anglistikstudiums bin ich sicherlich schon recht gut. Es ist meine absolute Lieblingssprache mit so vielen Facetten, Ausdrücken und Dialekten, so dass ich sicherlich nie an einem Punkt angekommen sein werde, an dem ich es nicht noch vervollkommnen möchte.

Darüberhinaus ist Englisch für mich seit dem vergangenen Semester nicht mehr nur die Sprache, die heute in weiten Teilen der Erde gesprochen wird, sondern auch die Sprache, die früher in verschiedenen Epochen gängig war, also Altenglisch, Mittelenglisch und Frühneuenglisch. Sicherlich sind dies Formen, die man heute nicht perfekt beherrschen kann und muss - es dürfte einfach kaum Menschen mehr geben, mit denen man sich darin unterhalten kann - doch möchte ich einen noch tieferen Eindruck davon bekommen. Ich finde es einfach so verdammt spannend, wie sich diese Sprache entwickelt hat.


Niederländisch
Niederländisch lerne ich bereits. Trotzdem bin ich noch eher im Anfangsstadium, da ich mich ja nur wenige Stunden in der Woche, wenn überhaupt, damit auseinandersetze. Doch mit den allmählichen Fortschritten bin ich momentan zufrieden, solange ich insgesamt vorankomme. Diese Sprache hatte ich damals vor allem angefangen, weil ich den Klang so liebe. Für Deutsche ist sie ansonsten recht einfach zu lernen. Viel ähnliches Vokabular, die Grammatik ist im direkten Vergleich etwas leichter, wenn es auch hin und wieder einige falsche Freunde gibt oder Unterschiede, die so klein sind, dass man durchaus mal Fehler macht. Trotzdem eine wunderbare Sprache, die ich hoffentlich irgendwann werde fließend sprechen können.


Französisch
Es ist traurig: Sieben Jahre lang hatte ich es in der Schule und heute verstehe ich kaum ein Wort Französisch. Geschweige denn die Fähigkeit, selbst etwas zu sagen, das über "Je m'appelle..." hinausgeht. Diese Sprache birgt für mich eine besondere Schwierigkeit. Denn wenn ich im Allgemeinen ein Wort verstehen oder sagen will, muss ich wissen, wie es geschrieben wird (oder zumindest eine Vorstellung davon haben). Diese Macke macht es mir im Französischen sehr schwierig, weil durch das Weglassen vieler Endungen die Wörter anders gesprochen als geschrieben werden. Dahinter bin ich einfach noch nicht gestiegen. Hinzu kommen die ganzen grammatikalischen Eigenheiten, die das Ganze auch nicht leichter machen. Die ganzen bisherigen Mühen sollen jedoch nicht umsonst gewesen sein, weshalb ich im kommenden Semester einen Französisch-Kurs belegen und der Sprache damit noch eine Chance geben werde.


Walisisch
Höchstwahrscheinlich mache ich mir zu große Hoffnungen, aber gesetzt den Fall ich bekomme die Chance, für ein Semester in Wales zu studieren, würde ich sehr gern vor Ort auch einen Walisisch-Kurs belegen. Möglicherweise ungünstig, das hier lautstark zu verkünden, da am Ende vielleicht nichts daraus wird. Zu den keltischen Sprachen gehörend ist Walisisch jedoch eine der Ursprachen der Britischen Inseln, die mich brennend interessiert.


Jiddisch
Eine weitere Sprache, die dem Deutschen durch Einflüsse dessen nicht ganz unähnlich ist. Eine Besonderheit hierbei wäre außerdem das hebräische Alphabet, welches genauer unter die Lupe genommen werden müsste. Das wird sicherlich nicht ganz einfach, doch stelle ich mir selbst damit auch nicht die Anforderung, besonders viel Jiddisch besonders perfekt zu beherrschen. Das Alphabet ein bisschen lesen zu können, die Sprache an sich ein wenig zu verstehen und mich mit der Kultur dahinter näher zu beschäftigen, fände ich so schon faszinierend.


Italienisch
Falls das mit Französisch für mich einfach nicht klappen sollte, wäre dies wohl meine zweite Wahl der romanischen Sprachen. Mit dem Italienischen kenne ich mich soweit noch nicht wirklich aus. Aber ich war schon mehrere Mal in Italien und mag es dort ziemlich gern. Falls es mich also wieder dahin ziehen sollte, kann es wohl nicht schaden, der Sprache ein wenig mächtig zu sein. Für manche vielleicht ein ziemlich weit hergeholtes Argument, doch für mich gehören Kultur und Sprache eng zusammen. Wenn ich mich mit einem nicht anfreunden kann, wird das Erlernen des anderen nicht funktionieren. Daher für mich ein sogar richtig gutes Argument für Italienisch.


Das war es vorerst. Und ich glaube, das reicht auch, da ich allein damit ordentlich zu tun haben sollte. Selbst wenn mich natürlich ostasiatische Sprachen wie Chinesisch, Koreanisch und Japanisch oder weitere keltische Sprachen wie Irisch und Schottisch-Gälisch ebenfalls reizen würden. Vielleicht fällt in Zukunft wieder etwas von der Liste weg oder Neues kommt hinzu, doch Sprachen zu lernen wird irgendwie immer zu mir gehören. Es macht nicht nur Spaß, den Kram am Ende zu verstehen, sondern auch die Zusammenhänge und Berührungspunkte zwischen den einzelnen Sprachen herauszufinden, die dahinterstehenden Kulturen automatisch gleich mit zu entdecken und mit anderen Menschen darüber kommunizieren zu können.

An dieser Stelle würde mich interessieren, welche Sprachen ihr beherrscht, lernt oder noch erlernen wollt. Seid ihr überhaupt sprachbegeistert oder könnt ihr damit gar nichts anfangen?

Kommentare:

  1. Bore da, Karo.
    Wenn ich an Tolkien denke ist es sehr anregend sich mit alten, nicht mehr gängigen Sprachen zu beschäftigen. Sein Interesse hat eine eigene Welt ins Licht befördert.
    Abgesehen davon, daß die Evolution einer Sprache auch Einblicke in die Geschichte eines Landes gewährt.

    Mir persönlich erscheint die Sprache Hollands wie ein Scharnier zum Englischen hin. Auffälligerweise gibt es bedeutend mehr Niederländer, die Deutsch sprechen als umgekehrt.

    Selbst verstehe ich Französisch auch bedeutend besser, wenn ich es lesen kann. Zumindest aber erahnen wohin der Satz abgeht. :-)
    Vom Klang her eine wunderschöne Sprache, die wir wohl auch sprächen, hätten sich die Römer jenseits des Rheins festgekrallt. Obwohl - die Süddeutschen haben sich davon auch nicht sonderlich prägen laßen...

    Dw i'n deall - die keltischen Ableger auf den Inseln haben durchweg ihren Reiz. Auch hier wieder vor der Historie der Völker/Stämme betrachtet. Wobei mir die Sprache Cymrus poetischer im Ohr klingt als das Gälisch Irlands & Schottlands.

    Jetzt abgesehen von der Muttersprache, wäre das wohl Englisch (DVDs oder Filmmagazine halten einen in der Übung). Mein Latein rostet. Französisch sehr rudimentär & in einer Handvoll anderer eigne ich mir ein paar Floskeln an. Beim Arabisch geht es mir wie Dir mit dem Französischen! :-)
    Hwyl...

    bonté

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    1. Wow, RoM. Da bringst du mich auf eine tolle Idee. Man müsste mal eine eigene Sprache erfinden! Wie Tolkien! Stelle ich mir irgendwie spaßig vor. :D

      Das stimmt, Niederländisch hat, neben dem Deutschen, durchaus auch Ähnlichkeiten zu Englisch. Sind ja auch alles germanische Sprachen.

      Französisch lesen klappt bei mir auch ganz gut. Aber damit komme ich im Gespräch mit anderen leider nicht weit: "Schreib mir mal auf, was du sagen willst, sonst verstehe ich dich nicht." ;)

      Huch, Arabisch, Französisch, Englisch und Latein. Da kommt bei dir ja schon gut was zusammen. Finde ich gut!

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    2. ...nuqDaq 'oH puchpae' !
      Meinen jetzt zumindest die Klingonen. :-)

      bonté

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  2. Ich liebe Sprachen. Ich versuch mir selbst einiges je nach Lust und Laune zu beibringen. Das einzige, was ich flüssig kann, ist natürlich Englisch. :) Ansonsten besitze ich Grundkenntnisse in Spanisch und Japanisch. Französisch kann ich auch so ein bisschen. Dieses Jahr möchte ich mich mehr mit Isländisch beschäftigen, ich finde diese Sprache sehr schön. :)

    Italienisch finde ich auch schön, auch wenn ich mich noch nie genau mit der Sprache befasst habe.

    Übrigens gefällt es mir auch beim Sprachen lernen, dass man so viel über die Kultur und die Geschichte des jeweiligen Landes lernt bzw. dass man unbewusst die Bereitschaft dazu entwickelt, sich darauf zu einlassen.

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    1. Isländisch ist sicherlich ebenfalls eine wunderbare Sprache. Ich meine sogar, das ist die einzige Sprache, die heute immer noch die germanischen Runen hat, die man zum Beispiel auch im Altenglischen findet. Wünsche dir viel Spaß und Erfolg dabei, wenn du dich damit auseinandersetzt. :)

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  3. Hallo,

    ich bin ehrlich gesagt nicht so der Sprachenfan. Im Moment bin ich dabei, mein Englisch zu verbessern, da ich in meinem Studium viel englische Fachliteratur habe und auch ab und an ein Fach auf Englisch gegeben wird.

    Dafür spreche ich Niederländisch fließend und das seit knapp 7 Jahren. Die Sprache ist aber auch recht leicht zu erlernen und für mich ist sie seit vier Jahren meine "Alltagssprache", da ich in Flandern wohne.

    Liebe Grüße,
    Fraencis

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  4. Ja, ich lerne auch sehr gerne neue Sprachen und mein Englisch versuche ich auch stetig zu verbessern. :-)
    Leider bin ich nur nicht besonders sprachbegabt und mir fällt es sehr schwer eine neue Sprache zu lernen. Da ich in der Schule aber immer gut in Deutsch war, habe ich dort dann eben sieben Jahre lang Latein gelernt. War für meinen Notenschnitt sicher die beste Entscheidung, auch wenn ich damals schon sehr traurig war, weil ich Französisch deutlich lieber erlernt hätte, da man ja damit doch mehr anfangen kann im Leben. Da ich nun im beruflich im medizinischen Bereich gelandet bin, war Latein aber dann doch keine Sache, die mir gar nichts für das Leben gebracht hat. ;-)
    Im Bachelor war ich dann an einer FH, an der man kostenlos Sprachkurse belegen konnte, wodurch ich dann fast jedes Semester einen Englischkurs gemacht habe und außerdem ein wenig Französisch, Spanisch und Schwedisch lernen konnte.
    Jetzt im Master studiere ich an einer anderen Uni und dort sind die Sprachkurse leider so wahnsinnig teuer. Aber mit Schwedisch würde ich mich gerne noch weiter beschäftigen. Für mich als eher sprachunbegabter Mensch auch am einfachsten. ;-) Niederländisch wäre da sicher auch noch interessant für mich.

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  5. Anglistik habe ich auch im Studium. Bin aber froh, dass ich weiß, dass ich den Master nicht darin machen will. :P
    Typisches Schulfranzösisch habe ich auch. Man kann damit schon so einiges verstehen, aber anständige Sätze bilden ist auch nicht so einfach. Vorm Studium wusste ich auch gar nicht, dass SO viele englische Wörter französischen Ursprung haben. Da war ich echt verblüfft. Meine Muttersprache Vietnamesisch beherrsche ich ganz okay. Habe in der Uni noch Chinesisch und Russisch dazugelernt. Letztere Sprache ist wirklich ein Krampf. Aber immerhin kann ich jetzt Kyrillisch lesen...kann man aber auch ganz schnell selbst lernen.

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  6. Da hast Du Dir ja einiges vorgenommen :)
    Englisch läuft bei mir ganz gut, wobei das natürlich immer noch ausbaufähig ist :D
    Auf Spanisch soll ich auch Geschäftsbriefe schreiben können, aber ich bezweifle, dass ich das ohne Hilfestellung in Form von Lehrbüchern noch hinbekomme… Generell hat sich mein Spanisch ganz schön reduziert während ich in Irland war. Einfach, weil ich es dort nie brauchte :/ Das Lesen und Verstehen geht noch, aber beim selbst sprechen komm ich dann richtig ins Stolpern mittlerweile.
    In Französisch verfüge ich noch über Grundkenntnisse und könnte mich mit hängen und würgen noch in Frankreich zurecht finden XD Schade eigentlich… Ich finde, diese Sprache klingt verdammt edel. Aber mit der Grammatik komm ich nicht wirklich zurecht…
    Sonst hab ich mir für dieses Jahr vorgenommen, mich weiter an Japanisch zu versuchen. Da hab ich schon mal einen Kurs an der VHS mitgemacht, es wird echt Zeit, das alles wieder aufzufrischen! Immerhin will ich irgendwann mal nach Japan und da schadet es definitiv nicht, die Sprache ein wenig zu beherrschen xD

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  7. Ich liebe Englisch ♥ Ich hab da aber auch irgendwie eine Macke seit einigen Jahren, denn wenn ich denke, denke ich mittlerweile nicht mehr in Deutsch sondern in Englisch. Und wenn ich könnte, würde ich auch einfach den ganzen Tag Englisch sprechen. Wie auch du begeistere ich mich für die ganzen Akzente, die es gibt. Vor allem in Irland bekommt man es mit Unmengen zu tun, wenn man quer durchs Land reist. Jede Gegend hat ihren speziellen Akzent ♥ Und mein Englisch hat mittlerweile auch einen irischen Akzent angenommen durch meine unzähligen Aufenthalte *gg*

    Ansonsten habe ich im Französischen ein ähnliches Problem wie du. Ich hatte es jahrelang in der Schule und als ich dann mal echte Franzosen getroffen habe, habe ich absolut kein Wort verstanden. Mein Lehrer meinte, dass es womöglich an der Jugendsprache lag, die sie benutzt haben. Who knows? Fakt ist, dass ich es definitiv nicht mehr schreiben kann, verstehen nur sehr minimal und vielleicht noch 2-3 Sätze gesprochen bekomme. Ich sollte dazu sagen, dass ich die Sprache aber noch nie sonderlich mochte...

    Gern gelernt hätte ich Finnisch, aber ich habe mal versucht, mir das selber beizubringen und das war eine absolute Katastrophe. Dabei finde ich die Sprache total schön ♥ Leider ist sie einfach nur mega schwer :/
    Das irisch-gälisch würde mich auch noch reizen, scheint aber auch zu den Sprachen zu gehören, die einen zum Verzweifeln bringen. Mal schauen ob ich es noch schaffe, eine dieser beiden Sprachen irgendwann zu lernen :)

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