Mittwoch, 18. Februar 2015

Der verlorengeglaubte Traum

Ursprünglich war ich gar kein Bloggermädchen. Meine ersten produktiven Schritte im Internet waren nämlich Videos, die ich zunächst auf MyVideo, später auf Youtube stellte. Genau genommen Fanvideos von Filmen und Stars, die ich damals in meiner Teenagerzeit mochte. Diese Phase hielt einige Jahre und knapp einhundert Videos an. Dabei war mir weniger wichtig, welches Material ich verwendete, solange ich mich beim Schnitt und den Effekten austoben konnte und das Gefühl hatte, eine Geschichte zu erzählen. Nur Youtube war das nicht egal. Immer mehr Videos in der Community wurden gesperrt, da wir natürlich Szenen aus Serien und Filmen sowie Musik verwendeten, die uns nicht gehörten und irgendwann betraf dieses Problem auch zunehmend mich.

Jedenfalls konnte ich mir in der Zeit damals wirklich gut vorstellen, in diesem Bereich einmal zu arbeiten. Als wir beispielsweise das Verfahren rund um Bewerbungen in der Schule lernten, blieb ich bei dem (gestellten) Bewerbungsgespräch glatt eine Viertelstunde länger als geplant, weil von den beiden Gesprächspartnern so viele Fragen kamen und ich in meiner Leidenschaft gar nicht aufhören konnte darüber zu reden. Später war ich sogar beim Tag der offenen Tür der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam. In die Filmuniversität bin ich übrigens bis heute verliebt.

Doch gab es seitdem Umstände, die mich immer weiter weg von dieser Welt führten. Zum einen die Copyright-Probleme mit meinen Fanvideos. Nächster Gedanke war also, eigenes Material zu drehen. Doch dafür fehlte die Kamera. Eine ganze Weile gespart, gekauft. Doch dann kam mein Bearbeitungsprogramm nicht mit der HD-Qualität klar, also musste auch in diesem Bereich auf ein neues warten. So zog sich das hin. Hinzu kam die Ansage der HFF, dass es ganz unwahrscheinlich wird, direkt nach dem Abitur dort studieren zu dürfen, da die Anforderungen bei den Bewerbungsmappen ohne Erfahrung nicht so einfach zu erfüllen wären. Zu guter Letzt entdeckte ich nebenbei eine neue Leidenschaft für mich: das Schreiben. Ich eröffnete meinen Blog, entwickelte meine Leidenschaft dafür. Und so schlief dieser Traum langsam ein.

Daran erinnert wurde ich erst wirklich wieder vor einigen Wochen, als ich, wie hier bereits erwähnt, Statistin sein durfte. Ziel des Drehs war übrigens ein Trailer für das UFO-Filmfestival 2015. Wer interessiert ist, kann sich diesem Link folgend das Making Of anschauen. Jedenfalls war mir überhaupt nicht wichtig, vor der Kamera zu sein. Viel spannender fand ich es, einen Eindruck davon zu bekommen, wie es bei einem Dreh abläuft. Wie alles organisiert wird, jeder seine Aufgaben ausführt und wie alle stundenlang zusammenarbeiten, um eine Minute Filmmaterial im Kasten zu haben. Dieser Abend hat ein wenig an meinem Inneren gekratzt, meinen alten Traum von genau dem näher an die Oberfläche gezogen. Mit Bild und Ton lässt sich so viel erzählen, vor allem anders als schriftlich.

Wie es jetzt weitergeht, weiß ich ehrlich gesagt noch gar nicht. Wie lange das anhält. Ob sich das erneut verliert. Vielleicht sollte ich einfach wieder ein paar Videos machen, um zu sehen, wie sehr mich das ausfüllt. Auch wenn vor der Kamera zu stehen, nicht ganz so mein Ding ist. Oder ich bewerbe mich mal für ein Praktikum bei einer Filmproduktion. Bloß hatte ich das eigentlich ja ausradiert, weggestrichen, meine persönliche Laufbahn darum reduziert. Und plötzlich reizt es mich doch wieder. Nun stehe ich eigentlich nur vor der Entscheidung, ob ich dieses Fass erneut aufmache oder mich ganz auf andere Dinge konzentrieren sollte.

Kommentare:

  1. Ich würde es zumindest versuchen - denn bereuen tut man im Endeffekt nur die Dinge, die man nicht gemacht und verpasst hat. Du kannst dich ja um ein Praktikum bewerben, wenn das nix wird kannst du den Traum ja wieder wegpacken. Vielleicht machst du ein Praktikum und stellst fest: oh neee, doch nicht so toll. Und die Erfahrung kann dir keiner nehmen :)

    Liebe Grüße
    Alexandra :)

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    1. Ja, da hast du so recht, dass man Dinge bereut, die man nicht gewagt hat. Ich sollte mir das wirklich öfter ins Gedächtnis rufen. Zum Glück gibt es Menschen wie dich, die mich daran erinnern. Danke! :)

      Liebe Grüße zurück
      Karo

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  2. Schließe mich dem März Mädchen an. Am Ende sitzt du sonst mit 99 da und bereust, dass du es nicht einmal versucht hast. Und ein oder zwei Praktika tun ja nicht weh.
    Viel Glück auf jeden Fall und berichte weiter darüber! :D

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    1. Ach ja, ihr habt ja recht! Danke schön, und mache ich. ;)

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  3. Tja, Karo. Creepy ist mein zweiter Name. :D Hoffentlich machst du bessere Erfahrungen in der, eigentlich gar nicht so schlechten, Stadt,

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    1. Das hoffe ich auch. Jetzt gibt es sowieso keine Zurück mehr. Da müssen wir jetzt durch. Leider ist für nächste Woche auch bereits Regen angesagt. Mal sehen. Ein Bericht wird auf jeden Fall kommen! :D

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  4. Also ich würde es auch auf jeden Fall probieren! :-)
    Meistens merkt man doch schon beim Praktikum ganz gut, ob der Job etwas für einen ist oder nicht. Und soweit ich das bei anderen Leuten bisher so mitbekommen habe, ist es gar nicht so schwer an ein Praktikum in dem Bereich zu kommen wie ich mir das so vorgestellt hätte.
    Ansonsten, warst du mal beim Kinokabaret? Das wäre ja auch eine Möglichkeit in seiner Freizeit ein wenig Erfahrung zu sammeln und Kontakte zu knüpfen.
    Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen!!

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    1. Als ich mich schon einmal bei ein paar Firmen beworben habe, ist es damals nicht so gut gelaufen. Aber muss man wohl einfach dranbleiben.

      Kinokabaret? Nein, habe ich bislang noch nichts von gehört. Werde ich gleich mal danach suchen. Vielen Dank für den Tipp! :*

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  5. Salut, Karo.
    Ich erinnere mich gern an Dein kurzes Video von vor einiger Zeit. Wenn die Welt des Kunsthandwerks "Film" eine Saite in Dir schwingen läßt, solltest Du der möglichen Passion nachgehen. Zumal das eigentliche Betätigungsfeld weit ist. Ein Dreh bedeutet aber auch ultra lange Tage/Nächte, die Du Dir in den Bauch stehst, bescheidenes Entgelt, oder die Ungewißheit des nächsten Jobs.

    "Verloren gegangen sind Träume, die der Alltag unter sich begräbt. Sie gehen aber nicht minder verloren, wenn sie sich der Realität stellen."
    (Florance Ippdit)

    bonté

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