Freitag, 13. Februar 2015

Buchzitate, die inspirieren

Meine Prüfungen sind geschafft, das dritte Semester meines Studiums liegt hinter mir. Die nächsten Wochen werde ich mich nur um den Fakt kümmern, dass ich frei habe. Zeit zum Lesen, Zeit zum Reisen und natürlich wieder Zeit, um mich um den Blog zu kümmern. Um den Startschuss abzufeuern, in Ruhe die nächsten Beiträge planen zu können und wieder ins Bloggen hineinzukommen, präsentiere ich heute zunächst einige ausgewählte Buchzitate, die mich besonders inspirieren oder begeistern. In einem gesonderten Notizbuch sammel ich jene nämlich schon seit Jahren und es brennt mir unter den Nägeln, endlich ein paar davon zu teilen. Immer wenn es mich packt, blättere ich mich durch die Seiten meiner Zitatesammlung und schwelge, ein wenig neidisch, diese weisen Gedanken nicht selbst treffend in solch wunderbare Worte gepackt zu haben. Übrigens werden sie auf Deutsch oder Englisch sein, je nachdem in welcher Sprache ich das Buch las.


"Nach Aristophanes in Platons Gastmahl gab es früher drei Geschlechter von Menschen", sagt Oshima. "Kennst du die Geschichte?" "Nein." "In alter Zeit gab es nicht nur ein mannmännliches und ein weibweibliches Geschlecht, sondern auch ein mannweibliches. Alle Menschen bestanden aus jeweils zwei Teilen. Und alle lebten unbekümmert und zufrieden. Dann freilich nahmen die Götter ein Messer und schnitten sie in zwei Hälften. Säuberlich wie Früchte. Seitdem gibt es Frauen und Männer auf der Welt, und die Menschen irren ständig auf der Suche nach ihrer anderen Hälfte durchs Leben."
Kafka am Strand von Haruki Murakami


Dein ganzes Leben lang steckst du in dem Labyrinth fest und denkst, wie du ihm eines Tages entfliehst, und wie geil dann alles wird, und die Vorstellung von dieser Zukunft hält dich am Laufen, aber am Ende tust du es nie. Du hast die Zukunft einfach nur benutzt, um aus der Gegenwart zu fliehen.
Eine wie Alaska von John Green


"There's a big confusion in this country over what we want versus what we need", Morrie said. "You need food, you want a chocolate sundae. You have to be honest with yourself. You don't need the latest sports car, you don't need the biggest house. The truth is, you don't get satisfaction from those things. You know what really gives you satisfaction? [...] Offering others what you have to give. [...] I don't mean money, Mitch. I mean your time. Your concern. Your storytelling. It's not so hard."
Tuesdays with Morrie von Mitch Albom


"Objektiv gesehen ist der Tod das Beste, was den Menschen passieren konnte. Er zwingt sie, sich dem Leben zu stellen, jede Sekunde davon zu genießen und sich zu verwirklichen. Er ist das einzig richtige Ende, notwendig und ein starker Antrieb."
Er machte eine Pause. "Subjektiv gesehen ist der Tod natürlich scheiße."
Fast genial von Benedict Wells


"Für dich ist der Rucksack doch sicher ein Symbol deiner Freiheit", sagt Oshima.
"Vielleicht."
"Ein Symbol für die Freiheit zu besitzen, kann ein größeres Glück sein als die Freiheit selbst."
"Manchmal."
"Manchmal", wiederholte er. "Sollte es irgendwo auf der Welt einen 'Wettbewerb der kurzen Antworten' geben, könntest du ihn mit Leichtigkeit gewinnen."
"Vermutlich."
"Vermutlich", sagt Oshima resigniert. "Vermutlich, lieber Kafka, streben die meisten Menschen auf der Welt gar nicht nach Freiheit. Sie bilden es sich nur ein. Alles Illusion. Wären sie auf einmal tatsächlich frei, wären viele ziemlich aufgeschmissen. Das solltest du dir merken. In Wirklichkeit lieben wir die Unfreiheit."
Kafka am Strand von Haruki Murakami


Ein Mensch muss bei seinem Tod etwas dalassen, sagte mein Großvater. Ein Kind oder ein Buch oder ein Bild, ein Haus oder wenigstens eine Mauer, die er gebaut, oder ein Paar Schuhe, das er geschustert.
Oder einen Garten, den er angelegt hat. Irgend etwas, das deine Hände anrührte, so dass deine Seele eine Bleibe hat, wenn du stirbst, und wenn die Leute den Baum oder die Blume, die du gepflanzt hast, anschauen, dann bist du da. Ganz gleich, was man tut, meinte er, solange man etwas von seinem eigenen Wesen in irgend etwas hineinsteckt. Darin liegt der Unterschied zwischen einem, der bloß den Rasen mäht, und einem wirklichen Gärtner. Der Rasenmäher könnte ebenso gar nicht dagewesen sein; der Gärtner wird ein Leben lang da sein.
Fahrenheit 451 von Ray Bradbury


He awoke each morning with the desire to do right, to be a good and meaningful person, to be, as simple as it sounded and as impossible as it actually was, happy. And during the course of each day his heart would descend from his chest into his stomach. By early afternoon he was overcome by the feeling that nothing was right, or nothing was right for him, and by the desire to be alone. By evening he was fulfilled: alone in the magnitude of his grief, alone in his aimless guilt, alone even in his loneliness. I am not sad, he would repeat to himself over and over, I am not sad. As if he might one day convince himself. Or fool himself. Or convince others - the only thing worse than being sad is for others to know that you are sad. I am not sad. I am not sad. Because his life had unlimited potential for happiness, insofar as it was an empty white room.
He would fall asleep with his heart at the foot of his bed, like some domesticated animal that was no part of him at all. And each morning he would wake with it again in the cupboard of his rib cage, having become a little heavier, a little weaker, but still pumping. And by midafternoon he was again overcome with the desire to be somewhere else, someone else, someone else somewhere else. I am not sad.
Everything Is Illuminated von Jonathan Safran Foer


"Aber was genau soll ich machen?"
"Tanzen", sagte der Schafsmann. "Immer weitertanzen, solange die Musik spielt. Verstehst du, was ich meine? Tanzen. Weitertanzen. [...] Und nicht darüber nachdenken, warum du tanzt. Versuche nicht, einen Sinn darin zu finden. Es gibt nämlich keinen."
Tanz mit dem Schafsmann von Haruki Murakami



Das reicht als Auszug wohl vorerst. Seht dies übrigens gleichzeitig als Empfehlung für all die genannten Bücher an. Wirklich lesenswert bis absolut phänomenal. Falls ihr schöne Zitate aus Büchern kennt, immer gern her damit!

Kommentare:

  1. Ganz tolle Zitate. Das von John Green gefällt mir am besten... oder doch das über die Freiheit? Oder lieber das mit dem weiter tanzen.... - Ach, ich glaub, ich mag sie alle. Ich find das sehr cool, dass Du die Zitate tatsächlich in ein Notizbuch schreibst. Ich hab da auch schon oft dran gedacht, es aber bislang nie umgesetzt. Eine wunderschöne Idee! Danke für die Inspiration.

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    1. Freut mich, dich inspiriert haben zu können. Das war das Ziel! :D

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  2. Oh schön :)
    Ich bin auch ein riesiger Fan von Zitaten.
    Gerade heute abend hab ich so einige nennenswerte auf einem EAV-Konzert gehört :) Die hier zu tippen, wäre aber zu viel des Guten XD

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    1. Auf Konzerten habe ich das weniger. Wahrscheinlich weil ich die Lieder schon vorher kenne. Einmal bei Olli Schulz war es aber der Fall. Obwohl es dann auch schwer war es dann aufzuschreiben, weil ich nicht mehr den genauen Wortlaut im Kopf hatte und die Lieder erst ein Jahr später veröffentlicht wurden. xD

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  3. Eine tolle Zitat-Auswahl. Besonders das letzte gefällt mir sehr gut, wirklich eindringlich schön.

    Wünsche Dir eine tolle freie Zeit und freue mich schon auf alles, was hier in den nächsten Wochen auf'em Blog so passiert. ;-)

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ich glaube, das ist auch mein heimlicher Favorit. ;)

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  4. Marc-Uwe Kling hat viele sehr gute Zitate, die sind alle witzig, politisch und aktuell.
    Mein absolutes Lieblingszitat aber stammt aus To Kill a Mockingbird von Atticus: "You never really understand a person until you consider things from his point of view, until you climb into his skin and walk around in it."

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    1. Das stimmt. Marc-Uwe Kling schreibt unglaublich gut (obwohl ich "erst" das erste Buch gelesen habe - soll sich aber bald noch ändern). Das Zitat ist wunderbar. Danke dafür. Noch ein Buch, das ich wohl unbedingt endlich lesen sollte. :)

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  5. Was für tolle Zitate!

    Hoffe du schaust auch mal bei mir vorbei.
    Liebste Grüße Vanessa von www.coeurroyal.de ♥

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  6. Servus, Karo.
    Da wünsche ich wohlig, anregende Entspannung für die Zeit. Und interessant waren die Blog-Besuche im (!) vergangenen Semester für mich durchweg. Keine Frage.
    Zitate, oja!
    Hier die Meinen als quasi jeweilige Antwort darauf...

    "Legenden erzählen von Menschen, die einander durch die Zeitalter & Orte gesucht, sich oft verpaßt & doch einmal in den Äonen gefunden haben. Ihr Glück dabei ist in keine Worte zu fassen."
    (Elódie Jardinier)

    "Kein erschaffenes Labyrinth vermag uns so zu fordern wie das unserer Wünsche, Sehnsüchte und all der tagtäglichen Emotionen."
    (Myrelle Minotier)

    "Property might give security - but time ain't yours. No mashine to buy some, so it's yours to give."
    (Saoirse O'Boinor)

    "Wir entgehen unserem Tod nicht, denn er läßt keine Option offen. Erwartet jeden wie ein Monolith. Es bleibt uns belassen seinen Schatten nicht über das Leben fallen zu laßen."
    (Florance Ippdit)

    "Unfrei zu sein weist viele Bedeutungen auf. Aber es liegt an dir dich Verantwortungen zu stellen oder zu entziehen. Das ist deine wahre Freiheit."
    (F. Claire Serine)

    "Ein Mensch mag nur einen Fußabdruck am Strand hinterlaßen haben; darin sammelt sich das Wasser und bewirkt wiederum etwas Neues dort."
    (Gaelle Mutin-Mutisme)

    bonté

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    1. Whoa, was für ein langer Kommentar. Ich meine: Hallo RoM!

      Ich vermute, die Zitate stammen eigentlich wieder aus deiner Feder und das sind deine Pseudonyme. ;)
      Mir gefällt das vorletzte besonders gut.

      Liebe Grüße

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    2. ...es sind einige der Pseudonyme hier versammelt, ja. :-)

      Das freut mich besonders.

      bonté

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  7. Ich sammle auch Zitate aus Büchern. Allerdings sind meine rausgeschriebenen Zitate nie so lang!

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    1. Ich weiß ja auch nicht, warum die immer so lang werden. Ich probiere immer, das Gefühl, das ich beim ersten Lesen hatte, möglichst einzufangen, um beim nächsten Mal wieder hervorrufen zu können. Und da funktioniert das in längerer Form ein bisschen besser, weil ich noch weiß, was dahinter steht. Glaube ich.

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  8. wirkliche schöne Zitate! Danke!
    Ich mag es auch in Büchern schöne Zitat mit Bleistift zu unterstreichen, zum abschreiben bin ich während des Lesens meist zu ungeduldig und es ist auch irgendwie unpraktisch, da ich meist im Bett lese.

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    1. Ich schreibe sie meistens auch nicht sofort raus. Oft merke ich mir die Seite oder notiere sie. Die Zitate kommen dann erst ins Notizbuch, wenn ich es beendet habe. Weiß ja dann immer noch, welche Stelle mich besonders beeindruckt hat. ;)

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  9. ich liebe buchzitate!
    vielen dank fürs teilhaben lassen! :)

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