Dienstag, 27. Januar 2015

Asynchron

Nachdem ich vor einigen Tagen hier schon meine Top 5 Synchronsprecher behandelte, bleiben wir doch gleich beim Thema. Denn für die Leute, die sich ebenfalls für Synchronisation interessieren, habe ich jetzt einen Geheimtipp. Bei dem Magazin-Portal Massengeschmack TV, über das übrigens auch das vielleicht dem einen oder anderen bekannte Fernsehkritik TV veröffentlicht wird, gibt es das überaus empfehlenswerte Online-Magazin Asynchron. Von Tom Knoll ins Leben gerufen sowie produziert, von Evgenij Cernov moderiert, existiert die Sendung seit nunmehr elf Monaten oder neunzehn Folgen.

In den gezeigten Beiträgen dreht sich alles rund um die deutsche Synchronisation. Zumeist wird ein bestimmter Film oder eine bestimmte Serie unter die Lupe genommen, die Stimmen im Original sowie in der Synchronisation verglichen und analysiert, inwieweit sie zu den Charakteren passen. Zudem geht "Asynchron" darauf ein, wie gut oder ob die Übersetzung gelungen ist und inwiefern der Sinn der Dialoge im Deutschen erhalten bleibt. Beispielsweise ob die Witze übertragen werden oder überhaupt übertragen werden können. Von "Alf", "Willkommen bei den Sch'tis" über "Breaking Bad" und den "Duck Tales" bishin zu "Monthy Python" und "Lost in Translation" wurden bisher schon eine Menge Filme beziehungsweise Serien behandelt, sodass für jeden etwas dabei sein dürfte. Dann gibt es noch einige Sonderbeiträge, die mit der Geschichte der Synchronisation, einem Interview mit dem Synchronregisseur Erik Paulsen und einem Einblick in die Synchronsprecher-Ausbildung aufwarten.

Die Folgen sind professionell gemacht und bieten eindeutig Mehrwert. Was mir besonders gut gefällt, ist der Fakt, dass eben nicht jedes Mal dabei herumkommt "Tja, das Original ist sowieso besser. Einfach das anschauen". Hier wird differenziert, sich wirklich mit den Problemen, die bei der Übersetzung aufkommen, auseinandergesetzt und auch deutlich gesagt, wenn eine Synchro etwas gut macht oder sogar insgesamt gelungen ist.

Der Haken mag für manche Leute sein, dass die Folgen von "Asynchron" nicht frei zur Verfügung stehen, sondern Geld kosten. Doch denjenigen, denen das Thema wirklich zusagt, rate ich, sich nicht davon abschrecken zu lassen. Digitale Inhalte, insbesondere die von derart guter Qualität, dürfen ruhig finanziell unterstützt werden. Und das ist in diesem Fall nicht einmal viel. Bei Massengeschmack funktioniert alles über das Abonnieren entsprechender Formate. Je mehr Folgen und Formate ihr auf einmal abonniert, desto weniger kosten die einzelnen Folgen. Ich für meinen Teil verlängerte vor kurzem erst mein Abonnement für "Fernsehkritik TV" und "Asynchron" für jeweils zwölf Folgen, sodass mich jede einzelne am Ende nur noch 79 Cent kostet. Weitere Informationen dazu findet ihr auf der Seite von Massengeschmack.

Die Länge von "Asynchron" liegt immer zwischen zwanzig Minuten und einer Stunde. Alle zwei Wochen erscheint jeweils eine neue Folge, die nächste kommt am 5. Februar. Wer sich nicht sicher ist, kann ja vorerst nur zwei Folgen kaufen und rückwirkend alle bereits veröffentlichten Sendungen schauen, um sich davon zu überzeugen. Oder der guckt sich die für alle zur Verfügung stehende Testfolge an, die ich am Ende einbette. Diese ist aber wohlgemerkt direkt aus der Anfangszeit, da hat sich mittlerweile einiges getan, vor allem was die Aufmachung angeht.

Mehr als auf das Ganze lobend hinzuweisen, kann ich an dieser Stelle nicht. Und ja, die Werbung ist gleich wieder vorbei. Und nein, ich kriege nichts dafür. Schön wär's. Bei mir gehört "Asynchron" jedoch zu meinen liebsten Formaten im Netz, sodass ich das einfach mal zur Sprache bringen wollte.

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