Dienstag, 30. Dezember 2014

2014

Jahresrückblicke sind eigentlich sehr spannend, doch bei einer regelrechten Überschwemmung im Feedreader können sie auch schon mal zu einer Plage werden. Nach den ganzen Weihnachtsbeiträgen in der Blogosphäre dürftet ihr jedoch ausreichend abgehärtet sein. Daher möchte das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren lassen, um ordentlich damit abzuschließen. Insgesamt war es nämlich, trotz eines kleinen Tiefs in der Mitte, äußerst lehr- und erlebnisreich.

Umzug
Das wichtigste Ereignis für mich war wohl mein Umzug. Aus meiner kleinen Bude im Studentenwerk am Rande der Stadt ging es in eine WG ins Zentrum zur besten Mitbewohnerin, die ich mir hätte wünschen können. Dadurch hat sich natürlich meine gesamte Lebenssituation verändert. Die Wohnung und mein Zimmer sind größer und vor allem endlich selbst eingerichtet (wenn auch noch nicht perfekt, zumindest viel besser als vorher), ich brauche weniger Zeit, um zur Universität zu kommen, habe endlich direkten Zugriff auf Ofen und Waschmaschine, Laminat im Zimmer, Fenster im Bad und eine gesellige Mitbewohnerin, in der ich eine gute Freundin fand. Mit dieser Veränderung in meinem Leben bin ich dieses Jahr mit Abstand am glücklichsten. Alles richtig gemacht.

Reisen
Auch dieses Jahr war ich wieder unterwegs, um mir einige unbekannte Ecken unserer Welt anzuschauen. So war ich im Frühjahr in der wundervollen Stadt Prag, schneezeltete im Schwarzwald, machte einen kleinen Abstecher nach Halle zu einer alten Schulfreundin, besuchte das Bloggertreffen in Köln, fuhr zum ersten Mal nach Jahren wieder mit der Familie weg, und zwar nach Wismar, wanderte am Bodensee entlang und verbrachte einmalige Tage in Amsterdam. Keinen dieser Ausflüge, so anstrengend er auch gewesen sein mochte, bereue ich, denn bei jedem konnte ich etwas Neues für mich mitnehmen und lernen. Ich hoffe, nächstes Jahr stehen in diesem Bereich wieder genauso schöne Momente an.



Konzerte
Sich richtig austoben, tanzen, singen, grölen, emotional von einem Lied zum nächsten getragen werden - manchmal gibt es nichts Schöneres. 2014 war ein wunderbares Konzertjahr. Neben Olli Schulz, der mich mit seinen ernsten, tiefgründigen Liedern stark beeindruckte, ging es zu Coppelius, Judith Holofernes, gleich zweimal zu Bonaparte und zu Foxygen. Mein Favorit ist jedoch definitiv der Abend bei The Drums gewesen. Perfekte Setlist, perfekte Stimmung, perfekte Begleitung und perfekter Auftritt der Band. Fun Fun Fun!

Gesundheit
Generell bin ich, zumindest körperlich, ein ziemlich gesunder Mensch. So war ich auch 2014 neben einigen Kreislaufproblemen keiner Krankheit ausgesetzt. Das darf bitte gern so bleiben.

Ernährung
Immer noch ernähre ich mich zu Hause ausschließlich vegan, unterwegs oder bei anderen zu Besuch nur vegetarisch. So richtig hat sich da im vergangenen Jahr nichts verändert, auch wenn ich für manche mit dieser Lebensweise zu "öko" und für andere wieder nicht konsequent genug bin. Wohin die Reise 2015 geht, werde ich einfach auf mich zukommen lassen.

Getränk des Jahres
Nach 21 Jahren entdeckte ich im vergangenen endlich ein alkoholisches Getränk, das mir richtig gut schmeckt. Nicht, dass es notwendig für mich ist, irgendeinen Alkohol zu trinken, doch es ist schön, vor allem unterwegs nicht nur die Auswahl zwischen Cola oder Ginger Ale zu haben. Das heilige Getränk nennt sich übrigens Cider, am liebsten den von Strongbow oder Bulmers.



Essen des Jahres
Abseits der süßen Geschmackserlebnisse, wie dem Süßgebäck Trdelník in Prag oder den Poffertjes in Amsterdam, hat es mir die vietnamesische Küche ganz besonders angetan. Sommerrollen und Tofu mit Erdnusssoße sind einfach nur fantastisch. Das Schlimmste, das ich übrigens essen musste, waren die Bertie Botts Bohnen in den Geschmacksrichtungen Erbrochenes und verfaulte Eier. Noch immer schauert es mich vor dem Zeug.

Feminismus
Als ich Caitlin Morans Buch "How To Be A Woman" las, hatte ich eine kleine Erleuchtung. Seitdem bezeichne ich mich als Feministin und machte mir in diesem Beitrag ein paar Gedanken zu dem Thema. Sowieso fing ich erst in diesem Jahr an, mich mit Feminismus zu beschäftigen und finde, es wurde auch wirklich Zeit.

Blog
Ich gebe es zu, es gab durchaus wieder Wochen, in denen ich ohne Ankündigung untertauchte und nichts von mir hören ließ. Manchmal steht einem der ganze Trubel einfach bis zum Hals oder es gibt Wichtigeres zu tun, sodass keine Muße für den Blog übrig bleibt. Daher kann ich auch nicht versprechen, dass das nächstes Jahr nicht erneut passieren wird. Doch insgesamt bereitet mir das Bloggen, das Erdenken und Tippen meiner Beiträge so viel Spaß, dass ich immer wieder zurückkommen werde.

Was war also 2014 auf dem Blog los? Zunächst führte ich  die neue Rubrik "Meine Top 5 ..." ein, für die ich noch ganze Seiten an Ideen besitze, das sollte für die nächsten Jahrzehnte reichen. Außerdem verabschiedete ich mich endgültig von dem Blognamen "One More Cup Of Tea", um zu "Karo Kafka" überzugehen. Ich besuchte das Bloggertreffen, wo ich derart tolle Menschen traf, dass ich bis heute erstaunt bin, was ich durch das Bloggen alles erleben durfte. Zu guter Letzt war mein kleiner Höhepunkt die Halloweenwoche. Daher möchte ich 2015 gern weitere Themenwochen veranstalten. Ich danke euch allen tausendmal für eure wunderbaren Kommentare und lieben Worte, für jedes Teilen der Beiträge und sonstige Unterstützung. Ach, ihr seid nett.



Alben des Jahres
(auf last.fm am häufigsten gehört)
Crash - Hardly Criminal
The Drums - Encyclopedia
Foxygen - ...And Star Power

Songs des Jahres
Die findet ihr auf meinem 2014-Mixtape.

Filme des Jahres
(2014 das erste Mal gesehen)
Grand Budapest Hotel
Das Leben des Brian
Memento

Serien des Jahres
Auch das behandelte ich schon im Beitrag über meine Serienentdeckungen des Jahres.

Bücher des Jahres
(2014 zum ersten Mal gelesen)
"635 Tage im Eis - Die Shackleton-Expedition" von Alfred Lansing
"Der unsichtbare Apfel" von Robert Gwisdek
"Herr Lehmann" von Sven Regener

Samstag, 27. Dezember 2014

Mein 2014-Mixtape

In musikalischer Hinsicht war 2014 ein tolles Jahr. Viele neue Alben wurden herausgebracht, die mich überzeugen konnten, einige Künstler verschlug es in unsere heimatlichen Gefilde, sodass ich sie mir live ansehen konnte und es gab eine Menge Lieder, die ich entdeckte und in die ich mich unheilbar verliebte. Aus letzterem habe ich dieses Mixtape zusammengestellt. Es ist unglaublich, wie sehr einem ein Song innerhalb eines so kurzen Zeitraums ans Herz wachsen kann. Nur manche davon kamen übrigens tatsächlich erst dieses Jahr heraus, die meisten Lieder sind bereits älter.

Ich bin außerdem dabei, mich nach einer Alternative beziehungsweise einer weiteren Option für meine Mixtapes umzusehen, weil es bei 8tracks immer wieder zu Macken kommt und manche die Playlisten nicht richtig abspielen können. Mit spotify bin ich bisher nicht wirklich zufrieden. Falls jemand also eine (kostenlose) Seite für solche Sachen empfehlen kann, gerne Bescheid sagen. Und jetzt viel Spaß mit meiner musikalischen Reise durch das Jahr 2014!



Bonaparte - Into The Wild
The Drums - Days
Sparks - Angst In My Pants
Broncho - It's On
The Deadly Syndrome - I Hope I Become A Ghost
Foxygen - How Can You Really
Wilco - How To Fight Loneliness
Mama Cass Elliot - Make Your Own Kind Of Music
Box Of Light - Falling
Crash - Motion Animal


Welche Lieder haben euch dieses Jahr viel bedeutet? Immer her mit den Musiktipps!

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Meine Serienentdeckungen des Jahres

Ho ho ho! Fröhliche Weihnachten wünsche ich euch! Mit den Feiertagen dürftet ihr auch alle etwas Freizeit haben, was könnte an dieser Stelle also besser passen als ein paar Serientipps meinerseits? Obwohl ich nicht weiß, was genau die Definition von "Serienjunkie" ist oder ob ich mich selbst als solchen bezeichnen würde, schaute ich in den vergangenen Monaten wieder einiges an Serien. Die Crème de la Crème, die Top-Notch, die besten Serien, die ich dieses Jahr für mich entdeckte, stelle ich euch jetzt vor.


Miranda
Schon bei der ersten Folge dieser britischen Serie war ich verliebt. In "Miranda" geht es um Miranda, gespielt von Miranda Hart. Soweit recht gut zu merken. Miranda ist ziemlich groß und sehr tollpatschig, fällt oft hin, singt zu den ungünstigsten Gelegenheiten, schafft am laufenden Band, sich zu blamieren und versteht unter Spaß, Obst mit Augen zu bekleben oder durch die Gegend zu galoppieren. Insgesamt ein solch liebenswerter Charakter und vielleicht kann mich sogar etwas zu gut mit ihr identifizieren. Dazu kommt der fantastische Humor, nie langweilig werdende Running Gags, ständiges Brechen der vierten Wand und die vielen anderen wunderbaren Charaktere, die diese Serie ausmachen. Schaut euch "Miranda" unbedingt an! Am besten sofort!



Der Tatortreiniger
Generell bin ich ja eigentlich nicht der größte Fan deutscher Produktionen, doch diese Serie ist wirklich genial gemacht. Sie handelt vom Tatortreiniger Schotty, der bei seiner Arbeit immer wieder in kuriose Situationen gerät. Um die Kriminalfälle geht es dabei gar nicht so sehr, viel wichtiger sind die Begegnungen, die er mit den Hinterbliebenen hat. Mit viel Situationskomik und einem oft trockenem Humor eine Serie, die man sich gut anschauen kann.



Community
Hach, "Community". Eine Sitcom, die mich mit durchgeknallten Charakteren, zahlreichen Bezügen auf Popkulturthemen der verschiedensten Art, überraschenden Gastauftritten und einer Menge Kreativität komplett aus den Socken gehauen hat. Sie spielt an einem Community College, in dem sich unsere sechs Protagonisten finden und eine Lerngruppe starten und, so seltsam es unter diesen Gegebenheiten auch klingen mag, zusammen Abenteuer erleben. Das Setting des Colleges wird einfallsreich benutzt und ausgeschöpft, sodass man sich auch mal wegen einer Paintball-Schlacht im Wilden Westen befindet. So what, why not? Ich bin von jeder Folge aufs Neue begeistert gewesen und zähle "Community" deshalb offiziell zu meinen Lieblingsserien.



Orange Is The New Black
Als ich mich bei Netflix anmeldete, fing ich aus Mangel an Ideen, was ich als nächstes schauen könnte, kurzerhand mit dieser Serie an. Sie spielt in einem Frauengefängnis, in welches Protagonistin Piper gesteckt wird. In einer früheren Beziehung war sie mit Drogenschmuggel in Kontakt gekommen, nun holt sie diese Vergangenheit wieder ein. Das Gefängnis mit den vielen Insassinnen auf engem Raum bietet natürlich den perfekten Schauplatz für Konflikte. Ich hätte wirklich nie vermutet, dass mich "Orange Is The New Black" derart fesseln, berühren und mitnehmen könnte und doch verschlang ich die ersten beiden Staffeln in kürzester Zeit.




Girls
Die Zusammenfassung von "Girls" klingt wahrscheinlich ziemlich tussig, dabei ist das die Serie nicht wirklich. Darin begleiten wir vier Freundinnen in New York. Sie alle sind in ihren Mittzwanzigern und versuchen herauszufinden, wer sie eigentlich sind und was sie erreichen möchten. Weil ich genau inmitten dieser Fragestellungen hocke, mag ich diese Serie wahrscheinlich auch so gern. Es werden selbstverständlich Themen wie Freundschaften und Liebe behandelt, doch darüber hinaus auch Lebenskrisen und Tiefpunkte. Besonders charmant wird das Ganze durch Schauspielerin Lena Dunham, die nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch hinter den Kulissen maßgeblich an der Serie beteiligt ist. Diese Frau ist einfach so unglaublich witzig und sympathisch!

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Kehraus 2014 - Halbzeit

Sich so viel für den Dezember vornehmen und daraufhin die erste Woche des Monats rein gar nichts auf die Reihe kriegen. Ich so. Das Wetter machte träge, die Motivation fehlte vollkommen. Dafür stand ich die letzten Tage umso mehr unter Strom, konnte vor Aktivitätsdrang und herumschwirrenden Gedanken kaum schlafen, war nur am Ackern und habe einiges geschafft, wenn natürlich auch nicht alles für den Kehraus war. Ein bisschen skeptisch bin ich ja schon, ob ich wirklich noch alles von der Liste werde packen können.


Studium
  • Hausarbeit noch aus dem letzten Semester beenden und abgeben
Mein größtes Sorgenkind momentan. Sehr bald ist Abgabe, ich habe seit Monaten schon nicht mehr daran gearbeitet und weiß somit nicht einmal, wo ich gerade stehe. Die nächsten Tage sind ausschließlich dafür reserviert.

  • Referat im Seminar Buchwissenschaft vorbereiten und halten
Die letzten Tage vorbereitet, heute gehalten. Damit ist das endlich geschafft!

  • Buch "Acts of Union and Disunion" von Linda Colley beenden
Abgehakt!


Persönliche Projekte
  • Mein "30 Tage lang jeden Tag Gitarre spielen"-Projekt beenden
Erfolgreich beendet. Es tat wirklich gut, sich jeden Tag ein bisschen Zeit dafür zu nehmen und sich musikalisch auszulassen.

  • Ein neues 30 Tage-Projekt anfangen
Überhaupt möchte ich von nun an probieren, Dinge, die mir nicht gefallen, in 30 Tagen-Projekten zu ändern. Dann ist das eine festgesetzte Herausforderung statt des ewigen Hätte/Könnte/Sollte. Zudem integriert man die Sache gleich in den Alltag. Kurz: Ein neues Projekt ist angefangen.

  • Weihnachtsgeschenke für alle besorgen oder selbst herstellen
Die Jagd nach Weihnachtsgeschenken hat begonnen. Die Geschenke, die gekauft werden mussten, sind soweit alle besorgt. Diejenigen, die selbst mache, sind leider noch nicht vollzählig. Aber ich bin dran.

  • Über den Leipziger Weihnachtsmarkt schlendern
Erinnert mich nächstes Jahr bitte daran, nicht am Wochenende auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. So. Viele. Menschen. Ansonsten ist der in Leipzig wirklich sehr hübsch.

  • Fünf Punkte der "101 Dinge in 1001 Tagen" bearbeiten/abhaken
Einen der vorgenommenen fünf Punkte kann ich bereits jetzt abhaken, die restlichen in Bearbeitung. Genaueres verrate ich jedoch erst am Ende. Ich bin zuversichtlich.

  • Zum Friseur gehen
Termin ist gemacht, also sollte dem nichts mehr im Weg stehen.

  • Mich vorsorglich schon um die Kündigung von meinem Handyvertrag nächstes Jahr kümmern
Da ich sowohl mit meinem Handy als auch mit meinem Anbieter unzufrieden bin, möchte ich im nächsten September gern beides wechseln. Um die Kündigungsfrist nicht zu versäumen, mache ich das lieber jetzt schon. Heute habe ich online gekündigt, morgen wird das zusätzlich noch per Telefonanruf bestätigt und die Sache ist vom Tisch.


Blog
  • Jeden Tag mindestens eine halbe Stunde verschiedenen Blogaktivitäten widmen
Das funktioniert einigermaßen gut. Zwar musste ich manchmal eine halbe Stunde am nächsten Tag noch nachholen, weil ich es verschwitzte, doch das ist eher die Ausnahme.

  • Mindestens zwei Blogartikel die Woche veröffentlichen
In dem Bereich muss ich mich ranhalten.

  • Meinen überquellenden Entwurf-Ordner aufräumen
Dem ging ich schon an den Kragen. Einige langjährige Ideen, die mir mittlerweile doch nicht mehr zusagen, sind endlich gestrichen. Andere wiederum plane ich jetzt, weil ich endlich, eher früher als später, darüber bloggen möchte.



Zwischenfazit:
Von insgesamt 21 Aufgaben sind fünf abgeschlossen und weitere sieben in Arbeit. Da geht noch was! Wie läuft es bei euch?

Sonntag, 14. Dezember 2014

Meine Wunschlistenbücher

Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich zum letzten Mal wirklich einen Wunschzettel schrieb. Das muss zu Zeiten gewesen sein, in dem man diesen danach auch noch in einen Umschlag steckte und an den Weihnachtsmann "schickte" (ich bezweifle stark, dass meine Mutter diese Briefe wirklich jemals abgeschickt hat). Also ist es wohl ziemlich lange her. Nichtsdestotrotz kommt natürlich jedes Jahr zu Weihnachten wieder die gleiche Frage meiner Familie auf: Was wünschst du dir denn? Zwar enthielt mein Antwort dieses Jahr keine Buchtitel, trotzdem möchte ich an dieser Stelle - geklaut inspiriert vom Bücherei - die Bücher aufzählen, die ganz oben auf meiner Wunschliste stehen und die ich unbedingt in naher Zukunft lesen möchte. Vielleicht schaut hier ja doch noch ein potenzieller Mich-Beschenk-Woller rein.

Einige Bücher stehen bereits ziemlich lange auf meiner Wunschliste, was an meinem eigentlichen Plan liegt, zunächst die mir unbekannten Bücher zu lesen, die ich noch besitze. Das hat mich seither ziemlich gut davor bewahrt, wirklich selbst neue Bücher zu kaufen. Doch sie geschenkt zu bekommen, zählt ja nicht...irgendwie.


"Arbeit und Struktur" von Wolfgang Herrndorf
Von Wolfgang Herrndorf habe ich bereits den Roman "Tschick" gelesen, der mir sehr gefallen hat. Seit der Diagnose Hirntumor schrieb der Autor auf dem Blog Arbeit und Struktur über sein Leben mit der tödlichen Krankheit. Diese Einträge wurden dann, nachdem er sich schließlich im August des letzten Jahres das Leben nahm, als Buch veröffentlicht.


"Sally Heathcote: Suffragette" von Mary M. Talbot
Ein Graphic Novel über die feministische Suffragist-Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts in Großbritannien. Genau genommen begleitet man in diesem Buch die Suffragette Sally Heathcote, einem Hausmädchen, das mit den vielen anderen Frauen gegen die Unterdrückung kämpft. Die Bewegung interessiert mich schon lange, deshalb hätte ich mit diesem Buch gern einen kleinen Einblick.


"The Art of Asking: How I Learned to Stop Worrying and Let People Help" von Amanda Palmer
Meine Liebe zu Amanda Palmer brachte ich bereits an mancher Stelle auf diesem Blog zum Ausdruck. Jetzt schrieb die Musikerin auch noch ein Buch und ich platze bald vor Aufregung, weil ich es unbedingt lesen möchte. Der Titel sagt eigentlich auch schon, worum es geht. Sie beschreibt ihre Erfahrungen damit, Leute um Hilfe zu bitten und warum daran, besonders als Künstler, gar nichts Schlimmes ist.


"Unheimliche Geschichten" von Edgar Allan Poe, illustriert von Benjamin Lacombe
Von dem französischen Illustrator schwärmte ich schon vor einiger Zeit, als ich seine Version des Märchens "Schneewittchen" las. Ich liebe seinen Zeichenstil einfach abgöttisch und zusammen mit Edgar Allan Poe kann das nur gut werden.


"Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" von Haruki Murakami
Letztes Jahr brachte Murakami, einer meiner Lieblingsautoren, dieses Buch heraus und noch immer bin ich nicht dazu gekommen, es zu lesen. Mittlerweile gibt es sogar wieder ein neues, deshalb muss ich mich nun wirklich sputen. Sonst hole ich nie auf. Herr Murakami, macht es Ihnen etwas aus, die nächsten Jahre nichts zu veröffentlichen, damit ich mit dem Lesen auch noch hinterherkomme? Bitte? Danke!


"Tree Of Codes" von Jonathan Safran Foer
Ebenfalls einer meiner Lieblingsautoren, jedoch ist dieses das einzige Buch, das mir von Foer noch fehlt. Die Herangehensweise bei "Tree of Codes" ist eine etwas andere. Und zwar nahm Foer sein Lieblingsbuch "The Street of Crocodiles" von Bruno Schulz, schnitt aus dem Text so lange Wörter und Passagen heraus, bis seine ganz eigene Geschichte dabei herauskam. Deshalb ist das Buch auch so teuer, denn man sieht auf den Seiten tatsächlich, wo etwas ausgeschnittenen wurde.


"Grau" von Jasper Fforde
Ich habe schon so viel Gutes über Jasper Fforde gehört, dass es höchste Zeit wird, endlich etwas von ihm zu lesen. Punkt. Dieses Buch steht dabei auf meiner Wunschliste, weil es (bisher) kein Teil einer Reihe ist und ich bei neuen Autoren lieber mit Einzelromanen beginne.


"Not That Kind of Girl: A Young Woman Tells You What She's Learned" von Lena Dunham
Seit ich die Serie "Girls", die von Lena Dunham erschaffen wurde, ausgerechnet in einer Prüfungsphase entdeckte und die ersten drei Staffeln innerhalb kürzester Zeit schauen musste, um mich danach wieder ordentlich auf meinen Lernstoff konzentrieren zu können, bin ich ein bisschen besessen von ihr. Lena Dunham ist einfach so witzig und authentisch und genau das verspreche ich mir auch von ihrem Buch, in dem sie über sich und ihr Leben geschrieben hat.

Freitag, 12. Dezember 2014

101 Dinge in 1001 Tagen - Monatsrückblicke Oktober & November


89. Ein Land bereisen, in dem ich noch nie war
Abgehakt! Schon seit ich vor ungefähr eineinhalb Jahren zum ersten Mal mit dem Lernen der niederländische Sprache begonnen habe, wollte ich auch in die Niederlanden reisen. Im Oktober war es endlich soweit. Hier berichtete über einige meiner Eindrücke.

05. Blutplasma spenden
Nach Ewigkeiten ging es wieder ins Blutspendezentrum. Da meine letzte Spende jedoch bereits so lange her war, konnte ich wieder kein Blutplasma, sondern "nur" Blut spenden. Und prompt klappte an diesem Tag mein Kreislauf zusammen und ich wurde ohnmächtig. Zum Glück befand ich mich noch im vor Ort, sodass ich mich ordentlich erholen konnte, bevor es wieder nach Hause ging. Einmal würde ich dieses Jahr gern noch hin und wirklich Blutplasma spenden. Inwieweit ich es aber schaffe, diese Aufgabe noch zu erfüllen, weiß ich noch nicht. Wird sich vor allem auch daran zeigen, wie gut ich die nächste Spende vertrage.

53. 5 DIY-Projekte verwirklichen
Mit diesem Punkt befinde ich mich gerade in der Bredouille. Ich weiß nicht mehr, was ich mir damals unter DIY-Projekten vorgestellt habe. Zählen Strick- und Nähwerke? Dann hätte ich den Punkt schon lange beendet. Nun, jedenfalls habe ich im November die Türknäufe meines Kleiderschranks mit knallrotem Nagellack lackiert (endlich war das Zeug wieder für etwas gut) und obwohl das nicht lange brauchte oder sonderlich schwierig war, ist es ein schöner Hingucker. Deshalb zähle ich dies an dieser Stelle als DIY-Projekt. Außerdem sollte ich mir überlegen, wie ich die letzten beiden Projekte gestalten möchte.

76. Neue Rezepte ausprobieren
Blumenkohlheißhunger hatte zur Folge, dass ich unbedingt die klassische Süß-Sauer-Soße meiner Mutter dazu nachkochen wollte. Problem bloß: Sie konnte mir kein genaues Rezept geben, weil sie immer alles nach Gefühl macht. So lieferten meine Versuche noch nicht das gewünschte Ergebnis. Doch ich werde nicht aufgeben!


66. Mindestens 3x pro Woche Gitarre üben
Im Oktober ließ ich den Punkt sträflichst schleifen, weshalb ich im November ein 30 Tage-Projekt daraus machte. Jeden Tag ein bisschen spielen, egal ob zehn Minuten oder drei Stunden. Einfach die Sache nicht wieder aus den Augen verlieren. So spielte ich in den beiden Monaten insgesamt nun doch 29 Mal und habe wieder ein paar neue Lieder im Repertoire.

31. Fiktive Geschichten schreiben
Mehrere Male versuchte ich seit Beginn der 1001 Tage mein Glück damit, doch es schien, als wäre Fiktion einfach nicht mein Ding. Im November nahm ich dann am Schriftstrom-Schreibmarathon teil und plötzlich waren da so viele Ideen für eine Geschichte. Leider schaffte ich es seitdem nicht wirklich, daran weiterzuschreiben. Doch ich möchte dranbleiben. Zwar habe ich mit der Aufgabe erst begonnen, aber immerhin bin ich zuversichtlicher als zuvor, dass daraus noch etwas wird.

29. Mehr als 100 Bücher lesen
In den letzten Monaten las ich drei Bücher, wovon eines auf Englisch war und somit ebenfalls für Aufgabe 27 "Mehr englische Bücher lesen" zählt. Welche genau das gewesen sind, könnt ihr hier nachlesen.

Ansonsten traf ich mich dreizehn Mal mit Freunden (11), schrieb vierzehn Blogartikel (92), verlebte zwei Tage internetfrei (64), schrieb fünf Postkarten aus Amsterdam (13), tat einmal für jemanden ohne bestimmten Grund etwas Gutes (12), lernte neun Stunden Niederländisch (75), hatte einmal Kontakt zu meinem Vater (14) und erstellte ein Video zu Halloween (30).

Freitag, 5. Dezember 2014

10 Billion von Stephen Emmott

AUTOR l Stephen Emmott
TITEL l 10 Billion
DEUTSCHER TITEL l 10 Milliarden
GENRE l Sachbuch, Überbevökerung
VERLAG l Penguin Books (2013)
SEITEN l 198
AUSZUG l "Earth is home to millions of species. Just one dominates it. Us. Our cleverness, our inventiveness and our activities have modified almost every part of our planet. In fact, we are having a profound impact on it. Indeed, our cleverness, our inventiveness and our activities are now the drivers of every global problem we face. And every one of these problems is accelerating as we continue to grow towards a global population of ten billion.
In fact, I believe we can rightly call the situation we're in right now an emergency - an unprecedented planetary emergency.
This is the reason I have written this book."

Hier gibt es eine LESEPROBE der englischen Ausgabe.

INHALT l Für die Herstellung eines Burgers braucht man 3000 Liter Wasser. Wir produzieren in zwölf Monaten mehr Ruß als im gesamten Mittelalter und fliegen allein in diesem Jahr sechs Billionen Kilometer. Unsere Enkel werden sich die Erde mit zehn Milliarden Menschen teilen müssen. Haben wir überhaupt eine Zukunft?

REZENSION l Über das Thema Überbevölkerung habe ich schon einige Artikel gelesen. Um noch tiefer in die Materie einzudringen, griff ich also zu diesem Buch. Doch auf diese Erwartungshaltung folgt auch schon die meinerseits dringendste Frage: Wieso ist "10 Billion" überhaupt ein Buch? Die Seiten sind meistens nur halb bedruckt (wenn überhaupt), es gibt viele Leerzeilen und Absätze. Sogar Absätze bestehend aus einem Satz. Einfach nur nein! Absätze bestehen nicht aus einem Satz! Hinzu kommen zahlreiche unnötige Bilder - "Oh danke, für das Bild, mir ist ganz entfallen, wie Felder aussehen" - die noch nicht einmal kommentiert werden. Nicht zu vergessen, die endlosen Diagramme, die alle, alle, das Gleiche zeigen: eine Steile Kurve nach oben. Super illustriert! Ich hatte ja keine Ahnung, was das Wort "ansteigen" bedeutet! All diese Dinge geben mir das Gefühl, hier wurde auf Biegen und Brechen aus einem zehnseitigen Essay mit viel Mut zur Lücke und sinnlosen Bildern ein Buch gemacht, für das man auch einen Buchpreis berechnen und dementsprechend schön viel Geld scheffeln kann.

Aber hey, die Aufmachung wäre kein so großes Problem, wenn der Inhalt überzeugen könnte. Doch das tut er nicht. Der Schreibstil ist sehr primitiv, wiederholt sich ständig und wurde scheinbar für eine absolut unterbelichtete Zielgruppe konzipiert. Und wieso konnte sich Emmott nicht einmal bemühen, ein anderes Wort für "increased" zu finden. Ich verstehe, alles steigt an. Probiere doch trotzdem, das zur Abwechslung mal in andere Worte zu packen! Nehmen wir zur Veranschaulichung den Auszug, den ich oben hinschrieb. Schon allein die Wiederholungen in diesem kurzen Ausschnitt verdeutlichen hervorragend, was ich meine. Und haltet euch vor Augen, dass dies der Text von sechs Seiten ist (inklusive einer Doppelseite eines Schwarz-Weiß-Bildes)!

Durch die ganz kurzen Absätze schneidet er die Themen auch nur ziemlich oberflächlich an und schafft nicht, mir mehr Informationen zu bieten, als es die Zeitschriftenartikel vorher taten. Ein Armutszeugnis. Was mich zudem besonders nervt, ist die Panikmache, die er mit dem Buch betreibt. Die Debatte über dieses Thema soll und muss weitergeführt werden, denn es ist von größter Wichtigkeit. Doch einen Fakt zu nehmen und Statistiken hervorzukramen, deren Quellen Emmott nicht einmal benennt, die Hintergründe nicht zu erklären und dann quasi die morgige Apokalypse vorauszusagen, ist doch ein bisschen krass (Achtung: überspitzte Aussage).

Insgesamt frage ich mich ehrlich, wie dieses "Werk" zustande gekommen ist. Der Autor, das muss ich an dieser Stelle betonen, ist von Beruf Wissenschaftler und leitet ein Labor in Cambridge. So einfältig kann er also nicht sein, daher müsste er doch eigentlich wissen, wie man wissenschaftlich schreibt. Wenn ich jedoch dieses Buch morgen in der Universität abgäbe, würden sie mir das Ding um die Ohren hauen. Hat hier also der Verlag Hand angelegt, alles simplifizieren lassen, den Text künstlich aufgeplustert und die ganzen sinnlosen Bilder hingeklatscht, damit das auch jeder Idiot versteht? Oder konnte Emmott das Buch nur an den Mann bringen, wenn er es höchst primitiv und fast schon propagandistisch formuliert?

FAZIT l Insgesamt hat mich "10 Billion" beim Lesen ungemein frustriert. Aufgrund der Länge, oder sollte ich sagen Kürze, fühlte ich mich veräppelt, aufgrund der Schreibweise für dumm verkauft, aufgrund der Oberflächlichkeit vom Informationsgehalt her alles andere als befriedigt und aufgrund der überspitzten Panikmache verdrossen. Ein kompletter Reinfall!

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Lesemonate Oktober & November

Oktober


"Herr Lehmann" von Sven Regener
Roman; 285 Seiten; Goldmann Verlag; 2003; Deutsche Originalausgabe

Mit einem nüchternen Blick für die tragische Komik des Lebens bewegt sich der Wahlkreuzberger Lehmann durch den Alltag. Jahrelange, ausgefuchste Ausweichmanöver und heroische Trägheit haben ihn bisher erfolgreich vor den Ansprüchen von Eltern, Vermietern und Frauen verschont. Doch kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag - im Jahr des Mauerfalls - bricht ein unvorhergesehene Störung nach der anderen in seinen geliebten Alltagstrott.

Ich bin von "Herr Lehmann" absolut begeistert. Die fantastische Schreibweise, die Charaktere und der Humor - ich kann definitiv verstehen, wie dieses Buch seinen Status als Kultbuch erlangen konnte. Es gibt einfach so viele Szenen, die im Kopf bleiben, weil sie so schräg und besonders sind.

Gelesene Bücher: 1
Gelesene Seiten: 285
Durchschnittlich gelesene Seiten am Tag: 8


November


"The Tiny Book of Tiny Stories Volume I" von Joseph Gordon-Levitt & hitRECord
Minigeschichten; Illustrationen; 83 Seiten; hitRECord; 2011; Englische Originalausgabe

Die Minigeschichten, die sowohl von Gordon-Levitt als auch Benutzern der hitRECord-Plattform geschrieben wurden, bestehen oft nur aus einem, wenn überhaupt aus mehreren, Sätzen und jeweils einer Illustration. Und es ist unglaublich, wie viel Gefühl und Bedeutung man mit so wenig Text hervorbringen kann. Natürlich gefallen mir nicht alle Tiny Stories gleichermaßen gut, doch es finden sich einige echte Perlen darin. Ein tolles Buch für Zwischendurch oder auch als Geschenk.

"Amerika" von Franz Kafka
Roman; 355 Seiten; Diogenes Verlag; 2008; Deutsche Originalausgabe

Dieses Buch erzählt die Geschichte von Karl Roßmann aus Prag, der wegen eines Verhältnisses mit dem Dienstmädchen von seinen Eltern nach Amerika geschickt wird und dem es dort nicht gelingt, sich in der entpersonalisierten, von Maschinen und Industrie geprägten Neuen Welt zurechtzufinden.

Mein erster richtiger Kafka-Roman (nach einigen Erzählungen und Briefen)! In den Schreibstil Kafkas muss ich mich jedes Mal auf's neue erst wieder hineinfinden, doch dann ist er grandios. Das Buch hat es mir sowieso angetan. Es ist einfach so gut beschrieben, wie verwirrend diese neue Umgebung für den Protagonisten ist, wie er eigentlich weniger aktiv handelt, ihm dafür umso mehr wiederfährt, das er alles nicht kontrollieren kann und wie er trotzdem versucht, sich in diese Gesellschaft einzugliedern.

Gelesene Bücher: 2
Gelesene Seiten: 438
Durchschnittlich gelesene Seiten am Tag: 15
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...