Dienstag, 30. September 2014

Meine Top 5 Kinderzeichentrickserien

An dieser Stelle muss ich zugeben: Früher war ich ein Fernsehkind durch und durch. An den Wochenenden meiner Kindheit gab es nichts Schöneres, als morgens ganz früh aufzustehen und, noch während alle anderen schliefen, das Kinderprogramm im Fernsehen anzuschauen. Auch nachmittags nach der Schule war mein erster offizieller Akt das Anschalten des Fernsehers. Stunden über Stunden über Stunden quäkige Stimmen und bunte Bilder - das war mein Ding. Dass ich heute auf eine große Anzahl von bekannten, ja geliebten Kinderserien zurückblicken kann, ist das Ergebnis. Diesmal soll es im Speziellen um Zeichentrickserien gehen. Aber auch mit dieser Einschränkung fällt mir die Auswahl überaus schwer, es gab einfach so viele grandiose Sachen damals. Ich versuche mein Glück. Wie immer, schreibt mir gern einen Kommentar, welche Zeichentrickserien ihr als Kind geliebt habt. Vielleicht können wir ja gemeinsam schwärmen!


Detektiv Conan
Die Geschichte um Hobbydetektiv Shin'ichi Kudo zählt locker zu den von mir meistgeschauten Serien. Darin wird der 16-Jährige Oberschüler eines Tages von zwei Männern in Schwarz bewusstlos geschlagen und bekommt ein Gift eingeflößt, welches seinen Körper zu dem eines Grundschülers macht. Seinen scharfsinnigen Verstand behält Shin'ichi jedoch, sodass er fortan unter dem Namen Conan Edogawa weiterhin Kriminalfälle lösen kann. Wenn ich nicht wüsste, dass "Detektiv Conan" bis heute noch produziert wird, hätte ich gut Lust, die Serie komplett durchzuschauen. So scheint es aber (leider) nie ein Ende zu geben. Wie viele Jahre haben die jetzt eigentlich schon verlebt, ohne dass einer der Charaktere auch nur ein Stück altert oder wächst? Und wird er die Männer in Schwarz jemals finden und endgültig zurück in sein altes Leben gehen können? Fragen über Fragen. Vielleicht sollte ich mir doch wieder ein paar Folgen anschauen, der guten alten Zeiten wegen.



Jimmy Neutron
Intelligenz und Erfindergeist, zwei beste Freunde, die von beidem nicht allzu viel abbekommen haben, ein Roboterhund, zwei durchgedrehte Elternteile und natürlich ein Mädchen, für das gleichzeitig Hass empfunden und geschwärmt wird. Das alles hat Riesenhirn Jimmy Neutron aus Retroville. Ich muss zugeben, dass ich die computeranimierte Optik heute ziemlich scheußlich finde, damals hat mich die Serie jedoch über lange Zeit fantastisch unterhalten. Und "Jimmy Neutron" musste einfach mit auf die Liste, allein schon aufgrund der schön überzogenen Charakter und des Sci-Fi-Einschlags. Und Enten. Und Lamas.



Disneys Große Pause
Schon allein beim Gedanken an die Serie kommen gerade so viele Erinnerungen hoch. Bei den Pausen- und Schulgeschichten um die sechs Schüler T.J., Gretchen, Vince, Spinelli, Gus und Mikey habe ich damals jedes Mal mitgefiebert. So viele Ungerechtigkeiten, gegen die sie sich wehren mussten, aber auch so viele tolle Veranstaltungen und Spiele und Wettbewerbe und einzigartige Mitschüler. Ich wünschte, meine Schule wäre so abwechslungsreich und vielfältig gewesen. Mein Lieblingscharakter war selbstverständlich die taffe Spinelli, die keine Scheu davor hatte, ihre Fäuste spielen zu lassen, obwohl sie in den richtigen Momenten auch einfühlsam und emotional sein konnte.



Kim Possible
Call me, beep me, if you wanna reach me. When you wanna page me, it's okay. Mein Wunsch als Kind, selbst eine Geheimagentin zu sein, wurde damals unter anderem durch "Kim Possible" angestachelt. Aber ich konnte das auch eben dadurch ein wenig ausleben, wenn sie den Bösewichten ordentlich in den Hintern tritt und die Welt vor ihnen rettete. Die Charaktere, von Protagonistin Kim selbst, über Ron und Rufus, dem einzigen süßen Nacktmull auf der Welt, bishin zu den Schurken Shego und Dr. Drakken, sind ausnahmslos toll gemacht. Zudem liebe ich den Zeichenstil und den Wortwitz der Serie, über den ich mich auch jetzt noch herzlich amüsieren kann.



Pinky und der Brain
Jetzt mal ehrlich. Gibt es eine bessere Idee für eine Zeichentrickserie, als zwei Labormäuse, die jeden Abend versuchen, die Weltherrschaft an sich zu reißen? Nein, gibt es nicht. Die Serie ist so absurd, doch gleichzeitig verdammt genial. Noch heute schaue ich sie gerne und sie hat über die Jahre überhaupt nichts an Niedlichkeit, Humor und Originalität eingebüßt. Fun Fact: Nachdem ich als Kind eine Maus als Haustier bekam, war mein älterer Bruder so angetan von dem Racker, dass er sich ebenfalls zwei Mäuse zulegte und sie Pinky und Brain nannte. Ziemlich cool. Wieso bin ich damals nicht darauf gekommen? Noch ein Fun Fact: Ich kann das Intro der Serie auf der Gitarre spielen (nach dieser Anleitung). Ein weiterer Fun Fact: Ich habe ein Qwertee-Shirt mit einem Motiv von Pinky und Brain. Vom Apfelkernchen damals geschenkt bekommen. Letzter Fun Fact: Es gibt keinen Fun Fact mehr. Und nein, ich bin nicht besessen von den beiden Labormäusen...ähem. Narf!


Weitere nennenswerte Serien: Doug; Hey Arnold; Sailor Moon; CatDog; Wochenend-Kids; Chip und Chap; Mona der Vampir; Disneys Gummibärenbande; Die Dinos; Totally Spies; Die Glücksbärchis; Biene Maja; Heidi; Wickie und die starken Männer; Pinocchio; Inspector Gadget; Simsalabim Sabrina; Alfred J. Kwak; Pokémon; DoReMi; Gloria und ihre Familie; Jeanne, die Kamikaze-Diebin

Donnerstag, 25. September 2014

Watchever vs. Netflix - Wofür habe ich mich entschieden?

Seit November letzen Jahres bin ich bei Watchever angemeldet und war seither mit meinem Abonnement immer relativ zufrieden. Klar, ich kannte ja bis dato nichts anderes und wurde ausreichend mit Filmen und Serien versorgt. Vor kurzem jedoch startete in Deutschland der amerikanische und bereits sehr erfolgreiche Streaming-Anbieter Netflix durch. Bei dem ganzen Wirbel darum wurde in mir die Neugier geweckt, sodass ich prompt selbst den kostenlosen Probemonat begann. Eigentlich war der Plan, erst am Ende dessen ein Fazit zu ziehen, welche Video-On-Demand-Plattform es für mich werden soll. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Heute, neun Tage später, habe ich genug gesehen, um eine Entscheidung zu fällen.


Der Preis
Watchever kostet monatlich 8,99 €. Bei Netflix kann man zwischen drei verschiedenen Paketen auswählen. Für 7,99 € pro Monat bekommt man einen "Screen" in Standard Definition. Gibt man einen Euro mehr aus, erhält man ein Angebot von zwei Streams gleichzeitig, die beide dazu in High Definition zur Verfügung stehen. Wenn man gleich vier Streams braucht plus HD und Ultra HD, muss man 11,99 € pro Monat abdrücken. Ich habe mich letztendlich für das mittelteure Paket entschlossen, da HD schon nett ist, Ultra HD hingegen kein Muss. In diesem Fall gibt es ein Untentschieden zwischen beiden Anbietern.

Der Stream
Bei Watchever läuft der Stream meistens gut. Vor allem in letzter Zeit hatte ich gar keine Probleme mehr damit. Früher war es abends manchmal schwierig, wenn viele schauten und die Server ein wenig überlastet waren. Das einzige, das mich an dem Player bei Watchever wirklich stört, ist, dass er jedes Mal meinen Browser abschmieren lässt, wenn ich ihn schließe. Ich weiß nicht, warum das so ist, doch es geht schon seit Monaten so, ohne Besserung. Netflix funktioniert soweit einwandfrei. Ich persönlich mag den Player aber auf der Seite einfach lieber. Man kann von dort aus besser navigieren, bei Serien sogar zu einer beliebig anderen Folge springen. Und mein Browser wird nicht gekillt, also Punkt an Netflix.

Die Übersicht
Watchever bietet eine "Watchliste" an, in die man Filme und Serienstaffeln hinein- und wieder herauspacken kann. Bei mir dient diese immer als Merkliste für Sachen, die ich noch anschauen möchte. Zusätzlich landen Filme und Serien, die man angeschaut hat, automatisch in der "Gesehen und noch nicht bewertet"-Liste. Da lasse ich die Serien, die ich momentan schaue. Sobald man sie bewertet, kommen sie dann zur "Bereits gesehen"-Liste. Für mich eine optimale Lösung, so habe ich immer im Überblick, wie wo was geschaut und bewertet wurde und was ich noch schauen möchte.

Netflix bietet genau eine Liste, in die man Filme und Serien schieben kann. Hinzu kommt eine "Recently Watched"-Übersicht, jedoch befinden sich dort nur die Titel ohne Bilder. Im Vergleich zu Watchever finde ich es auf dieser Seite schwerer, mich zu organisieren. Die eine Liste will ich nicht zuballern mit Filmen und Serien, die ich noch schauen möchte, weil ich sonst keine Übersicht mehr für diejenigen habe, die ich momentan schaue. Also fällt dieser eine Merkzettel irgendwie weg, zudem muss ich die übrige Liste manuell bedienen. Wie gesagt, haut Watchever unbewertete Serien automatisch auf eine extra Anordnung. Ist natürlich nur mein persönliches Ding, doch für mich hat Watchever in dieser Kategorie die Nase vorn.

Das Angebot
Kommen wir zur wichigsten und für mich entscheidenen Kategorie. Mit Watchever war ich, wie gesagt, immer recht zufrieden. Da ich im Alltag mehr Serien als Filme schaue, hätte ich mir dann und wann dort schon eine größere Auswahl gewünscht, doch es ging immer. Bei Netflix war ich zunächst einmal hin und weg. Vor allem wahrscheinlich, weil es einfach andere Angebote als bei Watchever gab. Denn als ich durch die Serien gegangen bin, die mich auf den jeweiligen Anbietern interessieren, kam ungefähr die gleiche Anzahl heraus. Aber: Mit einem entsprechenden Proxy ist es möglich, auf das amerikanische Angebot von Netflix zuzugreifen. Und das ist so genial, vielfältig, alles auf Englisch und damit einfach nicht zu überbieten. Punkt!

Sonstiges
Pluspunkt an Watchever, da sie zeigen, welche Filme und Serien neu sind und welche bald aus dem Programm gehen. Das würde ich mir auch bei Netflix wünschen.
(Minuspunkt an Watchever, da sie mit Til Schweiger werben. Der Typ nervt und ich habe auch noch das Gefühl, ihn indirekt sogar irgendwie mitzufinanzieren.)

Pluspunkt an Netflix für zur Verfügung stehende Untertitel!

Fazit
Wenn ich mich nicht verrechnet habe, macht das BALLABINGBALLABUSCH mehr Punkte für die Streaming-Plattform Netflix, die damit mein klarer Favorit ist. Zwar werde ich die tolle Übersicht von Watchever vermissen, aber vielleicht lässt sich Netflix da auch noch was einfallen.

So, ich hau' jetzt ab. Es gibt noch so viele Filme und Serien anzugucken! Und wie soll ich damit fertig werden, wenn ich nicht anfange? Wenn ihr in spätestens einer Woche nichts von mir gehört habe, bin ich offiziell süchtig geworden und im Netflix-Fieber. Schiebt mir dann bitte etwas Essen unter der Tür durch. Danke!

Montag, 22. September 2014

Meine Wanderung am Bodensee

Vor wenigen Wochen unternahm ich meine bereits zweite Wanderung in diesem Jahr. Wer den Bericht zur ersten im Frühjahr gelesen hat, weiß vielleicht noch, wie fertig ich damals war. Schlaflosigkeit und Kälte paarten sich mit unschönen Schmerzen hüftabwärts. Deshalb stellte ich für zukünftige Trips zwei Bedingungen auf: einerseits muss nachts mindestens eine Temperatur von sieben Grad herrschen und ich brauche neue, bessere Wanderschuhe. Beide ließen sich glücklicherweise erfüllen. Zwar bin ich dieses Mal ebenfalls nicht ganz ohne Wehwehchen davongekommen - ich könnte jetzt von meinen fetten Blasen an den Füße, den zahlreichen Mückenstichen an Beinen und Händen oder dem schlimmsten Sonnenbrand meines Lebens erzählen - doch insgesamt nahmen sie nicht solch eine Intensität an, als dass die Schönheit des Bodensees das nicht irgendwie wettmachen konnte.


Schon bei der gemeinsamen Ankunft mit Freundin T. war ich hin und weg von dem türkisblauen Wasser des Bodensees, das uns an den Ufern der Stadt Konstanz, oder "Konschtansch", wie die Einwohner sagen, begrüßte. Obligatorisch war am Hafen die Besichtigung des Rheintorturms und der Imperia, einer sich drehenden, halbnackten Statue einer Frau, die einen ebenfalls nackten Papst in einer ihrer Hände hält...ähem!? Danach ging es mit einigen Unterbrechungen, meistens um die vielen Eindrücke bildlich festzuhalten, einmal hingegen, um uns eine Kugel Eis zu gönnen, zu unserem Zeltplatz für die Nacht, der doch noch ein Stück weiter entfernt lag als erwartet.


Die Planung unserer kleinen Rundreise überließ ich T., erkundigte mich selbst im Vorfeld gar nicht über jene Orte, die wir besuchen sollten, oder den Bodensee an sich. Dementsprechend überwältigt war ich, und bin es irgendwie noch. Von überall bot sich uns der schönste Blick auf das Gewässer und die weißen Segelschiffe am Horizont. Rundherum so viel Natur mit Wiesen, Feldern, Wildblumen und Apfelplantagen, bei denen wir uns zugegebenermaßen nicht verkneifen konnten, den einen oder anderen Apfel mitzunehmen.

Am zweiten Tag entspannten wir auf der Insel Mainau, wo man für uns zwar überraschenderweise Eintritt verlangte, die trotzdem allemal einen Besuch wert ist. Vor Ort gab es sogar Schließfächer, in die wir einen Teil unseres Gepäck abladen konnten. Fetter Bonus! So mussten wir nicht mit ganz so schweren Rucksäcken durch die Gegend tingeln. Im Prinzip ist die Insel Mainau ein riesiges, sehr ordentlich bepflanztes Blumenbeet, und daher der Rentner- und Familienmagnet schlechthin. Davon ließen wir uns jedoch nicht beirren, baumelten am Seeufer lieber sowohl mit Beinen als auch Seele, stapften zwischen Bambuswäldern und Steintrollen umher, streichelten zuckersüße Esel und wurden um ein Haar, oder sollte ich besser sagen 'um eine Feder', von zwei Schwänen angegriffen (vielleicht auch nur ein bisschen Paranoia meinerseits, aber sie sind immer so nah herangeschwommen).


Es gibt eigentlich derart viel zu berichten, dass wir alle morgen noch hier säßen, würde ich jeden Tag einzeln abklappern und ausführlich beschreiben. Daher für den Rest ein kurzer Überblick:

Tag 3: Wanderung zur Marienschlucht. Dort angekommen zwischen moosbewachsenden Felsen kraxeln. Dann mit der Fähre über den Bodensee nach Überlingen fahren. Eisbecher verspeisen. Wanderung zum Campingplatz. Am Abend die beanspruchten Füße gepflegt ins Wasser stecken und Postkarten schreiben.

Tag 4: Mit dem Bus nach Immenstaad gondeln. Von der Kanustation nach Friedrichshafen paddeln. Bei knallendster Sonne. Ohne Sonnencreme. Weil wir sie beide vergessen haben. Weil wir dumm sind. Ein bisschen. Und weil wir die Güte des Wettergottes krass unterschätzt haben. Fieser Sonnenbrand, aua, aua.


Tag 5: Überfahrt mit dem Katamaran von Friedrichshafen nach Konstanz. Währendessen Nickerchen. Kurz über die Grenze zur Schweiz herüberlaufen. Dann Besichtigung Innenstadt Konstanz. Entzückt sein. Kuchen und Mittag im Café Rosgarten essen, dem angeblich besten der Stadt. War sehr gut. Rückfahrt nach Hause. Ankunft in Leipzig gegen 1 Uhr nachts.

Das ist zwar sehr gestaucht, aber man bekommt zumindest einen Eindruck. Falls ihr selbst irgendwann mal am Bodensee wandern wollt, macht das ruhig genau so. Ihr werdet es nicht bereuen.


Was uns bereits ziemlich früh auffiel, war, dass wir anscheinend ganz allein waren mit unserer Wanderung. Wir begegneten unendlich vielen Fahrradfahrern, liefen auch mal dem einen oder anderen Fußgänger über den Weg. Doch niemandem, der wirklich mit all seinem Gepäck, inklusive Zelt, Isomatte und Schlafsack, auf dem Rücken von Zeltplatz zu Zeltplatz stiefelte. Obwohl es einen Rundweg um den Bodensee gibt, ist die Gegend offensichtlich für Touren mit dem Drahtesel oder Tagesausflüge beliebter. Dabei ganz zu Unrecht!


Was habe ich gelernt?
  • Nächte auf dem Zeltplatz sind mit Ohropax um einiges besser. Den Luxus gebe ich mir ab jetzt immer.
  • Gute Wanderschuhe machen einen riesigen Unterschied.
  • Im Sommer ist es sehr schwer, Proviant lange haltbar zu machen. Leider schimmelte uns ein Brot weg.
  • Vor sonnigen Paddeltouren unbedingt Sonnenschutz auftragen.
  • Ich habe mit T. in manchen Punkten mehr gemein als gedacht. Das war schön herauszufinden. 
  • Der Anblick eines Schwans, der das Köpfchen ins Wasser steckt, sodass nur noch der Hintern und die rudernden Füße herausgucken, amüsiert mich in ungeahnten Ausmaßen.
  • Schaukeln macht in jedem Alter Freude.
  • Es ist egal, in welchem Winkel man Briefmarken auf die Postkarte klebt, sie kommt trotzdem an (ja, ich war mir tatsächlich unsicher).
  • Esel sind super (nun gut, das wusste ich auch vorher schon).
  • Kurz vor Herbst noch einmal solch eine Ladung Sommer abzubekommen, tat unglaublich gut.
  • Die nächste Wanderung kommt bestimmt!

Donnerstag, 18. September 2014

Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß von Christoph Wortberg

AUTOR l Christoph Wortberg
TITEL l Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß
GENRE l Roman
VERLAG l Beltz & Gelberg (2014)
SEITEN l 190
AUSZUG l "Eine Krankenschwester führt uns über den Flur der Intensivstation. Drei Angehörige auf dem Weg zu einer Hinrichtung. Wir müssen keine sterile Kleidung anlegen, keine Kittel, keine Hauben, keine Plastiküberzieher für die Schuhe. Es lohnt sich nicht mehr. Ein Toter kann sich nicht mehr anstecken.
Man hält das nicht lange aus, dieses Hin- und Herpendeln zwischen Hoffnung und Verzweiflung, irgendwann sehnt man sich nur noch nach Klarheit. Die Ärzte verweisen auf die gesetzlichen Bestimmungen. Ihre Sätze sind voller Einschränkungen. Jede Prognose wird von einer Gegenprognose begleitet. Zu sagen, man dürfe die Hoffnung nicht aufgeben, ist leicht. In das Nichts hinter der Hoffnung zu starren, ist unerträglich."

Hier gibt es eine LESEPROBE.

ANMERKUNG l Das Buch, welches man hier bei Bedarf käuflich erwerben kann, wurde mir im Rahmen der Internetseite "Blogg dein Buch" von der Verlagsgruppe Beltz zur Verfügung gestellt. Einzige Bedingung für den Erhalt ist eine schriftliche Rezension auf meinem Blog.

INHALT l Jakob ist tot. Nach dem Sturz in den Bergen konnten die Ärzte nichts mehr für ihn tun. Nun ist sein jüngerer Bruder Lenny allein. Allein mit seiner Trauer. Allein mit seiner seit Jahren pillenabhängigen Mutter und seinem Vater, der alles unter Kontrolle zu haben versucht. So beginnt Lenny herauszufinden, wie es zu dem Unfall kommen konnte. War es überhaupt ein Unfall? Wer war sein großer Bruder eigentlich? Wer ist er selbst?

REZENSION l Die Idee, nach einem begangenen Suizid die Hinterbliebenen und wie sie damit fertig werden, zu porträtieren, ist nett. Das hatte wirklich Potenzial mir zu gefallen. Leider quetscht Autor Christoph Wortberg die gesamte Geschichte auf knapp zweihundert Seiten, was ihr nicht gut tut. Die Kapitel sind sehr kurz, lesen sich eher wie Fragmente als richtige Szenen. Was mich besonders nervte, war der versucht poetische oder dramatische Ausklang eines jeden Kapitels. Irgendein Satz, der jetzt gefälligst noch mal tiefgründig oder dramatisch ist, um der Geschichte ein bisschen Schwung zu geben. Dass das hingegen alle paar Seiten geschieht, ist ein bisschen zu viel des Guten. Weniger wäre an dieser Stelle mehr gewesen.

Kritikpunkt zwei ist der Schreibstil. Die Geschichte wird aus der Sicht des 16-jährigen Lenny geschildert. Man merkt bei der Schreibe jedoch, dass sie die eines erfahreneren Menschen sein muss, um nicht zu sagen eines älteren. Schreibstil und Charakter passen somit einfach nicht zusammen. Die schön gewählten Worte sind in einem solchen Übermaß da, sie wirken wie leere Hüllen, um das Buch zu füllen. Es gibt viele Beschreibungen, viele Aufzählungen,viele ausschweifende Gedankengänge des Protagonisten - und ich habe mich insgesamt schwer getan, hineinzufinden.

Aufgrund der Kürze fehlt auch den Charakteren der nötige Tiefgang. Selbst die wichtigsten sind am Ende nicht wirklich greifbar. Immer wird nur an der Oberfläche gekratzt. Und immer werden neue Nebencharaktere eingeführt, die erst recht nicht von Bedeutung oder von Nutzen sind. Ein bisschen enttäuscht bin ich außerdem, dass das Buch als humorvoll angepriesen wurde und es in diesem Buch nicht einen Funken Humor gibt. Es ist alles sehr ernst, sehr tragisch und möchte es auch sein.

Obwohl ich bislang so viele Negativpunkte aufzählte, war "Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß" trotzdem nicht total schlecht. Durchaus gibt es einige Entwicklungen und Charaktere, die mir gefallen haben. Doch das reicht einfach nicht. Das Buch konnte mich nicht berühren und zog im Endeffekt wie ein laues Sommernachtslüftchen an mir vorbei.

FAZIT l Eine schöne Idee, jedoch an der Umsetzung haperte es. Das Buch ist zu kurz und verspielt damit sein Potenzial, eine tiefgründige Geschichte mit greifbaren Charakteren zu erzählen.

Sonntag, 14. September 2014

Die Welt durch deine Augen sehen

Manchmal würde ich gern meiner eigenen Psyche entfliehen. Einfach aus meiner Haut schlüpfen und mich in deinem Gehirn einnisten. Dann kann ich die ätzenden Sorgen vergessen, ambivalente Weltansichten zur Seite schieben, nicht immer so pessimistisch sein, während ich mich doch optimistisch gebe. Ich könnte aus diesen einengenden Gedanken in meinem Kopf ausbrechen. Dieser ganz Mist zwischen Selbsthass und Weltfrieden, Trauer und Hoffnung, dem Wunsch nach ewigem Ruhen und einem erfüllten Leben.

Ich möchte die Welt durch deine Augen sehen. Mich für eine Minute komplett ausblenden. Vollkommen in deinen Eindrücken aufgehen, während ich unsichtbar bin, nicht existent. Nicht nur im Gespräch deine sorgfältig ausgewählten Worte vernehmen, sie durch meinen Schädel rattern lassen, bevor ich sie zum ewig gleichen Urschleim verwandelt in eine meiner Schubladen verstaue. Ich möchte die Welt durch deine Augen, deinen Körper spüren, ja erleben.

Wäre sie heller? Sähe ich Menschen nicht mehr als generelle Bedrohung, sondern als potenzielle Freunde? Könnte ich offener sein und jemandem mitteilen, wie es in mir aussieht? Oder müsste ich das gar nicht, denn ich würde diesen ganzen Ballast gar nicht mit mir herumschleppen?

Wäre sie stiller? Würde ich mich nicht mehr den ganzen Tag mit Geräuschen, Musik, Filmdialogen und Lärm zudröhnen, damit ich mir selbst irgendwie den Anschein gebe, es ginge voran? Könnte ich die Stille genießen, ohne gleich melancholischen Gedankengängen zu verfallen?

Wäre sie bunter? Leuchten die Farben in deiner Welt greller? Hast du einen Filter mit Weichzeichnereffekt, der alles glänzender und strahlender macht? Oder sehen die Farbtöne bei dir gar anders aus? Ist blau plötzlich rot und grün gar schwarz? Wäre oben auf einmal unten und links rechts?

Wäre sie intensiver? Fühlte ich mich von der einen zur nächsten Sekunde eventuell weniger taub? Würde ich mehr schmecken und riechen? Wäre die Luft frischer, die Sonne wärmer, Eis kälter?

Wie würde es sein, wenn ich nicht ich selbst wäre? Nie werde ich die Möglichkeit haben, das in Erfahrung zu bringen. Fragen und Rätsel dieser Art bleiben schlichtweg ungelöst. Denn ich bin gefangen in meinen eigenen Empfindungen, meiner persönlichen Wahrnehmung.

Dienstag, 9. September 2014

Mein herbstliches Mixtape

Nachdem wir den Sommer scheinbar überstanden haben, können wir uns nun dem nächsten Jahresordnungpunkt widmen. Froh bin ich darüber auch nicht, dass der Herbst bereits derart früh Einzug erhalten hat. Doch ändern können wir es mit ewigem Gejammere auch nicht, also machen wir doch das Beste daraus. Die Herbstspaziergänge im goldenen Nachmittagslicht sind mit kühlerer Luft und dem Wind, der einem um das Gesicht streicht, besonders wertvoll. Die Blätter verfärben sich rot oder gelb, unter den Füßen raschelt das Laub und der längere Mantel kann aus dem Innersten des Kleiderschrankes herausgeholt werden. Heiße Tassen Tee wärmen endlich richtig schön durch, anstatt zu einem unangenehmen Schweißausbruch zu führen. Die Abenteuer in fernen oder nahen Ecken der Erde sind vorrüber und der Alltag holt uns wieder ein. Obwohl sich ab und an Trübsal einschleicht, kann der Herbst eigentlich richtig schön sein. Mit dem Mixtape habe ich versucht, meine eigene Herbststimmung einzufangen. Verratet mir gern, was ihr in dieser Zeit des Jahres aufdreht!


Keaton Henson - Oliver Dalston Browning
Mumford & Sons - After The Storm
Other Lives - For 12
The Kooks - Watching The Ships Roll In
Simon & Garfunkel - Bookends
Cat Power - Sea Of Love
A Fine Frenzy - Dream In The Dark
Wilco - How To Fight Loneliness
The Shins - New Slang
Langhorne Slim & The Law - Wild Soul

Samstag, 6. September 2014

101 Dinge in 1001 Tagen - Monatsrückblick August


So richtig viel habe ich im August nicht für dieses Projekt geschafft. Doch immerhin war ich in Wismar und Schwerin, habe meine Schwester nach Jahren wiedergesehen, besuchte die David Bowie-Ausstellung in Berlin und war zum ersten Mal in meinem Leben Koreanisch essen - und probierte Kimchi, das leider nicht so gut war wie erhofft. Das alles war jedoch außerplanmäßg und hat leider rein gar nichts mit den 101 Dingen zu tun. Trotzdem kann ich zumindest eine Sache abhaken.

96. Zu einem Bloggertreffen gehen
Erledigt! Und gegen meinen Bammel diesbezüglich anzukämpfen, hat sich wirklich gelohnt, wie ihr diesem Link folgend nachlesen könnt.

70. Mein Französisch aufbessern
Zwar kann ich diesen Punkt noch nicht abhaken, doch habe ich zumindest angefangen. Für eine Weile war ich nämlich ziemlich süchtig nach der Sprachlernseite Duolingo. Leider hat sich das mittlerweile wieder ein wenig im Sand verlaufen. Das große Comeback ist jedoch geplant.
Übrigens kann ich die Seite wirklich empfehlen, um in eine Sprache hineinzuschnuppern, ein paar Umgangsformen und Redewendungen zu lernen oder einen eingeschlafenen Wortschatz wieder in Gang zu bringen. Zum dauerhaften Lernen würde mir persönlich damit als einziges Tool eine Übersicht mit den grammatikalischen Regeln fehlen. Für meinen Zweck taugt's jedoch allemal.

75. Zwei Stunden im Monat Niederländisch lernen
So gut Französisch auch lief, Niederländisch ließ ich in der Zeit ganz schön schleifen. Besonders wo ich doch vorhabe, in ein paar Wochen nach Amsterdam zu fahren, muss das wieder voran gehen. Ich kam im August auf 40 Minuten.

36. Einhundert Gegenstände aussortieren
Mit diesem Punkt bin ich im August so gut vorangekommen, dass ich jetzt nur ganz knapp vor der Vervollständigung steckenblieb. Diesen Umstand verdanke ich meinem kürzlichen Umzug, der mir wirklich Gelegenheit zum kräftigen Ausmisten gab. Hach ja, das würde ich von nun an gern zum festen Bestandteil machen, aber so oft kann schließlich kein Mensch umziehen. Insgesamt bin ich um 31 Gegenstände leichter geworden, was einem guten Drittel des gesetzten Ziels entspricht.

29. Mehr als 100 Bücher lesen
Meinen Lesemonat könnt ihr, wie immer, hier nachlesen. Insgesamt habe ich vier Bücher mehr intus, wovon eines auf Englisch war, weswegen es außerdem für Punkt 27 "Mehr englische Bücher lesen" zählt.

92. Zwei Blogbeiträge die Woche schreiben
Nach meiner prüfungsbedingten Blogpause im Juli startete ich im August wieder voll durch. Ich bin seitdem auch überaus motiviert und habe ich richtig Lust mich mit den Themen, dem Schreiben und allem Drum und Dran zu beschäftigen. So habe ich im vergangenen Monat elf Beiträge herausgehauen.

Ansonsten habe ich drei Postkarten geschrieben (13), übte neun Mal Gitarre (66),
traf mich drei Mal mit Freunden (11) und pflegte den Kontakt zu meinem Vater zweimal (14).

Mittwoch, 3. September 2014

Lesemonat August

"Die Brautprinzessin" von William Goldman
Fantasy; 425 Seiten; Deutscher Taschenbuch Verlag; 2005; "The Princess Bride"

Das Märchen von der wunderschönen Bauerntochter Butterblume, ihrem Geliebten Stallburschen Westley, dem bösen Prinzen Humperdinck, der Butterblume zur Verlobung mit ihm zwingt und die hauptberuflichen Kriminellen Fezzik, Inigo und Vizzini, die sie aus dem Schloss entführen, bildet den Kern dieses Buch. Der Rahmen ist die Erzählung von Goldman selbst, der davon berichtet, wie er als Kind von seinem Vater "Die Brautprinzessin" des Autoren S. Morgenstern vorgelesen bekommen hat. Später sollte er jedoch entdecken, dass sein alter Herr damals zahlreiche Stellen ausließ. Als er das Buch daraufhin zur Hand nahm, wusste er auch warum: Die originale Fassung ist viel zu ausufernd und mitunter sogar langweilig. Also machte er sich daran, sie zu kürzen und mit Kommentaren versehen herauszubringen.

Ich muss zugeben, ich habe erst nach dem Lesen kapiert, dass es S. Morgenstern nicht wirklich gegeben hat und alles nur eine riesiger Humbug von Goldman ist. Da bin ich ihm schön auf den Leim gegangen. Trotzdem waren mir seine Kommentare und persönlichen Erzählungen zu viel des Guten. Ich mochte das Märchen nämlich wirklich gern und es nervte mich, immer wieder aus der Geschichte gerissen zu werden. Trotzdem ein unterhaltendes Buch, welches ich sicherlich wieder lesen werde.

"Harry Potter und der Halbblutprinz" von Joanne K. Rowling
Fantasy; 656 Seiten; Carlsen Verlag; 2005; "Harry Potter and the Half-Blood Prince"

Ich hatte bereits vor einer ganzen Weile angefangen, die Harry Potter-Reihe durchzulesen. Denn ich war mir nie sicher, welche Bücher der Reihe ich nun kannte und welche nicht. Ich wusste nur, dass ich nie alle Teile gelesen habe. Ewig ließ ich jenes Vorhaben schleifen, jetzt ging es weiter. Zum Inhalt und meiner Meinung brauche ich hoffentlich nicht viel zu berichten. Ich bin mit den Geschichten um den Jungen, der überlebte, aufgewachsen, die Charaktere sind vertraute Freunde, Hogwarts bleibt in meinem Universum irgendwie Wirklichkeit. Die Zaubererwelt von Rowling vermag mich jedes Mal auf's Neue zu begeistern und auch dieses Buch macht keine Ausnahme.

"Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" von Joanne K. Rowling
Fantasy; 767 Seiten; Carlsen Verlag; 2007; "Harry Potter and the Deathly Hallows"

Siehe oben. Das Einzige, das ich noch erwähnen möchte, ist, dass ich immer noch nicht über das letzte Kapitel "Neunzehn Jahre später" hinwegkomme. Insgesamt muss ich wirklich probieren, das auszublenden und so zu tun, als ob es das nicht gäbe, sonst verstümmelt es mir den gesamten Band. Ich weiß wirklich nicht, was sich Rowling dabei gedacht hat. Es ist einfach zu schnulzig, zu anbiedernd. Ansonsten zerreißt mir "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" regelmäßig mein Herz in tausend Stücke - doch auf eine gute Weise.

"After all this time?" - "Always."

"A Long Way Down" von Nick Hornby
Roman; Humor; Suizid; 257 Seiten; Penguin Books; 2006; Englische Originalausgabe

Silvesterabend. Auf dem höchsten Hochhaus Londons treffen sich vier Gestalten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihr Grund, dort oben zu sein, ist hingegen derselbe: Sie alle wollen sich das Leben nehmen. Doch herunterzuspringen, wenn andere dabei zuschauen, geht schlecht. Der Moment ist verstrichen. So steigen die vier gezwungenermaßen wieder den langen Weg hinunter. Die altjüngferliche Maureen, die die Schwerstbehinderung ihres Sohnes Matty allein tragen muss, der berühmte Moderator Martin, den nach einem Gefängnisaufenthalt niemand mehr auf dem Bildschirm sehen will, und Musiker JJ, der von seiner Band im Stich gelassen wurde, helfen der aufmüpfigen Jess herauszufinden, warum ihr Freund sie verlassen hat. Am Ende der Nacht schließen sie einen Pakt, mit dem finalen Sprung bis zum Valentinstag zu warten.

Dieses Buch habe ich vor einer ganzen Weile bereits auf Deutsch gelesen. Damals gab ich ihm drei von fünf Punkten. Als ich dies gerade sah, war ich, ehrlich gesagt, ein bisschen erschrocken. Denn nachdem ich nun mit der englischen Ausgabe durch bin, steht für mich hundertprozentig fest, die volle Punktzahl schier vergeben zu müssen. Ich liebe die Idee, den schwarzen Humor von Hornby, kann mich mit den Charakteren identifizieren, finde die jeweiligen Entwicklungen und Erleuchtugen wundervoll und bin überhaupt ganz hin und weg. An diesem Beispiel kann man hervorragend sehen, wie sehr die Bewertungen manchmal wirklich von der eigenen Stimmung an diesem bestimmten Punkt im eigenen Leben abhängen.

Gelesene Bücher: 4
Gelesene Seiten: 2105
Durchschnittlich gelesene Seiten am Tag: 68
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