Montag, 30. Juni 2014

Mein psychedelisches Mixtape

Da in wenigen Wochen auch schon meine Semesterprüfungen anstehen und noch viel für die Uni zu tun bleibt, habe ich keinen blassen Schimmer, wie oft oder ob ich demnächst überhaupt zum Bloggen kommen werden. Zum vorübergehenden Abschied gibt's deshalb heute ein Mixtape, das ich bereits vor einigen Wochen zusammengestellt habe. Psychedelische Folk- und Rockmusik ist genau mein Ding, auch wenn bei mir während des Hörens keine bewusstseinerweiternde Mittelchen eingenommen werden. Mein Verstand ist kaputt genug. Hippiemäßig, locker und oft mit sehr durchgeknallten, surrealistischen Texten - wenn ihr noch weitere Künstler kennen solltet, deren Lieder so beschrieben werden könnten, immer her damit!


Jefferson Airplane - White Rabbit
The Seeds - Can't Seem To Make You Mine
Donovan - Season Of The Witch
The Ghost Of A Saber Tooth Tiger - Animals
Foxygen - We Are The 21st Century Ambassadors Of Peace & Magic
The Beatles - Tomorrow Never Knows
The Incredible String Band - The Hedgehog's Song
Mark Fry - The Witch
Devendra Banhart - Rats
The Doors - The End

Donnerstag, 19. Juni 2014

Ab mit dem Kopf! - Das Ende

Durch meine kaum vorhandene Geduld und meinem ständigen Drang nach Abewechslung kann man mir durchaus vorwerfen, zu viele Projekte anzufangen. Doch zumindest in diesem Fall nicht, sie nicht zu Ende zu führen - früher oder später. Ein bisschen sehr bin ich gerade selbst geschockt, dass es bereits über zweieinhalb Jahre her ist, seit ich mit meinem mir selbstverordneten Kosmetikmord begann. Weil mir damals auffiel, dass ich mehr Kosmetik kaufte, als ich eigentlich gebrauchen oder benutzen konnte, suchte ich mir einige Artikel heraus, die ich aufbrauchen wollte, bevor wieder Nachschub ins Haus kommen durfte. Abgesehen von den essenziellen Dingen, wie Puder oder Wimperntusche, die natürlich nachgekauft werden, falls sie leer sind.

Nun, nach all der Zeit, kann ich berichten, dass auch die letzten beiden dekorativen Produkte, die seit Februar des vergangenen Jahres noch allein im Rennen waren, geköpft sind. Es hat ja auch lange genug gedauert. Der Creme-Eyeliner ist eindeutig bis auf's letzte Fitzelchen erschöpft und der Kajalstift mittlerweile zu kurz, um ihn noch gescheit zu halten, geschweige denn anzuspitzen.


Seltsam ist es nach so langer Zeit schon, jetzt wieder Schminke kaufen zu "dürfen". Ich bin mittlerweile einfach daran gewöhnt, im Drogeriemarkt an den Aufstellern schnurstracks vorbeizulaufen und sie keines Blickes zu würdigen. Höchstens alle paar Monate ging ich gezielt hin, um einen aufgebrauchten Concealer oder Ähnliches zu ersetzen. Andererseits bin ich schon stolz, meinen Schwur nie gebrochen zu haben. Ich habe nichts gekauft, was außerplanmäßig gewesen wäre.

Was ich außerdem gelernt habe, und zwar auf die harte Tour, ist, dass es viel länger dauert, Kosmetikprodukte leerzukriegen, als man denkt. Ewig! Das Zeug hält trotz regelmäßiger Benutzung bis zu mehrere Jahre. Mittlerweile machen damit die fetten Sammlungen mancher Leute einfach noch weniger Sinn für mich und ich persönlich könnte mir das im Leben nicht bei mir vorstellen.

Von dieser nervigen Angewohnheit, unnütze Kosmetikartikel zu horten, bin ich also offiziell geheilt. Die Versuchung ist verschwunden. Ich benutze einfach keinen Lippenstift, keinen Lipgloss und keine Lidschatten. Dafür Geld zu verschleudern, wäre schade. Auch verschwende ich absolut keine Zeit mehr mit Youtube-Videos, die sich mit Schminke beschäftigen, da ich mir sowieso nie etwas davon hätte holen können. Win-win!

Dass ich dieses Projekt hiermit abschließe, ändert daran jedoch nichts. Das gesamte Thema rundum dekorativer Kosmetik - bestimmte Produkte, "Must-Haves", "Beautyfavoriten", "Hauls" - hat für mich absolut seinen Reiz verloren. Und ich bin froh darum, da ich mein Geld und meine Zeit stattdessen in wichtigere Dinge stecken kann.

Sonntag, 15. Juni 2014

Meine Top 5 der außergewöhnlichen Musikinstrumente

Gitarre, Klavier, Geige, Akkordeon, Trompete, Schlagzeug - wir alle kennen sie, Millionen Menschen beherrschen sie. Ich persönlich bin ein sehr großer Freund von Musikinstrumenten und habe über die Jahre mehr angesammelt, als ich eigentlich spielen kann. Doch natürlich gibt es, neben den allseits bekannten, ebenfalls Instrumente, die derart ungewöhnlich sind, dass man Schwierigkeiten haben wird, in der Umgebung einen Lehrer dafür zu finden - oder überhaupt das Instrument an sich. Meine liebsten fünf der außergewöhnlichen Musikinstrumente möchte ich euch im Folgenden vorstellen.


Experibass
Erfunden und zusammengeschraubt vom Italiener Diego Stocco besteht der Experibass - übrigens der einzige seiner Art - aus einem Cello, auf dem ein Geigen- sowie ein Bratschenhals angebracht sind. Mit dem klassichen Bogen, Zupftechniken, Schlagzeugstöcken, einer Gabel oder sogar einem Pinsel erzeugt der Erfinder auf diesem Hybrid Töne, die man normalerweise nicht aus einem Streichinstrument herauszukitzeln vermag. Von einem tiefen Brummen bishin zu hohen Kreischlauten ist die Bandbreite ziemlich groß. Einen Auftritt hatte der Experibass zum Beispiel 2010 auf dem fantastischen "Sherlock Holmes"-Soundtrack von Hans Zimmer.



Theremin
Das Theremin könnte einigen schon aus der Popkultur der letzten Jahrzehnte bekannt sein. So kommt es beispielsweise in dem Song "Good Vibrations" der Beach Boys vor und auch Sheldon aus The Big Bang Theory spielte es bereits in einer Folge. Erfunden wurde das elektronische Musikinstrument Anfang des letzten Jahrunderts von Léon Theremin. Es ist das einzige Instrument auf der Welt, das gespielt werden kann, ohne es dabei direkt zu berühren. Stattdessen wird mit den Händen ein elektromagnetisches Feld beeinflusst, dessen sich ändernde Schwingungen über einen Lautsprecher als Ton herausgegeben werden. Ich hoffe, das ist richtig zusammengefasst, denn so ganz kapiert habe ich es selbst nicht. Gut klingen tut es trotzdem allemal.



Katzenklavier
Bei dem Katzenklavier handelt es sich nicht etwa um ein kleines Tasteninstrument, welches unseren Haustigern zur Verfügung steht. Vielmehr ist es ein Gestell, in denen sich der Reihe nach Katzen befinden, deren Schwänze unter einer Klaviatur festgebunden sind. Unter den Tasten sind Nägel angebracht, die sich beim Spielen in den Katzenschwanz bohren, sodass die Mieze vor Schmerz miaut. Damit man auch eine gescheite Melodie spielen kann, werden die Katzen selbstverständlich nach ihrer natürlichen Tonlage geordnet. Und keine Sorge an alle Tierliebhaber da draußen, dieses Instrument gibt es glücklicherweise nicht wirklich, sondern ist bloße Satire.
Im eingebetteten Video findet ihr einen Vorschlag, wie sich solch ein Katzenklavier anhören könnte.



Singende Säge
Die Singende Säge dürfte den meisten vielleicht bekannt sein, doch trotzdem wollte ich sie in die Liste mit aufnehmen. Denn durch den einzigartigen melancholischen Klang, der einer hoch singenden Frauenstimme nicht unähnlich ist, hat sie einen besonderen Platz in meinem Herzen. Eine Singende Säge wäre auch noch eines der Instrumente, die ich mir durchaus zulegen würde. Sie besteht aus einem Fuchsschwanz aus Stahl, der mit einem Violinenbogen gestrichen wird. Das Sägeblatt muss dabei in eine S-Form gebracht werden, damit die Töne herauskommen, die, je nachdem, wie sehr man sie biegt, höher oder tiefer ausfallen.



Otamatone
Geformt wie eine Achtelnote mit süßem Gesicht, verfügbar in allerlei quietschbunten Farben - so muss das elektronische Musikinstrument selbstverständlich aus Japan kommen. Um es zu spielen, bedarf es beider Hände. Die eine kommt an den Kopf, der seitlich zusammengedrückt wird, sodass sich der "Mund" des Instrumentes öffnet. Dabei entsteht eine Vibration, die den Ton freigibt. Mit der anderen Hand betätigt man ein Feld auf der Vorderseite des Halses, wo die Tonhöhe reguliert werden kann. Über die Schönheit des Klanges lässt sich wohl streiten. In manchen Versionen ist zumindest schon ein Kopfhöreranschluss mit eingebaut. Verrückt wirkt das Otamatone, das eigentlich mehr Spielzeug als Musikinstrument ist, doch auf jeden Fall.



Welche seltenen oder seltsamen Musikinstrumente kennt ihr? Spielt jemand von euch vielleicht sogar eines?

Zum Abschluss präsentiere ich noch ein geniales Video, über das ich während meiner Recherche gestolpert bin und das viele außergewöhnliche Musikinstrumente vereint: "Ode To Odd Instruments" von Michael Hearst!

Donnerstag, 12. Juni 2014

Chromosom XX ungelöst - Nachträgliche Gedanken

Vor einer Weile schrieb ich bereits den Beitrag "Chromosom XX ungelöst", in dem ich - angeregt durch Christoph Kochs Buch "Chromosom XY ungelöst" - angestrengt nach typisch fraulichen Aktivitäten suchte. Diese sollten mich mehr mit meiner eigenen Weiblichkeit auseinandersetzen lassen, trotzdem gleichzeitig herausfordernd und spannend sind. Viel Erfolg hatte ich damals nicht.

Nun habe ich vor kurzem das sehr unterhaltsame, witzig-eloquente Buch "How To Be a Woman" von Caitlin Moran gelesen. Darin berichtet sie sowohl von ihrer persönlichen Reise zum Frausein, als auch von ihren Meinungen zu allgemeinen feministischen Themen. Das brachte meine Grübeleien zu diesem Thema wieder ins Rattern. Ich werde im folgenden einige Dinge auflisten, die, nach Morans Meinung, jede Frau tun sollte.

  •  Schambehaarung: Für sich selbst herausfinden, warum man sich untenrum rasiert - wenn man es denn tut - und ob es wirklich eigener Wille und persönliches Wohlfühlen ist oder doch eher von außen aufgedrückt wurde. Bei letzterem (probeweise) mit der Haarentfernung aufhören. Moran differenziert dabei übrigens zur restlichen Körperbehaarung, weil es dort mehr um Ästhetik, nicht um Sexualität ginge.
  • Der eigenen Vagina einen Namen geben: Caitlin Moran und ihre Schwester Caz haben sich ihrer Pubertät schon auf Namenssuche begeben, um in Gesprächen mit einem "Codewort" nicht zu sehr aufzufallen. Auch sei das Wort "vagina" zu klinisch und schlecht behaftet. Trotz einer Twitterumfrage, bei der kreative Beispiele wie "your flower", "minny", "cupcake" oder "Yorkshire Pudding" herauskamen, hat sich die Autorin dann übrigens für "cunt" entschieden. 
  • Das eigene Menstruationsblut probieren: Laut Moran soll man alles einmal versucht haben und jede Frau sollte wissen, wie ihres schmeckt.
  • Gemütliche Unterwäsche tragen: Sich nicht in viel zu kleine Unterhosen und BHs quetschen, nur weil diese schön aussehen. Man fühle sich in passender Unterwäsche viel wohler. Und dazu gehört auch, einmal nachzumessen, welche BH-Größe man eigentlich wirklich hat. 
  • Nein zu High Heels: Moran zufolge können die meisten Frauen ohnehin nicht gut darin laufen. Zudem seien hochhackige Schuhe so ungemütlich und schmerzhaft, dass man sie bereits nach dreißig Sekunden wieder ausziehen möchte. Also am besten gleich zu gemütlichen Halbschuhen und Stiefeln wechseln, bevor man Unmengen an Geld dafür ausgibt.

Ich gebe zu, manche Sachen sind ein bisschen fragwürdig, da andere Frauen andere Erfahrungen haben und selbst entscheiden können, was für sie am besten ist und was sie machen sollten. Natürlich beschäftigt sich Moran in dem Buch auch mit ernsteren Themen, zum Beispiel Abtreibung, warum man Kinder bekommen sollte oder auch nicht und was für weibliche Vorbilder uns die Medien vorsetzen.

In einer Sache hat mich Caitlin Moran jedoch wirklich überzeugt. Im letzten Beitrag zu diesem Thema habe ich den Punkt noch nicht kursiv markiert, dieses Mal für ich es anderes machen. Und mittlerweile weiß ich gar nicht, wie ich mich davor überhaupt davon abgegrenzt habe.

  • Feministin sein: Für Frauen solle das, so sagt Caitlin Moran, eigentlich eine Grundvoraussetzung sein. Schließlich leben immer noch Millionen Frauen weltweit in unterdrückten Verhältnissen. Und selbst wir privilegierteren Frauen der westlichen Welt leben von den Erfolgen der Feministinnen früherer Generationen. Wenn wir dann nicht einmal selbst feministisch sein und für unsere Rechte einstehen wollen, wer dann? Natürlich hört man viele abschreckende Beispiele von übereifrigen, männerhassenden Feministinnen, doch Arschlöcher gibt es schließlich in jedem Bereich. Beim Feminismus geht es nicht um die Weltherrschaft des weiblichen Geschlechts, sondern um Gleichberechtigung. Man muss sich nicht sein T-Shirt vom Körper reißen und fremde Männer auf der Straße anschreien. Einfach nur für sich selbst festlegen "Ja, ich bin eine Feministin!" Denn du kannst schließlich die Feministin sein, die du sein möchtest.

Das war wirklich sehr erhellend für mich und ich möchte mich von nun an auch mehr mit dem Thema beschäftigen. Angefangen mit dem Buch "Stand Up" von Julia Korbik, welches vor kurzem erschienen ist und auf das ich ziemlich gespannt bin.
Ansonsten habe ich mir noch selbst Gedanken gemacht, was eigentlich typisch Frau ist. Dabei bin ich auf zwei Punkte gestoßen, die ich persönlich in naher oder ferner Zukunft machen möchte.

  • Ein Korsett tragen: Einfach einmal für einen Tag oder ein paar Stunden ein enggeschnürtes Korsett tragen und herausfinden, wie sich das für Frauen über hunderte Jahre hinweg angefühlt hat. Natürlich war es eigentlich dafür da, ein bestimmtes Schönheitsideal zu erfüllen, doch häufig wurden Frauen genau deshalb bewusstlos, weil sie aufgrund der Enge keine Luft mehr bekamen. Selbst der Knochenbau konnte von den "steifen Miedern" verformt werden und nicht selten kam es zu Organverlagerungen . Ich weiß nicht, ob ich die Ausnahme bin, aber ich zumindest hatte noch nie eines an und würde das gern irgendwann ausprobieren. Übrigens habe ich herausgefunden, dass es einen Unterschied zwischen Korsett und Corsage gibt. Schon gewusst?
  •  Menstruationstasse: Ich weiß, ich weiß, Menstruationstassen sind der heiße Shit momentan und überall findet man schwärmende Internetbeiträge zu den kleinen Silikondingern. Ich kann übrigens den hier stark empfehlen. Selbst eine Freundin stupst mich deshalb immer wieder an und sagt: "Wie kann das eigentlich sein, dass ausgerechnet du noch keine Menstruationstasse verwendest?" Ja, ich weiß. Es steht auf der Liste und in den nächsten Monaten werde ich mir eine zulegen. So!

Was würdet ihr auf die Liste setzen, was eine Frau unbedingt tun oder getan haben sollte? Was ist, eurer Meinung nach, eine typisch weibliche Aktivität?

Montag, 9. Juni 2014

Pfingstlesemarathon Tag II

10 Uhr l Huch, da bin ich beim Lesen gerade doch tatsächlich noch einmal eingeschlafen. Aber jetzt bin ich wach, halbwegs. Guten Morgen!

Ich hatte mir gestern spontan noch "Sputnik Sweetheart" von Haruki Murakami aus meinem SuB gezogen. Einer meiner absoluten Lieblingsautoren, auch wenn dieses Werk wohl nicht zu seinen beliebtesten zählt. Ich kann dazu noch nicht allzu viel sagen, da ich erst auf der Seite 36 bin.

Erzähl uns etwas über deine(n) Protagonisten. Dürfte er/sie nachts an Deine Tür klopfen, würdest Du gerne einen Tag mit ihm/ihr verbringen und wenn ja wo, würdest Du mit Deinem Protagonisten tauschen wollen, würdest Du Dein Leben mit ihm/ihr verbringen wollen?
Schwierig. Es gibt in "Sputnik Sweetheart" zum einen den namenslosen Erzähler, über den man jedoch nicht allzu viel erfährt. Er ist heimlich verliebt in Sumire, um die es eigentlich die ganze Zeit geht. Sie hat ihr Studium abgebrochen, um Schriftstellerin zu werden. Sie raucht viel, vergisst häufig einfach, zu essen und scheint sich nicht viel um ihr Aussehen zu kümmern. Sie hört gern klassische Musik (das kennen wir bei Murakami ja bereits) und ist sehr schüchtern, hat daher auch kaum Freunde. Ihre Mutter ist sehr früh gestorben und ihr Vater, ein betont gutaussehender Zahnarzt, hat sich neu verheiratet. Er unterstützt Sumire bei dem Wunsch zu Schreiben und wird ihr finanziell aushelfen bis sie 28 Jahre alt ist. Wenn sie dann nicht geschafft hat, von der Schriftstellerei leben zu können, muss sie den Traum aufgeben.

Momentan ist Sumire 22 Jahre alt und verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben. Zum Leidwesen des Erzählers jedoch nicht in ihn, sondern in eine 17 Jahre ältere, verheiratete Frau. Weiter bin ich noch nicht. Obwohl mich manche Eigenschaften mit ihr verbinden, kann ich mich mit Sumire nicht hunderprozentig identifizieren. Also nein, Leben tauschen wohl kaum und mit ihr mein Leben verbringen auch nicht. Zusammen den Tag verbringen? Meinetwegen. Auch wenn ich glaube, dass wir uns nicht unglaublich viel zu sagen hätten.

Auch welches Buch wartest du sehnlichst?
Da ich mich damit nur selten beschäftige, habe ich gar keine Ahnung, welche Bücher demnächst erscheinen. Aber ich habe vor kurzem das Sachbuch "How To Be A Woman" von Caitlin Moran gelesen, was sehr unterhaltsam und anregend war. Und von der gleichen Autorin kommt am 3. Juli 2014 ein Coming-of-Age-Roman mit dem Titel "How To Build A Girl" heraus. Den würde ich dann schon irgendwann gern lesen, obwohl ich ihn nicht sofort kaufen werde.


13:15 Uhr l Wieder einmal Zeit für eine kleine Lesepause. Momentan befinde ich mich auf Seite 94 von "Sputnik Sweetheart".

Welches Buch war für dich DAS Highlight der letzten Monate? Was macht ein Buch zu einem Lesehighlight für Dich?
Dieses Jahr hatte ich bereits ziemlich viel Glück mit der Auswahl meiner Bücher. Lesehighlights bemerke ich für mich jedoch erst immer einige Zeit, nachdem ich das Buch beendet habe. Nämlich dann, wenn ich merke, dass die Geschichte immer noch in meinem Kopf herumspukt und mich bewegt. Zuletzt war das der Fall bei dem Drama "The Merchant of Venice" ("Der Kaufmann von Venedig") von William Shakespeare. Shylocks Rede geht mir immer noch unter die Haut.

Im Prinzip geht es darum, dass Shylock übel mitgespielt wurde. Als Jude wird er im 16. Jahrhundert in Venedig von den Christen - besonders Kaufmann Antonio, der ihm sogar ins Gesicht spuckt - immer verachtend behandelt. Zudem läuft seine Tochter Jessica von zu Hause weg, um ausgerechnet einen jener Christen zu heiraten. Als er die Chance hat, an Antonio Rache zu nehmen, wird ihm von allen Seiten zugeredet, dies nicht zu tun. Das ist sein Antwort darauf (und tut mir leid, dass das hier so lang wird, aber ich muss das einfach teilen).

"To bait fish withal - if it will feed nothing else, it will feed my revenge; he hath disgrac'd me, and hind'red me half a million, laugh'd at my losses, mock'd at my gains, scorned my nation, thwarted my bargains, cooled my friends, heated mine enemies - and what's his reason? I am a Jew. Hath not a Jew eyes? hath not a Jew hands, organs, dimensions, senses, affections, passions? fed with the same food, hurt with the same weapons, subject to the same diseases, healed by the same means, warmed and cooled by the same winter and summer as a Christian is? - if you prick us, do we not bleed? if you tickle us, do we not laugh? if you poison us, do we not die? and if you wrong us, shall we not revenge?"



14:10 Uhr l  Ein kleiner Zwischenstand…wieviel hast du heute schon gelesen?
Bin nicht weitergekommen, deshalb hänge ich immer noch bei 94 Seiten.


16:50 Uhr l  Sag was zu deinem aktuellen Cover! Bringst du es mit der Geschichte in Verbindung? Passt es, spricht es dich an?
Ahaha, ich sehe erst dank dieser Frage, was wirklich auf dem Cover drauf ist. Oben seht ihr es ja von "Sputnik Sweetheart". Hatte dem gar keine Beachtung geschenkt und nur was Gelbes, Abstraktes wahrgenommen. Aber nein, es sind Nackideis. Könnt ihr mal sehen, wie wichtig Cover für mich sind.
Jedenfalls: es ist nicht wirklich mein Geschmack. Es geht im Roman dann doch mehr um Liebe, oft unerwidert, weniger um Sexualität. Momentan bin ich auf Seite 140 und es artet sogar ein bisschen in Richtung Krimi aus. Daher würde ich sagen, dass das Bild nicht einmal sonderlich gut passt.


18:30 Uhr l Ich merke, wie meine Konzentration langsam schwindet. Aber den Murakami schaffe ich heute sicherlich trotzdem noch. Habe mich jetzt bis auf Seite 185 vorgekämpft und brauche nur noch knapp vierzig.

Lachst und weinst du beim Lesen?
Es muss natürlich mein Humor sein, damit ich lachen kann. Oder ein Problem, das ich nachvollziehen und mit dem ich mitfühlen kann, um zu weinen. Aber durchaus kommt beides vor, wenn lachen auch häufiger.


21:00 Uhr l Und ich bin durch mit den 222 Seiten von Haruki Murakamis "Sputnik Sweetheart". Die folgende Frage werde ich noch darauf beziehen, da ich mit dem nächsten noch nicht angefangen habe.

Warum kannst du das Buch, das du aktuell liest (nicht) weiterempfehlen?
Murakami ist einer meiner Lieblingsautoren und "Sputnik Sweetheart" gehört für mich definitiv wieder zu seinen besseren Werken (kenne bisher nur eines von ihm, das mir nicht so gefallen hat), daher kann ich es selbstverständlich nur empfehlen. Es hat wieder diesen für Murakami typischen Schreibstil, den ich so liebe. Er benutzt die Worte, um Dinge, alltägliche Details, zu beschreiben, und damit klare Bilder in den Kopf zu zaubern, nicht um besonders poetisch zu wirken, obwohl er trotzdem wortgewandt ist. Zudem schweift er gerne mal von der altbekannten Realität ab, was auch hier wieder vorkommt. Ich kann nicht gut beschreiben, was ihn eigentlich ausmacht. Aber wenn man den japanischen Schriftsteller bereits mag, sollte man auch "Sputnik Sweetheart" lesen. Wer ihn noch nicht kennt, greift vielleicht erst zu "Kafka am Strand" oder "1Q84", da dies bisher meine absoluten Lieblingsbücher von ihm sind.

Das war es dann auch schon für heute mit meinen Beiträgen. Ich werde später noch mit dem Graphic Novel "Vakuum" von Lukas Jüliger beginnen. Doch wie weit ich komme, insgesamt in den zwei Tagen gelesen habe sowie mein abschließendes Fazit zum Lesemarathon schreibe ich morgen Vormittag. Habt noch einen schönen Abend!


9:45 Uhr l Letzter Eintrag für den Pfingstlesemarathon. Bei "Vakuum" von Lukas Jüliger habe ich gestern noch ungefähr dreißig Seiten geschafft (ungefähr, weil die Seiten aus irgendeinem seltsamen Grund nicht durchnummert sind). Aber es ist ja ein Graphic Novel, deshalb werde ich in diesem Fall die Seiten extra berechnen, da man natürlich aufgrund der vielen Bilder und wenigen Texte schneller vorankommt.

Insgesamt gelesene Seiten: 440 ( + 30 Seiten Graphic Novel)

Vollständig beendete Bücher: 2

Bewertung der beiden Bücher: 4 von 5 Punkten

Angefangene Bücher: 1

Neue tolle Blogs entdeckt: Check!

Ganz schön langsam gelesen: Was soll das denn jetzt?

Dafür, dass du nicht unterwegs warst, nicht einmal 500 Seiten: Werd' mal nicht frech!

Hast nicht so viel geschafft, wie du wolltest: Klappe!

Ähem! Jedenfalls bin ich eigentlich ganz zufrieden mit dem Pensum, das ich geschafft habe. Trotz größerer Pläne. Es war auch wunderbar, den Lesemarathon bei euch mitzuverfolgen und angespornt zu werden, selbst weiter zu lesen. Und vielen Dank an Daggi für die gesamte Organisation! Da gibt es von meiner Seite absolut nichts zu meckern. Im Gegenteil. Ich hoffe stark auf ein nächstes Mal.
Habt alle noch eine schöne Woche!

Sonntag, 8. Juni 2014

Pfingstlesemarathon Tag I

8:50 Uhr l Guten Morgen allerseits! Der erste Tag des Lesemarathons ist angebrochen. Um sechs Uhr bin ich nun nicht aufgestanden, das ist mir am Sonntag ein bisschen zu früh. Doch jetzt ist es soweit. Das erste Kapitel von Salman Rushdie's "Luka and the Fire of Life" habe ich bereits gemütlich im Bett gelesen. Soweit gefällt es mir sehr gut, aber ich werde im Laufe des Tages noch genaueres darüber verraten. Angefangen mit Daggis momentaner Frage.

Wo spielt dein aktuelles Buch? Stadt, Land, Zeit...?
"Luka and the Fire of Life" ist in einem fiktiven Land namens Alifbay, genauer gesagt in der Stadt Kahani, angesiedelt. Von den Namen her klingt alles ein bisschen "orientalisch", daher würde ich die Geschichte in den arabischen Ländern vermuten. Autor Rushdie selbst ist ja indisch, deshalb könnte ich richtig liegen.

Ansonsten spielt es in der heutigen Zeit. Luka besitzt Spielekonsolen und es wurden bereits Anspielungen auf richtige Videospiele gemacht, ohne sie jedoch explizit zu nennen. Sogar ich, die wenig Ahnung davon hat, erkannte ein paar ("hedgehog", "plumber" & "bump your head into the right brick" - Na, die beiden erkannt?).

Nun gut, jetzt werde ich erst einmal frühstücken, bevor es weitergeht.


12 Uhr l Aktueller Stand: die ersten 67 Seiten oder auch drei Kapitel von "Luka and the Fire of Life" sind geschafft. Und das Buch macht gerade unglaublich viel Spaß. Worum es geht, erzähle ich aber gleich noch. Zunächst möchte ich euch noch schnell die Beiträge der anderen Teilnehmer verlinken. Da wären Daggi, gleichzeitig Veranstalterin, Mel, Nadine und ganz neu dazu gekommen ist Biluma. Yay! Auch die neueste Frage gilt es selbstverständlich zunächst zu beantworten.

Wie wählst du die Bücher aus, die es auf deinen Wunschliste oder euren Stapel ungelesener Bücher schaffen?
In letzter Zeit entdecke die meisten Bücher tatsächlich durch das Internet. Rezensionen, Lesemonate Empfehlungen, Listen mit Werken, die jeder gelesen haben sollte und so weiter. Auf die Wunschliste kommen manche dabei relativ schnell, wenn mir spontan die Geschichte zusagt. Um es mir jedoch dann auch wirklich zu holen, braucht es mehrere positive Bewertungen, einen Autor, von dem mich bereits andere Veröffentlichungen begeisterten oder eine Geschichte, von der ich glaube, dass sie mich wirklich berühren oder mir persönlich weiterhelfen könnte. Die Covergestaltung spielt bei mir eine eher untergeordnete Rolle, da ich manchmal gebraucht auch lieber zu vermeintlich hässlicheren Exemplaren greife, wenn sie preiswerter sind. Übrigens habe ich jedoch schon seit ungefähr zwei Monaten kein nicht unibezogenes Buch mehr gekauft, weil ich wegen dem Studium sowieso nur allzu selten zum Freizeitlesen komme.


Nun komme ich jedoch wirklich zum Inhalt von "Luka and the Fire of Life". (Übrigens wurde das Buch auch bereits ins Deutsche übersetzt und heißt dort "Luka und das Lebensfeuer".)

Alles beginnt mit einem Zirkusbesuch in der Stadt. Aus Tierliebe verflucht der zwölfjährige Luka, jüngster Sohn des legendären Geschichtenerzählers Rashid Khalifa, den grausamen Zirkusdirektor Captain Aag. In derselben Nacht bricht im Zirkus ein Brand aus, und die Tiere wagen den Aufstand. Zwei von ihnen – Hund, der Bär, ein begnadeter Tänzer, und Bär, der Hund, ein begabter Sänger – nehmen Zuflucht bei Luka. Doch Aag schwört Rache. Bald darauf fällt Lukas Vater Rashid in einen tiefen Schlaf, aus dem ihn niemand zu wecken scheinen kann. Nur wenn Luka in die magische Parallelwelt reist und das große Lebensfeuer stiehlt, kann er seinen Vater retten. 

Die Grundidee ist sicherlich nicht neu. Doch was die Geschichte für mich gerade so absolut fantastisch macht, ist, dass die magische Welt, in die Luka eintaucht, aufgebaut ist wie ein Videospiel. Luka und seine zwei Gefährten Hund, der Bär, und Bär, der Hund, müssen Leben sammeln, Aufgaben meistern, Spielstände speichern und manche Quests dann einfach noch einmal machen, nachdem sie gestorben sind (oder besser gesagt ein Leben verloren haben). Zudem hat Autor Rushdie viele popkulturelle Anspielungen in die Handlung miteingestreut. Es fühlt sich für mich immer wie eine kleine Belohnung an, wenn ich sie erkenne. Mit dabei waren bisher zum Beispiel Anspielungen auf Sherlock Holmes, Alice im Wunderland oder Doctor Who. Ist das nicht genial? Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf den Rest der Geschichte.


13 Uhr l Nur kurz den Fortschritt abgetippt, die Beiträge der anderen gelesen und schon ist wieder eine Stunde ohne Fortschritt vergangen. Nee! Zudem wartet seit langem noch eine Frage auf ihre Antwort. Los geht's!

Welche drei Bücher liegen schon mit am längsten ungelesen bei dir herum? Weißt du noch, wann sie bei dir eingezogen sind? Warum hast du sie noch nicht gelesen?
Drei Bücher, die schon seit Ewigkeiten - nicht gefühlten Ewigkeiten, sondern wortwörtlich Ewigkeiten -  bei mir auf dem Nachttisch liegen, sind "Per Anhalter durch die Galaxis - Alle fünf Romane in einem Band" von Douglas Adams (ungefähr drei Jahre), "Was bisher geschah - Eine kleine Weltgeschichte" von Loel Zwecker (vier Jahre) und "20.000 Meilen unter dem Meer" von Jules Verne (sechs Jahre!). Holy moly! Ich kann nicht einmal sagen, warum ich sie noch nicht gelesen habe, da mich alle total interessieren und besonders Verne und Adams absolute Klassiker sind. Es kam irgendwie immer etwas dazwischen, das dringender gelesen werden wollte, schätze ich.


15:15 Uhr l Zeit für eine kleine Lesepause. Mittlerweile stecke ich mitten im fünften Kapitel auf Seite 101. Knapp die Hälfte ist geschafft.

Kannst du dir vorstellen, dass dein Buch verfilmt wird?
Durchaus. Es kommen schon seltsame Wesen in dem Buch vor, doch wenn diese mit guten Effekten gemacht sind, könnte es was werden. Der Film wäre dann wahrscheinlich eine obskure Mischung aus "Die unendliche Geschichte" (Fantasiewelt, Fabelwesen, Auftrag der Rettung), "Big Fish" (skurril, liebevolle Erzählweise, trotzdem witzig) und "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" (Popkultur, Videospielaufmachung) - zumindest stelle ich mir das gerade so vor.


17:05 l Ein kleiner Zwischenstand...wie viel hast du heute schon gelesen?
Ich habe mit "Luka and the Fire of Life" ganz von vorn angefangen und bin jetzt auf Seite 128. Das klingt eigentlich nach nicht viel, aber ich muss ja für die Uni sehr sorgfältig lesen und Notizen machen. Außerdem lese ich es zum größten Teil laut, weil ich es lustig finde. Glaube aber trotzdem, dass ich es heute noch schaffen kann. Tschakka!

Jetzt gibt es aber wieder eine Pause. Ich werde mir etwas zum Abendessen kochen und nebenbei die neueste Folge Fernsehkritik TV schauen.


18:12 Uhr l Ich habe noch nicht weitergelesen, aber die nächste Frage lauert schon.
  
Welche Bücher mit einem blauen Cover sind auf deinem SuB zu finden?
Gar nicht mal so viele. Genau genommen nur drei an der Zahl, von denen ich zwei - "20.000 Meilen unter dem Meer" und "Per Anhalter durch die Galaxis" - heute bereits erwähnte. Bei dem dritten im Bunde handelt es sich um "Last Night in Twisted River" von John Irving.


22:55 Uhr l Endlich! Ich habe Salman Rushdies "Luka and the Fire of Life" soeben beendet. Es ist schön, manchmal sogar gezwungen zu sein, Bücher zu lesen, zu denen man selbst nicht gegriffen hätte, die aber trotzdem überzeugen können. Leider flauten nach den ersten paar Kapiteln die von mir gelobten popkulturellen Anspielungen ab, die es, wenn durchweg vorhanden, wohl zu einem höchstbewerteten Buch gemacht hätten. So war die Geschichte trotzdem fantastisch, charmant und witzig. Bekommt am Ende von mir vier von fünf Punkte.

Wo hast du heute gelesen?
Ich habe heute hauptsächlich, aus Mangel eines Sofas, auf meinem Bett liegend gelesen. Draußen war es mir einfach viel zu warm.

Wie viele Seiten hast du heute gelesen?
Insgesamt sind es 218 Seiten geworden. Jetzt mache ich erst einmal eine Pause, bevor ich zum Einschlafen noch mit einem anderen Buch beginne. Welches das sein wird, verrate ich morgen, da ich das nachher spontan entscheide.

Hat mir heute ansonsten viel Freude bereitet, mit euch zu lesen. So long!

Samstag, 7. Juni 2014

Teilnahme Pfingstlesemarathon 2014

Vor ein paar Tagen stolperte ich über die Ankündigung von Daggi, die zu Pfingsten auf ihrem Blog Buchlounge einen Lesemarathon veranstalten wird. Da ich über die beiden Tage noch nichts vorhabe, ein Lesemarathon schon lange auf meiner 101 Dinge-Liste steht und ich sowieso noch ein bisschen was für die Universität lesen muss, entschloss ich mich spontan dazu, mitzumachen.

Der Marathon startet morgen, am Pfingstsonntag, um 6 Uhr morgens und endet am kommenden Montag um 23:59 Uhr. Bin schon gespannt, wie gut ich es durchhalten werden, so lange am Stück zu lesen. Ich werde hier auf dem Blog in zwei Beiträgen - für jeden Tag einen - in regelmäßigen Abständen verkünden, wie ich so vorankomme.

Wenn jemand von euch nun auch noch kurzfristig Lust hat, am Lesemarathon teilzunehmen, würde mich das natürlich freuen. Anmelden kann man sich jederzeit bei der oben verlinkten Ankündigung!

Welche Bücher möchte ich lesen?

Zunächst liegt bei mir noch der Roman "Luka and the Fire of Life" von Salman Rushdie auf dem Nachttisch, welchen ich für mein Literaturseminar lesen muss. Darauf bin ich schon sehr gespannt. Zumindest klingt die Geschichte vielversprechend. Ich habe damit noch nicht angefangen, möchte es jedoch so schnell wie möglich beenden.

Für das gleiche Seminar soll ich bald auch noch eine Liste mit Werken einreichen, die ich am Ende in der mündlichen Prüfung besprechen will. Vielleicht lese ich während des Marathons auch gleich noch ein paar englischsprachige Kurzgeschichten und Gedichte dafür. Inwieweit diese in die Statistik hineinzählen werden, weiß ich noch nicht. Ich werde sie auf jeden Fall erwähnen.

Ansonsten belege ich in diesem Semester zwei Kultur- und Sozialphilosophieseminare, für die ich im Laufe der Monate jeweils ein Buch zu lesen habe. Da hätten wir zum einen den von mir sehr geschätzten Erich Fromm mit "Die Furcht vor der Freiheit", zum anderen Friedrich Nietzsches "Menschliches, Allzumenschliches", mit dem ich leider momentan nicht viel anfangen kann. Bei beiden stecke ich schon mittendrin und zumindest bei Fromm erhoffe ich mir, ein gutes Stück voranzukommen, da dafür noch eine Hausarbeit ansteht.

Falls mir das im Endeffekt zu viel Unikram sein sollte, habe ich aus der Bibliothek auch noch zwei schöne Graphic Novels ausgeliehen. Und ja, wahrscheinlich nehme ich mir gerade zu viel vor. Ich werde ja sehen, wie weit ich komme. Ein bisschen Abwechslung kann außerdem nie schaden.

Freitag, 6. Juni 2014

SHOOT THE MESSENGER BEFORE HE CAN SAY A WORD

Am Donnerstag der vergangenen Woche zog es mich wieder in meine Geburtsstadt Berlin, denn, wie es der Zufall so wollte, stand ein Konzert der von mir äußerst geschätzten Band Bonaparte an.
Schon vorab wunderten sich meine Begleitung und ich, dass dieses Ereignis ausgerechnet in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz stattfinden sollte, da wir uns bei der verrückten, durchgeknallten und energiegeladenen Musikgruppe kaum vorstellen konnten, wie die Leute in ihrer Tanzwut nicht die Stühle aus dem Boden reißen würden. Um die Spannung zu nehmen: dies ist nicht passiert. Trotzdem war der bestuhlte Saal nicht gerade immer von Vorteil, doch dazu später mehr.


Zunächst muss ich loswerden, dass ich schon ein wenig enttäuscht war, wie normal der Hauptteil der Zuschauer gekleidet war. Ich hatte verrückte Tierhüte, Glitzer, nackte Haut erwartet und dann konnte ich nur ungefähr fünf Gestalten ausmachen, die sich wenigstens ein bisschen Mühe in diese Richtung gegeben hatten. Ich selbst hatte mein schwarzes Tüllkleid herausgekramt, fühlte mich zwischen den "Normalos" aber nicht immer ganz wohl. Rouge-Kriegsbemalung musste trotzdem drin sein, auch wenn das für meine Freundin und mich ein bisschen Überwindung gekostet hat.

In den Saal strömend ergatterten wir einen ziemlich perfekten Platz gleich mittig in der dritten Reihe. Als Interpret vorab kam der Künstler Lambert mit einer Antilopen-Gazellen-wasauchimmer-Maske vor dem Gesicht auf die Bühne geschlichen. Mir persönlich war er vorher gänzlich unbekannt und so richtig überzeugen konnte er auch nicht. Die stimmungsvolle, eher ruhige Pianomusik war zwar schön, passte in dem Moment jedoch einfach nicht zur allgemeinen Stimmung, da man stillsitzen und konzentriert zuhören musste, obwohl man doch so viel lieber getanzt, gehüpft und laut gesungen hätte. So redeten viele während des Auftrittes, was mir auch wiederum leid tat. Doch es passte einfach nicht zum Abend.


Dann, ja, dann kamen jedoch endlich Bonaparte auf die Bühne. Beim ersten Lied war die Stimmung zugegeben noch ein wenig merkwürdig. Da das neueste Album erst einen Tag nach dem Konzert veröffentlicht werden würde, kannte niemand den gespielten Song. Alle wollten sich irgendwie von den Sitzen erheben, doch niemand traute sich. So wippte ich im Sitzen hin und her, aber das fühlte sich leicht dämlich an. Glücklicherweise, und zu meiner großen Erleichterung, war die nächste Nummer auf der Setlist das allseits bekannte und gefeierte "Anti Anti", bei dem keiner mehr an sich halten konnte und wir schon nach den ersten Takten aufsprangen und zu tanzen anfingen.

Insgesamt war das also ein sehr seltsamer Anfang für ein ansonsten wunderbares Konzert. Bonaparte spielten eine angenehme Mischung aus den neuen und den bereits vertrauten Liedern. Immerhin drei der neuen Songs kannte ich dank der vorher veröffentlichten Musikvideos zu "Wash Your Thighs", "Two Girls" und "Into The Wild", wobei mich besonders letzteres packte und momentan immer noch mindestens einmal täglich angeschmissen wird. Es hebt sich schon ziemlich von dem ab, was man bisher von Bonaparte gewohnt ist, aber es ist so grandios!


Ansonsten gab es natürlich altbekannte Songs wie "Too Much", Quarantine", "Computer In Love", "Boycott Everything", "Wir Sind Keine Menschen", "WRYGDWYL" oder "3 Minutes In The Life Of Bonaparte" auf die Ohren, die absolut nicht fehlen dürfen. Eigentlich hätte ich mir noch "Ego" gewünscht, da das eines meiner Favoriten ist, doch den Gefallen wollten mir Bonaparte nicht tun.

Die Show war mir insgesamt zu zahm. Bandleader Tobias Jundt als auch die beiden Backgroundtänzerinnen kamen zwar ins Publikum gestürmt, doch stellte sich das in dem, bereits erwähnten, bestuhlten Saal als eher kompliziert heraus. Beim Herauftreten auf den Sitz klappte dieser natürlich herunter, sodass sich jeder mindestens einmal unglücklich hinpackte. Respekt also an Jundt, dass er es mehr als einmal versuchte, auch wenn ihm die Mikrofon- oder Gitarrenkabel immer herausgestöpselt sind und er dann für kurze Zeit nicht mehr zu hören war.


Die vielen Kostüme der beiden Tänzerinnen waren ausgefallen und durchgeknallt und sorgten durchaus für den einen oder anderen verdutzten Moment. Leider probierten sie zum ersten Mal einen Auftritt mit Choreographie aus, was mir manchmal zu einstudiert wirkte.
 
Ansonsten bot die Bühnenshow "nur" Lichteffekte und einmal Konfetti. Ich hätte sie mir viel krasser gewünscht - mit Farbe, mehr Konfetti, Seifenblasen, Nebel, Kunstblut, Kostüme an allen Mitgliedern, IRGENDWAS! Durchaus sollen die Konzerte vergangener Touren auch mit mehr aufgewartet haben. Wenn ich meine Erwartungen jedoch zur Seite schiebe, war es ganz und gar nicht schlimm, falls das hier vielleicht nun so klingen mag.


Ich hatte endlich wieder die Gelegenheit, mich ordentlich auszutoben, alles herauszulassen, den Alltag zu vergessen. Die Liedauswahl war super und der Spaß war mir bei der aufgedrehten Stimmung im Saal garantiert. Ein weiteres Plus geht an die Volksbühne, da die Garderobe kostenlos war.

Fazit: Gerne wieder! Sagt mir wann und wo und ich bin dabei. Jetzt besorge ich mir erstmal das neue Album und freue mich derweil auf's nächste Konzert, wenn es wieder heißt: DO YOU WANT TO PARTY WITH THE BONAPARTEY!?
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