Sonntag, 3. August 2014

Lesemonate Mai, Juni & Juli

Mai


"635 Tage im Eis - Die Shackleton-Expedition" von Alfred Lansing
Tatsachenbericht; Abenteuer; Expedition; 320 Seiten; Goldmann Verlag; 1999; "Endurance - Shakleton's Incredible Voyage"

Am Anfang steht der Plan von der erstmaligen Durchquerung des weißen Kontinents. Doch das gewaltige Naturwunder Antarktis wird im Jahr 1915 für die Crew der 'Endurance' zur Hölle aus Eis. Beharrlich verfolgt Expeditionsleiter Sir Ernest Shackleton bald nur noch ein Ziel: 28 Männer lebend wieder in die Zivilisation zurückzubringen.
Spannend und packend erzählt war dieses Buch ein überraschendes Lesehighlight, das mich komplett aus den Socken gehauen hat. Mehr als großartig!

"Spinner" von Benedict Wells
Roman; 307 Seiten; Diogenes Verlag; 2009; Deutsche Originalausgabe

Der Selbstfindungsroman über den 20-jährigen Jesper Lier, der eine rasante Woche in Berlin inmitten durchgeknallter Geschehnisse verlebt. Mein dritter Roman von Wells und leider auch derjenige, der mich bisher am wenigsten begeistern konnte. Irgendwie wirkten viele Dinge in dieser Geschichte sehr gewollt und aufgesetzt. Da bin ich von "Becks letzter Sommer" und "Fast genial" mehr angetan.

"How To Be A Woman" von Caitlin Moran
Feminismus; 309 Seiten; Ebury Press; 2011; Englische Originalausgabe

Wir Frauen leben eigentlich in einer guten Zeit: Wir dürfen wählen und die Pille nehmen, und wir wurden seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr als Hexen verbrannt. Trotzdem bleiben noch einige Fragen bestehen, denen sich Caitlin Moran in diesem Buch widmet, das eine Mischung aus Wuttirade und Anekdoten darstellt.

Mit der vulgären Sprache und der sehr direkten Art der Autorin musste ich zu Beginn erst warm werden, doch insgesamt war "How To Be A Woman" wirklich unterhaltsam und aufschlussreich.

Gelesene Bücher: 3
Gelesene Seiten: 936
Durchschnittlich gelesene Seiten am Tag: 30


Juni


"Luka and the Fire of Life" von Salman Rushdie
Kinderbuch; Abenteuer; Fantasy; 218 Seiten; Random House; 2010; Englische Originalausgabe

Alles beginnt mit einem Zirkusbesuch: Aus Tierliebe verflucht der zwölfjährige Luka den grausamen Zirkusdirektor Captain Aag. In derselben Nacht bricht im Zirkus ein Brand aus, und die Tiere wagen den Aufstand. Aag schwört daraufhin Rache. Bald nach dem Brand fällt Lukas Vater Rashid in einen tiefen Schlaf, aus dem er nicht wieder aufwacht. Nur wenn Luka in die magische Welt reist, um das Lebensfeuer zu holen und es seinem zu Vater verabreichen, kann er ihn retten.

Eine schöne, humorvolle Geschichte für Kinder, die man sich als Erwachsener auch noch gut geben kann. Besonderer Pluspunkt sind die vielen Anspielungen auf Filme und Bücher der britischen Popkultur.

"Sputnik Sweetheart" von Haruki Murakami
Roman; 222 Seiten; btb Verlag; 2004; "Supuutoniku no koibito"

Ein Lehrer, Ende zwanzig, schwärmt für eine ehemalige Kommilitonin. Sumire ist nicht wirklich schön, sie raucht zu viel und isst zu wenig - und sie träumt davon, Schriftstellerin zu werden. Geld, Karriere und Heirat interessieren sie nicht. Doch dann verliebt Sumire sich zum ersten Mal in ihrem Leben: in Miu, eine Geschäftsfrau, 17 Jahre älter und verheiratet. Als Sumire einige Zeit später plötzlich spurlos verschwindet, ruft Miu den abgewiesenen Verehrer zu Hilfe und zusammen machen sie sich auf die Suche...

Eine Mischung aus Liebesgeschichte und Krimi mit dem typischen Schreibstil eines meiner Lieblingsautoren und es fühlt sich beim Lesen an, als käme ich nach Hause. "Sputnik Sweetheart" gehört für mich definitiv zu Murakamis überzeugenden Werken.

"Vakuum" von Lukas Jüliger
Graphic Novel; Jugendbuch; 112 Seiten; Reprodukt Verlag; 2012; Deutsche Originalausgabe

Es sind die ersten warmen Tage des Sommers. Ein Junge langweilt sich. Erst als ein Mädchen seine Nähe sucht und ihn anspricht, scheint das Leben interessant zu werden. Sie verbringen Zeit miteinander – die Welt wird verwirrend, beginnt zugleich aber mehr und mehr zu blühen. Bis die Stadt von einer Tragödie erschüttert wird: Ein junger Mensch stirbt. Als die beiden sich auf seine Spuren begeben, ahnen sie schon bald, dass es womöglich nicht nur ihre Schulzeit ist, die nun zu Ende geht.

So sehr mir die Zeichnungen und die von den gewählten Farben erzeugte Stimmung in diesem Graphic Novel auch gefiel, die Geschichte konnte mich nicht wirklich packen. Sie versucht, besonders geheimnisvoll zu sein, scheitert daran jedoch ziemlich und zirkelt am Ende eigentlich nur um viel Belanglosigkeit. Kann man ruhig an einem freien Nachmittag zur Hand nehmen und in einem Rutsch durchlesen, denn die Bilder sind wirklich schön, doch mir persönlich fehlte leider die Aussage und der Sinn dieser Erzählung.

"Charlie and the Chocolate Factory" von Roald Dahl
Kinderbuch; 190 Seiten; Puffin Books; 2013; Englische Originalausgabe

Charlie Bucket lebt mit seinen Eltern und seinen vier Großeltern in ärmlichen Verhältnissen am Rande der Stadt. Einzig der Duft von Wonkas Schokoladenfabrik lässt Charlie ab und zu seinen Hunger vergessen. Eines Tages lässt Willy Wonka, der geheimnisvolle Besitzer der Fabrik, verlauten, dass er in fünf Tafeln der Wonkaschokolade goldene Tickets versteckt hat. Wer sie findet, soll die einmalige Chance erhalten, die sagenumwobene Fabrik von innen zu besichtigen.

Vor einer Weile hatte ich dieses Buch schon einmal in einem Lesemonat besprochen und nach dem zweiten Lesen gefällt es mir immer noch genauso gut - wahrscheinlich sogar besser, denn ich muss die Punktzahl jetzt nach oben korrigieren: von vier auf fünf. Durchgeknallt, kunterbunt und witzig ist "Charlie and the Chocolate Factory", so dass ich das Buch schon richtig ins Herz geschlossen habe.

Gelesene Bücher: 4
Gelesene Seiten: 742
Durchschnittlich gelesene Seiten am Tag: 25


Juli


"Jip en Janneke - Er is er een jarig" von Annie M.G. Schmidt & Fiep Westendorp
Kinderbuch; 30 Seiten; Querido Kinderboek Verlag; 2011; Niederländische Originalausgabe

Mein erstes niederländisches Buch! Und obwohl ich im Niederländischen gerade erst auf dem Sprachniveau A1-A angekommen bin, verstand ich trotzdem recht gut, worum es in den Geschichten rund um die beiden Geschwisterkinder ging. Nun gut, es ist auch ein Kinderbuch und dementsprechend leicht geschrieben und mit vielen farbigen Bildern, doch trotzdem. Mein erstes niederländisches Buch! Eine Bewertung werde ich in diesem Fall nicht abgeben, da ich zum Schreibstil nichts sagen kann.

"Dr Jekyll and Mr Hyde" von Robert Louis Stevenson
Schauerroman; 88 Seiten; Penguin Popular Classics; 1994; Englische Originalausgabe

Als Mr Utterson, ein Londoner Anwalt, den letzten Willen seines langjährigen Freundes Henry Jekyll in die Hände bekommt, erregt sich bei ihm Verdacht. Wer ist der zwielichtige Edward Hyde, dem der aufrichtige Dr Jekyll alles vermacht? In welcher Beziehung stehen die beiden zueinander und wer ist schuld an dem Mord an dem angesehen Parlamentsmitglied Sir Danvers Carew. Utterson beginnt, dem Fall auf den Grund zu gehen.

Nicht umsonst ist "Dr Jekyll and Mr Hyde" ein Klassiker. Er ist genial geschrieben, weiß eine perfekte dunkle Atmosphäre zu schaffen und gibt sich durchgehend spannend - selbst wenn man am Anfang bereits wissen sollte, was passieren wird.

Gelesene Bücher: 2
Gelesene Seiten: 118
Durchschnittlich gelesene Seiten am Tag: 4

Kommentare:

  1. Dr Jekyll & Mr Hyde musste ich in einem Seminar lesen. Ich mochte das Englisch nicht. D: "How to be a woman" steht schon länger auf meiner To Read-Liste. "Sputnik Sweetheart" fand ich nicht so doll. "Spinner" fand ich sehr amüsant, habe aber noch nichts anderes vom Autoren gelesen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Na, da sind wir ja wieder sehr einer Meinung. xD

      Löschen
  2. "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" ist in der Tat gewöhnungsbedürftig oder anders ausgedrückt: Hätte man besser schreiben können.
    Ich habe meine Studierenden in einem Seminar zur europäischen Schauerliteratur mal Shellys "Frankenstein" lesen lassen - und die meisten mochten es widererwartend am Ende. Ist weitaus besser geschrieben.

    Wenn Du "Schauerromane" magst, dann kann ich Dir M.G. Lewis "The Monk" (großartig!) empfehlen oder E.T.A. Hoffmanns "Die Elexiere des Teufels", falls Du beide nicht schon kennst. ;-)

    Liebe Grüße
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Also ich hätte "Dr Jekyll and Me Hyde" nicht besser schreiben können. :P Aber ich bin gerade schon ein bisschen geschockt, dass ihr beide das so bemängelt, denn ich war davon ganz angetan. Naja, kann ja nicht jeder den gleichen Geschmack haben.

      "Frankenstein" steht tatsächlich noch auf meiner Liste. Von E.T.A. Hoffmann habe ich bereits zwei Sachen gelesen, die ich mochte, dann kommt "Die Elixiere des Teufels" auch mal auf die Liste. Danke für die Tipps! :)

      Löschen
    2. Gern' gescheh'n. ;-)

      Story, Aufbau, Dynamik... da stimme ich Dir zu. All das ist es, was (auch) mich bei "Dr. Jekyll und Mr. Hyde begeistert; nur hier und da find ich die Sprache etwas "holprig", das hätte der gute Mr. Stevenson besser machen können. Hat er auch schon, wenn ich da z.B. an "The Master of Ballantrae" denke.

      Aber Du hast vollkommen recht: den gleichen Geschmack können wir nicht alle haben. Und das ist auch echt gut so. Stell' Dir das nur mal vor... gruselig! ;-)

      Liebe Grüße
      Nicole

      Löschen
  3. Goedendag, Karo.
    Als Kind habe ich einmal den Auszug aus einem Buch gelesen, das sich mit Shackletons Expedition beschäftigte. Hier wurde u.a. eine abenteuerliche Rutschpartie des Away-Teams beschrieben, bevor sie bei der rettenden Walfängersiedlung ankamen. Fesselnde Lektüre gewesen. So ich jetzt nix durcheinander gebracht habe. :-)

    Nicht wenige "Herren der Schöpfung" würden die modernen Zeiten gern ungeschehen machen. Von den global praktizierenden "Ich-bin-dein-Herr"-Mackern einmal völlig abgesehen.
    Caitlin Moran hat mit Ihrer Schwester auch eine britischen Sitcom geschrieben: "Raised By Wolves". Feminine Pubertät im sozialen Wohnungsbau Großbritanniens.

    Von Stevenson habe ich in jungen Jahren "Die Schatzinsel" gelesen; eine wundervolle Neuausgabe liegt allerdings griffbereit zur Hand. Jekyll & Hyde kenne ich wiederum ausschließlich aus filmischen Adaptionen. Als Thema ein Klassiker!
    Auf die Gefahr mich wie eine defekte Platte anzuhören...ich könnte hier eine britische Mini-Serie empfehlen. :-)
    "Jekyll" - eine radikal modernisierte Version der Idee (definitiv vergleichbar mit "Sherlock"). Inklusive wunderbarer Querverweise auf Stevensons Arbeit an "Jekyll & Hyde".

    Feel free, having a fine time.

    bonté

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...