Donnerstag, 3. April 2014

Lesemonat März

"Skinny Bitch" von Rory Freedman und Kim Barnouin
Ratgeber, Abnehmen, Veganismus; 225 Seiten; Goldmann Verlag; 2008; "Skinny Bitch"

Ein Ratgeber, in dem die beiden Autorinnen Freedman und Barnouin offen zur Sprache bringen, welches Essen schlichtweg Schrott ist und was man stattdessen zu sich nehmen sollte, um richtig abzunehmen, sich gesund und fit zu fühlen. Dabei empfehlen sie die rein pflanzliche Ernährung, informieren über Hintergründe zur Fleisch-, Ei- und Milchproduktion und zeigen, wie man sich ausgewogen ernährt. Das alles soll dabei keine Diät, sondern ein neuer Lifestyle sein.

Ich hatte schon vorher viel von dem Buch gehört und wusste, dass es darin um Veganismus geht. Ich las es also letztendlich nicht, um abzunehmen. Daher fand es ziemlich nervig, dauernd als fettes Wesen bezeichnet zu werden, das ja nur darauf abziele eine "Skinny Bitch" zu werden. Der Ansatz mag gut sein, aber dauernd beleidigend zu werden, hätte man sich sparen können. Nichtsdestotrotz waren viele Sachen zur pflanzlichen Ernährung schön zusammengefasst und ich werde es als gutes Nachschlagewerk, sollte meinem Siebhirn wieder etwas Spezifisches zu dem Thema entfallen sein, im Bücherregal behalten.

"Die Teerose" von Jennifer Donnelly
Roman; 686 Seiten; Kabel Verlag; 2003; "The Tea Rose"

London, 1888, eine Stadt im Aufbruch: Während nachts in den Gassen von Whitechapel ein Mörder sein Unwesen treibt, träumt die 17-jährige Teepackerin Fiona tagsüber mit ihrem Freund Joe Bristow von einer besseren, gemeinsamen Zukunft. Als ihr Vater, ein Dockarbeiter und Gewerkschafter, ums Leben kommt und ihre Familie zerbricht, hat Fiona keine andere Wahl: Sie muss England und Joe hinter sich lassen.

London, Jack The Ripper und Tee - kann mir jemand verraten, warum ich dieses Buch seit Jahren ungelesen auf dem Nachttisch zu liegen hatte, obwohl das doch irgendwie genau mein Ding zu sein scheint? Abgesehen von manchem zu kitschigen Liebesgeplänkel, konnte mich nämlich das Buch über die junge, starke Frau Fiona Finnegan ziemlich begeistern. Ich weiß, es gibt bereits mehrere Fortsetzungen, doch reicht mir das vorerst als ein in sich abgeschlossenes Buch aus.

"Die Känguru-Chroniken" von Marc-Uwe Kling
Kurzgeschichten, Humor; 265 Seiten; Ullstein Taschenbuch; 2012; deutsche Originalausgabe

Marc-Uwe lebt mit einem Känguru zusammen. Das Känguru ist Kommunist und steht total auf Nirvana. Marc-Uwe ist ein Kleinkünstler, der nicht Kleinkünstler genannt werden möchte. Ein klassische Kreuzberger Wohngemeinschaft, in der die großen Fragen ausdiskutiert werden: Ist das Liegen in der Hängematte schon passiver Widerstand? Könnte man die Essenz des Hegel'schen Gesamtwerkes in eine SMS packen? War das Känguru wirklich beim Vietcong? Wieso ist es schnapspralinensüchtig? Und wer ist besser - Bud Spencer oder Terence Hill?

Schämen sollte ich mich, dass ich das Buch noch nicht gelesen hatte. Das wurde mir immer wieder gesagt. Jetzt ist Schluss damit! Jetzt kann ich nämlich schön den lieben, langen Tag über diejenigen wettern, die das Känguru noch nicht kennen! Haha! Insgesamt eine durchaus gewitzte, sympathische Lektüre für zwischendurch.

"Liverfool - Die wahre Geschichte des ersten Managers der Beatles" von Gihef und Damien Vanders
Graphic Novel, Musik; 112 Seiten; Edition 52; 2013; "Liverfool - l'Histoire du premier manager des Beatles"

Die Erfolgsstory der vier Jungs aus Liverpool kann beginnen. Im Schatten dieses Erfolgs steht ein einsamer Mann: Allan Williams. Dieser verhalf den Beatles zu ihren ersten Auftritten in den Kellern von Liverpool und den hippen Clubs von Hamburg. Dies ist die Geschichte des vergessenen Managers, der zu Legende der größten Gruppe aller Zeiten beigetragen hat.

Das, was mir in der Leipziger Stadtbibliothek am besten gefällt, ist die relativ große Auswahl an Graphic Novels, durch die ich mich so nach und nach durchwühle. Die Zeichnungen in "Liverfool" haben mir gut gefallen, doch sonst gibt es für mich in dem Buch einige Ungereimtheiten, weshalb es nun nicht zu meinem Lieblingsbuch werden wird. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Managers Allan Williams, der am Anfang nicht viel von dem Können der Beatles hält und sie am liebsten gar nicht hätte auftreten lassen, der später aber beleidigt ist, als sie ihn nicht mehr als Manager haben möchten. Demnach kommt die vierköpfige hier Musikgruppe alles anderes als gut weg. Natürlich ist das alles nur ausgedacht und weniges wirklich faktisch richtig, doch unsympathisch bleibt mir die Hauptfigur trotzdem. Außerdem fand ich recht viele Rechtschreibfehler in dem Buch, was bei knapp über einhundert Seiten schon schade ist.

"Chromosom XY ungelöst" von Christoph Koch
Selbstversuch, Männlichkeit; 311 Seiten; Blanvalet Verlag; 2013; deutsche Originalausgabe

Wann ist ein Mann ein Mann? Immer noch: wenn er außen hart ist und innen ganz weich? Oder haben Emanzipation, Kinderwagen durch Szenekieze schiebende Väter und der Trend zur Metrosexualität den "traditionellen" Mann für alle Zeiten ins Abseits verbannt? Christoph Koch hat sich seinem Rollenbild gestellt. Er ist in den Boxring gestiegen, hat Hugh Hefner um Rat gefragt, Rinder über die Prärie getrieben und ist bei Eiseskälte durch Schlamm gerobbt. Ob er sich danach irgendwie...männlicher fühlte?

Hiermit bekenne ich mich mal als großer Freund der Christoph Koch-Bücher, in denen er immer spannende Selbstversuche startet. Daher war es für mich klar wie Kloßbrühe, dass ich auch dieses lesen würde, auch wenn mir das Thema nun selbst nicht so viel mitgibt wie bei den Werken davor. Wie man es vom Autor und Journalist schon gewohnt ist, gibt es wieder eine gute Mischung aus niedergeschriebenen Erfahrungen im Selbstversuch mit passend recherchierten Faktenhäppchen.

Gelesene Bücher: 5
Gelesene Seiten: 1599
Durchschnittlich gelesene Seiten am Tag: 51

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