Samstag, 11. Januar 2014

Lesemonate November & Dezember

November


"Fahrenheit 451" von Ray Bradbury
Dystopie; 176 Seiten; Diogenes; 1981; "Fahrenheit 451"

451 Grad Fahrenheit, das sind 232 Grad Celsius, die Temperatur, bei der Papier verbrennt. Guy Montag ist Feuerwehrmann, dessen Aufgabe es ist, Bücher zu beschlagnahmen und zu verbrennen. Denn laut Regierung sind Bücher die Quelle allen Unglücks. Doch Montag macht eine Überzeugungskrise durch, während seine Frau den ganzen Tag mit ihrem Fernsehgerät verbringt.
Als seine Nachbarin, die junge Frau Clarisse, die von den Ideen in Büchern fasziniert ist, eines Tages auf mysteriöse Weise verschwindet, beginnt Guy Montag, Bücher bei sich zu Hause zu verstecken und bringt sich damit selbst in große Gefahr.

Ich bin Dystopien durchaus zugeneigt, deshalb war es für mich unvermeidbar, früher oder später zu diesem Buch zu greifen. Man findet es in diesem Genre leider nicht oft, ist, dass sich nicht alles um eine Liebesgeschichte dreht. Hier war es jedoch der Fall, was ich erfrischend fand.
Leider war mir die Erzählung insgesamt etwas zu kurz. Nachdem ich mich nicht so richtig in die Geschichte hineinfand, war sie auch schon fast wieder zu Ende. Man bekommt, neben der Bücherverbrennung, nur einen sehr vagen Eindruck von der Welt, in der der Protagonist lebt. Ich denke, das Buch hätte mich mit mehr Hintergrundwissen noch mehr gepackt. Nichtsdestotrotz ein spannendes Schreckenszenario.

"Persepolis Band 1 - Eine Kindheit im Iran" von Marjane Satrapi
Autobiographie; Graphic Novel; 164 Seiten; Ueberreuter; 2007; "Persepolis"

Aus der Perspektive eines kleinen Mädchens erzählt die gebürtige Iranerin Marjane Satrapi von ihrer Kindheit während der islamischen Revolution von 1979 und vom Krieg mit dem Irak. Ihre Familie empfindet das Leben in der neuen Republik, in der die neuen Machthaber ihre vom Islam geprägten gesellschaftlichen Vorstellung in die Praxis umsetzen, immer bedrückender.
Marjane hält die Unterdrückung nur mit der Unterstützung ihrer willensstarken Großmutter aus und startet ihre eigene, kleine Rebellion, indem sie heimlich Hard Rock hört und ihre Punk-Jacke trägt.

Mit markantem, schwarzweißem Zeichenstil illustriert Marjane Satrapi in "Persepolis" ihre Kindheit im Iran. Dabei bot mir der Graphic Novel einen Einblick in die Geschichte, Politik und Kultur eines Land, von dem ich vorher kaum eine Vorstellung hatte. Vor allem die Perspektive eines zunächst aufmüpfigen Kindes, später die einer jungen, starken Frau macht das Buch so besonders faszinierend. Den zweiten Band über die Jugendjahre werde ich mir bald zu Gemüte führen. Wer keine Lust auf's Lesen hat (auch wenn man sich hier nicht durch viel Text "kämpfen" muss), sollte zumindest auf die Verfilmung zurückgreifen, die mich genauso begeistert hat.

"Macbeth" von William Shakespeare
Tragödie; 118 Seiten (ohne Einleitung & Anhang); Oxford University Press; 2008; Englische Originalausgabe

Fürst Macbeth, von seiner Frau dazu überredet, erschlägt König Duncan, um selbst den Thron von Schottland zu besteigen. Durch blutige Tyrannei versucht er, seine Position zu sichern und verfällt dabei nach und nach dem Wahnsinn.

Durch die ältere englische Sprache war es schon eine Herausforderung, dieses Drama zu lesen. Aber die Geschichte, die sehr düster ist und nur so vor Brutalität, Mord und Todschlag strotzt, hat mir im Endeffekt besser gefallen als eigentlich erwartet.

Gelesene Bücher: 3
Gelesene Seiten: 458
Durchschnittlich gelesene Seiten am Tag: 15



Dezember


"A Midsummer Night's Dream" von William Shakespeare
Komödie; 102 Seiten (ohne Anmerkungen & Nachwort); Reclam; Englische Originalausgabe

Vier unglücklich Verliebte irren in einer Sommernacht kreuz und quer durch einen Wald. Es ist jedoch kein gewöhnlicher Wald, sondern das mächtige Reich des Elfenkönigs Oberon und seiner schönen Königin Titania, ein Tummelplatz für Feen, Elfen und Naturgeister. Doch wer liebt wen? Wer ist verzaubert und wer nicht? Puck, der freche Kobold, führt durch die Geschichte und kommentiert alle abstrusen Geschehnisse im Zauberwald.

Als Komödie betitelt ist dieses Drama von Shakespeare natürlich viel fröhlicher und märchenhafter als das zuvor erwähnte "Macbeth". Mir hat dieses jedenfalls noch einen Tick besser gefallen. Allein schon, weil es sich einfach alles erlaubt und so wunderbar absurd ist.

"Trainspotting" von Irving Welsh
Roman; Drogen; 398 Seiten; Heyne Verlag; 2013; "Trainspotting"

Zu meiner Rezension und Meinung geht es hier entlang.

Gelesene Bücher: 2
Gelesene Seiten: 500
Durchschnittlich gelesene Seiten am Tag: 16

Kommentare:

  1. Fahrenheit 451 mag ich auch sehr gern. Es hätte allerdings wirklich noch länger sein können, da geb ich dir Recht!

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  2. Fahrenheit 451 habe ich vor einigen Jahren auch mal gelesen, fand ich ganz toll, aber auch etwas kurz. Habe auch die Verfilmung mal gesehen, aber da leider keine wirkliche Erinnerung mehr dran.

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    1. Echt? Da gibt es sogar eine Verfilmung von? Muss ich direkt mal nachschauen. Danke für den Tipp! :)

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  3. Vor einiger Zeit habe ich "Fahrenheit 451" ebenfalls gelesen und fand es richtig gut. Das Ende hätte wirklich mehr ausgebaut werden können - trotzdem ein großartiger Klassiker!
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende :)
    Nora

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  4. Wow, da hast du mit "Fahrenheit 451" und "MacBeth" zwei meiner Lieblingsbücher gelesen. :) Lustig. Und anscheinen bist du ganz Shakespeare angetan…entschuldige bitte die kleine Werbung hier, aber ich veranstalte 2014 eine Shakespeare-Lesechallenge - vielleicht wär das ja was für dich?

    "Fahrenheit 451" mag ich so gerne, weil es ein Buch über Bücher ist. Mich hat die Welt bis anhin nie zentral interessiert, vielleicht konzentriere ich mich das nächste Mal, wenn ich das Buch lese, mal darauf. :)

    "MacBeth" mag ich, weil es a. Shakespeare ist, b. von Terry Pratchett in "Wyrd Sisters" wunderbar parodiert wird, c. ich es schon auf der Bühne gesehen habe und d. weil Textausschnitte in Harry Potter 3 vertont wurden (also in der Filmmusik). ^^

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    1. Och, da scheinst du aber einen guten Buchgeschmack zu haben. :P
      Schaue mir die Lesechallenge auf jeden Fall an, aber ich komme unibedingt gerade nicht so viel zum Lesen, deshalb weiß ich nicht, ob ich mich direkt hineinstürzen sollte.

      "Wyrd Sisters" kommt auf meine Liste. Die beiden Bücher, die ich von Pratchett bereits gelesen, haben mir nämlich sehr gut gefallen. Danke für den Tipp! :D

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    2. Ich glaube, Pratchett mag man sehr gerne oder man mag ihn nicht. Ich hoffe, dass "Wyrd Sisters" deinen Erwartungen entspricht. Es ist eins der früheren Scheibenweltbücher - falls du neue gelesen hast, könnte es sein, dass sie vom Stil etwas abweichen. Falls du die ersten beiden Bücher gelesen hast, darfst du dich aber sehr auf "Wyrd Sisters" freuen. =D

      Ah und übrigens, das wollte ich auch noch gesagt haben: Shakespeares Englisch ist nicht Altenglisch, sondern "Early Modern English", frei übersetzt also Frühneuenglisch oder Frühes Modernes Englisch. Altenglisch liegt sehr viel weiter zurück und ist kaum verständlich für den ungeschulten Betrachter. Zwischen Altenglisch und Shakespeare liegt noch das Mittelenglisch, das vor allem im Zusammenhang mit Chaucer und dessen "Canterbury Tales" gelesen wird. Das versteht man schon besser, aber es ist immer noch bedeutend schwerer als Shakespeares Sprache, die ja auch schon genug kompliziert ist. :)
      So, ich bin fertig mit meinen nerdigen Sprachfakten. :)

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    3. Und wieder etwas gelernt! Diesmal den Unterschied zwischen Altenglisch und Early Modern English. Danke kreativum! (:

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  5. Oh, und "A Midsummernight's Dream" gehört ebenfalls zu meinen Lieblingen. XD

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  6. Fahrenheit muss ich auch unbedingt nochmal lesen. habe es schon seit ca zwei Jahren hier rumlungern >_<
    & Persepolis hab ich auch in meinem Regal stehen und finde es toll (:

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