Donnerstag, 28. Februar 2013

Berlin zum Mitmachen von high K

AUTOR l high K
TITEL l Berlin zum Mitmachen - Hands on Berlin
GENRE l Mitmachbuch, Reisetagebuch
SPRACHE l Deutsch, Englisch
VERLAG l Del Medio Verlag (2012)
SEITEN l 164

ANMERKUNG l Das Buch, welches man hier käuflich erwerben kann, wurde mir im Rahmen der Internetseite "Blogg dein Buch" vom Del Medio Verlag zur Verfügung gestellt. Einzige Bedingung für den Erhalt ist eine schriftliche Rezension auf meinem Blog. 

INHALT l "Berlin zum Mitmachen" ist ein zweisprachiges Aktionsbuch, welches als kleiner Weggefährte für Berlin angesehen werden soll. Auf den zahlreichen Seiten finden sich viele Anregungen zum Kritzeln und Basteln, die alle irgendwie mit unserer Hauptstadt zu tun haben.

REZENSION l Um das Ganze von vorne aufzurollen, beginne ich zunächst mit meinen Erwartungen oder Hoffnungen an das Buch, die ich hatte, als ich mich dafür bewarb. Ich selbst wurde in Berlin geboren und bin dort auch bis zum meinem achten Lebensjahr aufgewachsen, doch trotzdem fällt mir heute bei Berlinausflügen aller Art (ich wohne noch immer in der Nähe) verstärkt auf, wie wenig ich mich dort eigentlich auskenne. Daher hatte ich mir erhofft, mir mit "Berlin zum Mitmachen" ein Buch ins Haus zu holen, mit dem ich auf spielerische Art etwas mehr über meine Geburtsstadt lernen kann, über die Kultur, die Menschen, schöne Ecken und sonstige "Insider"-Informationen. In dieser Hinsicht wurde ich jedoch leider enttäuscht. Es ist ganz deutlich kein Stadtführer, sondern ein reines Mitmachbuch, wie man es wohl gut mit dem berühmten Exemplar "Mach dieses Buch fertig" vergleichen kann.
Die Aufmachung ist, ohne groß um den Brei zu reden, schlichtweg klasse. Man merkt deutlich, wie viel Mühe und Arbeit Autorin, Illustratorin und Graphikerin high K in diese Seiten gesteckt hat. Es gibt hier viele Bilder und viele Details zu betrachten (welche mir an manchen Stellen schon fast ein wenig zu viel Platz wegnehmen). Auch bei den ganzen Ideen, die sich mit einigen Facetten Berlins auseinandersetzen, wurde nicht gegeizt, so werden zum Beispiel die Transportmittel, Sehenswürdigkeiten, die Politik, die Mauer, Museen, die Mode und das Essen aufgegriffen.


So schön das Buch aber auch anzuschauen ist, ich finde trotzdem noch Kritikpunkte. Diese betreffen vor allem die Aufgaben, die hier gestellt werden. Der Großteil davon befasst sich damit, etwas zu kritzeln oder zu malen. Verbinde die Punkte, male Menschen auf den Bahnsteig, male den Gesichtsausdruck deines Taxifahrers (allein dafür gehen zwei Seiten drauf!), bemale die Mauer, vervollständige die Tiere des Berliner Zoos mit Schwänzen, Köpfen und Füßen, male deine eigene Kleiderkollektion und so weiter und so fort. Man kann sich natürlich auch eine der anderen Aufgaben aussuchen, bei denen man schreibt, schneidet, bastelt oder rätselt. Was mich aber im Endeffekt stört, ist, dass viele Aufgaben so unnütz sind. Zumindest die meisten Seiten bräuchte man sich nach der Bearbeitung - insofern man in diese überhaupt Zeit investieren möchte - nie wieder anzuschauen, weil sie dann einfach nicht mehr von Interesse wären und keinerlei Nährwert hätten. Allein der sogenannte "Offline Blog" wäre es wirklich wert, wieder durchgeblättert zu werden, da man dort Platz hat, Ereignisse und Erfahrungsberichte niederzuschreiben und kleine Bilder einzukleben. Insgesamt richtet sich das Buch, meiner Meinung nach, am ehesten an Touristen, die einen Städtetrip nach Berlin wagen. Doch andererseits ist dieses Buch eher nach dem Motto "irgendwie die Zeit totschlagen", womit Touristen unterwegs wohl am wenigsten auf ein Problem stoßen dürften, als dass sie gelangweilt herumsitzen und irgendetwas in ein Buch kritzeln müssten.

FAZIT l Ich bin, wie man vielleicht schon merkt, etwas zwiegespalten. Einerseits ist die Aufmachung schön und besonders wegen der zusätzlichen englischen Übersetzung eignet es sich bestimmt gut als Gastgeschenk auch an ausländische Touristen, andererseits sind die knapp dreizehn Euro für ein Spaßbuch, welches überhaupt nicht als Stadtführer und eher weniger als Reisetagebuch geeignet ist, ziemlich happig. Das muss wahrscheinlich einfach jeder mit sich selbst ausmachen. Ich vergebe dafür jedenfalls insgesamt drei von fünf Teekannen.

Dienstag, 19. Februar 2013

Mein Februar-Mixtape

Und schon haben sich wieder zehn Songs angesammelt. Für Zwischendurch präsentiere ich also einen Mix, der aus vielen tollen Neuentdeckungen meinerseits besteht (wie The Lumineers, First Aid Kit & Skinny Lister), jedoch sind selbstverständlich auch einige altbewährte Stücke dabei. Was habt ihr so gehört in letzter Zeit?

Donnerstag, 14. Februar 2013

Zu einer ethischen Bank wechseln

Nummer neun auf meiner Liste der 101 Dinge, die ich in 1001 Tagen machen möchte, lautet "Zu einer ethischen Bank wechseln". Ich finde dieses Anliegen sehr wichtig, schließlich möchte ich nicht mit meinem Geld indirekt Atomenergie, Tierversuche, die Verletzung der Menschenrechte oder anderes mieses Zeug unterstützen. Trotzdem wollte ich mich diesem Punkt eigentlich in nächster Zeit noch nicht widmen, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Denn die Allianz Bank, bei der ich bisher war, schließt ihre Pforten. Mein Sparkonto, und später dann auch mein Girokonto, haben wir einfach aus dem Grund dort angelegt, da Bekannte unserer Familie bei der Allianz arbeiten und es damals so bequem war, wenn sie alles Schriftliche für uns geklärt und uns vielleicht noch den einen oder anderen Vorteil herausgeholt haben. Das hat sich nun jedoch alles erledigt und eigentlich kommt mir das auch ganz recht. 
So habe ich mich in den letzten Tagen nach einer neuen und ethischen Bank umgesehen und habe mich schließlich für die GLS Bank entschieden. Die Internetseite beantwortet mir einfach viele Fragen, die die Seiten von anderen ethischen Banken offen ließen. Die Sympathie zu der Aufmachung der Seite, den dort getroffenen Aussagen und dem Angebot ist auch einfach da. Ein Girokonto mit Online-Banking ist für mich in Form eines "Jungen Kontos" beispielsweise kostenlos und ich kann angeben, wohin genau mein Geld fließen soll. Hundertprozentig überprüfen kann ich letzteres natürlich nicht, da muss man wohl einfach auch ein Stück weit Vertrauen haben. Ich habe schließlich immer noch die Hoffnung, dass nicht alle Menschen Arschlöcher sind.
Ein kleiner Minuspunkt ist, dass ich mit der GLS Bank nur noch bei Volks- und Raiffeisenbanken (und den eher seltenen GLS Fillialen) kostenlos Geld abheben kann, wo ich dies vorher ganz bequem bei allen zur Cash Group gehörenden Banken konnte. Aber immerhin gibt es allein bei uns in der Stadt schon zwei Volksbanken und auch sonst wird das sicherlich kein großes Problem darstellen, wenn man sich vor dem Verreisen ein wenig informiert.
So werde ich also demnächst noch ein paar Formulare ausfüllen, Verträge unterschreiben und somit die Eröffnung meines Kontos dort abschließen. Dann kann ich auch diesen Punkt abhaken.

Sonntag, 10. Februar 2013

Ab mit dem Kopf! - Zwischenstand III

"Och nö, was hat die sich denn da wieder für ein neues Projekt herausgesucht?" Nein, liebe Leute. Diese Unterfangen ist keineswegs neu, sondern stammt vielmehr aus den Untiefen meines Blogarchivs. Richtig, da war ja noch was. Vor über einem Jahr, nämlich im November 2011 (meine Güte ist das lang her), hatte ich das Gefühl meine Einkäufe von Kosmetikprodukten ein wenig bremsen zu müssen. Daher beschloss ich, einen eigenen Kosmetikmord zu starten. Ich suchte mir also Produkte aus, die ich aufbrauchen wollte und bevor dies nicht geschehen ist, darf ich mir keine neuen holen. (Ausnahme ist, wenn etwas wie Wimperntusche, Puder oder ähnliche alltäglichen Dinge leer gehen; das darf natürlich nachgekauft werden.) Dass diese Aufgabe schon seine Zeit dauern würde, dachte ich mir, aber dass ich daran über ein Jahr zu knabbern hätte, konnte ich mir nicht vorstellen. Und doch sind die letzten beiden Produkte noch nicht gemordet, auch wenn sie schon deutlichere Gebrauchsspuren vorweisen als beim letzten Eintrag.



Ich denke, so lange wird das mit dem Geleyeliner aus dem essence smokey eyes set und dem Kajalstift nicht mehr dauern, doch vielleicht unterschätze ich das gerade auch. Eigentlich wollte ich hiermit auch nur verkündigen, dass ich das Projekt noch durchziehe, es nicht vergessen habe und durchaus Interesse daran habe, es erfolgreich abzuschließen.
Meine Interesse an Kosmetik hingegen ist im Allgemeinen ziemlich zurückgegangen. Ab und an schaue ich zwar noch Schminkvideos, was ich zu meiner Schande zugeben muss, doch läuft das meistens nur im Hintergrund, ohne dass ich wirklich zuhöre. Manchmal habe ich ein wenig Brabbeln nebenbei ganz gern und die liefern eben oft nach bei diesen eher unaufwändigeren Videos. So viel zu den Rechtfertigungen, um meinen Ruf (welchen Ruf?) nicht gänzlich zu ruinieren. Wie dem auch sei, da ich mir keine Schminkprodukte kaufen "darf", interessieren mich auch keine limitierten Editionen, Sortimentsumstellungen oder Produktvorstellungen mehr. Auch dauern die Besuche in den Drogeriemärkten nicht so lange wie früher, da ich an den Schminktheken nun locker vorbeigehen kann, ohne sie überhaupt eines Blickes zu würdigen. Irgendwie gefällt mir das so gut, dass ich schon überlege, wieder neue Produkte in den Kosmetikmord hineinzunehmen, damit es länger andauert und ich nicht Gefahr laufe, wieder in alte Verhaltensmuster mit unüberlegten, unnötigen Produkteinkäufen zu verfallen. Doch einerseits möchte ich nicht noch in drei Jahren darüber schreiben und andererseits ist die Wahrscheinlichkeit nach etlichen Monaten hoffentlich zunehmend geringer geworden, dass letzteres eintritt. Daher belasse ich es einfach bei diesen beiden Dingen.
Ich begebe mich also jetzt in den Endspurt für dieses Projekt und folge den weisen Worten der Herzkönigin: Ab mit dem Kopf! (Ist sie hier und hier nicht einfach herzallerliebst?)

Mittwoch, 6. Februar 2013

Road Trips, die sich lohnen

Das Buch "Unterwegs" von John Kerouac hat mir so gar nicht gefallen wollen und das, obwohl ich eigentlich ziemlich auf Road Trips stehe. Man kann aber schließlich nicht alles haben und vielleicht ist das auch nicht schlecht, denn dadurch kann ich die anderen Geschichten noch mehr zu schätzen wissen. Daher möchte ich hier die Gelegenheit nutzen, um die Bücher über Road Trips oder Reisen vorzustellen, die ich sehr gern gelesen habe. 

"Tschick" von Wolfgang Herrndorf
In dem 2010 erschienenen Roman geht es um den 14-jährigen Maik Klingenberg. Seine Mutter ist Alkoholikerin und befindet sich in der Entzugsklinik, sein Vater ist mit seiner Assistentin und gleichzeitig Geliebten auf Geschäftsreise, sodass Maik die Sommerferien voraussichtlich allein in der elterlichen Villa in Marzahn verbringen wird, denn auch Freunde hat er keine. Bis plötzlich Tschick bei ihm auftaucht. Tschick heißt eigentlich Andrej Tschichatschow, ist Russlanddeutscher und nicht gerade ein Musterbeispiel an Integration. Er geht in die gleiche Klasse wie Maik und hat ebenfalls keine Freunde. Tschick steht eines Tages mit einem gestohlen Wagen vor der Tür und die beiden Jungen machen sich auf eine unvergessliche Reise durch die Provinz Deutschlands.

"Drop City" von T. C. Boyle
Die Hippiekommune Drop City wohnt auf einem Grundstück in Kalifornien. Etwa 60 Mitglieder gehören dazu und jeder Aussteiger ist willkommen. Das Leben ist geprägt von Drogen, freier Liebe und dem Versuch, im Einklang mit der Natur zu leben. Den umliegenden Farmern und Bewohnern ist dies ein Dorn im Auge und eines Tages steht der Gruppe eine Zwangsräumung bevor. Die Gemeinschaft entschließt sich, mit dem Bus nach Alaska zu ziehen.
Ein zweiter Handlungsstrang in diesem Buch erzählt von dem Pärchen Sess und Pamela, die sich bereits in Alaska befinden und deren Geschichte sich mit der der Hippiekolonne verknüpfen soll, sobald diese in Alaska angekommen ist.
Keine reine Road Trip-Geschichte, doch trotzdem sehr empfehlenswert, wenn man sich auch für das Aussteigerleben interessiert.


"Becks letzter Sommer" von Benedict Wells
Hier wird die Geschichte des Lehrers Robert Beck erzählt, der Ende 30 ist und eine eher mittelmäßige Musikerkarriere hinter sich hat. Als er in seiner Klasse dem hochgradig talentierten Musiker Rauli aus Litauen begegnet, wittert er die Chance, doch noch in das Musikgeschäft als Manager einsteigen zu können. Als daraus nichts zu werden scheint, wartet auch schon die nächste Aufgabe. Er muss er sich mit seinem einzigen Freund Charly und Rauli auf den Weg machen, um Charlys kranke Mutter zu besuchen. Eine Reise von München durch Osteuropa bis nach Istanbul beginnt.

"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson
Eigentlich muss ich zu diesem Buch wohl nicht mehr viel sagen. Die meisten haben sicherlich davon gehört und viele haben es gelesen. Aber der Vollständigkeit halber und weil es mir so gut gefallen hat, kommt es trotzdem mit rein.
Allan Karlsson wird einhundert Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern, doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf ein Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne - er verschwindet einfach. Mit seiner Flucht soll er ganz Schweden in Aufregung versetzen. Neben diesem amüsanten Abenteuer erzählt der Roman jedoch auch von Karlssons bisherigem Leben. Obwohl dieser sich nämlich eigentlich nicht für Politik interessiert, war er trotzdem immer wieder irgendwie in die historischen Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts verwickelt.

"In die Wildnis - Allein nach Alaska" von Jon Krakauer
Im August 1992 wurde die Leiche von Christopher McCandless im Eis von Alaska gefunden. Nach seinem Universitätsabschluss hatte er zwei Jahre zuvor seine gesamten Ersparnisse der Wohlfahrt gespendet, den Namen "Alexander Supertramp" angenommen und sich daran gemacht, das Leben für sich neu zu erfinden. Auf der Suche nach ungefilterten Erfahrungen ist er quer durch Nordamerika gereist, bis er sich schließlich dazu entschloss, die Zivilisation hinter sich zu lassen und in der Landschaft Alaskas in die wilde und einsame Schönheit der Natur einzutauchen.
Das Buch, mit dem für mich alles angefangen hat. Meine Liebe zu Reisen, zu der rohen Wildnis Alaskas und eine Veränderung vieler meiner Sichtweisen. Diese wahre Geschichte ist schlichtweg inspirierend und berührend.


"Fast genial" von Benedict Wells
In der Tat, noch ein Buch von Benedict Wells. In diesem Roman geht es um Francis. Francis ist knapp achtzehn Jahre alt und wohnt mit seiner alleinerziehenden Mutter in einem heruntergekommenen Trailerpark in New Jersey. Eines Tages erfährt er, dass er seine Existenz offenbar einem absurdem Experiment zu verdanken hat, an dem seine Mutter damals teilnahm. Sein Vater ist zudem kein Versager, der seine Familie im Stich ließ, sondern ein genialer Wissenschaftler aus Harvard. Mit der Hoffnung, damit seinem Leben eine ganz neue Wendung zu geben, macht sich Francis gemeinsam mit seinem besten Freund und dem Mädchen seines Herzens auf die Suche nach ihm.
Das Ende könnte gleichermaßen als gemein oder als genial bezeichnet werden, doch so oder so, es geschieht nicht das, was man erwartet hatte.

"Ohne Geld bis ans Ende der Welt" von Michael Wigge
Michael Wigge stellt es auf die Probe: Ist es zu schaffen, ohne einen Cent in der Tasche von Berlin bis in die Antarktis zu reisen? Seine einmalige Reise mit vielen Erfahrungen und Strapazen wird hier humorvoll und spannend wiedergegeben. So ganz "ohne Geld" läuft das dabei dann aber doch nicht ab, da sich Wigge unterwegs einiger interessanter Methoden bedient, mit denen er sich ein bisschen etwas verdient, doch zu Beginn ist jedenfalls kein Startkapital gegeben und das ist schließlich die Herausforderung. Alles in allem ein kurzweiliges, lesenswertes Abenteuer.  

Kennt ihr noch andere Bücher, die in diese Richtung gehen und Road Trips beziehungsweise Reisen behandeln? Immer her mit den Empfehlungen!
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