Freitag, 21. Juni 2013

30 Tage - 30 Schätze: Nervige Schullektüre

Tag 21: Ein Buch, das ich in der Schule lesen musste und das einfach nur blöd war

Die meisten Bücher, die ich in der Schule lesen musste, mochte ich eigentlich ganz gern. "Der Sandmann" von E. T. A. Hoffmann und "Furcht und Elend des Dritten Reiches" von Bertolt Brecht sind zum Beispiel schlichtweg als grandios zu bezeichnen. Da war ich wirklich sehr glücklich über die Auswahl meiner Lehrerin.
Meine meist verhasste Schullektüre ist und bleibt jedoch "Effi Briest" von Theodor Fontane. Also wirklich, dieses Buch wurde doch geschrieben, um den Leser zu quälen. Die Protagonistin, die zwischenzeitlich schon den Namen Steffi Biest verpasst bekam, hätte ich am liebsten in regelmäßigen Abständen erwürgt. Nachdem wir im Unterricht mit der Besprechung dieses Buches fertig waren, habe ich es auch sofort in die Altpapiertonne geworfen.

Die siebzehnjährige Effi von Briest wird mit dem doppelt so alten Landrat Baron von Innstetten verheiratet. Bald fühlt sie sich einsam und gelangweilt. Das ändert sich erst, als der leichtlebige und Prinzipien verachtende Major Crampas um sie wirbt, obwohl auch er verheiratet ist. Effi fühlt sich hin- und hergerissen zwischen den gesellschaftlichen Erwartungen und ihrer Sehnsucht nach romantischen Gefühlen. Wegen ihrer Schuldgefühle ist sie froh, als Innstetten Ministerialrat wird und mit ihr nach Berlin umziehen will, denn sie hofft, damit der Einsamkeit, Langeweile und der Versuchung durch von Crampas zu entkommen.

Kommentare:

  1. Das unterschreib ich einmal so, mit Effi Briest hab ich mich auch am meisten gequält. Ich bin bis jetzt auch im Studium nicht mit Fontane warm geworden. Er hat das Talent, seine Charaktere zu Nervensägen zu machen, über die man permanent die Augen verdrehen möchte.

    An zweiter Stelle meiner schlimmsten Schullektüre steht "Frühlingserwachen" von Wedekind. Das fanden die meisten meiner Klassenkameraden damals aber gerade gut...

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    1. Oh stimmt, "Frühlingserwachen" haben wir auch gelesen. Das habe ich ganz verdrängt, das hat mir nämlich auch gar nicht gefallen.

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  2. Ohje! Das Buch habe ich zwar noch nicht gelesen, aber ich besitze es zweimal und wollte es unbedingt mal gelesen haben. Kann doch nicht so furchtbar sein...denke ich mir.
    Mir bleibt "der Schimmelreiter" noch ganz schlecht in Erinnerung. Ansonsten habe ich auch alles gern gelesen.

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    1. Probiere es einfach. Du hast ja dann den Vorteil, es einfach weglegen zu können und keine Aufsätze darüber schreiben zu müssen, wenn es dir nicht gefallen sollte. ;)

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  3. Ich bin eine von denen, die sich wünschen, Effi Briest wäre von ihrer Schaukel gefallen. So ein verzogenes, weltfremdes und weinerliches Gör.

    Woran ich gerne zurückdenke ist "Das Parfum" (von der Klausur dazu träume ich heute noch sehr begeistert) und auch "Antigone" von Jean Anouilh war klasse.
    Was keine derartigen Begeisterungsstürme ausgelöst hat war "Der fremde Freund" von Christoph Hein. "Homo Faber" hat auch erst ein wenig Anlaufzeit gebraucht, aber es zu analysieren war sehr spaßig. "Faust I" mochte ich auch nicht. Das Buch halte ich für reichlich überschätzt.
    Insgesamt haben wir aber viel gutes gelesen. War eine sehr schöne Auswahl. Hm, eigentlich könnte ich darüber auch mal schreiben ^^

    Ah, meine schlimmste Schullektüre stammt noch aus der Anfangszeit. Schon fast verdrängt, das "gute" Buch. "Anna in der Wand". Zum Schreien dämlich.

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  4. Thomas Mann mit "Der Erwählte". Ich habe mich noch nie, nie, nie so durch ein Buch gequält, ich musste jede Seite beinahe doppelt lesen, weil sie unverständlich war oder ich mit meinen Gedanken abschweifte.
    Aber Effie Briest fand ich ganz gut, das Mädchen war einfach typisch einfältig und dumm.

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  5. Ja, wenn es ein Buch gibt, welches ich aus der Schulzeit noch hasse, dann ebenfalls "Effi Briest". Lustig, mit dieser Meinung nicht allein zu sein.
    Ich musste erst neulich an das Werk denken, als ich den letzten "Anna Karenina"-Film gesehen habe :D

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