Sonntag, 5. Mai 2013

Der große Trip von Cheryl Strayed

AUTOR l Cheryl Strayed
TITEL l Der große Trip - Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst
ORIGINALTITEL l Wild
GENRE l Reise & Abenteuer, Biographie
VERLAG l Kailash Verlag (2013)
SEITEN l 444
AUSZUG l "Es war eine Welt, in der ich nie gewesen war, von der ich aber die ganze Zeit gewusst hatte, dass sie da war, eine Welt, in die ich traurig und verstört, voller Furcht und Hoffnung getaumelt war. Eine Welt, von der ich hoffte, sie würde mich zu der Frau machen, die ich werden zu können glaubte, und zugleich in das Mädchen zurückverwandeln, das ich einmal gewesen war. Eine Welt, die gut einen halben Meter breit und 4284 Kilometer lang war.
Eine Welt namens Pacific Crest Trail."

Hier entlang zur LESEPROBE.

ANMERKUNG l Das Buch, welches man hier käuflich erwerben kann, wurde mir im Rahmen der Internetseite "Blogg dein Buch" vom Kailash Verlag zur Verfügung gestellt. Einzige Bedingung für den Erhalt ist eine schriftliche Rezension auf meinem Blog.

INHALT l Pacific Crest Trail - ein Fernwanderpfad der mitten durch die Wildnis von der mexikanischen bis zur kanadischen Grenze führt. Als die damals 26-Jährige Cheryl Strayed ein Reiseführer über diesen verheißungsvollen Weg in die Hände fällt, weiß sie, dass sie ihn gehen muss, um sich zu retten: vor den Erinnerungen an den Tod ihrer Mutter und das Scheitern ihrer Ehe, die sie in einen emotionalen Abgrund gerissen haben, aus dem sie sich erfolglos mit bedeutungslosen Affären und Drogen zu befreien versuchte. Und so bricht sie 1995 auf, eine Frau ohne Trekkingerfahrung allein in der Wildnis. Klapperschlangen und Schwarzbären, Hitze und Strapazen, Abenteuer und Einsamkeit sind Cheryl Strayeds Begleiter auf dieser Reise, die sie fast umbringt, dann stärkt und schließlich heilt.

REZENSION l Der Aufkleber, der sich auf der Hülle dieses Buches befand, versprach mir "Eat, Pray, Love meets Hape Kerkeling", was mich jedoch nur noch skeptischer machte, als ich es ohnehin schon war. Doch trotz meiner Furcht vor esoterischem Geschwafel dieses angepriesenen Selbstfindungsschmöker, habe ich mich für "Der große Trip" beworben, denn an Geschichten (besonders wahren) über Reisen und Abenteuern kann ich selten vorbei gehen.

Und so fing ich an, die Geschichte von Cheryl Strayed zu lesen, die zunächst mit den Vorereignissen zu dieser großen Reise beginnt. So weit, so gut. Als die Autorin jedoch bei Seite 70 immer noch nicht angefangen hat, von der eigentlichen Wanderung zu berichten, wollte ich dieses Buch schon abschreiben. Doch zum Glück las ich weiter und wurde mit jeder Zeit immer begeisterter von dem Buch, so sehr faszinierte mich ihr Abenteuer. Im Nachhinein ziehe ich meine Beschwerde über die ersten 70 Seiten also zurück. Denn sie waren wichtig, um die Bedeutung ihrer Erfahrungen auf dem Pacific Crest Trail zu verstehen und nachvollziehen zu können. Auch im Laufe des Buches, erzählt sie von ihrem Leben vor dem großen Trip, ihrer Kindheit und Jugend, ihrer Ehe, dem Tod ihrer Mutter und dessen Folgen. Dies ist also nicht nur ein Buch über eine Wanderung in der Wildnis, es beinhaltet zudem biographische Züge.
Auch die Monate auf dem Pacific Crest Trail, auf dem sie Tausende von Kilometern zurücklegt, werden sehr subjektiv beschrieben. Nur hier und da am Rande erfährt man wirklich Fakten über den Wanderweg und die Ortschaften, durch die er sie führt. Ansonsten geht es um Dinge, die Cheryl Strayed vorrangig an den jenen Tagen beschäftigten: Wie lange wird ihr Wasservorrat halten? Wie weit kommt sie noch mit ihrem großen, schweren Rucksack, den sie schon aus Hassliebe "Monster" nennt? Wie schnell wird sich ihr Körper an die Strapazen gewöhnen? Wann werden die Wunden und ihre geschundenen Füße heilen? Wie soll sie sich vor wilden Tieren schützen, wenn sie ihr gefährlich nah kommen? Wird sie es überhaupt bis zum Ende schaffen? Wie wird es nach der Wanderung mit ihrem Leben weitergehen?

Dabei fand ich es sehr bemerkenswert, dass sie vorher noch überhaupt keine Erfahrungen mit dem Wandern und dem Zelten in der freien Natur hatte, sondern einfach auf gut Glück losgestiefelt ist. So werden hier auch Sachen erzählt, die eingefleischte Wanderer in ihren Büchern vielleicht gar nicht erwähnen würden, weil es ihnen schon so vertraut ist. An die vielen Entbehrungen, die es gibt, wenn man nur aus einem Rucksack lebt, muss sich schließlich erst gewöhnt werden. Natürlich lernt sie aber im Laufe der Zeit dazu - entweder am eigenen Leib oder von anderen Wanderern, denen sie auf dem Weg begegnet. Das gesamte Buch über fiebert man mit ihr, ob Trauer, Angst, Verzweiflung, Schmerz, Stolz, Freude, Ironie oder Glückseligkeit. Ich bin letztendlich wirklich froh, es doch gelesen zu haben.
Chery Strayed gebührt definitiv mein Respekt für ihre Leistungen auf dem Pacific Crest Trail. Wenn doch alle Selbstfindungsbücher so wären...

FAZIT l In "Der große Trip" geht es nicht nur um eine Wanderung durch die amerikanische Wildnis, sondern auch um die Person Cheryl Strayed und ihr Leben. Wer sich auf viele Informationen über den Pacific Crest Trail freut, ist hier an der falschen Adresse. Doch viel besser noch, trifft man hier auf eine packende Geschichte mit Charme und Humor, die durch grenzenlose Ehrlichkeit berührt und überzeugen kann. Absolut empfehlenswert!


Kommentare:

  1. Ein wirklich sehr schönes Buch <3

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA

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  2. Ehrlich gesagt hätte mich das Buch vom Cover her nie angesprochen, aber nach deiner Rezension denke ich da anders drüber :'D

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