Mittwoch, 6. Februar 2013

Road Trips, die sich lohnen

Das Buch "Unterwegs" von John Kerouac hat mir so gar nicht gefallen wollen und das, obwohl ich eigentlich ziemlich auf Road Trips stehe. Man kann aber schließlich nicht alles haben und vielleicht ist das auch nicht schlecht, denn dadurch kann ich die anderen Geschichten noch mehr zu schätzen wissen. Daher möchte ich hier die Gelegenheit nutzen, um die Bücher über Road Trips oder Reisen vorzustellen, die ich sehr gern gelesen habe. 

"Tschick" von Wolfgang Herrndorf
In dem 2010 erschienenen Roman geht es um den 14-jährigen Maik Klingenberg. Seine Mutter ist Alkoholikerin und befindet sich in der Entzugsklinik, sein Vater ist mit seiner Assistentin und gleichzeitig Geliebten auf Geschäftsreise, sodass Maik die Sommerferien voraussichtlich allein in der elterlichen Villa in Marzahn verbringen wird, denn auch Freunde hat er keine. Bis plötzlich Tschick bei ihm auftaucht. Tschick heißt eigentlich Andrej Tschichatschow, ist Russlanddeutscher und nicht gerade ein Musterbeispiel an Integration. Er geht in die gleiche Klasse wie Maik und hat ebenfalls keine Freunde. Tschick steht eines Tages mit einem gestohlen Wagen vor der Tür und die beiden Jungen machen sich auf eine unvergessliche Reise durch die Provinz Deutschlands.

"Drop City" von T. C. Boyle
Die Hippiekommune Drop City wohnt auf einem Grundstück in Kalifornien. Etwa 60 Mitglieder gehören dazu und jeder Aussteiger ist willkommen. Das Leben ist geprägt von Drogen, freier Liebe und dem Versuch, im Einklang mit der Natur zu leben. Den umliegenden Farmern und Bewohnern ist dies ein Dorn im Auge und eines Tages steht der Gruppe eine Zwangsräumung bevor. Die Gemeinschaft entschließt sich, mit dem Bus nach Alaska zu ziehen.
Ein zweiter Handlungsstrang in diesem Buch erzählt von dem Pärchen Sess und Pamela, die sich bereits in Alaska befinden und deren Geschichte sich mit der der Hippiekolonne verknüpfen soll, sobald diese in Alaska angekommen ist.
Keine reine Road Trip-Geschichte, doch trotzdem sehr empfehlenswert, wenn man sich auch für das Aussteigerleben interessiert.


"Becks letzter Sommer" von Benedict Wells
Hier wird die Geschichte des Lehrers Robert Beck erzählt, der Ende 30 ist und eine eher mittelmäßige Musikerkarriere hinter sich hat. Als er in seiner Klasse dem hochgradig talentierten Musiker Rauli aus Litauen begegnet, wittert er die Chance, doch noch in das Musikgeschäft als Manager einsteigen zu können. Als daraus nichts zu werden scheint, wartet auch schon die nächste Aufgabe. Er muss er sich mit seinem einzigen Freund Charly und Rauli auf den Weg machen, um Charlys kranke Mutter zu besuchen. Eine Reise von München durch Osteuropa bis nach Istanbul beginnt.

"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson
Eigentlich muss ich zu diesem Buch wohl nicht mehr viel sagen. Die meisten haben sicherlich davon gehört und viele haben es gelesen. Aber der Vollständigkeit halber und weil es mir so gut gefallen hat, kommt es trotzdem mit rein.
Allan Karlsson wird einhundert Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern, doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf ein Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne - er verschwindet einfach. Mit seiner Flucht soll er ganz Schweden in Aufregung versetzen. Neben diesem amüsanten Abenteuer erzählt der Roman jedoch auch von Karlssons bisherigem Leben. Obwohl dieser sich nämlich eigentlich nicht für Politik interessiert, war er trotzdem immer wieder irgendwie in die historischen Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts verwickelt.

"In die Wildnis - Allein nach Alaska" von Jon Krakauer
Im August 1992 wurde die Leiche von Christopher McCandless im Eis von Alaska gefunden. Nach seinem Universitätsabschluss hatte er zwei Jahre zuvor seine gesamten Ersparnisse der Wohlfahrt gespendet, den Namen "Alexander Supertramp" angenommen und sich daran gemacht, das Leben für sich neu zu erfinden. Auf der Suche nach ungefilterten Erfahrungen ist er quer durch Nordamerika gereist, bis er sich schließlich dazu entschloss, die Zivilisation hinter sich zu lassen und in der Landschaft Alaskas in die wilde und einsame Schönheit der Natur einzutauchen.
Das Buch, mit dem für mich alles angefangen hat. Meine Liebe zu Reisen, zu der rohen Wildnis Alaskas und eine Veränderung vieler meiner Sichtweisen. Diese wahre Geschichte ist schlichtweg inspirierend und berührend.


"Fast genial" von Benedict Wells
In der Tat, noch ein Buch von Benedict Wells. In diesem Roman geht es um Francis. Francis ist knapp achtzehn Jahre alt und wohnt mit seiner alleinerziehenden Mutter in einem heruntergekommenen Trailerpark in New Jersey. Eines Tages erfährt er, dass er seine Existenz offenbar einem absurdem Experiment zu verdanken hat, an dem seine Mutter damals teilnahm. Sein Vater ist zudem kein Versager, der seine Familie im Stich ließ, sondern ein genialer Wissenschaftler aus Harvard. Mit der Hoffnung, damit seinem Leben eine ganz neue Wendung zu geben, macht sich Francis gemeinsam mit seinem besten Freund und dem Mädchen seines Herzens auf die Suche nach ihm.
Das Ende könnte gleichermaßen als gemein oder als genial bezeichnet werden, doch so oder so, es geschieht nicht das, was man erwartet hatte.

"Ohne Geld bis ans Ende der Welt" von Michael Wigge
Michael Wigge stellt es auf die Probe: Ist es zu schaffen, ohne einen Cent in der Tasche von Berlin bis in die Antarktis zu reisen? Seine einmalige Reise mit vielen Erfahrungen und Strapazen wird hier humorvoll und spannend wiedergegeben. So ganz "ohne Geld" läuft das dabei dann aber doch nicht ab, da sich Wigge unterwegs einiger interessanter Methoden bedient, mit denen er sich ein bisschen etwas verdient, doch zu Beginn ist jedenfalls kein Startkapital gegeben und das ist schließlich die Herausforderung. Alles in allem ein kurzweiliges, lesenswertes Abenteuer.  

Kennt ihr noch andere Bücher, die in diese Richtung gehen und Road Trips beziehungsweise Reisen behandeln? Immer her mit den Empfehlungen!

Kommentare:

  1. Hey, Danke für die Tipps. Hab mir direkt "In die Wildnis" und "Ohne Geld bis ans Ende der Welt" auf die Wunschliste gesetzt.

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  2. Kennst du "Ihr werdet (noch) merken, wie schnell wir sind" von Dave Eggers oder "Unentschlossen" von Benjamin Kunkel? Könnte was für dich sein. Wobei ich das zweite Buch schon vor so langer Zeit gelesen habe, dass ich es nur noch bruchstückhaft in Erinnerung habe und nicht mehr hundertprozentig sagen kann, wie viel davon Road Trip und wie viel Coming of Age ist.

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    1. Nein, von den beiden habe ich tatsächlich noch nie etwas gehört. Doch vor allem das erste klingt schon ziemlich gut, also vielen Dank für die Erwähnung. :)

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  3. Ist "In die Wildnis" nicht die Buchvorlage zu "Into the Wild"? Fand ich sehr berührend.
    Ansonsten lese ich selbst eigentlich keine Road Trip Bücher. Müsste ich eigentlich mal machen. Kennst du "Amy on the Summer Road"? Hab ich selbst nicht gelesen, soll aber ganz toll sein. :-)

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  4. Tolle Liste! Mir ging es ähnlich, überall war zu lesen, dass Unterwegs ja der große Klassiker bei den Roadtrips sei und ich habe mir das Buch ganz euphorisch bestellt... und war dann ziemlich enttäuscht. Eines der wenigen Bücher, die ich nicht bis zum Ende gelesen habe.

    Der Hundertjährige steht auch auf meiner ToDo-Liste :)

    Der Strand von Alex Garland kann ich noch empfehlen - die Vorlage zum Film mit DiCaprio. Als Buch noch mal etwas eindrucksvoller. Wenn man es denn als Road Trip durch gehen lassen möchte und nicht als Abenteuerroman ;)

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  5. Tschick! Fand ich auch toll. Kann ich total nachvollziehen. TCBoyle will ich auch noch lesen. (: Seine Bücher mag ich meistens..
    Andere Roadtrips? Warte, da muss ich überlegen..
    nein. leider nicht. aber ich liebe solche Bücher auch (: Danke für dein Empfehlungen.

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