Sonntag, 20. Januar 2013

Der Hobbit von J.R.R. Tolkien

AUTOR l J.R.R. Tolkien 
TITEL l Der Hobbit oder Hin und zurück
ORIGINALTITEL l The Hobbit or There and Back Again
GENRE l Fantasy, Abenteuer
VERLAG l Klett-Cotta
SEITEN l 397
AUSZUG l "In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit. [...] Dieser Hobbit war ein sehr wohlhabender Hobbit, und er hieß Beutlin. Die Beutlins wohnten schon seit unvordenklichen Zeiten in der Gegend um den Bühl und galten als sehr achtbare Leute, nicht nur, weil die meisten von ihnen reich waren, sondern auch, weil sie sich nie auf irgendwelche Abenteuer einließen oder etwas Unerwartetes taten. [...] Unsere Geschichte handelt von einem Beutlin, der dennoch in ein Abenteuer hineingeriet und der sich dabei ertappen musste, wie er Dinge sagte und tat, die ihm niemand zugetraut hätte."

Hier geht's zur LESEPROBE.

INHALT l Der Hobbit Bilbo Beutlin aus dem Auenland führt ein friedliches und gemütliches Leben in seiner Hütte. Bis zu dem Tag, an dem er durch den Zauberer Gandalf und dreizehn Zwergen in seiner Ruhe gestört wird. Sie bitten Bilbo um Hilfe, die lang verlorene Zwergenstadt Thal samt eines großen Schatzes aus den Klauen des Drachen Smaug zu befreien. Bevor er sich versieht, wird er plötzlich ohne Hut und Spazierstock Teil einer Reise, in welcher er sich zahlreichen Abenteuern stellen und dabei vielen gefährlichen Wesen wie Trollen, Orks, Riesenspinnen und Elben gegenübertreten muss. Wird er den Zwergen dabei helfen können, die Zwergenstadt zurückzuerobern?

REZENSION l Ich habe noch nie zuvor ein Buch von Tolkien gelesen oder auch nur eine Verfilmung zu einem seiner Werke gesehen. An die "Der Herr der Ringe"-Filme wollte ich mich zwar schon mehrmals wagen, doch irgendwie wurde unsere Begegnung immer wieder vereitelt. Daher war dies mein erster Tolkien und ein bisschen ärgere ich mich nun, das ich alles rund um Tolkien bisher sträflichst ignoriert habe.
Vorab habe ich schon häufiger gehört, dass viele mit Tolkiens Schreibweise nicht so klar kommen, weil sie viele, lange Beschreibungen enthält, die ziemlich anstrengend zu lesen sein sollen. Ich befürchtete schon das Schlimmste, doch im Endeffekt, muss ich sagen, bin ich positiv überrascht von "Der Hobbit". Ja, Tolkien beschreibt gern und viel und ist ein großer Freund langer Sätze, doch das hat mich überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil, ich fand die Ausführungen rund um Mittelerde ziemlich interessant und die Beschreibungen schufen eine schöne Atmosphäre. Die Geschichte folgt im Prinzip dem typischen Abenteuer-Schema "Person X zieht in die große weite Welt, um eine Aufgabe zu erfüllen, findet unterwegs neue Bekanntschaften, kommt in lebensbedrohliche Situationen, aus denen sie sich herauswinden muss, dann folgt ein großes Finale und sie kehrt nach Hause zurück", aber die fantastische Welt Tolkiens hat den Plot durch unbekannte Orte und Wesen doch aufgelockert und interessanter gestaltet. So ziehen wir gemeinsam mit den Helden unter anderem durch das Nebelgebirge und den Düsterwald, treffen auf Orks, Wargen, Elben und auch Gollum, der selbst mir ein Begriff war, hat in dieser Geschichte schon seinen ersten Auftritt.
Was mir besonders gut gefallen hat, war der kleine Hobbit und die Entwicklung seines Charakters. Man kann gut beobachten wie er nach und nach vom gemütlichen, ruhigen Kerlchen zum immer mutigeren, entschlosseneren Hobbit wird, ohne aber ganz seine "alte" Persönlichkeit hinter sich zu lassen. Irgendwie habe ich Bilbo Beutlin im Laufe der Geschichte richtig ins Herz geschlossen. Umso bedauerlicher finde ich es, dass man die Zwerge nur so oberflächlich kennenlernt. Natürlich sind es immerhin dreizehn und alle ausführlich vorzustellen, wäre zu viel des Guten, doch im Endeffekt war ich bloß so weit, ungefähr zu wissen, dass zwei Zwerge jünger waren und einer einen besonders breiten Bauchumfang vorzuweisen hatte. Die ähnlichen Namen der Zwerge (Thorin, Fili, Kili, Balin, Dwalin, Oin, Gloin, Ori, Nori, Dori, Bifur, Bofur, Bombur) taten ihr Übriges.
Insgesamt habe ich das Buch jedoch richtig gern gelesen und werde mir auf jeden Fall noch die hochgelobte Verfilmung plus Fortsetzungen ansehen. Ich bin gespannt, wie sie die Geschichte in drei Filme aufteilen und vor allem umsetzen. Auch den Schritt Richtung "Der Herr der Ringe" werde ich bestimmt machen, um einfach mehr über Mittelerde zu erfahren (und endlich mal mitreden zu können).

AUSGABE l Es gibt viele hübsche Ausgaben von "Der Hobbit", wie ich beim Stöbern im Internet feststellen durfte. Diejenige aus unserer Stadtbibliothek wartete mit Zeichnungen und Bildern von Alan Lee auf. Es ist nun nicht mein Lieblingszeichenstil, der sich mir da bot, jedoch war es ein nettes Gimmick. Die Illustrationen waren sowohl auf den Textseiten (in schwarzweiß), als auch auf zusätzlichen Hochglanzseiten (farbig) zu finden. Obwohl ich mir bei den ganzseitigen, farbigen Bildern gewünscht hätte, dass sie wirklich an der Stelle eingefügt sind, an der die entsprechende Szene vorkommt. So kam manches Bild zu früh und man wusste im Prinzip schon, worauf es auf den nächsten Seiten hinausläuft. Auch eine Karte war übrigens im Buch vorhanden.

Desweiteren fand sich in dieser Ausgabe die Hobbit-Übersetzung von Wolfgang Krege und damit wohl auch die allgemein beliebtere, im Gegensatz zur Übersetzung von Walter Scherf ("Der kleine Hobbit"). Ich kann das nicht beurteilen, da ich ja nur diese eine von Krege kenne, aber ich las, vor allem die Liedverse, die hier und da in der Geschichte auftauchen, sollen besser und ausführlicher übersetzt worden sein und auch sind die Namen der Charaktere denen aus "Der Herr der Ringe" angepasst, wo es bei der anderen Unterschiede gegeben hat. Also wer nach diesem Buch gleich mit "Der Herr der Ringe" weitermachen möchte, sollte vielleicht darauf achten, um nicht vollständig durcheinander zu kommen.


FAZIT l Eine durchaus gelungene Abenteuergeschichte für Groß und Klein mit einem sehr wortgewandten Schreibstil und dem sympathischen kleinen Hobbit Bilbo Beutlin. Ich vergebe vier von fünf Teekannen!

 

Kommentare:

  1. Ui, schaut gut aus. Vielleicht solltest du dich also an die Herr der Ringe-Bücher ranmachen. Sollen bekanntlich besser sein, als der Hobbit!

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  2. Ich habe Herr der Ringe ganz schlimm gefunden. Ich habe es nur gelesen, weil ich nach dem 1. Film wissen wollte, wie es weitergeht. In Buch gehen sie wirklich NUR spazieren, gefühlte trölftausend Seiten lang, dann pfeiffen und singen sie zwischendurch auch Lieder, die abgedruckt sind. Alles was im Film eben 10 Minuten sind, sind im 1. Buch zig Seiten. Gähn. Ich war froh, als ich endlich durch war. Meine Güte, war ich enttäuscht.
    Bekannte meinten aber, dass der Hobbit besser weil leichter zu lesen sei und deshalb unterhaltsamer. Vielleicht belasse ich es bei den Filmen...mal sehen

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