Samstag, 29. September 2012

Kopfgrütze #3 - Bewerbungen, Fahrschule, Serien

Momentan läuft hier selten etwas, wie es soll. Für meinen Wunschstudiumgang bin ich leider nicht angenommen worden. War eigentlich auch zu erwarten, muss ich im Nachhinein zugeben. Zwar haben mich zwei andere Unis angenommen, aber im Endeffekt bin skeptisch, ob diese Studiengänge hundertprozentig etwas für mich sind und ich möchte nicht irgendetwas studieren, nur um überhaupt zu studieren. Ich hoffe, ich kann die Zeit bis zum Studium - denn studieren möchte ich auf jeden Fall irgendwann - mit Praktika oder einer Ausbildung überbrücken.
Wenn das möglichst bald wäre, würde mich das auch nicht stören, denn langsam drückt mir die Warterei und Ungewissheit schwer im Magen, jedoch kann ich wohl momentan kaum mehr machen, als eine Bewerbung nach der nächsten herauszuschicken.

Sonst vertreibe ich mir gerade die Zeit damit, mir das Wichtigste in Word und Excel selbst beizubringen (beherrsche ich leider gar nicht mehr, wird aber oft als Voraussetzung in Stellenangeboten genannt) und mich ein wenig handwerklich zu betätigen. Neben der Buchschatulle, die ich gerade mühsam anfertige, stricke ich gern folgende Täschchen, die ich ganz schick finde. Vielleicht sollte ich sie in Serie produzieren und verkaufen, um überhaupt etwas mit meinem gegenwärtigen Leben anzufangen.


Am Freitag habe ich mich bei einer Fahrschule angemeldet. Ich weiß zwar noch gar nicht, wie wir das mit der Finanzierung gebacken kriegen sollen, doch probiere ich einfach die Zeit gerade so wenig sinnlos wie möglich vergehen zu lassen. Der Gedanke, in ein paar Wochen in einem Auto zu sitzen und fahren zu lernen, ist jedoch irgendwie seltsam. Ich bewege mich sonst praktisch nur mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln fort. Und wenn ihr wüsstet, wie ich bisher Fahrrad fahre, würdet ihr euch wahrscheinlich wundern, dass ich überhaupt noch lebe, aber auf einmal soll ich mich an Regeln und Vorschriften halten. Das ist irgendwie so erwachsen, ohje.

Kommen wir zu ein paar weniger jammervollen Themen, sonst wird der Beitrag zu bemitleidenswert. Ich habe wieder angefangen, bei Twitter ein bisschen mitzumischen. Eigentlich habe ich davon nie viel gehalten und es eher spärlich benutzt, doch in den letzten Tagen finde ich es ganz unterhaltsam. Wenn ihr euch also ganz hipstermäßig daran beteiligen wollte, seid ihr herzlich willkommen.
Auch bei der Internetseite Tauschothek habe ich mich angemeldet und werde in den nächsten Tagen einige Bücher hereinstellen. Nach momox, rebuy und diversen anderen Versuchen, ungeliebte Bücher loszuwerden, ist dies mein letzter Versuch. Alles, was nach zwei bis drei Monaten immer noch da ist, werde ich wegwerfen. So leid es mir auch tut, aber irgendwo habe ich langsam keine Lust mehr, mich darum zu kümmern. Wenn ihr also ein paar Bücher vor dem sicheren Tod bewahren wollt, schaut in den nächsten Tagen und Wochen einfach vorbei. Vielleicht ist da ja etwas für euch dabei.

Der letzte Tagesordnungspunkt lautet "Serien". Denn ich letzter Zeit bin ich total im Serienfieber. Nachdem ich in den letzten paar Monaten alle Folgen von "Elfen Lied", "Scrubs", "Dharma & Greg" und "Pushing Daisies" angeschaut habe, war ich auf der Suche nach neuen, tollen Serien. Ich habe es mit "True Blood" und "Dexter" probiert, aber beides fand ich wirklich furchtbar und bin daher nie über die ersten Folgen hinausgekommen. Aktuell beende ich "Desperate Housewives" und "Monk", die ich beide ganz gut finde und wage mich danach an "New Girl". Ich mag Zooey Deschanel ja ganz gern und hoffe, dass das etwas für mich ist. Falls nicht, möchte ich mich wieder meiner absoluten Lieblingsserie "Gilmore Girls" widmen und sicher gehen, dass ich auch wirklich alle Folgen kenne. 
Und weil ich finde, dass eine bloße Erwähnung dieser Serie überhaupt nicht gerecht wird, möchte ich unbedingt betonen, wie unglaublich toll und liebenswert ich "Pushing Daisies" finde. Ich trauere immer noch darum, dass sie aufgrund mangelnder Zuschauer eingestellt werden musste und es daher nur zwei Staffeln gibt. Diese muss ich mir aber zumindest kaufen und ins Regal stellen, obwohl ich das nicht oft bei Serien mache. Sie ist einfach so schön! 
Habt ihr noch Serienempfehlungen für mich? Ach ja, "How I Met Your Mother" und "The Big Bang Theory" könnt ihr gleich knicken, die werde ich mir wohl nie anschauen, aber sonst her mit euren Tipps!

Samstag, 22. September 2012

Bye Bye 158-205/365

Ich trenne mich ein Jahr lang jeden Tag von einem der in meinem Umfeld angehäuften Dinge. Vorrangig sind dabei die Sachen, die man eigentlich überhaupt nicht mehr braucht, aber nur behält, weil sie irgendwann vielleicht doch mal nützlich sein könnten, was sie aber nicht sein werden und somit liegen sie ewig in/auf/unter/neben den Schränken. Schluss damit!

Wahnsinn - der letzte Beitrag zu diesem Projekt wurde im Februar veröffentlicht. Da war ich zugegebenermaßen vielleicht ein klitzekleines bisschen schludrig die letzten Monate. Zwar habe ich ab und an noch aussortiert und auch Fotos gemacht, doch auf das Verfassen der Beiträge hatte ich keine Lust, da es unglaublich anstrengend und schwierig ist, zu jedem Gegenstand eine Geschichte zu präsentieren. Deshalb habe ich nun kurzerhand das Konzept geändert, in welchem ich nur noch zu ausgewählten Dingen eine kurze Anekdote niedertippe und den Rest bloß zeige. So macht mir das hier auch wieder Spaß, denn beenden möchte ich dieses Projekt auf jeden Fall, bevor ich mich in die nächste Herausforderung stürze.


Die "Anziehsachen" sind Bestandteil des ganzen Krams, den mir mein großer Bruder nach und nach vermacht hat. Dazu gehörten Bücher oder Brettspiele, aber auch viele Sailor Moon-Artikel. Sailor Moon-CD's, Sailor Moon-Zeitschriften und eben jene Anziehsachen für eine Bunny aus Pappe. Wie witzlos, einer platten Puppe Klamotten aus Pappkarton anzuziehen... 
Übrigens finde ich es ziemlich verwunderlich, dass es in den 90er Jahren scheinbar total in Ordnung war, wenn Jungs Sailor Moon-Fans waren, mit dem Merchandise spielten und sogar die Super Moonies hörten. Oder hat mein Bruder das alles bloß heimlich gemacht und ich hätte gerade gar nichts sagen sollen?

 

Diese Einschulungstüte ist nicht etwa wirklich von meiner Einschulung. Nein, ich habe sie zum Abiturbeginn von meinem Vater geschenkt bekommen, was ich sehr lieb fand. Darin befanden sich typischerweise Süßigkeiten und Schreibzeug. Bisher konnte ich mich nicht überwinden, sie wegzuwerfen, da sie eben solch ein Erinnerungsstück ist, aber letztendlich nimmt sie auch nur unnötig Platz weg.


Gruselige Frisierpuppe ist gruselig. Ich kann nicht sagen, wann genau ich angefangen habe, Puppen im Allgemeinen so unheimlich zu finden, aber es war definitiv, nachdem ich mir dieses Teil zu Weihnachten gewünscht habe. Schnell weg damit.

Es war dringend wieder nötig, in meinem Kleiderschrank ordentlich auszumisten. Im Gegensatz zu den meisten weiblichen Geschöpfen, mag ich es nämlich nicht wirklich, Anziehsachen einkaufen zu gehen, deshalb trage ich die Sachen meist bis sie total ausgeblichen oder kaputt sind, daher konnte ich einiges nicht mehr der Kleidersammlung spenden.
Fotografiert habe ich desweiteren nur einen Bruchteil der Sachen, da ich insgesamt drei gelbe Säcke damit füllen konnte und das den Rahmen hier erheblich sprengen würde.

Mittwoch, 19. September 2012

Gegen einsam von Daniela Meisel

AUTOR l Daniela Meisel
TITEL l Gegen einsam
GENRE l Roman, Gegenwartsliteratur
VERLAG l Picus Verlag (2012)
SEITEN l 216
AUSZUG l "Ich bin der durchschnittlichste Mensch, den ich kenne. Das war immer schon so. Als meine Mutter mich zur Welt brachte, lag sie dreizehn Stunden in den Wehen. Der mittlere Zeitwert für Erstgebärende, den man in von Hebammen verfassten Ratgebern nachlesen kann. Ich wog dreitausendvierhundertfünfzig Gramm und war einundfünfzig Zentimeter lang. Die durchschnittlichen Maße eines männlichen Neugeborenen meines Jahrgangs. [...]
Mein Lieblingsbuch ist 'Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien, mein Lieblingsfilm 'Der Pate' von Francis Ford Coppola und mein Lieblingslied ist 'Imagine' von John Lennon. Die Titel führen jeweils die Listen der meistgelesenen Bücher, meistgesehenen Filme und meistgehörten Songs der Welt an." 

Hier entlang zur Leseprobe.

ANMERKUNG l Das Buch, welches hier käuflich erworben werden kann, wurde mir im Rahmen der Internetseite "Blogg dein Buch" vom Picus Verlag zur Verfügung gestellt. Einzige Bedingung für den Erhalt ist eine schriftliche Rezension auf meinem Blog.

INHALT l Manuel ist der Inbegriff der Durchschnittlichkeit. Er ist durchschnittlich groß, durchschnittlich schwer und hat einen durchschnittlichen Beruf. Als er erfährt, dass ein Mitteleuropäer im Durchschnitt siebzehntausend Dinge besitzt, möchte er wenigstens ein Mal das Mittelmaß hinter sich lassen und macht es sich zum Ziel, vierunddreißigtausend Dinge zu besitzen. Unter Einsatz seines gesamten Geldes und sogar mit dem Einsparen lebenswichtiger Dinge wie Essen häuft er Stück für Stück willkürlichen Plunder an, um möglichst schnell möglichst viele Dinge zu besitzen. Das ist sein Versuch, sich gegen die Einsamkeit zu wehren.
Maja ist ebenfalls einsam. Ihre Arbeit in einer Anwaltskanzlei ist langweilig, ihre einzige Freundin ist eine taubstumme ältere Dame und in ihrer Freizeit gibt sie sich als Studentin aus, um WG-Zimmer zu besichtigen. Während Manuel Gegenstände sammelt, sammelt sie Begegnungen, um die Leere in ihrem Leben zu füllen. Es kommt, wie es kommen muss: ihre Wege kreuzen sich und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Beziehung.

REZENSION l Die Beschreibung hat mich überzeugt, sobald ich sie gelesen habe, da mir einfach die Idee der beiden Charaktere total gut gefällt. Ich lese gern von Außenseitern und davon, wie sie sich in der Gesellschaft einfinden, deshalb habe ich bei diesem Buch eine ganz besondere Perle erhofft, doch leider war ich im Endeffekt ein wenig enttäuscht. "Gegen einsam" ist ein sehr ruhiges Buch, womit ich im Normalfall auch überhaupt kein Problem habe, doch hier konnte ich mich einfach nicht wirklich in die Geschichte einfinden. Nachdem die Protagonisten vorgestellt wurden, plätschert die Handlung ziemlich vor sich hin. Ich habe mich beim Lesen zwar nicht gelangweilt, aber leider hatte ich auch nie im Entferntesten das dringende Bedürfnis, das Buch unbedingt weiterlesen zu müssen. Auf mich wirkt es, als ob Daniela Meisel die Vorstellung der ausgefallenen Charaktere bereits im Kopf hatte und dann irgendwie eine Geschichte um sie schuf, die gefälligst melancholisch und tiefgründig zu sein hat. Dabei hat sie es in meinen Augen nicht wirklich geschafft, eine berührende Atmosphäre aufzubauen und die Besonderheit der Protagonisten verliert sich im Laufe der Geschichte.
Der Schreibstil war einfach und direkt, uferte an manchen Stellen aber in überflüssige Beschreibungen aus, wie ich finde. Außerdem war ich ab und an schon von einigen österreichischen Begriffen irritiert, die ich so vorher noch nie gehört hatte. Bei Wörtern wie "Stiegenhaus", "Kassakraft" und "Türschnalle" musste ich schon erst einmal kurz darüber nachdenken, was hier gemeint war. Der Lesefluss war dahin. Doch will ich das keineswegs ankreiden, denn die Autorin stammt schließlich aus Österreich.
Ich muss sagen, was mir in dem Buch gut gefallen hat, war die Herangehensweise an das Thema der Einsamkeit. Ich hatte eine ganz andere erwartet und fand es daher gut gemacht. Denn Manuel und Maja sitzen nicht etwa den ganzen Tag mutterseelenallein herum, sondern begegnen in der Tat vielen Personen und erzählen auch von Menschen, denen sie in der Vergangenheit begegnet sind. Trotzdem fühlen sie sich einsam und anschlusslos. Nachdem sie einander kennengelernt haben, entwickelt sich zwischen den Charakteren auch keine Liebesgeschichte, wie man ob der Inhaltsangabe vermuten könnte, sondern eher eine freundschaftähnliche Verbindung, was ich sehr erfrischend fand. Insgesamt könnte man also sagen, dass ich die Ideen und Ansätze in "Gegen einsam" sehr gut fand, das alles jedoch im Gesamtpaket dann nicht gänzlich überzeugen konnte.

FAZIT l Ein nettes, ruhiges Buch für Zwischendurch, an das man nicht mit allzu hohen Erwartungen herangehen sollte. Ich vergebe drei von fünf Teekannen.

Mittwoch, 12. September 2012

7 Regeln für einen erfolgreichen Blog

...an die ich mich nicht halte.

Regel #1: Regelmäßig bloggen
Einen gewissen Abstand für das Veröffentlichen der eigenen Beiträge einzuhalten, ist auf jeden Fall von Vorteil. Ich selbst schaffe das leider absolut nicht. Mal blogge ich alle paar Tage, dann kommt wieder wochenlang kein einziges Wort. Mein Blog und ich führen daher eher so etwas wie ein On-Off-Beziehung, woran ich definitiv noch arbeiten möchte.
Eine gewisse Regelmäßigkeit, sei es ein Beitrag im Monat, in der Woche oder am Tag, ist einfach gut, damit die Leser wissen, dass überhaupt noch etwas auf dem Blog kommen wird. Nicht selten habe ich einen Blog nicht abonniert, weil derjenige schon seit Monaten nichts mehr geschrieben hat, selbst wenn die Beiträge auch noch so gut waren. Regelmäßig heißt gleichzeitig jedoch nicht, alle paar Stunden ein Post rauszuhauen, denn das kann schnell auf die Nerven gehen und die gleichen Konsequenzen inne haben. Doch das ist definitiv nicht mein Problem.

Regel #2: Einprägsamer Blogname und einfache URL
Kein Muss, aber extrem hilfreich, wenn man jemandem einen Blog empfehlen kann, bei dem man den Namen und die URL auf Anhieb im Kopf hat. "Hier schau dir mal die Chaosmacherin auf chaosmacherin.de an." Bäm!
Bei mir hat das nicht ganz so hingehauen. Den Blog umzubenennen, würde sich nicht lohnen, da ich extra eine E-Mail-Adresse dafür eingerichtet habe und die meisten Benutzernamen bei anderen Plattformen diesem Titel angepasst wurden. So unzufrieden bin ich mit "One More Cup Of Tea" gar nicht, sonst hätte ich da sicherlich längst etwas getan, aber ich bin eben auch nicht überglücklich mit meiner Wahl. Damals war "Oranges Are Evil" meine erste Idee, doch war der Titel schon vergeben und so habe ich auf gut Glück Namen eingetippt bis einer verfügbar war. Die URL passt in diesem Fall dazu, obwohl ich die Variante ohne Bindestriche zwischen den einzelnen Worten mittlerweile besser finde, da sie einprägsamer ist und sich netter ansagen lässt. Doch diese ist natürlich ebenfalls schon vergeben - an einen Honk, der nicht mal etwas auf dem Blog schreibt. Diese Regel werde ich also voraussichtlich nie befolgen.

Regel #3: Ein individuelles Layout
Ein Blog muss optisch ansprechend sein, damit er gelesen wird, daran kommt man kaum vorbei. Ein individuelles Design, das sich rundum ansprechend präsentiert mit harmonierenden Farben, hübschen Schriftarten und schön anzusehenden Bildern, ist daher Gold wert. Mehr als meinen weißen, schlichten Blog bekomme ich aber selbst einfach nicht hin, da ich eine Niete bin im Zeichnen und mich ziemlich mit HTML anstelle. Jedes Mal, wenn ich ein neues Layout einstelle, gefällt es mir noch weniger und ich komme wieder zum alten zurück. Diese Regel wird wohl immer eine Baustelle von mir sein, da ich nie zufrieden bin.

Regel #4: Sich auf Kernthemen spezialisieren
Wenn man sich mit seinen Beiträgen auf bestimmte Themen konzentriert, besetzt man gleichzeitig eine spezielle Nische, die es dem Besucher leichter macht, zu entscheiden, ob einem der Blog zusagt oder nicht.
"Der schreibt nur über Bücher. Ich mag Bücher, den lese ich. Derjenige hingegen schreibt über Bücher, Fotos von Füßen und Bonbons. Ich mag Bücher, aber Füße und Bonbons interessieren mich gar nicht, also halte ich lieber Ausschau nach anderen Blogs."
Das Prinzip dürfte verständlich sein. Jedoch kann und möchte ich mich gar nicht nur auf eine handvoll Themen beschränken, da ich selbst Abwechslung beim Schreiben brauche und konzeptfrei über alles bloggen möchte, was mich interessiert. Ich glaube sogar, dass bald hier noch Kategorien dazukommen werden.

Regel #5: Gewinnspiele veranstalten
Mal ehrlich, diese Regel ist doch ein Witz. Ich möchte gar nicht bestreiten, dass man mehr Leser bekommt, wenn man Verlosungen und Gewinnspiele veranstaltet, bei denen nur Leser mitmachen dürfen, die dann alles teilen müssen, aber wir sind doch alle keine Unternehmen, dass wir dauernd Sachgegenstände verticken müssten. Persönliches, wie ein selbstgemaltes Bild oder ein eigenes Rezept, zu verschenken und dafür eine kleine Aufgabe zu stellen, ist für mich vollkommen in Ordnung. Ich spreche mich jedoch eindeutig gegen diese kommerziellen Verlosungen aus. Diese werden hier auf jeden Fall nie stattfinden.

Regel #6: Auf Kommentare antworten
Ich finde es schon sympathisch, wenn sich Blogger die Zeit nehmen und auf jeden Kommentar eingehen. Ich kann mir nicht helfen, aber wenn jemand nie auf irgendetwas antwortet, wirkt das auf mich einfach arrogant, obwohl ich das selbst meistens nicht mache. Falls eine explizite Frage auftaucht, beantworte ich diese natürlich, doch sonst lasse ich die lieben Worte oft unbeantwortet. Nicht, dass ich mich nicht freuen würde, ganz im Gegenteil. Ich freue mich riesig über jeden netten Kommentar, aber ich bin einfach saufaul. Daran möchte ich zukünftig auf jeden Fall arbeiten und diesen Zustand ändern.

Regel #7: Eigene Projekte starten und beenden
Ich habe so viele Ideen für Projekte, aber ich traue mich nicht, sie anzugehen, weil anderes immer noch unbeendet auf diesem Blog herumwabert. Also im Starten bin ich ganz gut, nur mit dem Beenden komme ich nicht hinterher. Demnächst möchte ich jedoch noch mein "Bye Bye"-Projekt abschließen, bei dem ich minimalistischerweise jeden Tag ein Jahr lang etwas wegwerfe, um danach endlich eine neue Idee verwirklichen zu können. 
Gern würde auch irgendwelche Aktionen starten, bei denen die Teilnahme von anderen Bloggern gefragt ist, ähnlich wie zum Beispiel der Gedankendeponie Song Contest oder die Bloggerkiste, aber dafür würden sich bei mir wohl noch nicht genug Leute finden. Irgendwann vielleicht mal.

Samstag, 1. September 2012

It's Kind Of A Funny Story von Ned Vizzini

AUTOR l Ned Vizzini
ORIGINALTITEL l It's Kind Of A Funny Story
DEUTSCHER TITEL l Eine echt verrückte Story
GENRE l Roman, Jugendbuch, Depression, Humor
VERLAG l Hyperion Paperbacks (2007)
SEITEN l 444
AUSZUG l " 'How're you doing?' Dr. Minerva asks. 
Her office has a bookshelf, like all shrinks' offices. I used to not want to call them shrinks, but now that I've been through so many, I feel entitled to it. [...]
Like all shrinks' offices, anyway, it has The Bookshelf full of required reading. First of all there's the DSM, the Diagnostic and Statistical Manual, which lists every kind of psychological disorder known to man - that's fun reading. [...] There's great stuff in there. There's a disease called Ondine's Curse, in which your body loses the ability to breathe involuntarily. Can you imagine? You have to think "breathe, breathe" all the time, or you stop breathing. Most people who get it die."

Hier geht's entlang zur deutschen LESEPROBE.

INHALT l  Craig Gilner ist 15 Jahre alt und entschlossen, ein erfolgreiches Leben zu führen. Dafür muss er auf die richtige High School, um auf ein gutes College zu kommen, um einen guten Beruf zu erlangen, um viel Geld zu verdienen, um sich einen guten Lebensstil finanzieren zu können. Mit viel Arbeit schafft er es auf Manhattan's Executive Pre-Professional High School, die die erste Station auf diesem Weg sein soll. Doch schon bald ist der Druck unerträglich und Craig wird depressiv. Er isst und schläft nicht mehr, bis er eines Tages Selbstmordgedanken hat und sich selbst in eine Nervenheilanstalt einweist. 
Dort ist er von einer ungewöhnlichen Gruppe umgeben, zu der mitunter der Jude Solomon, der bis heute an den Folgen eines zu heftigen Drogengenusses leiden muss, sein ägyptischer Zimmergenosse Muqtada, der das Bett nie verlässt und das Mädchen Noelle, welches sein Gesicht mit Scherenschnitten verstümmelt hat, gehören. Genau in Gesellschaft dieser Menschen hat Craig endlich die Möglichkeit, herauszufinden, was eigentlich die Ursachen für seine Probleme sind.

ANMERKUNG l Vor einem Weilchen habe ich den Film "It's Kind Of A Funny Story" angeschaut und war positiv überrascht. Als ich ein wenig im Internet stöberte, bekam ich auch relativ schnell mit, dass der Film auf einem Buch basiert und - schwuppdiwupp- landete es sofort im virtuellen Einkaufswagen und war bestellt. Im Vergleich zum Buch ist natürlich anzumerken, dass es für den Film Kürzungen und kleine Veränderungen in der Geschichte gegeben hat und manches nicht eins zu eins übernommen werden konnte. Trotzdem haben sie ihn wirklich gut umgesetzt. 



REZENSION l Kommen wir nun zum Buch. Ich habe mir sowieso vorgenommen, unbedingt mehr Bücher auf Englisch zu lesen, da die bei mir bisher viel zu kurz gekommen sind, also hatte ich mir spontan die englische Originalausgabe gekauft. Den Leuten, die auf der Suche nach leicht verständlichen, englischen Büchern sind, kann ich dieses nur wärmstens empfehlen. Weil es ein Jugendbuch ist, sind die Sätze relativ kurz gehalten und die Wörter dürften, spätestens im Kontext, verstanden werden. Wenn man lieber auf Deutsch liest, kann man ganz einfach nach der deutschen Version mit dem etwas dämlich daherkommenden Titel "Eine echt verrückte Story" greifen.
Der Originaltitel passt in diesem Fall viel besser, das Buch wirklich "irgendwie lustig" ist. Trotz des Umstands, dass das Buch sich mit den Depressionen und den Psychiatrieerfahrungen des jungen Craig auseinandersetzt, ist es unglaublich humorvoll und oft unbeschwert geschrieben. Ich musste zwar nicht laut loslachen, jedoch konnte ich durchaus das eine oder andere Mal breit grinsen. Die Thematik wurde einfach nicht bierernst und jammervoll angegangen und auch der lockere Schreibstil steuert dazu bei, dass die Geschichte nie langweilig wurde und ich oft Lust hatte, beim Lesen einfach noch zwei oder drei Kapitel dranzuhängen, weil ich noch nicht aufhören wollte. 
Das Buch lebt zu großen Teilen von seinen Charakteren, die so zahlreich vorhanden sind. Von Craigs Familie und Freunden über seine Ärzte und Lehrer bis hin zu den Mitarbeitern und Patienten in der Psychiatrie wurden selbstverständlich nicht alle detailliert vorgestellt, aber die Charaktere, die man näher kennenlernt, habe ich sofort ins Herz geschlossen. Jeder hatte einfach seine ganz eigene Macke und sie waren insgesamt so herrlich schräg. Denn wenn ich etwas in einem Buch nicht mag, dann sind es perfekt aussehende und handelnde Menschen. Ich brauche Personen, mit denen ich mich identifizieren kann und das war hier definitiv der Fall. 
Da ich mich selbst gerade mit Zukunftsplänen befassen muss, kam dieses Buch für mich genau im richtigen Augenblick. Es hat mir gezeigt, dass man sich nicht an die Ungewissheit und Angst festkrallen darf, weil es da draußen noch so viel mehr gibt, das es sich anzustreben lohnt als beruflicher Erfolg. Ich schätze, man kann schon sagen, dass das Buch wie eine kleine Therapie für mich war und mich hat wieder positiver denken lassen, deswegen mag ich es wohl auch so sehr.

FAZIT l "It's Kind Of A Funny Story" ist eine humorvolle und liebenswürdige Geschichte, die praktisch jedem ans Herz gelegt werden kann, der auf schrullige Charaktere und einen humorvollen Schreibstil steht. Wer in seinem Leben noch nie unglücklich war, wird vieles wohl nicht nachvollziehen und mit dem Buch nichts anfangen können. Ich vergebe jedenfalls fünf von fünf Teekannen.

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