Freitag, 20. Juli 2012

Zeigt her eure...Zahnpasta?

Ich kann zwar nicht mit einem "So oft wurde ich schon danach gefragt..." dienen, jedoch wette ich, viele von euch waren häufig schon ganz kurz davor, einen Kommentar mit der Frage abzuschicken, welche Zahnpasta ich denn eigentlich benutze. Nicht? Auch egal, ich zeig's euch trotzdem, denn Lordy hat seine zweite Zahnpasta-Blogparade ins Leben gerufen. Bei seinem Beitrag solltet ihr auf jeden Fall mal vorbeischauen gehen, denn man könnte bei der Aktion sogar etwas abstauben. Ganz nach dem Motto "Zeigt der Welt eure Zahnpasta!" geht es hier nun ans Eingetubte. Auf dass wir die Anzahl von 35 Teilnehmern, die es beim letzten Mal gab, knacken!


Ich mag es beim Zähneputzen nicht so gern scharf und erst recht wird mir übel bei irgendwelchen Pasten mit Zitronen-, Mango-, Heidelbeer- oder "Sonst-was-Fruchtiges"-geschmack. Bääh! Kräuter sind aber toll und daher benutze ich diese schon seit gefühlten Ewigkeiten, was sich auch nicht so schnell ändern wird. So, haben wir wieder etwas essenziell Lebenswichtiges gelernt.

Ansonsten war es hier in letzter Zeit ein wenig ruhig (aus Motivationslosigkeit) und das wird sich noch ein wenig weiterziehen (jedoch aus Zeitgründen), denn ab Sonntag mache ich eine einwöchige Fahrradtour an die Ostsee mit ein paar Freunden. Ob das was wird und ob wir überhaupt soweit kommen, erzähle ich euch, wenn wir wieder da sind. Bis dann!

Donnerstag, 12. Juli 2012

Trix Solier von Sergej Lukianenko

AUTOR l Sergej Lukianenko
TITEL l Trix Solier - Odyssee im Orient
GENRE l Kinder- & Jugendbuch, Fantasy, Abenteuer
VERLAG l Beltz & Gelberg Verlag (März 2012)
SEITEN l 589
AUSZUG l  "Mist", stöhnte der Drache, der Trix mit kullerrunden Augen ansah. "Du bist gar nicht Radion Imanil Crion Sauerampfer!" "...nein", stammelte Trix. "Könntest du mir in dem Fall vielleicht deinen geheimen Namen verraten, damit ich mich gegen dich schützen kann?" "Nein." Trix wäre natürlich ohne Umschweife mit diesem Namen herausgerückt - wenn er gewusst hätte, worum es eigentlich ging. [...]
"Wenn du Sauerampfer wärst", fuhr der Drache fort, "wäre ich gegen deine mächtige Magie gefeit. [...] Du aber bist ein ganz anderer Zauberer! Dir gegenüber bin ich völlig schutzlos!" Das ließ Trix etwas hoffnungsfroher in die Zukunft blicken. "Deshalb muss ich dich nun töten", kündigte der Drache traurig an. "Ach, wie mir das widerstrebt..."
Hier entlang zur LESEPROBE.

ANMERKUNG l Das Buch, welches man hier käuflich erwerben kann, wurde mir im Rahmen der Internetseite "Blogg dein Buch" vom Beltz & Gelberg Verlag zur Verfügung gestellt. Einzige Bedingung für den Erhalt ist eine schriftliche Rezension auf meinem Blog.

INHALT l Zauberlehrling Trix Solier soll gerade den Turm seines Magierlehrers Radion Sauerampfer hüten, als er Besuch von einem Drachen erhält. Dieser berichtet vom starken Zauberer Abrakadasab, auch Mineralisierter Prophet genannt, der im Begriff ist, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Eigentlich sollte Sauerampfer dabei helfen, dies zu vereiteln, doch der ist verhindert und Trix tritt, das Abenteuer witternd, diese Reise an seiner Stelle an, bei der er durch die Wüste zieht, auf einen Dshinn und die Sphinx trifft, den Sultan höchstpersönlich kennenlernt, der Zwergenstadt einen Besuch abstattet und neben neuen Bekanntschaften auch alte wiedertreffen soll. Wird er es schaffen, Abrakadasabs finsteren Plänen einen Strich durch die Rechnung zu machen?

REZENSION l Lukianenkos "Odyssee im Orient" ist der zweite Teil der Trix Solier-Duologie. Ich habe den ersten Band nicht gelesen, was jedoch auch überhaupt nicht notwendig ist, um diesen hier zu verstehen. Zwar wird ab und an eine Anspielung auf die früheren Abenteuer gemacht und auch einige Charaktere aus dieser Zeit spielen wieder eine Rolle, aber das ist nur sehr vereinzelt, sodass keine schwerwiegenden Verständnisprobleme ohne Vorkenntnisse auftreten dürften.
Kommen wir zur Aufmachung. Ehrlich gesagt, war das Cover ausschlaggebend dafür, dass ich mich für das Buch beworben habe. Ich finde es unglaublich schön gemacht mit den verschnörkelten Zeichnungen. In dem Buch gibt es (leider) keine weiteren Zeichnungen, aber es ist insgesamt in verschiedene Teile gegliedert, deren jeweilige Anfänge auch recht hübsch gestaltet sind.
Die Abenteuergeschichte mit Trix Solier wurde in einem wundervollen Schreibstil verpackt. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass dieser mir an dem Buch deutlich am besten gefiel. Lukianenko kommt auf tolle Formulierungen, hat ziemlich interessante Wortneuschöpfungen und einen klasse Wortwitz zu bieten. Trotzdem existiert ein persönlicher Knackpunkt an dem Buch. Im Allgemeinein gibt es ja Jugendbücher über Abenteuer, in denen die Protagonisten zeitweise in ernsthafter Gefahr schweben, verletzt werden, vielleicht sogar einen Freund verlieren. Die realistische Situationen beschreiben, insofern ein Fantasywerk realistisch ist.
Es gibt aber auch Jugendbücher, in denen die Protagonisten zeitweise in ernsthafter Gefahr schweben, jedoch immer eine Lösung parat haben oder gerettet werden. Nie werden sie schlimm verletzt und immer ist alles locker zu bewältigen. "Trix Solier - Odyssee im Orient" ist eines der letzteren Jugendbücher. Trix selbst bekommt einige Male Rätsel gestellt, die er spätestens nach dem dritten angestrengten Nachdenken lösen kann. Die Gruppe wird angegriffen, aber trotzdem entkommen sie fast schon kinderleicht. Mit solchen Jugendbüchern kann ich persönlich nicht viel anfangen. Wenn es doch scheinbar so einfach ist, alles zu bewältigen, warum schafft es ausgerechnet dieser Dreikäsehoch? Immer ist das Schicksal wie auf zauberhafte Weise auf seiner Seite. Zudem steuert die Geschichte natürlich fortwährend auf ein Finale zu, von dem man viel erwartet. In dem sich alles entscheidet. Das muss es doch noch ein bisschen umreißen, Spannung in die Sache bringen, dachte ich mir. Doch, ohne zu viel verraten zu wollen, ist das Finale ein genauso lauwarmes Lüftchen wie die vorigen "ernsten Situationen". Da man irgendwann mitbekommt, dass es eigentlich nie wirklich ernst für die Charaktere wird, geht natürlich auch schnell die Spannung flöten. Ich hatte kaum Antrieb und Bedürfnis, das Buch abends immer wieder zur Hand zu nehmen. Einzig der Schreibstil hat das Buch nicht allzu langweilig für mich gemacht oder zu einer großen Enttäuschung werden lassen. Obwohl es mir persönlich nicht sehr zusagt, möchte ich die Geschichte nicht generell schlecht bewerten. Bei einer kurzen Informationssammlung für die Rezension habe ich schließlich mitbekommen, dass das Buch für die Altersklasse von 11 bis 13 Jahren ist und daher wundert es mich kein Stück, dass es mir selbst zu kindlich ist. Dafür ist der Verlauf des Abenteuers vollkommen in Ordnung. Aber ich brauche in Abenteuersituationen einfach Spannung, ein bisschen Krawall und ernsthafte Gefahren, nach denen es auch mal schlimmer ausgehen kann.

FAZIT l Ein netter Fantasyschmöker mit einem humorvollen Schreibstil für Kinder und Kindgebliebene. Wer bei Abenteuerliteratur großen Wert auf Spannung legt und nicht viel damit anfangen kann, wenn alle schwierigen Aufgaben scheinbar zu einem Klacks werden, sollte wohl zu einem anderen Buch greifen. Von mir gibt es dafür dennoch drei von fünf Teekannen.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Ab mit dem Kopf! - Zwischenstand II

Im November des vergangenen Jahres habe ich einen Schlussstrich unter meine Schminkkrameinkäufe gezogen und angefangen, hier einen Kosmetikmord unter dem Titel "Ab mit dem Kopf!" zu dokumentieren. Die wichtigste Regel dabei ist wohl, dass ich mir in dieser Zeit keine neue dekorative Kosmetik kaufe. (Falls jedoch zum Beispiel meine einzige Wimperntusche alle wird, kann ich mir natürlich eine neue holen.) Das habe ich auch konsequent durchgehalten und mittlerweile habe ich auch gar kein Bedürfnis mehr nach dem ganzen Krempel. Schauen wir uns also erneut an, wie weit ich nach sage und schreibe acht Monaten des vorsätzlichen Mordens bin.


Von den Dingen, die ich aufbrauchen wollte, sind (in chronologischer Reihenfolge) die ganzen Pröbchen (nicht abgebildet) das Deo, der Lipgloss von alverde, der Lippenstift und der essence liquid eyeliner leergegangen. Ich würde mir davon nichts wieder kaufen. Das Deo hat die Schweißbildung am ehesten noch gefördert, als verhindert. Die Lippenprodukte waren ganz nett. Wenn ich Lipgloss gern benutzte, würde ich den sogar wieder holen, aber das ist eben nicht der Fall. Im Laufe des Projektes ist mir aber ganz stark aufgefallen, wie wenig ich doch mit Lippenstiften zurechtkomme. Es war schier eine Qual, dieses Teil in Grund und Boden zu morden. Immer muss man aufpassen, dass das Zeug nicht auf den Zähnen hängt und es klebt auf jeglichen Tassenrändern. Überhaupt möchte ich mich nicht dauernd darauf konzentrieren müssen, ob alles noch da ist, wo es soll. Nein, Lippenstifte werden nun wohl generell aus meinem Zuständigkeitsbereich gestrichen. Schade, dass ich noch zwei da habe, aber entweder ich zwinge mich noch einmal dadurch, damit ich auch ja nie wieder in Versuchung gerate, einen neuen Lippenstift zu kaufen oder ich werfe sie irgendwann weg. Der essence Flüssigeyeliner war wirklich ganz gut, jedoch komme ich mit cremigen Eyelinern und Kajalstiften besser zurecht.


Das sind die beiden Schätze, die ich noch zu morden habe. Das essence smokey eyes set würde ich sogar wieder kaufen, wäre da nicht die Tatsache, dass noch ein Lidschatten mit in dem Pfännchen ist. Ich benutze keine Lidschatten, deshalb wäre es eine Verschwendung, das gesamte Set immer wieder zu holen und den Lidschatten herumliegen zu haben. Ich weiß auch nicht, ich habe noch einige Lidschatten im Schrank, aber ich benutze das Zeug nie. Sowieso werde ich mir nie wieder Lippenstifte und Lidschatten anschaffen. Beides ist noch im Schrank und beides wird nicht benutzt, wenn ich mich nicht dazu zwinge. Ab jetzt konzentriere ich mich auf Concealer, Puder, Eyeliner, Wimperntusche, Rouge und Lippenbalsam. Mehr brauche ich gar nicht, denn selbst wenn ich mich für meine Verhältnisse stark schminke, kommen nicht mehr als diese Dinge zum Einsatz. Warum also überhaupt etwas anderes kaufen?


Tadaa! Was ich sonst noch unter anderem leergekriegt habe. Sind im Prinzip alles solide Produkte, so viel brauche ich dazu gar nicht sagen. Ich werde mir die Wimperntusche von essence vielleicht, das Augenbrauengel und die Camouflage von alverde auf jeden Fall nachkaufen. Auch den Lippenbalsam "splashy watermelon" von balea young fand ich super, der hielt ewig und hat genial gerochen. Habe mir aus der diesjährigen Sommerreihe den Himbeerlippenbalsam geholt, doch den mag ich nicht so gern. Die Konsistenz ist ein bisschen dicker und daher braucht man auch mehr, außerdem riecht er nicht annähernd so toll.

Ich finde im Allgemeinen die Aufgebrauchtkategorie in der Beautyszene ganz gut. Mag ich zumindest hundertmal lieber als die ganzen lächerlichen "Hauls" oder "Raubzüge", bei denen sowieso keine verlässlichen Einschätzungen herumkommen. Diese ganze Sammlerei von eigentlich so unwichtigem Kram (über den ich gerade trotzdem schon ewig viel schreibe) geht mir dermaßen auf die Nerven und dies wirkt dem ein wenig entgegen, habe ich das Gefühl. Auch wenn es hier wieder Negativpunkte gibt. Da das momentan so gut ankommt, wollen manche natürlich so oft wie möglich darüber berichten und fangen an, verschwenderisch mit allem umzugehen oder noch halbvolle Produkte zu zeigen. Das ist nicht Sinn der Sache, ihr verwöhnten Tussis. Aber was rege ich mich auf.

10 Proben
3 Deos
1 Flüssigeyeliner
1 Kajalstift
1 Creme-Eyeliner
1 Lippenstift
2 Lipglosse

Es dauert sicherlich noch einige Zeit bis ich die letzten beiden Produkte geleert habe, vor allem weil gerade Sommer ist und ich mich da nicht so oft schminke. Doch gut Ding will Weile haben, daher stört es mich nicht, wenn der Kosmetikmord erst in etlichen Monaten beendet werden kann. Wenn es soweit ist, sag' ich natürlich Bescheid. Vielleicht gibt es sogar eine Neuauflage, in der es dann dem ganzen restlichen ungeliebten Kram an den Kragen geht. Wir werden sehen!

Sonntag, 8. Juli 2012

I AM A NATIVE OF THE NORTH POLE AND THAT CAN MESS UP ANY KID

Am Freitag war dann endlich das Berlinkonzert von The Tallest Man On Earth aka Kristian Matsson, zu dem ich mein Vater mitgeschleift habe. Die Musik des gebürtigen Schweden geht in Richtung Singer-Songwriter/Folk, was ich wirklich sehr gern höre und, wie zu erwarten, war das Konzert auch ziemlich toll. Natürlich kann man zu solchen eher ruhigen bis mittelschnellen Liedern nicht großartig mittanzen und die ausuferndsten Bewegungen beschränkten sich auf's Mitwippen, jedoch war es sowieso derart heiß im Lido, dass einem schon der Schweiß an jeglichen Körperteilen herunterlief. Nette Randinformation, ich weiß, aber wenn ich jemals einen Club aufmachen würde, wäre ein Klimaanlage oder zumindest ein bisschen Lüftung Pflicht, damit sich die Leute nicht bei über 40°C dichtgedrängt zu Tode schwitzen müssen. Kristian Matsson machte sogar Brian Molko mit dem auf-die-Gitarre-Schwitzen Konkurrenz, das will was heißen. Doch während des Auftritts war die Hitze recht leicht zu ertragen.


Obwohl der Name The Tallest Man On Earth etwas anderes schlussfolgern lässt, ist Matsson keine große Person, was wohl auch den Witz dieses Pseudonyms ausmacht. Trotzdem hat er sich musikalisch wirklich als ganz groß präsentiert. Wie er allein mit Gitarre und seiner Stimme eine so angenehme, intime Atmosphäre schaffen konnte, hat mich echt umgehauen. Außerdem liebe ich es total, Gitarristen beim Spielen auf die Finger schauen zu können (was leider nicht immer möglich war, da sich ein riesiger Typ genau vorn mittig aufgebaut hat und zeitweise die gesamte Sicht nahm) und mir zu wünschen, das auch irgendwann so gut zu beherrschen. "Dann musst du eben üben", werdet ihr nun sagen. Ich faules Ding wünsche mir aber nicht, es zu lernen, sondern es bereits zu können. Naja, wenigstens treiben mich solche Auftritte dann dazu, ungefähr für zwei Wochen regelmäßig Gitarre zu spielen, bevor sich das wieder im Sand verläuft.


Die meisten Lieder spielte er auf seinen verschiedenen Gitarren, doch ein paar wurden mit Klavierbegleitung zum besten gegeben. Die genaue Setlist kann ich nicht angeben, da ich viele Lieder nicht kannte. Schande über mein Haupt, ich hatte mir vorher das neueste Album noch nicht angehört. Ein paar ältere Songs waren aber ebenfalls dabei, erinnern kann ich mich auf jeden Fall noch an "King Of Spain", "I Won't Be Found", "A Lion's Heart", "Where Do My Bluebirds Fly" und "The Gardener". Insgesamt war es jedoch sowieso eher ein Staun-und-Bewunder- anstatt ein Mittanz-und-Gröhl-Konzert, deshalb war das Nichtkennen mancher Lieder nicht weiter schlimm.

Riesiger Typ ist riesig und damit meine ich nicht The Tallest Man On Earth, sondern den Burschen, dessen Hinterkopf man hier erahnen kann. 

Ich habe mich immer gefragt, ob Kristian Matsson wirklich ein so gefühlvoller, bodenständiger Mensch ist, wie es von den Liedern und Texten her den Anschein hat oder ob er in Wahrheit eigentlich ein Machotyp ist, der manches bloß gut in Worte zu kleiden vermag. Vom Auftritt her würde ich nun eher zu ersterem tendieren. Er war sehr zurückhaltend und ruhig und hat nicht viel mit dem Publikum gesprochen, als ob er dafür zu unsicher wäre. Beim Spielen und Singen wiederum ist er total aufgegangen und hat alles gegeben. Scheint ein ganz netter Kerl zu sein!

Meinem Vater hat es ebenfalls echt gut gefallen, auch wenn er nicht aufhören kann, die musikalische und stimmliche Ähnlichkeit zu Bob Dylan zu erwähnen und er sich noch ein Lied mit Banjo gewünscht hätte. Nichtsdestotrotz ein gelungener Abend mit wunderschöner Musik. Da würde ich auf jeden Fall wieder zum Konzert gehen, sobald sich eine Gelegenheit ergibt. Die Zeit bis dahin überbrücke ich wohl, indem ich mir mal sein neuestes Album zu Gemüte führe.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Lesestatistik 1. Halbjahr 2012

Die erste Hälfte des Jahres liegt bereits hinter uns. Diesen Anlass nutze ich heute, um die Bücher, die ich bisher 2012 gelesen habe, ein wenig auszuwerten. Insgesamt hatte ich mir das Ziel gesteckt, am Ende des Jahres 52 Bücher, also im Durchschnitt eines in der Woche, gelesen zu haben. Trotz zweier mittelgroßer Leseflauten liege ich ganz gut im Rennen, könnte es also noch schaffen.

Gelesene Mangas:
01. Lynn Okamoto - Elfen Lied Bd. 2
02. Nam & Tram Nguyen - Delilah's Mystery
(nur der Vollständigkeit halber, darauf werde ich nicht näher eingehen)

Gelesene Bücher:
01. Franz Kafka - Die Verwandlung (99 Seiten)
02. E.T.A. Hoffmann - Das Fräulein von Scuderi (79 Seiten)
03. Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben (223 Seiten)
04. Haruki Murakami - Tanz mit dem Schafsmann (461 Seiten)
05. Benedict Wells - Fast genial (336 Seiten)
06. Jon Krakauer - In die Wildnis - Allein nach Alaska (320 Seiten)
07. Alessandro Baricco - Novecento - Die Legende vom Ozeanpianisten (80 Seiten)
08. Sebastian Fitzek - Amokspiel (448 Seiten)
09. Kim Frank - 27 (256 Seiten)
10. Joey Goebel - Freaks (192 Seiten)
11. Haruki Murakami - Schlaf (78 Seiten)
12. Haruki Murakami - Gefährliche Geliebte (224 Seiten)
13. Joey Goebel - Vincent (431 Seiten)
14. Wolfgang Herrndorf - Tschick (256 Seiten)
15. Suzanne Collins - Die Tribute von Panem Bd. 1 - Tödliche Spiele (414 Seiten)
16. Suzanne Collins - Die Tribute von Panem Bd. 2 - Gefährliche Liebe (431 Seiten)
17. Suzanne Collins - Die Tribute von Panem Bd. 3 - Flammender Zorn (430 Seiten)
18. Bernhard Schlink - Der Vorleser (208 Seiten)
19. Ursula Poznanski - Saeculum (496 Seiten)
20. F. Scott Fitzgerald - Der seltsame Fall des Benjamin Button (70 Seiten)
21. Sir Arthur Conan Doyle - The Adventures of Sherlock Holmes (302 Seiten)
22. Walter Moers - Ensel und Krete - Ein Märchen aus Zamonien (254 Seiten)
23. Paulo Coelho - Aleph (309 Seiten)
24. David Nicholls - Zwei an einem Tag (560 Seiten)
25. Siobhan Dowd & Patrick Ness - Sieben Minuten nach Mitternacht (216 Seiten)
26. Christoph Koch - Sternhagelglücklich (288 Seiten)
27. Eric-Emmanuel Schmitt - Oskar und die Dame in Rosa (112 Seiten)
28. Martin Suter - Small World (336 Seiten)
29. J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen (269 Seiten)

~ 29 gelesene Bücher
~ durchschnittlich 4,8 Bücher im Monat
~ insgesamt 8179 gelesene Seiten
~ durchschnittlich 44,9 Seiten am Tag
~ durchschnittlich 282 Seiten pro Buch
~ 8 Bücher wurden bereits zum zweiten Mal gelesen
~ 9 Bücher stammen aus dem Diogenes Verlag (der zufällig mein Lieblingsverlag ist)

Bei der Halbjahresstatistik vom Lilaeulenkind habe ich mir die Kategorieneinteilung für die herausstechendsten Bücher geklaut. Finde ich persönlich sehr interessant, um den Buchgeschmack noch besser einschätzen zu können.

Lustigstes/fröhlichstes Buch: Wie man unschwer erkennen kann, lese ich nicht gerade viele lustige oder heitere Bücher. Aber "Freaks" von Joey Goebel ist äußerst skurril und hat ziemlich witzige Dialoge.

Traurigstes/bewegendstes Buch: Keines der Bücher hat mich zum Weinen gebracht, soweit ich mich erinnern kann. "In die Wildnis" von Jon Krakauer bewegt mich jedoch sehr. Es lässt mich einerseits das Schicksal von McCandless bedauern, andererseits motiviert es ungemein. Letzteres zählt für mich irgendwie auch zu "bewegend".

Buch, das am meisten zum Nachdenken angeregt hat: Ich liebe Murakami und der zwingt einen irgendwie immer, über etwas nachzudenken. Mir zumindest gehen seine Geschichten nach dem Lesen noch lange im Kopf herum. Von den Büchern, die ich dieses Jahr von ihm gelesen habe, gefiel "Tanz mit dem Schafsmann" am besten, darum entscheide ich mich dafür. 

Überraschendstes Buch: Das war tatsächlich "27" von Kim Frank. Ich war ziemlich skeptisch, ob der ehemalige Echt-Sänger Bücher schreiben kann, aber in der Tat, er kann es. Der Titel bezieht sich auf den Klub 27, der bekanntlich Musiker zusammenfasst, die im Alter von 27 gestorben sind, wie Kurt Cobain, Janis Joplin oder Jim Morrison. Der Protagonist im Buch beschäftigt sich damit, bis er eines Tages selbst berühmter Musiker wird und befürchtet, das gleiche Schicksal zu erleiden. Kann ich wirklich empfehlen.

Enttäuschendstes Buch: Eindeutig "Aleph" von Paulo Coelho. Nachdem ich "Veronika beschließt zu sterben" gelesen habe und auch eine Freundin mir weitere seiner Bücher ans Herz gelegt hat, war ich begeistert und wollte am liebsten alle lesen, doch "Aleph" hat dem einen starken Dämpfer verpasst. Für mich Atheistin, in seltenen Fällen auch Agnostikerin, beinhaltet dieses Buch nur religiöses, esoterisches Geschwafel, mit dem ich rein gar nichts anfangen kann. Andere Bücher sollen ähnlich sein, da Coelho nunmal ein sehr gläubiger Mensch ist, daher weiß ich nicht, ob ich noch weitere von ihm lesen werde.

Schwierigstes Buch: Von Kafkas "Die Verwandlung" war ich nicht so angetan. Vielleicht ist mir diese ganze Metaphorik zu hoch und ich hab es einfach nicht verstanden. Daher nenne ich das an dieser Stelle.

Spannendstes Buch: Ganz eindeutig "Die Tribute von Panem". Diese Trilogie ist verdammt spannend, daher habe ich sie dieses Jahr schon zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Tolle Bücher! 

Langweiligstes Buch: Ebenfalls "Aleph" von Paulo Coelho. Die anderen waren nicht schlimm langweilig.

Schönste Liebesgeschichte: Ich lese offensichtlich nicht viele typische Liebesromane. "Zwei an einem Tag" zielt am ehesten in die Richtung einer romantischen Komödie und hat mir auch wirklich ganz gut gefallen. 

Bestes Fantasywerk: Auch "Die Tribute von Panem" von Suzanne Collins.

Bester Krimi/Thriller: Ich bin kein großer Freund von Thrillern und lese wirklich nur selten welche. Krimis hingegen noch viel seltener, also fast nie. Trotzdem habe ich jeweils einen gelesen im letzten halben Jahr. Fitzeks "Amokspiel", was okay war und "The Adventures Of Sherlock Holmes" von Sir Arthur Conan Doyle. Hach, ich liebe Sherlock Holmes! Das ist der einzige Krimi, den ich mit großen Freuden lese. 

Bestes Fach-/Sachbuch: "Sternhagelglücklich" von Christoph Koch. Dazu habe ich auch eine Rezension verfasst. 

Bester Klassiker: "Der Fänger im Roggen" ist doch ein Klassiker, oder? War ein solides, gutes Buch, jedoch bei weitem nicht herausragend. Hatte mir irgendwie etwas anderes darunter vorgestellt. Ansonsten auch hier "The Adventures Of Sherlock Holmes".

Schönstes Cover: Ich lese gar nicht so nach Covern. Im Allgemeinen gefällt mir die Aufmachung der Diogenes-Bücher total und gelesen habe ich aus dem Verlag letztes Halbjahr ja einige (s.o.). Ganz stolz bin ich auf meinen wunderhübschen "Die Tribute von Panem"-Schuber.

Sonntag, 1. Juli 2012

Liebes Tagebuch!

Wie oft habe ich nicht schon angefangen, ein Tagebuch zu führen. Ich hatte eines mit einem Pferd drauf, eines mit einem hübschen goldfarbenen Schloss und eines, das ich selbst von außen mit Bildchen beklebt habe. Trotzdem wurde bei keinem dieser Bücher je mehr als fünf Seiten gefüllt. Jedes Mal fing ich motiviert mit dem festen Vorsatz, diese Seiten regelmäßig bis auf das letzte Zipfelchen Platz zu füllen, meinen ersten Eintrag an und jedes Mal versagt ich schon nach den ersten drei Eintragungen. Was einem in dem Moment des Aufschreibens so wichtig erschienen war, klingt einige Tage später völlig banal. Wieso habe ich das überhaupt aufgeschrieben? Beschämt legte ich das Journal in die Ecke und beachtete es nicht weiter. Bis ich irgendwann wieder Lust und Muße hatte, zu schreiben. Da die alten Einträge immer noch schrecklich peinlich waren, wurden die Seiten entweder herausgerissen oder ein neues Tagebuch angefangen. Und genau das gleiche Spiel ging wieder von vorn los.

Bis heute habe ich nicht ein einziges Tagebuch gefüllt und, ehrlich gesagt, habe ich es auch aufgegeben. Dinge, die mich bloßstellen könnten, will ich lieber nicht in ein Buch schreiben, welches irgendwann gefunden werden kann. Diese Dinge behalte ich lieber für mich. Für alles andere habe ich mittlerweile meinen Blog und ein Notizbuch, in welchem erlebte Tage festgehalten werden. Abgeschaut habe ich mir das von meinem Vater, der mir Ende des letzten Jahres seine Hefter zeigte, in denen sich unzählige Blätter mit Notizen über besondere Ereignisse befinden. Das macht er schon seit Jahren - und wenn ich Jahre sage, meine ich eigentlich Jahrzehnte. Besonders schöne Abende mit Freunden, Konzerte und, ach schau: "17. Juni 1993 - Geburt Karoline". Die Idee fand ich sehr schön. Nur schreibt er es am Computer und druckt es aus, wo ich handschriftliche Einträge persönlicher finde. Weiterhin arbeite ich ebenfalls mit eingeklebten Fotos und Eintrittskarten, um Außeralltägliches festzuhalten. Auch gelesene Bücher notiere ich darin. Die Variante bevorzuge ich eindeutig dem Tagebuch. Es muss nicht in bestimmten Abständen etwas hinein geschrieben werden, sondern nur zu bestimmten Anlässen. Und in zehn Jahren habe ich hoffentlich eine ganze Bandbreite von diesen etwas anderen Tagebüchern, ohne dass ich mich für meine Naivität oder Gefühlsduselei in ausgeschriebenen Einträgen schämen müsste.

Wenn ich recht darüber nachenke, habe ich auch kaum Personen in meinem Umfeld, die noch Tagebuch schreiben. Entweder wurde dies wirklich durch Blogs, Facebook oder Twitter ersetzt und diese Personen gehören zu einer aussterbenden Spezies oder man redet bloß nicht mehr darüber.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...