Sonntag, 18. November 2012

Bye Bye 269-324/365

Ich trenne mich ein Jahr lang jeden Tag von einem der in meinem Umfeld angehäuften Dinge. Vorrangig sind dabei die Sachen, die man eigentlich überhaupt nicht mehr braucht, aber nur behält, weil sie irgendwann vielleicht doch mal nützlich sein könnten, was sie aber nicht sein werden und somit liegen sie ewig in/auf/unter/neben den Schränken. Schluss damit!

In den letzten Wochen dachte ich irrtümlicherwiese, dass es langsam schwieriger wird, Dinge zu finden, die ich loswerden könnte und dass ich vielleicht auch gar nicht genug Zeug zusammengekratzt bekomme, um dieses Projekt überhaupt zu beenden. Doch irgendwann wurde mir klar, dies ist nicht der Fall. Da ich einfach keine Kramnester mehr habe (wie zum Beispiel Schubladen voller Dekoartikel, die allesamt in die Tonne können) dauert es einfach nur länger, anscheinend nützliche Dinge, die sorgfältig verstaut sind, zu finden und als unnötig zu erklären. Ich gehe also ein zweites und drittes Mal durch die Schränke und finde jedes Mal etwas Neues, das ich aussortieren möchte. Sachen, von denen ich mich anfänglich nur schwer trennen konnte, landen irgendwann im Müll, ohne dass ich mit der Wimper zucke. Ich bin gespannt, wie lange das noch funktioniert.


Den Gymnastikball gab es einmal günstig im Supermarkt. Da es gut sein soll, am Schreibtisch auf so einem Ding zu hocken und man ja sowieso total tolle Sportübungen damit machen kann, kam er spontanerweise mit. Nachdem er aufgepumpt war, benutzte ich ihn genau eine Woche, bevor er aus Platzmangel nur noch von einer Ecke in die nächste geschoben wurde. Letztendlich habe ich die Luft wieder herausgelassen und ihn in den Schrank verbarrikadiert. Nun habe ich ihn meinem Vater gegeben. Soll er den Ball doch noch eine Woche benutzen, bevor dieser herumliegt, dann hatte er wenigstens zwei Wochen lang etwas zu tun gehabt.


Wenn man weniger Kram besitzt, braucht man auch weniger Aufbewahrungsgegenstände. Daher können ruhig ein paar Schachteln, Schatullen und sonstige Behältnisse weg. Auch schön.


Da ich kaum Schmuck trage - das höchste der Gefühle ist ab und zu ein paar Ohrringe oder ein Armband - kann ich in diesem Bereich auch ordentlich entsorgen. Ich kann mich nicht entsinnen, wann ich das letzte Mal einen Ring oder eine Kette getragen habe. Mit manchen Stücken verbinde ich zwar Erinnerungen, aber die habe ich hoffentlich auch noch, nachdem die materiellen Dinge verschwunden sind. Und wenn es manche Erinnerungen irgendwann nicht mehr gibt, waren sie es wahrscheinlich auch nicht wert.


Und plötzlich fand ich einen Schuhkarton voller alter CD-ROMs und Videospiele. Schade, dass das ganze Zeug nicht mehr zu gebrauchen ist, denn neugierig wäre ich ja schon, ob ich die Spiele heute noch genauso toll fände wie damals. Barbie Super Sport, Das große Krabbeln, 101 Dalmatiner, Die Sims und You Don't Know Jack - hachja, das waren Zeiten.


Endlich kann ich diese alten Turnschuhe weghauen, die ich in den letzten Jahre noch im Schulsport benutzte, obwohl sie schon ein wenig zu klein waren. Ein Hoch auf meine weitere schulsportfreie Zukunft und ein nachträgliches abschließendes "Fuck you"! Ich habe den Sport in der Schule gehasst (ja, ich weiß, dass das nur die kleinen, dicken Kinder sagen, die immer sauschlecht waren) und möchte schon allein deshalb NIE mein Leben "noch einmal leben können". 


Als ich den uralten Lockenstab hervorkramte und aus seiner Verpackung nahm, war er schon so von Haaren und irgendwelchen Produkten verklebt, die in den letzten Jahren zusätzlich schön angetrocknet sind, dass ich gar nicht weiß, ob man ihn je wieder sauber kriegen würde (für weitere appetitanregende Details kann man mich gern anschreiben). Jedenfalls lasse heute kaum noch Hitze an meine Haare und wenn ich alle paar Jubeljahre doch Lust auf wellige oder lockige Haare habe, kommt mein Glätteisen zum Einsatz, mit dem ich viel besser umgehen kann. Daher farewell, Lockenstab!

Kommentare:

  1. Aus manchen Tagen könntest du auch mehrere Tage Wegschmeißen machen, sind ja schließlich mehr als ein Gegenstand abgebildet. :D yeah

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, stimmt wohl. Wenn ich jeden Gegenständ wirklich für sich genommen hätte, wäre ich schon lange mit dem Projekt fertig. Doch erstens käme ich mir ein wenig komisch vor, zum Beispiel jede Haarspange einzeln zu zählen - manches gehört für mich einfach zusammen - und zweitens muss man sich selbst ja auch ein wenig herausfordern, nicht wahr? (^__~)

      Löschen
  2. Ich bin ja jetzt erst über dein Blog gestolpert und muss sagen, dass ich diese aktion für großartig halte. Ich bin selbst simplifyer, aber du machst das genau richtig, weil es so keine Hauruck-Aktionen sind, zwischen denen sich wieder was anhäuft, sondern du gehst das konsequent an. Vielleicht nehme ich mir das für 2013 auch vor. I like!

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...