Montag, 15. Oktober 2012

Visueller Blogschmuck

Wohin man auch klickt und blickt, Fotografieblogs gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Hier fotografiert jemand leidenschaftlich gern das heimische Haustier, dort bevorzugt einer lieber die Festhaltung vom kunterbunten Blumenbeet. Den Ausspruch "Every idiot with a camera thinks he's a photographer" wird oftmals von wutentbrannten "echten" Fotografen gestreut, um dieser gefährlichen Krankheit entgegenzusteuern. Aber warum eigentlich?
Es ist doch wunderbar, wenn man sich damit auseinandersetzt, eine bestimmte Stimmung und Kulisse auf einem Foto einzufangen, ob man sich dabei nun Fotograf nennt oder nicht.
Zugegeben stehe ich auch nicht drauf, wenn man vor lauter Scrollen gar keine Chance hat, noch zu den drei Zeilen Text zu gelangen, die sich unter den fünfhundert Fotos im Beitrag mancher Blogs befinden. Und zugegeben finde ich es albern, wenn man gleich zehn Bilder des gleichen Motivs veröffentlicht, die im Endeffekt auch noch alle gleich aussehen. Und zugegeben - ach, scheiß drauf - ich mag keine Fotografieblogs. Zumindest die meisten nicht. 
Man kann es im Groben doch folgendermaßen zusammenfassen: Entweder wird ein Fotografieblog von einem erfahrenen, langjährigen Fotografen verfasst, der nicht nur stumpf jedes Foto veröffentlicht, das auf dem Kameraspeicher war, sondern der radikal aussortiert und dem geneigten Leser nur die Crème de la crème seines Shootings präsentiert und der im Idealfall sogar noch Tipps, Tricks und Techniken preisgibt oder sich allgemein lesenswert über die Fotografie auslässt. Ihm gegenüber befinden sich die Fotografieblogs, und die stellen leider die Mehrheit dar, in denen ganze Fotobomben auf einen losgelassen werden mit so wenig Text und Beschreibung wie möglich. Ein 0815-Bild jagt das nächste und alles was in den Kommentare stehen kann, ist "Schöne Fotos". Pahh!
Am liebsten ist es mir immer noch, wenn jemand mit seinen Fotos explizit Dinge auf seinem Blog zeigt oder seine Texte geschickt veranschaulicht, ohne dass man davon regelrecht erschlagen wird. Also im Prinzip ganz "normale" Blogs.

Doch wer bin ich schon, mir hier das Recht herauszunehmen, Fotografieblogs zu verurteilen bewerten? Wo ich doch selbst nur alle paar Jubeljahre ein einigermaßen wertvolles Bild mit meiner Digitalkamera zustande bringe. Und selbst aus diesen könnte ein richtig guter Fotograf noch mehr herausholen, als ich es vermag. Aber im Endeffekt reicht mir das aus, um diesen Blog zu führen, der sich da keineswegs Fotografieblog nennt - noch nicht.


Zu guter Letzt - wo wir schon beim Thema sind - möchte ich hier noch eine Fotografin erwähnen, die mir wirklich sehr am Herzen liegt. Ihr Name ist Brooke Shaden und sie führt nicht nur den besten Fotografieblog, den ich bisher kennenlernen durfte, in dem sie Hintergründe zu der Entstehung ihrer Bilder und Wissen & Erfahrungen niederschreibt, sondern ihre Bilder sind auch die ersten, die ich wirklich als Kunst bezeichnen würde. Schön anzusehende Fotos können viele Menschen schießen, doch zum ersten Mal haben es Bilder geschafft, mich tief zu berühren und etwas in mir zu bewegen. Hier geht es zu ihrem wundervollen Portfolio! Vielleicht gefällt es dem einen oder anderen ja ebenfalls so gut wie mir.

Kommentare:

  1. Die meisten dieser, wie du sie betitelst, Fotografieblogs sind wahrscheinlich nur "Lifestyle, Beauty and more"-Blogs. Wenig Inhalt, viele Bilder. Und da schreiben sowieso zu viel ist, und Bildbearbeitung auch zu mühsam, benutzt man heutzutage eben Instagram.

    Ich bin meist ein Scroller. Wenn mir eine Bloggerin "am Herzen liegt", nehm ich mir (manchmal aus schlechtem Gewissen) aber doch die Zeit die Bilder mehr als eine Viertel Sekunde anzugucken.

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  2. Mir geht es genauso. Genau aus dem Grund folge ich vielleicht drei Blogs, die nur Fotos posten. Ansonsten kann man ja die rein aus Bildern bestehenden Artikel durchscrollen. Ich gebe zu, einen solchen nur aus Fotos bestehenden Artikel habe ich selbst schon gepostet. Ähem.

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    1. Ach naja, mal einen Beitrag nur mit Bildern ist ja noch in Ordnung. Wenn es ein paar Bilder aus dem Alltag sind, kann es auch wirklich ganz interessant sein, dort hineinschnuppern zu können. Doch einen ganzen Blog nur mit immergleichen Bildern will und kann ich nicht als richtigen Blog akzeptieren. :)

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