Mittwoch, 1. August 2012

SO I PACKED MY THINGS AND RAN

Selbst nach zwei Tagen des Dauerdösens habe ich nach der der letzten Woche immer noch einen sehr seltsamen Schlafrhythmus, aber ich versuche nun trotzdem, mich mit einigermaßen klarem Kopf erneut dem Blog zu widmen. Ein paar Dinge zu der Fahrradtour vom 22. bis zum 29. Juli, die ich zusammen mit Freundinnen unternommen habe, möchte ich hier nämlich noch niederschreiben.
Unsere Reise mit dem Drahtesel begann in Bernau und sollte in Trassenheide auf Usedom ihr Ende finden. Da wir täglich im Durchschnitt 54 Kilometer hinter uns gelassen haben (und eine kleine Abkürzung mit der Fähre machten), erreichten wir schon am vierten Tag die Ostseeinsel, um noch einen Tag später die Zelte endgültig einige Orte weiter aufzuschlagen und die restliche Zeit hauptsächlich am Strand zu verbringen.

Die Woche war wirklich wunderbar. Zum ersten Mal habe ich ohne meine Eltern Urlaub gemacht und dann auch noch so eine Abenteuerreise. Nur mit wenigster Ausrüstung ausgestattet und auf sich selbst gestellt zu sein und Meter um Meter mit eigener Kraft zurückzulegen, daran habe ich wirklich Gefallen gefunden. Obwohl man natürlich durch unzählige Landschaften fährt - mit viel Natur, Pflanzen, Tiere, Sonne, Felder, Schwärme, Wolken und was es nicht sonst noch alles zu bestaunen gibt, ist diese Art zu reisen doch eher ein Unterwegssein, bei dem man mehr über sich selbst lernt, als über die Orte, durch die man fährt. Doch was ich über mich erfahren? Zum Beispiel habe ich erstaunlicherweise eine bessere Kondition als gedacht. Zwar war das tägliche Strampeln anstrengend und schweißtreibend, aber ich hatte nie Schmerzen oder Muskelkater. Außerdem liebe ich Seen und das Meer noch mehr und kann mir mittlerweile gar nicht mehr vorstellen, wie Menschen lieber ins Freibad gehen können. Man hat dort einen richtigen Grund mit Sand und nicht mit Fliesen. Darin schwimmen Tiere und es wachsen Pflanzen. Man hat viel mehr zu entdecken und wahrzunehmen als im Chlorbecken.
Auch habe ich mitbekommen, dass man eigentlich viel weniger Zeugs zum Leben braucht, als ich dachte. In zwei Fahrradtaschen und einer kleinen am Lenker befestigten Tasche fand sich alles, was ich brauchte. Ein paar Klamotten, einige Hygieneartikel, Geschirr, Besteck, wenige Wertsachen und ein bisschen Lektüre. Schmuck? Schminke? Unendlich viele Bücher, CD's und DVD's? Alles fehl am Platze. Irgendwie fand ich das befreiend, nur eine übersichtliche Anzahl Dinge dabeizuhaben.
In der Woche, muss ich zugeben, war mit mir auch äußerlich vollkommen im Reinen. Kaum Spiegel, kein Schönheitswahnsinn (aufbrezeln hätte sowieso zu keiner Zeit etwas gebracht), kein Wettbewerb. Kleine Fettpolster, unrasierte Beine, mein ungeschminktes Gesicht - das alles hat mir die meiste Zeit gar nichts ausgemacht. Es war einfach nicht wichtig. Und meine Haut wurde gegen Ende der Woche wirklich großartig. Kaum bin ich zurück, muss ich zumindest die Wimpern tuschen, bevor ich in die Bibliothek gehe. Schön, dass ich wenigstens eine Woche lang keine Gedanken daran verschwenden musste.
Weiterhin bemerkte ich jedoch auch, dass ich etwas Zeit für mich brauche, wenn ich tagelang mit anderen Menschen zusammenhocke. Wenn ich so etwas wiederholen sollte, werde ich wohl eine kleinere Gruppe bevorzugen. Vielleicht zu zwei oder zu dritt, anstatt insgesamt fünf Personen. Dann kann man sich vielleicht auch mal eigenständig auf den Weg machen, ohne dass immer jemand hinterher getrabt kommt. Manchmal hat mich das schon gestört.

Insgesamt war es aber wirklich eine tolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich habe mitbekommen, dass mir das wirklich was bringt und viel Spaß macht, könnte mir also definitiv wieder solch einen Urlaub vorstellen. Vielleicht fahre ich dann wieder mit dem Rad, vielleicht paddel, laufe oder trampe ich dann aber auch. Wie es kommt, soll es mir recht sein und ich freue mich schon darauf!

Kommentare:

  1. So eine Tour ist meiner Meinung nach definitiv wiederholenswert.

    Sonst gibt es zu dem ganzen nur eines zustimmend zu sagen: Kch! ;)

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  2. Was du beschrieben hast mit umgeschminkt, etc ist mir auf dem Festival, wo ich war aufgefallen :) Ich glaube sowas schweißt zusammen :D Seid ihr dann einen bestimmten ausgeschilderten Fahrradweg gefahren oder nach Karte?

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    1. Definitiv! Oh je, auf ein Festival muss ich auch mal unbedingt gehen. Steht für nächstes Jahr schon dickgedruckt auf der Liste.
      Wir sind hauptsächlich den ausgeschilderten Radweg von Berlin nach Usedom gefahren, wobei wir aber erst in Bernau (im Norden von Berlin) gestartet sind, da wir alle aus der Ecke kommen. Ab und zu sind wir vom Weg abgewichen, hatten dafür aber auch eine Karte dabei. (^__^)

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  3. Ich habe keine Ahnung was ich so toll daran finde, wirklich :D Ich mag viele der Charaktere und es ist auch ganz lustig ;) Zwischendurch entwickelt es sich eher zu einem typischen Kitschroman einer Mitte-40-Jährigen Hausfrau (zwei Vampire, für welchen soll sich die Protagonistin Sookie Stackhouse entscheiden?? und viel Sex, gerade in der vierten Staffel..) Fortschreitend wurde die Hauptfigur Sookie mir dann auch wirklich zu wider, aber dann gibt es wiederum andere tolle Charaktere mit zum Teil spannenden Handlungssträngen.. Die aktuelle, Staffel 5, ist schon wieder etwas besser: immerhin dreht es sich da nicht um die Liebeswirrungen der Sookie Stackhouse, sondern um ein größeres Ganzes. Staffel 4 war echt doof. Meine Schwester schaut Dexter und der scheint es zu gefallen :) Bei mir steht als nächstes "Being Human" auf der Liste ;)#

    Auf Tumblr ist mir aufgefallen, dass ich es in Englisch zum Teil besser auf den Punkt bringen kann ;)

    Das Festival war eine tolle Erfahrung, aber hat mich auf der anderen Seite ins Zeifeln gebracht, ob es wirklich was für mich ist.. weil das TFF noch recht klein ist und wir viele Vorteile hatten, wie bsp. einen Zeltplatz im Freibad, der relativ klein war, die Innenstadt 5min entfernt, wo man dann auch nochmal einkaufen konnte u.ä., verschiedene Veranstaltungsorte, wo auch mal Schattenplätze sind. Rock am Ring ist dann bspw glaube ich nochmal was anderes.

    Ich müsste mal mein Fahrrad entstauben :D

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  4. Ich finde es sollte mehr ausgefallene Blogparaden geben ^^ vieles wiederholt sich ziemlich..

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  5. Ich hatte als Kind immer ekel davor in natürlichen Gewässern zu baden. Zwar haben wir im Bach Dämme gebaut und sowas, aber selbst dabei hatte ich immer die generelle Umweltverschmutzung im Hinterkopf, die uns seinerzeit neben Aids und Tschernobyl eingehämmert worden ist. Was das nahezu unbekleidete Schwimmen angeht, war es dann eher die Natur, welche mich abstieß. Irgendwelche Fische, die einen berühren oder wohlmöglich annuckeln könnten? Algen, Tang oder Quallen, die einen irgendwie abschmieren oder benesseln könnten? Bäh! Sogar das Freibad war schon grenzwertig, weil dort regelmässig große Frösche anzutreffen waren. Heute stelle ich mir die Frage gar nicht mehr, weil ich zur Abkühlung eh nicht weiter hinauskomme, als in die Badewanne zu steigen.

    Den Trip als solchen finde ich allerdings cool. Ich bin früher als Teenie mal getrampt und habe mich mit Bus und Bahn gewegt, ohne zu wissen, wo ich als nächstes ankomme oder bleibe. Das war schon eine schöne Zeit mit vielen Erkenntnissen. Nicht nur was die Gegenstände angeht, sondern auch die Ernährung bei wenig Geld ist sicherlich eine lehrreiche Erfahrung. Ich führte ausschließlich Zwieback, Teegranulat und eine Flasche mit mir und konnte trotzdem überleben, ohne viel Geld auszugeben. Man sollte sich viel öfter in dieser Bescheidenheit üben, auch um sich selbst zu erden.

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