Donnerstag, 12. Juli 2012

Trix Solier von Sergej Lukianenko

AUTOR l Sergej Lukianenko
TITEL l Trix Solier - Odyssee im Orient
GENRE l Kinder- & Jugendbuch, Fantasy, Abenteuer
VERLAG l Beltz & Gelberg Verlag (März 2012)
SEITEN l 589
AUSZUG l  "Mist", stöhnte der Drache, der Trix mit kullerrunden Augen ansah. "Du bist gar nicht Radion Imanil Crion Sauerampfer!" "...nein", stammelte Trix. "Könntest du mir in dem Fall vielleicht deinen geheimen Namen verraten, damit ich mich gegen dich schützen kann?" "Nein." Trix wäre natürlich ohne Umschweife mit diesem Namen herausgerückt - wenn er gewusst hätte, worum es eigentlich ging. [...]
"Wenn du Sauerampfer wärst", fuhr der Drache fort, "wäre ich gegen deine mächtige Magie gefeit. [...] Du aber bist ein ganz anderer Zauberer! Dir gegenüber bin ich völlig schutzlos!" Das ließ Trix etwas hoffnungsfroher in die Zukunft blicken. "Deshalb muss ich dich nun töten", kündigte der Drache traurig an. "Ach, wie mir das widerstrebt..."
Hier entlang zur LESEPROBE.

ANMERKUNG l Das Buch, welches man hier käuflich erwerben kann, wurde mir im Rahmen der Internetseite "Blogg dein Buch" vom Beltz & Gelberg Verlag zur Verfügung gestellt. Einzige Bedingung für den Erhalt ist eine schriftliche Rezension auf meinem Blog.

INHALT l Zauberlehrling Trix Solier soll gerade den Turm seines Magierlehrers Radion Sauerampfer hüten, als er Besuch von einem Drachen erhält. Dieser berichtet vom starken Zauberer Abrakadasab, auch Mineralisierter Prophet genannt, der im Begriff ist, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Eigentlich sollte Sauerampfer dabei helfen, dies zu vereiteln, doch der ist verhindert und Trix tritt, das Abenteuer witternd, diese Reise an seiner Stelle an, bei der er durch die Wüste zieht, auf einen Dshinn und die Sphinx trifft, den Sultan höchstpersönlich kennenlernt, der Zwergenstadt einen Besuch abstattet und neben neuen Bekanntschaften auch alte wiedertreffen soll. Wird er es schaffen, Abrakadasabs finsteren Plänen einen Strich durch die Rechnung zu machen?

REZENSION l Lukianenkos "Odyssee im Orient" ist der zweite Teil der Trix Solier-Duologie. Ich habe den ersten Band nicht gelesen, was jedoch auch überhaupt nicht notwendig ist, um diesen hier zu verstehen. Zwar wird ab und an eine Anspielung auf die früheren Abenteuer gemacht und auch einige Charaktere aus dieser Zeit spielen wieder eine Rolle, aber das ist nur sehr vereinzelt, sodass keine schwerwiegenden Verständnisprobleme ohne Vorkenntnisse auftreten dürften.
Kommen wir zur Aufmachung. Ehrlich gesagt, war das Cover ausschlaggebend dafür, dass ich mich für das Buch beworben habe. Ich finde es unglaublich schön gemacht mit den verschnörkelten Zeichnungen. In dem Buch gibt es (leider) keine weiteren Zeichnungen, aber es ist insgesamt in verschiedene Teile gegliedert, deren jeweilige Anfänge auch recht hübsch gestaltet sind.
Die Abenteuergeschichte mit Trix Solier wurde in einem wundervollen Schreibstil verpackt. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass dieser mir an dem Buch deutlich am besten gefiel. Lukianenko kommt auf tolle Formulierungen, hat ziemlich interessante Wortneuschöpfungen und einen klasse Wortwitz zu bieten. Trotzdem existiert ein persönlicher Knackpunkt an dem Buch. Im Allgemeinein gibt es ja Jugendbücher über Abenteuer, in denen die Protagonisten zeitweise in ernsthafter Gefahr schweben, verletzt werden, vielleicht sogar einen Freund verlieren. Die realistische Situationen beschreiben, insofern ein Fantasywerk realistisch ist.
Es gibt aber auch Jugendbücher, in denen die Protagonisten zeitweise in ernsthafter Gefahr schweben, jedoch immer eine Lösung parat haben oder gerettet werden. Nie werden sie schlimm verletzt und immer ist alles locker zu bewältigen. "Trix Solier - Odyssee im Orient" ist eines der letzteren Jugendbücher. Trix selbst bekommt einige Male Rätsel gestellt, die er spätestens nach dem dritten angestrengten Nachdenken lösen kann. Die Gruppe wird angegriffen, aber trotzdem entkommen sie fast schon kinderleicht. Mit solchen Jugendbüchern kann ich persönlich nicht viel anfangen. Wenn es doch scheinbar so einfach ist, alles zu bewältigen, warum schafft es ausgerechnet dieser Dreikäsehoch? Immer ist das Schicksal wie auf zauberhafte Weise auf seiner Seite. Zudem steuert die Geschichte natürlich fortwährend auf ein Finale zu, von dem man viel erwartet. In dem sich alles entscheidet. Das muss es doch noch ein bisschen umreißen, Spannung in die Sache bringen, dachte ich mir. Doch, ohne zu viel verraten zu wollen, ist das Finale ein genauso lauwarmes Lüftchen wie die vorigen "ernsten Situationen". Da man irgendwann mitbekommt, dass es eigentlich nie wirklich ernst für die Charaktere wird, geht natürlich auch schnell die Spannung flöten. Ich hatte kaum Antrieb und Bedürfnis, das Buch abends immer wieder zur Hand zu nehmen. Einzig der Schreibstil hat das Buch nicht allzu langweilig für mich gemacht oder zu einer großen Enttäuschung werden lassen. Obwohl es mir persönlich nicht sehr zusagt, möchte ich die Geschichte nicht generell schlecht bewerten. Bei einer kurzen Informationssammlung für die Rezension habe ich schließlich mitbekommen, dass das Buch für die Altersklasse von 11 bis 13 Jahren ist und daher wundert es mich kein Stück, dass es mir selbst zu kindlich ist. Dafür ist der Verlauf des Abenteuers vollkommen in Ordnung. Aber ich brauche in Abenteuersituationen einfach Spannung, ein bisschen Krawall und ernsthafte Gefahren, nach denen es auch mal schlimmer ausgehen kann.

FAZIT l Ein netter Fantasyschmöker mit einem humorvollen Schreibstil für Kinder und Kindgebliebene. Wer bei Abenteuerliteratur großen Wert auf Spannung legt und nicht viel damit anfangen kann, wenn alle schwierigen Aufgaben scheinbar zu einem Klacks werden, sollte wohl zu einem anderen Buch greifen. Von mir gibt es dafür dennoch drei von fünf Teekannen.

Kommentare:

  1. dein blog ist einfach zucker!!

    LG Gold

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  2. Tolle Rezension, klingt nach einem witzigen Buch. Es war mir - vom Titel her - schon als Hörbuch begegnet, dann werde ich mir das jetzt doch mal zu Gemüte führen. Vor allem, da der Sprecher, Stefan Kaminski, der vielleicht wandelbarste überhaupt ist. Lustig finde ich auch deine Skala, die Teekannen :)

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  3. Hey! (:

    Habe den ersten Teil gelesen und wollte mir den zweiten auch bei Gelegenheit mal besorgen. Lukianenko ist mein Lieblingsautor, normalerweise schreibt der ganz andere Sachen!
    Du sagst dass er immer ganz schnell eine Lösung parat hat, und das ist im ersten Teil auch so, aber da ist eigentlich von Anfang an klar dass das bloß eine Persiflage auf Bücher ala Harry Potter, Bartimäus etc. ist. Weil normalerweise gibts in den Welten von Lukianenko kein Happy End. Gerade deswegen nimmt er hier diese moderne, glänzende Fantasy-Variante auf's Korn, in denen den Protagonisten nunmal immer derselbe Weg bevorsteht. Aber ich glaube der erste Teil war auch alles in allem spannender, da waren nämlich schon Situationen in denen es mal brenzlig wurde. Aber dass Trix halt alles auf die leichte Schulter nimmt gehört auch zum Kern der Story irgendwie.
    Ich mochte den ersten Teil und werde mir den zweiten auf jeden fall gönnen, nicht zu letzt wegen deiner Rezension! (: Wirklich schön! Danke dafür.

    Ganz liebe Grüße, der Max.

    http://i-make-sure-everything-remains-raw.blogspot.com/

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