Sonntag, 22. April 2012

Meow Kitty Kitty

Als ich vor einigen Tagen in meinen Schubladen wühlte, fand eine selbstgeschriebene Geschichte aus meiner Kindheit ihren Weg ans Tageslicht. Man merkt es eigentlich fast gar nicht, aber als ich diesen fiktionalen Erguss auf's Papier brachte, hatten wir Katzen als Haustiere. Bevor wir vor ungefähr sechs bis sieben Jahren umgezogen sind, lebten wir noch in einer dieser tollen Doppelhaushälften und da lief uns eine Katze zu, die wir Emma tauften und die uns einige Monate später vier kleine Katzenkinder ins Haus brachte. Katzenbaby Erwin durften wir behalten, während die anderen unter Tränen letztendlich weggegeben werden mussten. Daher rühren also die Namen für dieses ausgefuchste Werk meiner Fantasie, welches ich hier niederschreiben und mit meinen wertvollen Kommentaren bereichern werde.

Die Geschichte heißt "Katzenparty mit Folgen" und geht so (Rechtschreibung folgt der Originalquelle; in den Klammern finden sich meine Anmerkungen aus heutiger Sicht):

Es waren einmal zwei Katzen, Emma eine braune-schwarzgetigerte Katze und Erwin, ihr Sohn (so weit so gut). Sie waren auf dem Weg zu einer Katzenparty wo gerade eine Perser ein Lied von ,Cats' miaute (Ja doch, ich gebe es zu. Ich mochte das Musical. Mag es immer noch). Emma und Erwin gingen zur Bar wo sie sich zwei Gläser Katzenmilch bestellten und der Musik zuhörten. Plötzlich zertrümmerte das Fenster und eine Perserkatze im schwarzen Anzug und (mit einer) Pistole überfiel das Lokal (Wundervoll, und dabei habe ich nie Mafiafilme geschaut). Zu Emmas Pech klaute er auch noch ihr Diamanthalsband von Woolworth (auch noch - kann er nicht einfach nur das Lokal überfallen? Auch noch ihr Halsband. Uncool, Perserkatze, uncool. Es war von Woolworth!). Eine Spynx (man beachte die Schreibweise) und ein paar andere Katzen folgten dem Dieb der aus der Tür rannte (Ob es einen bestimmten Grund gibt, warum er nun die Tür nimmt, nachdem er das Fenster bereits zertrümmert hatte?). Das ganze Lokal war ruiniert (eindeutig ruiniert, da geht doch nie wieder jemand hin) und die Party auch. Später nachdem das Verbrechen der Katzenpolizei gemeldet wurde und Emma Tag und Nacht um das Halsband weinte, wurde auch noch Erwin entführt (höchste Priorität bei einer literaturpreisverdächtigen Geschichte: schlimmer geht immer). Als Detektiv Rudolph eintraf berichtete sie: "Also ich fange jetzt von gestern an, es war so, ich musste noch zu einer Untersuchung beim Tierarzt und Erwinchen begleitete mich noch bis zur Katzenklappe." Der Detektiv brummte: "Und wieso ist Mr. Erwin nicht mitgekommen?" (Wow, dieses "Mister" verleiht der Geschichte Dramatik und Niveau) "Naja", schluchzte Emma, "ich habe ihm eine neue DVD geschenkt ,Aristocats' die er unbedingt gucken wollte (sehr autobiographisch, denn "Aristocats" ist tatsächlich einer der wenigen Disneyfilme, die ich auf Scheibe besitze). Und naja also dann war ich eben beim Tierarzt. Als ich zurück kam machten wir uns unsere teuren Diamantenhalsbänder um und gingen zur Katzenparty im Lokal ,Am Rathaus' (Moment, sie war doch beim Tierarzt. Ist sie etwa krank? Dann sollte sie besser nicht feiern gehen. Oder war es vorsorglich? Gehen Katzen vorsorglich zum Arzt, ist dann wohl die nächste Frage). Sie wissen schon, da (wo) eingebrochen wurde und..." "Könnten sie sich noch an den Täter erinnern?", fragte der Detektiv brummig durch seine Barthaare (Ich mochte Bärte wohl schon damals). "Mmh...also so richtig beschreiben nicht, aber...aber wenn ich ihn sehe erkenne ich ihn, ganz bestimmt." (Klar, sie kann ihn nicht beschreiben, würde ihn aber erkennen. Sehr glaubwürdig. Ich hatte damals wahrscheinlich bloß keine Lust, eine Personen Katzenbeschreibung niederzukritzeln) "Ooh, dass (Argh, ein "S", du Weichbirne. Na super, jetzt beschimpfe ich schon mein früheres Ich) ist gut ich mache mich auf meine Katzenpfoten und gucke in den Katzenakten nach (Wie schreibt man eine atemberaubende Story über Katzen? Man setze einfach das Wort "Katzen" vor jedes zweite Substantiv), ich bringe ihnen alle Perser Verbrecher auf Fotos mit, bis später Mrs. Emma (Vielleicht sind die Anreden auch Hinweis darauf, dass die Geschichte in England spielt. KLAR: Woolworth, Mister & Misses. Das muss sich einfach in England ereignen. Geheimnis gelüftet)", sagte der Detektiv eilig und lief hinaus.
Am nächsten Tag, nein, besser gesagt am nächsten Morgen, klingelte Emmas Katzofon: "Ja, hallo?" miaute Emma müde. "Guten Tag Mrs. Emma", brummte es aus dem Hörer. "Ja...wer ist denn da?" "Ich bin es Mr. Rudolpf (keine Ahnung, warum der manchmal "Rudolph" und manchmal "Rudolpf" heißt. Das ist wohl künstlerische Freiheit), der Detektiv von gestern Abend!" "Ähm, achso...hehe, wo ist denn heut mein Katzenhirn, also was ist denn?" fragte Emma. Mr. Rudolph erzählte: "Ich hab', wie versprochen, in den Katzenakten nachgesehen und ich habe jetzt alle Perser-Verbrecher-Fotos herausgesucht (wenn) ich die ihnen jetzt vorbei bringe, habe ich mehr Zeit um den Täter zu schnappen. Vielleicht, wenn wir Glück haben, führt er uns zu Mr. Erwin" (Warum sucht er nach dem Täter aus der Bar, wenn er sich überhaupt nicht sicher ist, ob der Erwin überhaupt entführt hat? Warum sollte Erwin entführt werden, wenn die Perserkatze das Diamanthalsband von Emma schon hat? Wegen eines zweiten Halsbandes von Erwin selbst? Und warum klaut er das dann nicht auch einfach, anstatt sich noch mit einer Entführung zu belasten?) Emma bejahte, das (hier kommt jetzt eigentlich das "S" von eben hin) Mr. Rudolpf jetzt kommen durfte und nach einer Stunde stand der Detektiv im Wohnzimmer und Emma schaute sich die Akten mit scharfen Katzenaugen an. Auf einmal hielt sie inne: "Das, das ist er", stotterte sie, "das ist der Kater" "Sind sie sich ganz sicher, Mrs. Emma?" "Ja, klar", bestätigte sie. Der Detektiv stand auf: "Ich werde gleich ein paar Komissarcats (Auf das Wort bin ich irgendwie stolz. Klingt doch spitze: "Kommissarcats") rausschicken, wir müssen diesen Verbrecher schnappen, ich bin mir total sicher, dass er Erwin äh Mr. Erwin entführt hat" (Ja klar, total sicher. Wahrscheinlich wegen der ganzen Hinweise. Und wo bleibt eigentlich eine Lösegeldforderung oder etwas in der Art?), er verabschiedete sich und ging zur Klappe hinaus (Das muss man erst einmal verstehen. Die Katzen haben zwar Bars, eine Polizei und DVD's, aber sie scheißen auf Türen und gehen lieber durch Katzenklappen).
Es vergingen Tage, nichts geschieht die Komissare suchten immernoch. Emma war traurig (Ach?). Tod traurig (Ach, ach?). Sie weinte immer, Tag für Tag, Nacht für Nacht. Endlich nach vier langen Tagen hatten sie den Verbrecher eingefangen. Die Polizei quetschte ihn solange aus bis (er) gestand. Emma bekam ihren Erwinchen zurück (Das ging nun ziemlich schnell. Warum wurde er denn jetzt entführt und das ausgerechnet von der diebischen Katze aus dem Lokal? Fragen, auf die wir nie eine Antwort erhalten werden).
Und was lernen wir daraus? Katzengeschichten haben immer ein Happy-End (So sieht's aus. Am Ende wird immer alles gut und wenn noch nicht alles gut ist, ist es noch nicht das Ende. BAM).

Trotz einiger inhaltlicher Ungereimtheiten und der Rechtschreibfehler müsst ihr schon zugeben, dass ich ein verkanntes Wunderkind war. Danke! (Der Theatervorhang darf sich nun schließen.)

Kommentare:

  1. haha finde ich sehr süß die Geschichte!:'D
    ich habe immer pseudo-007Bond geschichten geschrieben und war darauf immer sehr stolz^^

    Katzengeschichten...wieso bin ich damals nicht darauf gekommen^_^!

    AntwortenLöschen
  2. Rechtschreibung korrigieren, Namen vereinheitlichen und ein Diamantenhalsband, das nicht von Woolworth, sondern einer Designerkatze stammt und schon ist der neue Harry Potter fertig. Und am Ende gibt es sogar eine Moral.
    Nur eine Sache kommt mir verdächtig vor: warum geht es nicht um Vögel? Du hast wohl die Fronten gewechselt. ;)

    Meine frühen Ergüsse waren entweder Geschichten über ein Staat von Radiergummis, der von einem Radiergummi mit Cowboyhut angeführt wurde, den ich "der General" nannte oder über eine Feenschule. Manchmal fusionierte ich sogar meine zwei Geschichten und dann unterrichtete der General in der Feenschule Geräteturnen. Die Idee, die Geschichten zusammenzuwerfen hielt ich für unglaublich genial.

    Meow.

    AntwortenLöschen
  3. Auf "Katzofon" kannst du mindestens genau so stolz sein :)
    Wirklich niedlich geschrieben, Kindheitserinnerungen bringen mich immer zum Quieken...

    AntwortenLöschen
  4. Ach ist das süß :D
    Habe heute auch in alten Sachen gestöbert, das ist einfach witzig.
    Und größtenteils sind meine Storys einfach so vorsehbar.
    Würde ich mal ein Aufsatzheft aus der vierten Klasse finden, das würde ich übertrieben feiern!
    Alles Liebe
    Allie

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...