Dienstag, 21. Februar 2012

In die Wildnis von Jon Krakauer

AUTOR l Jon Krakauer
TITEL l In die Wildnis - Allein nach Alaska
ORIGINALTITEL l Into the Wild
GENRE l Biographie; Reise & Abenteuer
VERLAG l Piper Verlag (Oktober 2010)
SEITEN l 318
AUSZUG l "27. April 1992
Grüße aus Fairbanks! Dies wird meine letzte Nachricht an Dich sein, Wayne. Bin vor zwei Tagen hier angekommen. Das Trampen in der Gegend um den Yukon lief nicht so gut. Aber jetzt bin ich endlich hier. Schicke bitte all meine Post an den Absender zurück. Es kann noch lange dauern, bis ich wieder im Süden bin. Dieses Abenteuer geht vielleicht tödlich aus, und es kann sein, daß Du nie wieder von mir hören wirst. Ich möchte aber, daß du weißt, wie sehr ich Dich bewundere. Ich breche nun in die Wildnis auf. Alex."

INHALT l Im August 1992 wurde die Leiche von Chris McCandless im Eis von Alaska gefunden.
Nach seinem Universitätsabschluss hatte er zwei Jahre zuvor seine gesamten Ersparnisse der Wohlfahrt gespendet, den Namen "Alexander Supertramp" angenommen und sich daran gemacht, das Leben für sich neu zu erfinden. Auf der Suche nach ungefilterten Erfahrungen ist er quer durch Nordamerika gereist, bis er sich schließlich dazu entschloss, die Zivilisation hinter sich zu lassen und in der Landschaft Alaskas in die wilde und einsame Schönheit der Natur einzutauchen.

REZENSION l Was für Jon Krakauer mit der obligatorischen Recherche für einen Zeitungsartikel begann, entwickelte sich schnell zur Faszination für die Geschichte des jungen Aussteigers. Nach dem Fund seiner Leiche in Alaska hielten viele Leute McCandless für einen naiven Volltrottel oder jemanden, der in die Wildnis gezogen war, um sich dort das Leben zu nehmen. Doch weitere Recherchen Krakauers, Gespräche mit McCandless' Familie, Freunden und allerlei Personen, mit denen er während seines Abenteuers Bekanntschaft gemacht hat, Postkarten, die er von unterwegs schrieb und vor allem die von ihm auf der Reise gefertigten Tagebucheinträge verschaffen ein Bild des intelligenten und freiheitsliebenden jungen Mannes und rekonstruieren sein Leben, seine Charakterzüge und Ansichten. Weiterhin bekommt man die Möglichkeit, von Chris angestrichene Textpassagen in den Büchern seiner Idole, wie Jack London und Leo Tolstoi, zu lesen und zu verstehen, inwieweit sie seine Vorstellungen von Moral beeinflussten.
Die verschiedenen Landkarten, die über das ganze Buch verteilt sind, helfen einem bei den vielen Ortsnamen, seine Route mitzuverfolgen und besonders die vielen Landschaftsbeschreibungen Krakauers geben einem das Gefühl, die Reise selbst noch einmal zu tätigen. Auch ergreift dieser die Chance, seine persönlichen Erfahrungen mit der Wildnis als junger Bergsteiger miteinfließen zu lassen und er erzählt von der Unberechenbarkeit der Natur, die auch Chris McCandless schließlich das Leben kosten sollten. Welche das waren, müsst ihr jedoch wohl oder übel selbst herausfinden.

Ich bin überaus angetan von dem Buch und habe es nun bereits zum zweiten Mal gelesen. Ich würde es sogar zu meinen Lieblingsbüchern zählen, denn es ist nicht nur gut geschrieben und erzählt die aufrüttelnde Geschichte eines faszinierenden Menschen, es ist obendrein eines dieser Bücher, die etwas in mir verändert haben. Ich sehe viele Dinge seither kritischer und andere weiß ich dafür umso mehr zu schätzen. Außerdem hat mich das Fernweh und die Lust nach einem persönlichen Abenteuer gepackt, wenn es höchstwahrscheinlich auch nicht derart radikal aussehen würde.

ANMERKUNG ZUR AUSGABE l Als ich das Buch das erste Mal las, war es aus der Bibliothek ausgeliehen, jedoch wird die damalige Ausgabe nicht mehr verkauft. Weil ich aber wusste, ich würde "In die Wildnis" sicherlich noch mehrmals lesen, wollte ich es unbedingt im Bücherregal stehen haben und so sah ich mich nach einer anderen Ausgabe um. Zunächst war ich von dieser "Taschenbuchsonderausgabe" mit dem mit Stoff überzogenden Einband, die ich mir bestellte, auch ganz angetan, doch was mein Lesevergnügen sehr stark beeinträchtigte, waren die vielen Rechtschreibfehler. Irgendwann habe ich angefangen mitzuzählen und ich kam letztendlich auf vierzehn! Ich persönlich kann darüber nicht hinweg lesen und besonders bei einem Buch, das ich so mag, ärgert es mich doch sehr. Zumal ich schon nicht oft Bücher kaufe und dann so etwas. Ich kann mich nicht erinnern, dass es bei der damaligen Ausgabe der Fall gewesen wäre und auch sonst waren die Bücher vom Piper Verlag immer einwandfrei, aber hier haben sie echt Mist gebaut. Jetzt muss ich mich irgendwie nach einer neuen Ausgabe umsehen, die keinerlei auffällige Rechtschreibfehler enthält, die ich beruhigt wieder und wieder lesen kann.

FAZIT l Ein absolut wundervolles, empfehlenswertes Buch für alle, die Roadtrips mögen und von dem Aussteigerleben mitgerissen sind. Wer auf die Rechtschreibung großen Wert legt, sollte jedoch zu einer anderen Ausgabe greifen, ansonsten wünsche ich ein fröhliches Lesevergnügen mit Jon Krakauers "In die Wildnis - Allein nach Alaska".

Kommentare:

  1. ich mag das buch auch total. ich hab auf meinen blog eine review vom film gemacht. ich finde den film zwar nur halb sogut als das buch, dennoch mag ich es wie der film gemacht ist.

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  2. Klingt extrem spannend! Kommt sofort auf meine "muss ich noch lesen" Liste!

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  3. Endlich kann ich antworten Juhu!!!
    Das Buch kommt auch sofort auf meine Wunschliste ^^

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