Donnerstag, 3. August 2017

Musiktipps der Woche #14: Lass uns Feinde sein, ich hab so viele falsche Freunde

Eine Sache, die ich langsam wirklich zu begreifen beginne, ist, dass es im Leben immer auf und ab geht. Vielleicht ein offensichtlicher Gedanke für manche. Mich haben für lange Zeit die schlechten Momente jedes Mal aus der Bahn geworfen und ich dachte, das war es jetzt. Das ist verdammt anstrengend, und emotional sowie mental noch belastender als die Situationen ohnehin schon. Aber es geht immer, immer, wieder bergauf. Und dann wird es irgendwann wieder schlechter, so ist das nun einmal. Sich dem bewusst zu werden, dankbar zu bleiben für das, was man hat und sich an den kleinen Dingen zu erfreuen, ist ein guter Plan für die Zwischenzeit inmitten der Verluste, Krisen, Abenteuer und Erfolge. Mein Wort zum Donnerstag. Zurück zur Musik!



Helgen
Helgen, das sind drei Jungs aus Hamburg, die bereits diesen Freitag ihr erstes Album Halb oder gar nicht herausbringen. Zwei Jahre lang haben sie daran gewerkelt und ich freue mich bereits seit acht Stunden total darauf. Aber hallo! Genau genommen seit ich in ihren Song Fernsehturm hineingehört habe, der einen ersten Vorgeschmack auf das Album liefert. Ich bin dem leicht zugänglichen deutschen Indie-Pop entgegen meiner bisherigen Hörgewohnheiten (also was den "deutsch"-Teil betrifft) spontan zugeneigt, in diesem Fall besonders wegen der Texte. Diese wirken poetisch bis ein wenig zu gewollt poetisch an manchen Stellen, insgesamt kommt trotzdem durchaus Gefühl und Witz durch, sodass ich das verzeihen kann. Helgen erfinden das Rad nicht neu, liefern dafür gekonnt gut geschriebene Lieder. Bald sind Helgen übrigens auf ausgiebiger Tour. Wer die Burschen live sehen möchte, sollte ausreichend Gelegenheit dazu finden.

Lieblingslieder: Lass uns Feinde sein // Fernsehturm // Rauch



Theatre Is Evil von Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra
Fünf Jahre nachdem das Album Theatre Is Evil veröffentlicht wurde, erschien vor Kurzem überraschenderweise ein neues Musikvideo zu einem Song davon: Grown Man Cry. Eigentlich wollte ich dies zum Anlass nehmen, Palmer generell zu empfehlen. Doch ich habe zu viele Lieblingslieder in ihrer Diskographie, als dass es gescheit in den Rahmen dieses Beitrags gepasst hätte. Obwohl ich wenigstens noch erwähnen möchte, dass ich Amanda Palmer großartig finde. Ihre mutige Art, der Drang zu schaffen und kreieren, das Talent, Gefühle und Gedanken in treffende, rührende Worte zu packen - das ist sehr inspirierend. Nicht umsonst habe ich sie in meine Top 5 der inspirierenden Frauen gepackt. Zeitgleich mit dem Musikvideo kam auch eine neue Version der Platte unter dem Namen Piano Is Evil heraus, auf der sie die Songs nur mit Piano und Gesang noch einmal aufgenommen hat. Als Ergänzung ganz nett, jedoch bleibe ich grundsätzlich beim Original. Ich fühle gerade schon wieder, wie ich in eine Amanda Palmer-Spirale gesogen werde. Powerfrau - ein irgendwie schrecklich abgedroschener Begriff, der in diesem Fall trotzdem zutrifft.

Lieblingslieder: Grown Man Cry // Bottomfeeder // The Bed Song // The Killing Type // Do It With A Rockstar

Sonntag, 23. Juli 2017

Chronic Sunshine: Lieblingslieder der vergangenen Monate

In meinen Entwürfen sind viele fantastische Songs liegen geblieben, weil ich es nicht auf die Reihe bekommen habe, meine Musiktipps zu schreiben. Und weil ich auch gar nicht mehr hinterherkommen würde, habe ich sie nun kurzerhand in eine Playlist gepackt. Einfach, um meine Lieblinge der letzten Zeit erwähnt zu haben. Es wäre doch schade drum. Viel Spaß beim Hören des sehr kunterbunten Mixes, auf dem Pop, Elektro, Rock, Folk und Alternative-Zeugs vertreten sind!



Sonntag, 2. Juli 2017

Mein erstes Festival: Graspop Metal Meeting 2017

Mein erstes Festival? Ich weiß, ich weiß. Ich kann es selbst kaum glauben, dass es mich Musiknerd vierundzwanzig Jahre gebraucht hat, um ein Festival zu besuchen. Bisher kam immer etwas dazwischen. Entweder hatte ich keine Zeit oder nicht das nötige Geld, konnte nicht das richtige Festival oder die geeignete Begleitung finden. Das Graspop Metal Meeting im belgischen Dessel ist eine jährliche Tradition meines Freundes. Um endlich diese Erfahrung zu machen, nötigte ihn quasi dazu, mich dieses Mal mitzunehmen.


Freitag
Abends gegen halb neun Uhr machten wir uns mit großen Reiserucksäcken aufgeschnallt auf den Weg. Zum Festival fuhren wir mit dem Fahrrad, da Freund K. ortsnah wohnt. So erreichten wir nach guten dreißig bis vierzig Minuten das Gelände. Unsere Armbänder hatten wir bereits tagsüber geholt und auch das Zelt hatten Freunde bereits am Vortag für uns aufgeploppt. Deshalb konnten wir bei der Ankunft auf dem Campingplatz gleich alles für die Nacht vorbereiten und danach zum Festivalgelände stiefeln. Erster Eindruck: Verdammt viele Flaschen und Becher auf dem Boden zerstreut (Pfand gibt es in Belgien nicht, damit auch keine Flaschensammler), ein beleuchtetes Riesenrad, das in den Himmel ragt und Musik aus allen Richtungen. Auf ins Getümmel!

Am Freitag waren wir eigentlich nur für Rammstein angereist, wie so viele, denn an dem Tag waren alle Tickets restlos ausverkauft, und platzierten uns eine gute Stunde vor Beginn vor der entsprechenden Bühne. Selbst zu dieser Zeit war es dort schon rappelvoll. Während wir warteten, spielte noch die norwegische Black Metal-Band Emperor. Begeistern konnte sie mich nicht, deshalb zähle ich auch Rammstein als meine erste Festivalband. Ich mache mir die Welt, wide wide wie sie mir gefällt. Es ist schon ein Erlebnis, Rammstein live zu sehen. Viele Lieder konnte ich auch noch mitsingen, nachdem die Musik für einen Großteil meiner Kindheit aus dem Nachbarzimmer meines Bruders schallte. Mehr Flammenwerfer, Funken und Feuerwerk lässt sich in so eine Show kaum packen. Dazu kommen Sänger Till Lindemann, der sich bei ausufernden Bewegungen die Stirn am Mikrofonständer blutig schlug, aber trotzdem unbeirrt weitermachte, und der wunderschöne Glitzeranzug von Keyboarder Christan Lorenz. Ein rundum gelungener Auftritt.


Samstag
Am nächsten Morgen machten wir uns bereits um elf Uhr fertig, um zu einer Band zu gehen, die ich mir im Voraus herausgesucht habe. Avatar heißt diese, ist aus Schweden und gewinnt mich nicht nur mit guter Musik, sondern auch ausgefallener Schminke und Kostümen. Insgesamt soll das eine meiner liebsten Shows des Wochenendes werden. Zurück im Zelt schaute ich auf mein Handy und mich befiel plötzlich Heimweh. Denn es war mein Geburtstag und ich bekam liebe Nachrichten von Freunde und Familie. Für ein paar Stunden hatte ich das Gefühl, vielleicht einen Fehler gemacht zu haben, sitze ich hier in der heißen Pampa Belgiens herum, statt zu Hause zu sein. Zum Glück fing ich mich letztendlich wieder und vermieste mir nicht den ganzen Tag mit dem Gedanken.

Im Laufe des Tages schauten wir uns noch Danko Jones an, von dem mir zwei Lieder gut gefallen haben, sonst waren mir die Lieder zu eintönig, sowie Clutch, zu denen in meinen Notizen ein 'in Ordnung' steht, an deren Auftritt ich mich nicht allzu sehr erinnern kann. Zwischendurch lauschten wir zufällig Alter Bridge, die ich ziemlich angenehm fand. Bei Five Finger Death Punch beeindruckte mich vor allem der Dreadlock-Tentakel-Bart von Bassist Chris Kael. So wurde es Abend und Deep Purple kamen auf die Bühne. Wir schauten uns aus irgendeinem Grund sogar den gesamten Aufritt an, obwohl die Herren einige sehr verwirrende und peinliche Aktionen veranstalteten. Zudem ist die Musik nicht gut gealtert und wohl nur aus nostalgischen Gründen zu ertragen. Als letzten Act des Abends gab es In Flames. Doch auch hier war uns nach einigen Liedern klar, dass es nicht unsere Musik ist. Also ab ins Bett!


Sonntag
Für den Sonntag waren dreißig Grad mit knallendem Sonnenschein angesagt. Das versprach eine Steigerung des Vortags, an dem es bereits unglaublich staubig und trocken war. Unglücklicherweise hatte Freund K. seine Mütze und Sonnenbrille vergessen und es dürstete uns beide nach einer Dusche. So war die Idee geboren, am Sonntag schnell mit dem Fahrrad nach Hause zu huschen. Was für ein Segen, nicht so einen weiten Weg zu haben. Wir sprangen unter die Dusche und in den Pool, cremten uns fett mit Sonnencreme ein (obwohl ich trotzdem einen fetten Sonnenbrand auf dem Rücken kriegen sollte) und fuhren erfrischt mit gehobener Laune zurück zum Festival. Dort gab es zunächst Mittagessen. Da die Gaskartusche spontan abkratzte, mussten wir auf andere Lebensmittel ausweichen und so kam es zu meiner Erfindung des Erdnuss-Sandwiches. Man braucht Brötchen, (ungesalzene) Erdnüsse und nach Belieben Ketchup und Mayonnaise. Zack fertig!

Zurück auf dem Festivalgelände sahen wir uns die Glam-Metal-Band Steel Panther an, die ich rein musikalisch eigentlich schätze. Nur deren sexistische Attitüde war ab einem bestimmten Punkt einfach nicht mehr witzig. Aber wir hatten sowieso nicht geplant, bis zum Ende zu bleiben. Ich wollte nämlich zu Graveyard, die Bluesrock vom Feinsten machen. Den Gig genoss ich total und höre das Album seitdem häufig. Auch eine Fahrt mit dem Riesenrad musste drin sein. Wir hatten sogar das Glück, dass die Leute vor uns noch einen Gutschein übrig hatten, den sie uns überreichten. Ha!

Headliner Evanescence war mehr aus nostalgischen Gründen hörenswert, sonst ist die Band in den letzten Jahre nicht mehr weit gekommen. Eine umso größere Überraschung war für mich an dem Abend Rob Zombie, der eine geniale Show lieferte und von dem ich mir in Zukunft vermehrt Musik anhören möchte. Während der Freund Sum 41 auscheckte, die mich null interessierten, holte ich mir aus dem Zelt meine Jacke, weil es doch langsam kühl wurde. Auf dem Rückweg bei meinem gemütlichen Spaziergang vom Campingplatz schallte es von der Hauptbühne gerade Wind of Change von den Scorpions. Ein sehr schöner, kleiner Moment, bei dem viele Menschen unterwegs mitsangen, und dass obwohl ich schon total kaputt und erledigt war. Doch eine Band gab es auf den Wunsch von K. noch anzusehen. Sabaton, deren Texte eine einzige Glorifizierung von Krieg und Töten darstellen, war aus dem Grund das Schlechteste, das ich mir je live ansehen muss. Ich dachte, ich bin im falschen Film, als die Menschen um mich herum eifrig mitgrölten. Yeah, Töten ist cool. Wir sind mutig, wenn wir in den Krieg ziehen und ausgedachte Konzepte wie Nationalität und Grenzen verteidigen und dafür andere Lebewesen massenweise abschlachten! Grauenvoll. Dazu wurde mir auch noch schwindlig, als ich mich gerade vor Erschöpfung hinsetzen wollte. So fuhren wir ein wenig früher nach Hause, wo erneut eine Dusche und ein weiches Bett auf uns wartete.



Abschließende Gedanken

  • Konzertohrstöpsel sind ziemlich toll. Unnötiger Lärm wird ausgeblendet und man hört die Musik aus dem Lärm viel besser heraus. I never knew!
  • Nach einigen Horrorgeschichten von anderen waren die Toiletten überraschend akzeptabel. Ich hätte viel Schlimmeres erwartet. Man konnte spülen, sie wurden regelmäßig gereinigt - besser als auf so manchem Campingplatz.
  • Was ist eigentlich der Sinn dahinter, dass Idioten ihre nicht ganz leeren Bierbecher durch die Menge schmeißen? Ich ging mit nicht einem Kleidungsstück nach Hause, das nicht nach Alkohol stank, obwohl ich keinen Tropfen angerührt habe.
  • Es kann sehr anstrengend werden, stetig zwischen betrunkenen und/oder übermütigen Leuten zu sein und die Eskapaden mitzubekommen. Festivals scheinen teilweise das Schlechteste aus den Menschen herauszubringen.
  • Trotzdem macht es irre Spaß, so viele verschiedene Live-Acts zu sehen. Die Musik war also wieder einmal, die mich nicht hat durchdrehen lassen. Wir haben uns zusammengerechnet 14 Bands teilweise oder ganz angeschaut.
  • Ich möchte definitiv auf weitere Festivals gehen!

Freitag, 26. Mai 2017

Musiktipps der Woche #13: At least I try to keep my cool when I'm thrown into a fire

Musikalisch ging es in den letzten Wochen richtig ab. Überzeugen konnten mich nicht nur zahlreiche Neuveröffentlichungen, auch entdecke ich allerhand ältere Musik für mich. Ich muss in den nächsten Wochen wieder vermehrt Musiktipps schreiben, sonst kriege ich das in meinen Empfehlungen gar nicht unter. Fangen wir diesmal mit ein paar sommerlichen Tunes an!



The Answer von Joss Stone
Bereits vor knapp zwei Jahren hat Joss Stone ihr siebtes Album Water For You Soul herausgebracht. Leider konnte ich mich nicht damit anfreunden. So war es das erste Album der englischen Sängerin, das ich mir nicht zulegte (was zugegeben auch minimalistische Gründe hatte). Die Reggae-geprägte Musik klingt im Verlauf des Albums eintönig. Der einzige Song, der für mich positiv herausstach, war The Answer. Er stellt quasi eine Explosion aus unterschiedlichen, kulturellen Einflüssen dar - afrikanische Trommelbeats, ein keltisches Geigenspiel und ein Gospelchor. Zusammen mit dem Video macht diese Single so gute Laune und vermittelt einfach Lebensfreude, was ich in letzter Zeit sehr gebraucht habe. Überhaupt bin ich ich momentan wieder im Joss Stone-Vibe und verfolge sehr gern ihre nach drei Jahren immer noch andauernde Total World Tour, auf der sie mit lokalen Künstlern verschiedenster Länder kollaboriert und musiziert.

find your strength, fight for peace
there's a light in your release
let love win, just give in
goodness is bright
so you can see the answer



Malibu von Miley Cyrus
Die alte Miley ist zurück, tönt es von vielen Fans. Das ist natürlich Quatsch. Selbst wenn sie Twerking, Drogen und die ewig herausgestreckte Zunge (vorerst) hinter sich lässt, wird sie jene Phase stark geprägt haben. Nun nimmt sie selbst Abstand davon, wie sie im Interview erzählt. Sie wolle bei ihrer Beerdigung nicht nur als Diejenige erinnert werden, die nackt auf einer Abrissbirne ritt. So schließt sich ein Kapitel und ein neues beginnt, mit dem ich mich soweit wieder besser identifizieren kann. Ihre neue Single Malibu ist sicher keine musikalische Erleuchtung, aber ich finde sie durchaus eingängig und hörenswert. Ich mag besonders, wie Dankbarkeit und Liebe darin zum Ausdruck kommen. Und wer sich einen Live-Version anhören möchte, dem sei Cyrus' Auftritt bei den Billboard Music Awards ans Herz gelegt, der sich mehr Richtung Country wagt.



After Laughter von Paramore
Auch die US-amerikanische Band Paramore haben ein neues Album herausgebracht. Bei den ganzen Wechseln der Mitglieder kommen die meisten sicher gar nicht mehr hinterher. Momentan sind es wieder drei, zwei aus der Originalbesetzung, so viel ist sicher. Mit After Laughter rücken Paramore dabei noch weiter vom Punk-Pop-Rock der ersten Veröffentlichungen weg und widmen sich einem eher synthigen Pop-Sound, der an manchen Stellen an die Talking Heads erinnert. Ich musste mich einige Male durch die Lieder hören, um mich daran zu gewöhnen. Insgesamt mag ich jedoch immer noch die Energie in der Musik und die persönlichen Texte, wenn ich mir auch einen größeren Wow-Effekt von den Songs gewünscht hätte. Im Juli werde ich trotzdem bei einem Termin der Tour dabei sein, das letzte Konzert von Paramore besuchte ich schließlich 2009, also vor acht Jahren. Es wird mal wieder Zeit.

Lieblingslieder: Told You So // Fake Happy // Forgiveness

Dienstag, 9. Mai 2017

Meine Top 5 der Beiträge zum ESC 2017

Eigentlich bin ich mir noch nicht sicher, ob ich den Eurovision Song Contest 2017 werde schauen können. Grund dafür ist eine Geburtstagsfeier einer Freundin am dem Tag, von der ich es vielleicht nicht rechtzeitig zurückschaffe. Nichtsdestotrotz habe ich mich vorbereitet, nur für den Fall der Fälle. Ein wenig würde mir die zur Tradition gewordene Kommerz-Musikveranstaltung schon fehlen. Nein, es geht nicht um musikalische Qualität, schließlich gewinnt meist der Song mit dem geringsten Mainstream-Widerstand. Und ja, die Wertung dürfte auch nicht immer ganz fair ausfallen. Irgendwie hat es aber was, wenn Millionen Menschen aus Europa, mitunter sogar der ganzen Welt, zusammenkommen und die Musik feiern. Deshalb veröffentliche ich auch dieses Jahr wieder meine Top 5. Wie ich aus Erfahrung weiß, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wirklich einer meiner Favoriten gewinnt, sehr gering. Also gleichzeitig hiermit auch mein Beileid an die folgenden Songs, die meiner Meinung nach besten Beiträge des diesjährigen ESCs.


Mazedonien: Dance Alone von Jane Burčeska
Mazedonien liefert einen simplen, eingängigen Elektro-Popsong ab. Er erinnert mich vom Sound her an das Dignity-Album von Hilary Duff, das ich früher ziemlich mochte und aus Nostalgiegründen immer noch gern höre. Auch die Stimme von der ehemaligen Castingshow-Teilnehmerin passt in der Hinsicht. Keine aufregende Nummer, aber ich kann mir vorstellen, dass Dance Alone für gute Stimmung an dem Abend machen könnte und zum Tanzen einlädt. 




Armenien: Fly With Me von Artsvik
Ein wenig experimenteller geht es in dem Song der armenischen Sängerin zu. Also Elektro-Ethno-Popsong wird Fly With Me bezeichnet. Ich bin selbst ja ein großer Freund von etwas ausgefallenerer Musik, daher passt der Song genau in mein Beuteschema.



Portugal: Amar Pelos Dois von Salvador Sobral
Mein erster eindruck: Ach Gottchen! Wie kitschig dieser Auftritt doch wirkt mit den Streichern und dem lieb lächelnden Milchbubi. Insgesamt muss ich jedoch sagen, gefällt mir das Orchester und seine helle Stimme doch gut. Besonders im Vergleich mit dem anderen ewig gleichen Popgedudel sticht Amar Pelos Dois sehr heraus. Auch dass er in seiner Muttersprache Portugiesisch singt, macht den Beitrag für mich noch besser. Nein, dem Schmalz kann ich mich nicht enziehen. Im Gegensatz, ich bin darin ausgerutscht und mache nun selig Schmalzengel hinein.



Bulgarien: Beautiful Mess von Kristian Kostov
Kostov ist mit seinen siebzehn Jahren der jüngste Teilnehmer in diesem Jahr. Die Information ist für den Beitrag nicht wirklich relevant. Aber wenn jemand 2000, in Worten zweitausend, geboren wurde und trotzdem alt genug ist, beim ESC anzutreten, fühle ich mich echt alt. Ansonsten ist der Song eigentlich nach dem typischen Balladenschema aufgebaut. Aber besonders die Instrumentalisierung mit den zahlreichen, gleichzeitig nicht überladenden Tonspuren macht den Song interessant.



Finnland: Blackbird von Norma John
Ich tat mich schwer damit, einen fünften Song zu finden. Die ersten vier sind mir beim spontanen Durchhören gleich positiv aufgefallen. Viele weitere Lieder waren für mich furchtbar bis semi-gut, oder einfach nicht besonders genug. Rein musikalisch gesehen mag ich diese Ballade, weshalb ich mich für sie entschieden habe. Das Pochen im Hintergrund, das Düstere, Schwere spricht mich an. Wahrscheinlich wird Blackbird jedoch in dem großen Gewimmel und Tumult der Show ziemlich untergehen.

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