Freitag, 10. November 2017

Musiktipps #17: It's a jungle out there

Nach langer Zeit habe ich wieder einige Musiktipps für euch. Diese häufen sich in letzter Zeit schon wieder, deshalb kommen nicht unbedingt die neuesten, aber dafür die dringendsten Musikfunde meinerseits.

Zunächst möchte ich jedoch von einem besonderen Erlebnis berichten. Kürzlich war ich mit dem Freund für einen kleinen Ausflug in Brügge. Das belgische Städtchen wollte ich schon seit Ewigkeiten sehen. Obwohl dort wegen der Herbstferien viel zu viele Menschen unterwegs waren, hat mich der Charme bezaubert. Und nein, wir sind nicht gestorben. Am zweiten Tag gingen wir zu einem kostenlosen Harfenkonzert, von dem wir online gelesen hatten. Ich war erst nicht allzu begeistert, da ich mir die Harfe schon häufiger gegeben habe, es mich jedoch nie umgehauen hat. Dann gleich eine Stunde des Tages dafür draufgehen lassen? Doch der Freund hat sich durchgesetzt und er hatte recht.
Das Konzert von Harfenist Luc Vanlaere war unglaublich. Neben der gemeinen Konzertharfe, spielte er eine keltische, chinesische, indische und japanische Variante davon, eine steel harp, ein Psalterium, einen Gong und Klangschalen. Sogar ein selbstgebautes Instrument hatte er im Repertoire. Er spielte eigene Kompositionen. Logisch, andere haben einfach keine Stücke für diese Zusammenstellung an Instrumenten komponiert. Nicht nur die Musik war schön, auch die Klangwellen, die einen umspülten und das irgendwie zu einer physischen Erfahrung machten, hatte ich so nie zuvor erlebt. Wie Vanlaere an einem Punkt von einem Instrument zum nächsten hastete und sie am Ende alle spielte - absolut großartig! Bloß bleibt das intensive Klangerlebnis natürlich mit der CD, die wir uns geholt hatten, aus. Wer einen kurzen Eindruck haben möchte, kann sich dieses Video anschauen. Ansonsten empfehle ich jedoch wärmstens, sich beim nächsten Trip nach Brügge die Harfen anzuhören.



Randy Newman's Tiny Desk Concert bei NPR Music
Wer diese Quelle guter Musik nicht kennt, sollte NPR Music spätestens jetzt auschecken. Der Radiosender lädt regelmäßig Künstler ein, um Lieder in der kleinen, schnuckeligen Büroecke zu spielen. Vor zwei Wochen war Randy Newman da und mir ging gleich das Herz auf. Viele werden ihn wohl durch seine Lieder für Disney-Filme wie Toy Story, Das große Krabbeln oder Monster AG kennen. Ich wurde damals zum ersten Mal durch das Monk-Intro It's a Jungle Out There auf ihn aufmerksam, welches er ebenfalls spielte. Der Auftritt ist humorvoll, sarkastisch, aber mit Liedern wie She Chose Me ebenfalls berührend. Er hat eine unverkennbare Stimme, ist eine großartiger Pianist und Liedermacher - kurz eine lebende Legende.



Far From Any Road von The Handsome Family
Ich habe die Krimiserie True Detective nie gesehen, bei der dieses Lied im Opening zu hören ist. Genau kann ich mich nicht erinnern, wie ich trotzdem darauf gestoßen bin. Jedenfalls höre ich es so gern und oft, dass ich es einfach erwähnen muss. Far From Any Road ist ein eindringliches, fast schon unheimliches Duett. Die Musik geht in Richtung Alternative-Country und der Songtext hat, wie bei der Band üblich, surreale Züge. Gesungen wird das Lied von The Handsome Family, Ehepaar Brett und Rennie Sparks, deren Stimmen herrlich zusammenpassen.



Dark Days + Canapés von Ghostpoet
Der britische Sänger hat das Album bereits vor einigen Monaten veröffentlicht. Ich blieb zunächst an der Musik hängen, weil es mich ein wenig an Nick Cave und seine Murderballads erinnert. Es ist sehr düster und dunkel, wie man nach dem Albumtitel schon vermuten kann. Obwohl ich in zahlreichen Beschreibungen sehe, dass seine Musik als Hip Hop bezeichnet wird. Das wäre nicht meine erste Assoziation gewesen. Man hört zwar Beats, doch auch zum Großteil eine Untermalung mit Gitarre. Ghostpoet legt zwar mehr einen Sprechgesang an den Tag, doch als typischen Rap klingt es auch wieder nicht. Zumindest kann man sich darauf einigen dass Ghostpoet alias Obaro Ejimiwe viele musikalische Einflüsse geschickt vereint.

Lieblingslieder: (We're) Dominoes // Trouble + Me // Woe Is Meee

Mittwoch, 1. November 2017

#pmdd24

Eine schöne Tradition ist doch immer wieder der Picture My Day-Day. Dabei halten Internetmenschen aller Art an einem gemeinsamen Tag bildlich fest, was sie alles unternommen und veranstaltet haben. Gestern war es wieder so weit und ich habe ihn zum Glück nicht verschwitzt wie beim letzten Mal. Diese Woche bin ich zu Besuch bei meinem Freund in Belgien. Es war das erste Halloween, das wir zusammen verbracht haben, doch um Grusel haben wir uns fast gar nicht gekümmert. Trotzdem war der Tag ziemlich großartig!

Hier geht es zur Teilnehmerliste des 24. Picture My Day-Days, falls mein Beitrag eure voyeuristischen Bedürfnisse nicht stillen kann. Auch die Facebook-Seite sei verlinkt, damit ihr den nächsten #pmdd nicht verpasst.



Für einen freien Tag relativ früh aufwachen.



Schnell wachduschen.



Fast vergessen, das Frühstück zu fotografieren. Aber nur fast. Bagels kommen in Belgien noch am nächsten an "deutsches" Brot heran und sind nicht so übertrieben weich.



Den nehmen wir.



In Turnhout angekommen, um...



...ins Schwimmbad zu gehen. Schwimmen, rutschen und im Whirlpool liegen. Die Rutsche hat sogar wählbare Programme, bei denen Discolichter blinken und Musik gespielt wird. Haha!



Laufen, laufen, laufen.



Mittagszeit!



Ich habe ein Smoske mit Käsekroketten (panierter und frittierter Weichkäse). Dazu Blutorangenlimonade. Yummy!



Ein wenig durch die Straßen tingeln.



Mit dem Bus geht's wieder zurück nach Hause.



Nach einem kurzen Lebensmitteleinkauf (Foto vergessen) machen wir ein Kaffeepäuschen. Kater Diezel leistet uns Gesellschaft.



Mit dem Kätzchen schmusen und dabei ein sehr seltsames Gesicht machen.



Irgendwas mit Code auf dem Energydrink und ein Bonus im Spiel freischalten. Der Freund ist jedenfalls begeistert.



Eine Folge Kitchen Nightmares schauen.



Halloween-Playlist an...



...denn nun wird der Kürbis ausgehöhlt und geschnitzt. Vorher.



Nachher. Sogar mit Ziegenbärtchen. Wir nennen ihn Count Penny Pim Pumpkin und in unserer Welt ergibt das Sinn.



Uhhhh, schaurig!
Das war auch schon unsere Halloween-Aktivität, da dies nicht allzu sehr in Belgien zelebriert wird. Es hat den ganzen Abend nicht einmal jemand geklingelt, um nach Süßem zu fragen.



Abendbrot!



Kartenversion von Cluedo spielen. Konnte mich nicht überzeugen. Ich finde das Original besser.



Kerzen anzünden, Süßigkeiten auspacken und den Cider mit Litschi-Geschmack öffnen: der Filmabend kann beginnen!



Weil es Hocus Pocus beim belgischen Netflix nicht gibt und wir uns auf keinen anderen Halloween-Film einigen konnten, entschieden wir uns letztendlich für Vaiana. Ich mochte ihn.



Eine Folge Kitchen Nightmares geht noch. Dieses Bild repräsentiert die Sendung perfekt. Gordon Ramsay, wie er flucht.



Gute Nacht!

Samstag, 28. Oktober 2017

Mein Halloweenmixtape II

Bei einem Halloween-Special habe ich schon ein Mixtape mit diesem Thema erstellt. Da dies jedoch drei Jahre her ist, dachte ich, es wird Zeit, mehr Musik für Halloween zusammentragen. Die Songs sind nicht unbedingt an allen Stellen gruselig - im Gegenteil, manche klingen sogar regelrecht fröhlich - trotzdem haben alle vom Text her etwas mit Übernatürlichen oder dem Wahnsinnigen zu tun. Damit wünsche ich euch allen ein Happy Halloween!


Circus Contraption - Stilt Faeries
The Tiger Lillies - Death Ship 2
Bobby Pickett - Monster Mash
Violent Femmes - Country Death Song
The Squirrel Nut Zippers - Hell
The Peculiar Pretzelman - Pay The Rope
David Bowie - Scary Monsters (And Super Creeps)
Warren Zevon - Werewolves Of London
The Eagles - Hotel California
Amanda Palmer & Neil Gaiman - Psycho

Freitag, 20. Oktober 2017

Gruselige Kurzgeschichten für die Halloweenzeit

Der für viele beliebteste Feiertag des Jahres ist nur eineinhalb Wochen entfernt.  H A L L O W W E E N!
Zeit, um sich ein wenig in schaurige Stimmung zu bringen. Ich selbst mag nicht zu brutalen Grusel, Übernatürliches sowie Süßigkeiten - es passt also alles wie die Faust aufs Auge. Auch in diesem Jahr möchte ich Halloween zum Thema machen mit meinen...



Das perfekte Setting

Bevor wir loslegen, möchte ich noch ein paar Ideen zum perfekten Lesevergnügen teilen. Am besten man macht es sich am Abend gemütlich, wenn es schon dunkel draußen ist. Macht nur kleine Lichter an, vielleicht ein paar flackernde Kerzen. Auch mag ich die Idee, mit jemand anderen zusammenzusitzen und sich die Geschichten gegenseitig vorzulesen. Besonderes Ambiente entsteht, wenn man im Hintergrund dunkle Instrumentalmusik oder Geräusche anmacht. Einige Beispiele dafür findet man auf YouTube. Ich verlinke an dieser Stelle meine Lieblinge, die gleich mindestens eine Stunde und bis zu zehn Stunden lang sind. So muss man das Lesen nicht allzu oft unterbrechen.


Bereit? Dann kann das Abenteuer losgehen!


Kurzgeschichten

In diesem Beitrag werde ich mein Hauptaugenmerk auf englischsprachige Geschichten aus dem viktorianischen Zeitalter richten. Aufgrund ihres Alters sind diese häufig online zu finden und ihr könnt gleich mit dem Lesen beginnen. Außerdem sind dies im Prinzip die originalen Horrorgeschichten. Leider gibt es nicht zu allen eine deutsche Übersetzung, doch sofern möglich verlinke ich natürlich auch diese.

Kurzgeschichten sind für mich das perfekte Medium, wenn es um Gruseliges geht. Man wird ohne große Umschweife gleich in das Geschehen hineingeworfen. Wo sich ein Roman an einer Stelle eventuell unnötig in die Länge ziehen würde, können Kurzgeschichten ihren ganzen Fokus auf dieses eine Ereignis richten. Und bevor man weiß, was einem geschieht, ist es schon wieder vorbei und man wird mit einem mulmigen Gefühl zurückgelassen.
Fangen wir nun mit den Tipps an. Ich habe sechs an der Zahl!


An Account of Some Strange Disturbances in Aungier Street (1853)
von Jospeh Sheridan Le Fanu 
Bekannt dürfte der irische Autor Le Fanu sicher für seine Vampirnovelle Carmilla sein, doch schrieb er auch viele Kurzgeschichten. In dieser geht es um ein Spukhaus...

I think it must have been two o'clock at least when I thought I heard a sound in that - that odious dark recess at the far end of the bedroom. It was as if someone was drawing a piece of cord slowly along the floor, lifting it up and dropping it softly down again in coils. I sat up once or twice in my bed, but could see nothing, so I concluded it must be mice in the wainscot.

Link: Englisch


The Murders in the Rue Morgue -- Der Doppelmord in der Rue Morgue (1841)
von Edgar Allan Poe
Ich muss zugeben, den Anfang finde selbst ich ein wenig langweilig. Um die Vorrede zu überspringen und gleich zur Geschichte zu kommen, beginnt man am besten bei dem Satz: "Residing in Paris during the spring and part of the summer of 18--, I there became acquainted with a Monsieur C. Auguste Dupin" beziehungsweise Kapitel 2 bei der deutschen Version.

EXTRAORDINARY MURDERS. - This morning, about three o'clock, the inhabitants of the Quartier St. Roch were aroused from sleep by a succession of terrific shrieks, issuing, apparently, from the fourth story of a house in the Rue Morgue, known to be in the sole occupancy of one Madame L'Espanaye, and her daughter Mademoiselle Camille L'Espanaye.

Links: Englisch // Deutsch


John Charrington's Wedding (1891)
von Edith Nesbit
Jaja, Edith Nesbit konnte so tolle Kinderbücher schreiben. Doch wer hätte gedacht, dass ihr Horrorgeschichten mindestens genauso gut sind?

No one ever thought that May Forster would marry John Charrington; but he thought differently, and things which John Charrington intended had a queer way of coming to pass. He asked her to marry him before he went up to Oxford. She laughed and refused him. He asked her again next time he came home. Again she laughed, tossed her dainty blonde head and again refused. A third time he asked her; she said it was becoming a confirmed bad habit, and laughed at him more than ever.

Link: Englisch



The Canterville Ghost -- Das Gespenst von Canterville (1887)
von Oscar Wilde
Genau genommen ist dies eine Novella. Aber es gibt durchaus Kurzgeschichten, die länger sind, deshalb erwähne ich sie trotzdem. Es gibt einen guten Grund, dass diese Geistergeschichte der etwas anderen Art ein Klassiker ist.

When Mr. Hiram B. Otis, the American Minister, bought Canterville Chase, every one told him he was doing a very foolish thing, as there was no doubt at all that the place was haunted. Indeed, Lord Canterville himself, who was a man of the most punctilious honour, had felt it his duty to mention the fact to Mr. Otis when they came to discuss terms.

Links: Englisch // Deutsch


The Phantom Coach (1864)
von Amelia B. Edwards

Früher scheint man Kindern wohl nicht beigebracht zu haben, nicht in fremde Kutschen zu steigen. Generell ist dieser Protagonist Fremden gegenüber ein wenig zu vertrauensselig.

I stared about me with an amazement increased by every fresh object upon which my eyes chanced to rest. So strange a room I had never seen; yet seemed it stranger still, to find such a room in a lone farmhouse amid those wild and solitary moors! Over and over again, I looked from my host to his surroundings, and from his surroundings back to my host, asking myself who and what he could be?


Link: Englisch


The Black Cat -- Die schwarze Katze (1843)
von Edgar Allan Poe
In der Tat, ich zücke noch einmal Poe. Nicht umsonst gilt er als Meister des Schaurigen. Nach dieser Geschichte sollte man sich zweimal überlegen, ob man heiraten oder sich eine Katze zulegen sollte.

This spirit of perverseness, I say, came to my final overthrow. It was this unfathomable longing of the soul to vex itself  - to offer violence to its own nature - to do wrong for the wrong's sake only - that urged me to continue and finally to consummate the injury I had inflicted upon the unoffending brute.

Links: Englisch // Deutsch


Zum Abschied bleibt mir nicht mehr viel übrig als euch viel Freude beim Lesen zu wünschen! Hier hat's gerade an der Zimmertür geklopft, da muss ich los. Eigentlich komisch, da meine Mitbewohnerin gar nicht zu Hause ist und niemand sonst einen Schlüssel für die Wohnung hat. Hhm...

Samstag, 14. Oktober 2017

BÄRTE UND SÜSSIGKEITEN: Ich, woanders

Manchmal hat man einfach keine Lust, etwas allein zu machen und zieht dann andere, unschuldige Leute mit hinein. So ungefähr war der Beginn des YouTube-Kanals von mir und meinem Freund Kenny, dem Belgier, dem Bärtigen. Eigentlich ist er nicht so der Typ, der sich großartig im Internet präsentiert. Aber geweigert hat er sich auch nicht. Selbst Schuld! Also wurde vor fast einem Jahr die Kamera angeschmissen, wir schaufelten uns Süßigkeiten hinein und gaben so hilfreiche Kommentare wie "Tastes like chocolate". Qualitätscontent! Zeitsprung ins Hier und Jetzt und jaaaahaaaa, ich habe es endlich geschafft, unser bereits drittes Video zu schneiden und hochzuladen. Ladies und Gentlemen, ich präsentiere unsere Bart-Dekorations-Extravaganza. Und die anderen Videos hänge ich chronologisch rückwärts auch noch mit ran, kann ja nicht schaden. In diesem regelmäßigen Abstand von mehreren Monaten wird man sicherlich auch in Zukunft was von uns erwarten können. Wir Vollprofis halten uns an Upload-Pläne und dem ganzen Schnickschnack, da kennen wa nüscht. Also gern geschehen, dass ich euch euren neuen liebsten YouTube-Kanal vorstelle und ihr nicht ewig suchen müsst. Bussi, ba-ba!




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