Mittwoch, 17. Januar 2018

Meine Top 5 Dragqueens

Dank einer bekannten Streaming-Plattform konnte ich kürzlich die neunte Staffel von RuPaul's Drag Race schauen. Diese Wettbewerbssendung, bei der der nächste Dragqueen-Star gesucht wird, entdeckte ich vor zwei Jahren für mich. Vorher hatte ich mich kaum mit der Szene beschäftigt. Nicht nur ist mir deshalb viel Freude entgangen, die man beim Zuschauen hat. Auch wusste ich nie, was für eine Kunstform Drag sein kann. Es steckt unglaublich viel Arbeit und Talent dahinter. Die Queens müssen teilweise selbst Kostüme entwerfen, nähen, schauspielern, tanzen, singen, witzig sein und dabei noch gut aussehen. Das scheint harter Tobak zu sein! Und doch bekommen es so viele von den Teilnehmerinnen grazil hin. Weil mir die Sendung und Drag generell zu sprechen, möchte ich meine fünf liebsten Dragqueens vorstellen.

Gentlemen, start your engines and may the best dragqueens be mentioned here!


RuPaul
Duuuuh! Diese Erwähnung ist offensichtlich, denn RuPaul selbst veranstaltet das Drag Race und ist quasi die Mutter-Queen. Trotzdem hätte ich ihn beinahe vergessen, weil ich ihn eigentlich nur in der Sendung selbst in Drag sehe. Sonst kommt mir das Multitalent ohne Drag-Aufmachung unter. Übrigens werde ich nur RuPaul mit er betiteln, weil es diese Seite von ihm ist, die mir persönlich häufiger unterkommt. Nach eigener Aussage ist es ihm sowieso gleich, welches Pronomen man verwendet. Alle anderen auf der Liste spreche ich mit sie an. Ich sehe ihn als Schauspieler in Serien, als Jury-Mitglied bei SkinWars und höre seinen Podcast What's The Tee, in dem er mir immer wieder Themen, Weisheiten und Perspektiven zum Nachdenken mitgibt. Seine Popsongs sind so kitschig und überproduziert, dass sie schon wieder gut sind. Zumindest kann man schnell mitsingen bei den vielen Wiederholungen der Liedzeilen. RuPaul weiß ganz genau, wie man sich vermarktet und hat das Showbusiness genau durchschaut. Nicht umsonst dürfte er die erfolgreichste Dragqueen unserer Zeit sein.

Now sissy that walk!




Jinkx Monsoon
It's monsoon season! Würde man mich ganz spontan nach meiner liebsten Dragqueen fragen, käme immer Jinkxi, wie ich sie liebevoll nenne, wie aus der Pistole geschossen als Antwort. Ich mochte sie schon relativ früh in der Staffel, als sie viele noch unterschätzt hatten, unter anderem wegen ihrer Narkolepsie, wegen der sie manchmal während der Vorbereitungen für die Aufgaben einschlief. Erst der Moment, in dem sie auf geniale Art und Weise Mambo No. 1 lipsyncte, hat viele auf sie aufmerksam gemacht. Umso glücklicher war ich am Ende über ihren Triumph. Jinkx Monsoon hat einen klassischen Stil à la Alt-Hollywood, oft mit roten gewellten Haaren und Glitzerkleid. Genau wegen dieser eleganten Erscheinung kommen ihre sarkastischen bis dreckigen Witze überraschend. Jinkx scheint eine so liebe Persönlichkeit zu sein und hat einfach Humor und Charme. Genug geschwärmt. Hach....!

Water off a duck's back!




Kim Chi
Kim Chi kann kaum auf hochhackigen Schuhen laufen, sie kann weder tanzen noch singen und sie lispelt. Trotzdem nahm sie alle Aufgaben und Herausforderungen in der Sendung immer so, wie sie gekommen sind. Sie war sich nie zu fein, ihr Bestes zu geben oder sich über sich selbst lustig zu machen. Typisch für ihr Aussehen sind große Anime-Augen. Ihre Klamotten-Designs und ihr Make Up sind das, was sie herausstechen lässt. Es ist atemberaubend, was sie schafft zu kreieren und wie elegant und anmutig sie in solchen Momenten wirken kann. Zudem ist Kim Chi sauwitzig. Nur wenn sie manchmal ein wenig zu hart mit sich selbst ins Gericht geht, möchte man sie am liebsten in den Arm nehmen. Insgesamt einfach eine einzigartige Mischung!

Donut come for me, because I will destroy you!




Sasha Velour
Mein Favorit der neunten Staffel ist Sasha Velour. Und juchee, sie gewann auch. Besonders bei dem letzten Lipsync in der Live-Show, bei der es um die Wurst ging, war ich mir nicht sicher, ob sie den Titel einheimsen kann. Doch sie konnte und sie tat! Ihr besonderes Merkmal ist ihre Glatze, mit der sie häufig auftritt. Sie stellt die Verbundenheit zu ihrer Mutter da, die an Krebs verstorben ist. Nicht nur ist das ein gutes Alleinstellungsmerkmal unter Dragqueens, Sasha Velour setzt ihre Nicht-Haarpracht fantastisch und elegant in Szene. Ansonsten ist sie als intellektuelle Queen verschrien, weshalb sie mir sehr sympathisch war. Vor allem, wenn einige Witze nicht zündeten, wie sie sollten, weil sie selbst zu sehr in ihrem Kopf war. Doch man kann nicht leugnen, das sie bewundernswert, schlau und eloquent ist.

Con-drag-ulations! You are the reigning dragqueen...for now!




Raja
Raja war meine erste Favoritin überhaupt innerhalb von RuPaul's Drag Race. Sie gewann die dritte Staffel. Nun klingt es so, als ob die Gewinnerinnen immer meine Favoriten waren. Während der neun Staffeln war das jedoch nur drei Mal der Fall. Und diese drei finden sich eben auf dieser Liste wieder. Es waren Rajas selbst entworfenen und genähten Kostüme und ihre Laufstegmode, die mich total vom Hocker gehauen haben. Da merkte ich zum ersten Mal, wie viel Arbeit dahintersteckt. Dafür blieb sie mir am meisten im Gedächtnis. Obwohl man nicht vergessen darf, dass sie verdammt lustig sein kann. Ihre Imitation von Tyra Banks, bei der sie sich die Augen blutiger und blutiger blinzelte, ist legendär.

Shantay, you stay!




Zusammenfassend lässt sich wohl sagen, dass nicht der größte Freunde von Dragqueens bin, die "einfach nur schön" sind. Es muss schon mehr Talent dahinterstecken. Daher bevorzuge ich Comedy Queens und Dragqueens, die mich mit ihren Kleidern komplett aus den Stricksocken hauen können.

Welche ist eure liebste Dragqueen? Schaut ihr die Sendung ebenfalls?

Freitag, 5. Januar 2018

2017

Die ersten Tage des neuen Jahres sind um, weshalb sich niemand mehr großartig für diesen Eintrag interessieren wird. Jahresrückblicke scheinen aber generell für den Autor selbst zu sein. Denn ich schaue liebend gern auf solche Posts zurück. Tagchen Zukunfts-Ich! Ich bereue es, den für 2016 geschwänzt zu haben, weshalb also dieser lieber spät als gar nicht kommt. Die letzten Tage in 2017 war ich krank. Ein Zustand, der leider bis heute anhält. Gibt Schöneres, als mit Erkältung, Kopfschmerzen und Reizhusten ins neue Jahr zu starten. Damit kommen wir schon zum ersten Punkt meines Jahresrückblicks.


Gesundheit
In 2017 war ich gefühlt so oft krank wie kaum zuvor. Dauernd Erkältungen und Husten. Schlafprobleme trugen zu allgemeiner Schlappheit und fehlender Motivation bei. Hinzu kamen einige Wehwehchen wie starke Schulterschmerzen auf der linken Seite für zwei Wochen im Sommer und eine Verletzung am Fuß, als mir eine Schrankwand darauf fiel. Jetzt weiß ich, weshalb mein Vater beim Handwerkeln feste Schuhe anzieht. Im neuen Jahr kann es also hoffentlich nur besser werden (Haha, soweit fünf von fünf Tagen krank...). Einige Zahnbehandlungen waren ebenfalls dran. Nach sechs Jahren ging ich zum ersten Mal wieder zum Zahnarzt und es warteten doch so einige Überraschungen auf mich. Bohren, bohren, bohren! War aber eher finanziell belastend als gesundheitlich. Und ja, ich weiß, es war dumm, so lange zu warten. Und nein, es soll nicht wieder vorkommen.


Finanzen
Teuer war 2017 für mich, aber Hallo. Nicht nur habe ich mein Sparziel nicht erreicht, ich habe überhaupt sehr viel weniger auf dem Konto als noch vor einem Jahr. Ein Teil ging, wie erwähnt, für Zahnbehandlungen drauf. Einen anderen großen Teil habe ich in den Haushalt gesteckt. Denn zu meinem großen Bedauern, zog meine Mitbewohnerin im Juli aus. Bedauerlich, weil ich sie so mochte, möchte ich betonen. Das Geld ist da zweitrangig. Trotzdem mussten eine neue Waschmaschine, ein Staubsauger, ein Werkzeugkasten und viele andere Kleinigkeiten her, die zuvor ihr gehört hatten. 2017 bin außerdem sehr viel durch die Gegend getingelt, was ins Geld geht. Im November hat dann noch mein Laptop beschlossen, den Geist aufzugeben und ein neuer musste her. Auch in diesem Bereich erhoffe ich mir eine Aufwärtskurve für 2018.


Haustiere
Wenn ich den ganzen Kram zusammentrage, klingt alles furchtbar schrecklich. Und ich habe mehr schlechte Nachrichten. Doch es werden noch einige Lichtblicke kommen. Versprochen. Zuerst muss ich jedoch verkünden, dass mein kleiner, heißgeliebter, blau-türkiser Wellensittich im Mai verstorben ist. Die alte Dame namens Sweety wurde dreizehn Jahre alt und ich hätte mir gewünscht, dass sie noch ein wenig länger durchgehält. Es hat nicht sein sollen. Ruhe in Frieden, mein Federfreund!
Im April holte ich mit meiner damals Noch-Mitbewohnerin einen zehn Jahre alten Kater aus dem Tierheim zu uns. Wir tauften in Bertie, kurz für Herbert. Ich habe das kleine Scheißerchen echt lieb gewonnen, aber vier Monate später beim Auszug der Dann-nicht-mehr-Mitbewohnerin kam der Abschied. Einige Monate später versagte Berties Herz und auch er ging von uns. Ein trauriges Jahr in dieser Hinsicht. Lasst uns nun die Stimmung ein wenig heben!


Reisen
Viel und weit bin ich nicht gereist, sowohl aus zeitlichen als auch finanziellen Gründen. Doch die Reisen, die ich unternahm, schätzte ich dafür umso mehr. Im April zog es mich nach Brünn, der zweitgrößten Stadt in der Tschechischen Republik. Dort lebt nämlich eine gute Freundin aus meinem Auslandssemester in England, die ich besuchen wollte. Wir verbrachten tolle zwei Tage. Ich hoffe, wir können uns dieses Jahr wiedersehen. Im Juli machte ich einen kleinen Abstecher nach Wilhelmshaven. Im August standen Tagesausflüge nach Antwerpen in Belgien und Eindhoven in den Niederlanden an. Letzteren Ort kann ich nicht unbedingt empfehlen. Wir wollten uns bloß einmal genauer umschauen, weil mein Fernbus meistens dort ankommt und abfährt, wenn ich meinen Freund besuche. Im August verbrachte ich einen entspannten Camping-Urlaub mit einer Freundin an der Müritz, in der Mecklenburgischen Seenplatte. Paddeln, Radfahren und Schwimmen - einfach mal die Seele baumeln lassen. Ein letztes Highlight gab es im November, als ich mit dem Freund das entzückende, doch von Touristen überrannte Brügge in Belgien besuchte.


Konzerte
Besser hätte es in diesem Bereich nicht laufen können. Ich habe kaum ein Konzert verpasst, zu dem ich unbedingt hinwollte. Und die Konzerte, die ich besuchte, waren zum Großteil fantastisch. Es fing an mit einem mittelmäßigen Konzert von Foxygen, über das ich einen Bericht schrieb. Im Mai war ich bei Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi, im Juli bei Paramore und Helge Schneider. Alle machten gute Laune und Stimmung. Die tiefgehenden Gefühle kamen hoch bei den letzten drei Konzerten des Jahres. Im September ging es zu The Drums, von deren Auftritten ich immer wieder schwärmen könnte. Sänger Johnny Pierce ließ einen kleinen Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt zu, was mir gut gefiel. Ganz besonders war der erste Auftritt von Prag, nachdem sie ihr neues Album herausgebracht hatten. Sie hatten Familienmitglieder und Freunde im Publikum, hielten liebe Ansprachen und luden zum ausuferndem Mitsingen ein. Eine sehr berührende, familiäre Atmosphäre. Ende Dezember war ich schließlich bei der letzten Sause vor der Pause, dem Abschiedskonzert der Ohrbooten anwesend. Wie zuvor eine großartige Stimmung, aber auch sehr schön, wie sie ihre Bandgeschichte während des Gigs nachzeichneten.
Nicht zu vergessen ist natürlich, dass ich 2017 zum ersten Mal auf einem Festival war. Das Graspop Metal Meeting in Dessel in Belgien war eine wunderbare erste Erfahrung. Auftritte von Musikgruppen wie Rammstein, Avatar und Graveyard bleiben besonders in Erinnerung. Einige Monate später ging es auch schon zum nächsten Festival, dem Lollapalooza Berlin, auf dem Alice Merton, Bomba Estéro, Bonaparte und die Beatsteaks meine Favoriten bildeten.


Ballett & Sport
Im Januar stellte sich durch einige Videokanäle eine absolute Ballett-Obsession bei mir ein. Vorher hatte ich nie etwas dafür übrig, doch plötzlich konnte ich nicht umhin, absolut fasziniert davon zu sein, wie schwer und anstrengend es sein muss, den Tanz so leicht und grazil aussehen zu lassen. Im März fing ich dann selbst an, einen Ballett-Kurs für Erwachsene zu machen. Besonders talentiert war ich nicht, doch es machte Spaß, einmal die Woche einige Techniken zu lernen. Nach der Sommerpause der Tanzschule hörte ich leider wieder auf, weil es finanziell nicht oberste Priorität für mich war. Doch die ungefähr vier bis fünf Monate habe ich sehr genossen und möchte irgendwann damit weitermachen. Im Herbst begonn ich, für ungefähr zwei Monate Workouts zu Hause zu machen. Auch das schlief im Stress der Bachelor-Arbeit wieder ein. Aber in der Zeit ging es mir seelisch und körperlich viel besser, deshalb soll auch das wieder in meinen Alltag integriert werden.


Weitere grandiose Momente wären mein einziger Kinobesuch des Jahres, und zwar für La La Land, die Lesung von Benedict Wells während der Leipziger Buchmesse, die Brettspielnachmittage mit Zombicide beim Freund, eine Linguistik-Tagung, die ich dank meiner Professoren besuchen durfte, der Tag im wunderschönen Freizeitpark Efteling in den Niederlanden, zwei himmlische Besuche in der Schokoladenbar in Leipzig und ein Lamm aus Eiscreme, das ich zum Geburtstag bekam und wem ich auf makabere Weise den Kopf abschlagen musste (Fruchtsoße war das Blut).


Zwei kleine persönliche Statistiken habe ich noch ausgerechnet. Wenn mir noch mehr einfallen, bringe ich im nächsten Jahresrückblick weitere ein. Diese beiden haben mich spontan brennend interessiert. Zum einen habe ich meinen Freund 2017 für gerade einmal 62 Tage in Person gesehen. Von 365 Tagen ist das nicht wirklich viel, eben zwei von zwölf Monaten. Besonders zum Ende des Jahres hin wurden die Abstände zwischen den Wiedersehen mit über zwei Monaten immer größer. Hoffentlich müssen wir uns in Zukunft nicht ganz so viel und lange vermissen.
Ansonsten hatte ich ein Gefühl, dass ich eine exorbitant lange Zeit in Fernbussen, teilweise auch Bahnen, gesessen habe. Und siehe da, ich komme mit beiden zusammen auf über 176 Stunden. Umgerechnet sind das über sieben Tage, die ich unterwegs war. Nahverkehr und Autoreisen noch nicht einmal mitgezählt. Das klingt ziemlich verrückt.


Alben des Jahres
Paramore - After Laughter
Foxygen - Hang
The Big Moon - Love in the 4th Dimension
Parov Stelar - The Burning Spider

Songs des Jahres
Perfume Genius - Slip Away
Alice Merton - No Roots
Cosmo Pyke - Chronic Sunshine
Flyte - Light Me Up

Filme des Jahres
Vaiana
La La Land

Serien des Jahres
The Sinner
Grace and Frankie
Vorstadtweiber
3 %

Bücher des Jahres
George RR. R. Martin - A Game of Thrones
Lilly Singh - How To Be A Bawse

Montag, 27. November 2017

Die wirklich 11 besten Songs der Arctic Monkeys

Niemand will hier Beef, doch ich muss etwas richtig stellen! Als ich kürzlich auf einer meiner liebsten Musikplattformen Tonspion stöberte, stieß mir ein Artikel über die besten Arctic Monkeys-Songs ins Auge. Ich mag ja nicht bei vielen Künstlern mit der Diskographie vertraut sein, aber bei dieser britischen Band zufällig schon. Als bekennender Hörer und Freund ihrer Musik weiß ich demnach, dass ihr Album Humbug das beste ist. Umso entrüsteter war ich festzustellen, dass nicht ein Lied von der Platte in dem Beitrag genannt wurde. Nicht eins! Da es keine Kommentarfunktion gibt, konnte ich meinem Ärger auf der Seite selbst keine Luft machen. Stattdessen schreibe ich den Artikel einfach neu – so, wie er sein sollte. Natürlich sollte die Empörung an dieser Stelle überaus ernst genommen werden. Schließlich sind Musikgeschmäcker sowas von nicht subjektiv und nur meiner stimmt. Zumindest können wir uns alle darüber freuen, dass die arktischen Affen an neuer Musik feilen. Es war eine kleine Herausforderung, die Songs in eine Reihenfolge zu bringen, da ich sonst meine Favoriten ungefähr gleichwertig aufliste. Für die Wahrheit opfere ich mich aber. Kommen wir also zu den wirklich elf besten Songs der Arctic Monkeys!


11. R U Mine?
Ganz knapp kommt bei mir noch ein Song vom fünften Studioalbum AM auf die Liste. Im Tonspion-Ranking wurde das Lied ebenfalls aufgezählt, sogar auf dem zweiten Platz. Generell ist das Album mehrfach vertreten, da mag wohl jemand den neuen Sound ganz besonders. Ich finde es auch nicht schlecht. Es kann für mich nur nicht mit den vorherigen Veröffentlichungen mithalten.

I go crazy 'cause here isn't where I want to be




10. 505
Der Song beginnt ruhig und steigert sich dann sowohl mit der Anzahl der Instrumente als auch der Intensität des Gesangs. Pure Gänsehaut! Sänger Alex Turner schrieb das Lied über seine Freundin, die er im Hotelzimmer 505 besucht. Laut der Band ist es ihr erstes richtiges Liebeslied. Miles Kane, mit dem Turner später die Gruppe The Last Shadow Puppets gründet, spielt übrigens Gitarre auf dem Track.

But I crumble completely when you cry




9. Brick by Brick
Dieser Song vom vierten Album Suck It and See hat einen etwas wortärmeren, weniger poetischen Text, als man es von der Gruppe gewohnt ist. Sonst neigt sie ja dazu, sehr ausufernde Geschichten zu erzählen. Dafür ist ein umso besserer Ohrwurm, bei dem man schnell mitsingen kann. Besonders die fast schon bluesige Bridge kann mich überzeugen.

I wanna brick by brick




8. Cornerstone
In dieser Ballade versucht jemand eine verflossene oder unerwiderte Liebe zu vergessen. Doch alle Mädchen, die er trifft, erinnern ihn an sie. So kann man doch nicht über jemand hinwegkommen. Also fragt er sie alle kurzerhand, ob er sie einfach beim Namen seiner Angebeteten nennen darf.

She was close, close enough to be your ghost
But my chances turned to toast when I asked her if I could call her your name




7. Don't Sit Down 'Cause I've Moved Your Chair
Das Lied listet viele gefährliche Dinge auf, die man besser nicht machen soll. Der Höhepunkt des Risikos wird erreicht, wenn gesagt wird: Setz dich nicht hin, denn ich habe deinen Stuhl verrückt. Schlimm! Das war immer so peinlich in der Schule, wenn man sich aus Versehen auf den Boden pflanzte. Aber im Ernst, ich liebe den Sarkasmus des Textes und den Garage Rock-Stil.
Es ist eines von lediglich zwei Liedern, die auf dieser und der Tonspion-Liste genannt werden. Interessant, wie unterschiedlich die gleiche Diskographie aufgenommen werden kann.

Go into business with a grizzly bear
But just don't sit down 'cause I've moved your chair



6. Crying Lightning
Dieses Lied war die erste Single, die dem Album Humbug vorausging. Ich mag, dass es genauso draufgängerisch und riskant klingt, wie die Zeilen interpretieren lassen. Außerdem werden allerlei Süßigkeiten erwähnt (strawberry lace, gobstopper, pick'n'mix), was generell ein Pluspunkt ist. Können wir außerdem kurz erwähnen, wie schön Alex Turners Locken damals noch waren, bevor er sie abschnitt und nach hinten gelte? Ähem, professionell bleiben! Fahren wir fort.

The next time that I caught my own reflection
It was on its way to meet you thinking of excuses to postpone



5. I Bet You Look Good On The Dancefloor
Mein Platz 5 ist die allererste Single der Band überhaupt, vom Album Whatever People Say I Am, That's What I'm Not. Sicherlich haben sie sich seither gesteigert und entwickelt. Trotzdem macht es einfach gute Laune, hat ein fetziges Gitarrenriff und ein super Schlagzeugspiel.


I said I bet that you look good on the dance floor
Dancing to electro-pop like a robot from 1984



4. Mardy Bum
Ein Klassiker der Arctic Monkeys, der überhaupt nicht fehlen darf. Die ersten Töne reichen schon aus, um ihn zu erkennen. Obwohl Mardy Bum relativ fröhlich klingt, geht es darin jedoch um eine Beziehung, die langsam anfängt zu nerven. Wenn man sich nur noch streitet, ist es schwer, sich noch an die schönen Momente zu erinnern.

And I can't be arsed to carry on in this debate that reoccurs



3. Suck It and See
Fun Fact: Dies ist das einzige Lied in der ganzen Diskographie, bei dem der Titel mit dem des Albums übereinstimmt. Ich finde es sehr poetisch und sprachlich wundervoll geschrieben. Übrigens wollte ich durch die Erwähnung im Text unbedingt die englische Limonade Dandelion and Burdock probieren, als ich für ein Semester in England war und habe es im Supermarkt doch immer wieder vergessen. Bei der nächsten Reise ins Vereinigte Königreich dann!

I poured my aching heart into a pop song
I couldn't get the hang of poetry




2. Pretty Visitors
Ich kann gar nicht genau sagen, warum ich Pretty Visitors so genial finde. Aber ich kann es versuchen. Zum einen wäre der Taktwechsel, die Strophen sind schnell und typisch rockig, der Refrain wird langsam und klingt fast schon unheimlich sowie karnival-esque. Besonders der dunkle Hintergrundgesang unterstützt diesen Eindruck. Insgesamt alles sehr verwirrend und schauerlich, aber ich liebe es.

What came first, the chicken or the dickhead?

All the pretty visitors came and waved their arms
and cast the shadow of a snake pit on the wall




1. Only Ones Who Know
Dass diese Ballade von Favourite Worst Nightmare nicht bei jedem unbedingt einen hohen Stellenwert hat, sehe ich ein. Ich kann jedoch nicht umhin, Only Ones Who Know unendlich schön zu finden. Schon die ersten Akkorde lassen mir einen Schauer über den Rücken fahren. Der wehmütige Text tut seinen Teil und ich schwelge in Gedanken, Gefühlen und bin hin und weg.

They made it far too easy to believe
That true romance can't be achieved these days




Mit welcher Liste stimmt ihr mehr überein? Oder besser noch, welche wäre eure Version?

Freitag, 10. November 2017

Musiktipps #17: It's a jungle out there

Nach langer Zeit habe ich wieder einige Musiktipps für euch. Diese häufen sich in letzter Zeit schon wieder, deshalb kommen nicht unbedingt die neuesten, aber dafür die dringendsten Musikfunde meinerseits.

Zunächst möchte ich jedoch von einem besonderen Erlebnis berichten. Kürzlich war ich mit dem Freund für einen kleinen Ausflug in Brügge. Das belgische Städtchen wollte ich schon seit Ewigkeiten sehen. Obwohl dort wegen der Herbstferien viel zu viele Menschen unterwegs waren, hat mich der Charme bezaubert. Und nein, wir sind nicht gestorben. Am zweiten Tag gingen wir zu einem kostenlosen Harfenkonzert, von dem wir online gelesen hatten. Ich war erst nicht allzu begeistert, da ich mir die Harfe schon häufiger gegeben habe, es mich jedoch nie umgehauen hat. Dann gleich eine Stunde des Tages dafür draufgehen lassen? Doch der Freund hat sich durchgesetzt und er hatte recht.
Das Konzert von Harfenist Luc Vanlaere war unglaublich. Neben der gemeinen Konzertharfe, spielte er eine keltische, chinesische, indische und japanische Variante davon, eine steel harp, ein Psalterium, einen Gong und Klangschalen. Sogar ein selbstgebautes Instrument hatte er im Repertoire. Er spielte eigene Kompositionen. Logisch, andere haben einfach keine Stücke für diese Zusammenstellung an Instrumenten komponiert. Nicht nur die Musik war schön, auch die Klangwellen, die einen umspülten und das irgendwie zu einer physischen Erfahrung machten, hatte ich so nie zuvor erlebt. Wie Vanlaere an einem Punkt von einem Instrument zum nächsten hastete und sie am Ende alle spielte - absolut großartig! Bloß bleibt das intensive Klangerlebnis natürlich mit der CD, die wir uns geholt hatten, aus. Wer einen kurzen Eindruck haben möchte, kann sich dieses Video anschauen. Ansonsten empfehle ich jedoch wärmstens, sich beim nächsten Trip nach Brügge die Harfen anzuhören.



Randy Newman's Tiny Desk Concert bei NPR Music
Wer diese Quelle guter Musik nicht kennt, sollte NPR Music spätestens jetzt auschecken. Der Radiosender lädt regelmäßig Künstler ein, um Lieder in der kleinen, schnuckeligen Büroecke zu spielen. Vor zwei Wochen war Randy Newman da und mir ging gleich das Herz auf. Viele werden ihn wohl durch seine Lieder für Disney-Filme wie Toy Story, Das große Krabbeln oder Monster AG kennen. Ich wurde damals zum ersten Mal durch das Monk-Intro It's a Jungle Out There auf ihn aufmerksam, welches er ebenfalls spielte. Der Auftritt ist humorvoll, sarkastisch, aber mit Liedern wie She Chose Me ebenfalls berührend. Er hat eine unverkennbare Stimme, ist eine großartiger Pianist und Liedermacher - kurz eine lebende Legende.



Far From Any Road von The Handsome Family
Ich habe die Krimiserie True Detective nie gesehen, bei der dieses Lied im Opening zu hören ist. Genau kann ich mich nicht erinnern, wie ich trotzdem darauf gestoßen bin. Jedenfalls höre ich es so gern und oft, dass ich es einfach erwähnen muss. Far From Any Road ist ein eindringliches, fast schon unheimliches Duett. Die Musik geht in Richtung Alternative-Country und der Songtext hat, wie bei der Band üblich, surreale Züge. Gesungen wird das Lied von The Handsome Family, Ehepaar Brett und Rennie Sparks, deren Stimmen herrlich zusammenpassen.



Dark Days + Canapés von Ghostpoet
Der britische Sänger hat das Album bereits vor einigen Monaten veröffentlicht. Ich blieb zunächst an der Musik hängen, weil es mich ein wenig an Nick Cave und seine Murderballads erinnert. Es ist sehr düster und dunkel, wie man nach dem Albumtitel schon vermuten kann. Obwohl ich in zahlreichen Beschreibungen sehe, dass seine Musik als Hip Hop bezeichnet wird. Das wäre nicht meine erste Assoziation gewesen. Man hört zwar Beats, doch auch zum Großteil eine Untermalung mit Gitarre. Ghostpoet legt zwar mehr einen Sprechgesang an den Tag, doch als typischen Rap klingt es auch wieder nicht. Zumindest kann man sich darauf einigen dass Ghostpoet alias Obaro Ejimiwe viele musikalische Einflüsse geschickt vereint.

Lieblingslieder: (We're) Dominoes // Trouble + Me // Woe Is Meee

Mittwoch, 1. November 2017

#pmdd24

Eine schöne Tradition ist doch immer wieder der Picture My Day-Day. Dabei halten Internetmenschen aller Art an einem gemeinsamen Tag bildlich fest, was sie alles unternommen und veranstaltet haben. Gestern war es wieder so weit und ich habe ihn zum Glück nicht verschwitzt wie beim letzten Mal. Diese Woche bin ich zu Besuch bei meinem Freund in Belgien. Es war das erste Halloween, das wir zusammen verbracht haben, doch um Grusel haben wir uns fast gar nicht gekümmert. Trotzdem war der Tag ziemlich großartig!

Hier geht es zur Teilnehmerliste des 24. Picture My Day-Days, falls mein Beitrag eure voyeuristischen Bedürfnisse nicht stillen kann. Auch die Facebook-Seite sei verlinkt, damit ihr den nächsten #pmdd nicht verpasst.



Für einen freien Tag relativ früh aufwachen.



Schnell wachduschen.



Fast vergessen, das Frühstück zu fotografieren. Aber nur fast. Bagels kommen in Belgien noch am nächsten an "deutsches" Brot heran und sind nicht so übertrieben weich.



Den nehmen wir.



In Turnhout angekommen, um...



...ins Schwimmbad zu gehen. Schwimmen, rutschen und im Whirlpool liegen. Die Rutsche hat sogar wählbare Programme, bei denen Discolichter blinken und Musik gespielt wird. Haha!



Laufen, laufen, laufen.



Mittagszeit!



Ich habe ein Smoske mit Käsekroketten (panierter und frittierter Weichkäse). Dazu Blutorangenlimonade. Yummy!



Ein wenig durch die Straßen tingeln.



Mit dem Bus geht's wieder zurück nach Hause.



Nach einem kurzen Lebensmitteleinkauf (Foto vergessen) machen wir ein Kaffeepäuschen. Kater Diezel leistet uns Gesellschaft.



Mit dem Kätzchen schmusen und dabei ein sehr seltsames Gesicht machen.



Irgendwas mit Code auf dem Energydrink und ein Bonus im Spiel freischalten. Der Freund ist jedenfalls begeistert.



Eine Folge Kitchen Nightmares schauen.



Halloween-Playlist an...



...denn nun wird der Kürbis ausgehöhlt und geschnitzt. Vorher.



Nachher. Sogar mit Ziegenbärtchen. Wir nennen ihn Count Penny Pim Pumpkin und in unserer Welt ergibt das Sinn.



Uhhhh, schaurig!
Das war auch schon unsere Halloween-Aktivität, da dies nicht allzu sehr in Belgien zelebriert wird. Es hat den ganzen Abend nicht einmal jemand geklingelt, um nach Süßem zu fragen.



Abendbrot!



Kartenversion von Cluedo spielen. Konnte mich nicht überzeugen. Ich finde das Original besser.



Kerzen anzünden, Süßigkeiten auspacken und den Cider mit Litschi-Geschmack öffnen: der Filmabend kann beginnen!



Weil es Hocus Pocus beim belgischen Netflix nicht gibt und wir uns auf keinen anderen Halloween-Film einigen konnten, entschieden wir uns letztendlich für Vaiana. Ich mochte ihn.



Eine Folge Kitchen Nightmares geht noch. Dieses Bild repräsentiert die Sendung perfekt. Gordon Ramsay, wie er flucht.



Gute Nacht!
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